Mittwoch, 24. Februar 2010

BEIDE CHRISTLICHEN KIRCHEN IN DEUTSCHLAND IN SCHIEFLAGE: KINDESMISSBRAUCH UND ALKOHOLFAHRT DER BISCHÖFIN (HELIODA1)

NACHTRAG
Margot Käßmann: Hier geht’s um viel mehr!
Eva Herman

Die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Margot Käßmann, ist von ihren Ämtern zurückgetreten. Dafür gebührt ihr Respekt und Achtung. Sie hat das getan, was vielen Männern in einer ähnlichen Situation weitaus schwerer gefallen wäre, sie hat sehr schnell die volle Verantwortung für ihr Handeln übernommen und alle Konsequenzen gezogen. Einer der berühmten Unterschiede zwischen Mann und Frau? Gut möglich. Auf jeden Fall hat Frau Käßmann rechtzeitig einen mutigen und den richtigen Schritt getan.

Als ich vorgestern an dieser Stelle bereits einen Artikel über die Theologin und ihre nächtliche, verhängnisvolle Autofahrt veröffentlicht hatte, in welchem ich fragte, ob sie in die Männerfalle getappt sei, gab es Zustimmung und Ablehnung. Keinesfalls sollten diese Zeilen dazu dienen, Frau Käßmann in einer ohnehin schwierigen Situation weiter zu schwächen. Es wäre empfehlenswert, den Artikel aufmerksam zu lesen.

Denn es geht in Wirklichkeit um etwas ganz anderes, was in diesem Falle viel wichtiger erscheint. Die drängende Frage, die sich nach der zurückliegenden, gewaltigen öffentlichen Diskussion über Frau Käßmann stellt, ist die der Glaubwürdigkeit und der Vorbildfunktion einer öffentlichen Person im höchsten Kirchenamt. Und dabei liegen mir ganz besonders und in erster Linie immer wieder die jungen Menschen am Herzen. Was sollen diese denn von einer Erwachsenen- Generation halten, die in Rundfunk und Fernsehen, im Internet und in den Zeitungen ernsthaft darüber diskutiert, ob es sich bei 1,54 Promille am Steuer um eine Petitesse handelt oder nicht? Mal abgesehen davon, dass viele von ihnen immer noch den lieben Gott mit der Kirche gleichsetzen und auf diese Weise vom Glauben fallen. Warum redet man seit Tagen von einem Fehler, wenn es doch eine Straftat war? Wer einmal einen geliebten Menschen verlor, weil dieser von einem alkoholisierten Autofahrer über den Haufen gefahren wurde, der wird anders über dieses Thema diskutieren.

Wenn wir eine solche Handlung nicht ganz klar als falsch bewerten, sondern sie auch noch schön reden, was, um Himmels Willen, lernen Kinder und Jugendliche dann von uns? Dass man im Namen des Herrn einfach drauflos trinken und dann auch noch Autofahren kann? Weil eh schon alles egal ist?

Warum ist es einer Gesellschaft wie unserer schon beinahe unwichtig geworden, durch was und wie unsere Kinder geprägt werden und welche Spur wir bei ihnen einst hinterlassen? Werden wir unserer Verantwortung wirklich gerecht? Interessiert es uns denn überhaupt, wie es den jungen Leuten geht, wie sie sich unter unserer »Betreuung« entwickeln und fühlen? Was sie wirklich über uns denken?

Nein! Diese Frage kann klar beantwortet werden. Es interessiert uns im Grunde herzlich wenig. Wer einen Blick nach draußen tut, wer sich genauer anschaut, welche Prioritäten alleine noch gesetzt werden, ob es im Banken-, Wirtschafts-, Politik- oder Medienwesen ist, der kann sich nur schaudernd abwenden. Die Prämissen sind klar: Gewinnmaximierung und Kostensenkung. Alles andere ist unwichtig! Empfindungen, Gefühle und Menschlichkeit, gerade jene Themen, die jungen Leuten in erster Linie noch wichtig sind, kommen nicht mehr vor. Denn es steht ebenso fest, dass die derzeitigen Parteien jeglichen Spektrums, leider auch die Kirchen sowie eben auch die genannte Frau Käßmann einzig und allein die Erwerbstätigkeit der Frau und damit die Fremdbetreuung, also Kitas und Gesamtschulen, somit die Zerschlagung der Familien vorantreiben, den Zerfall der Gesellschaft also. Und wer davor warnt und Vorsicht anmahnt, wird eher weggeschossen, während weiterhin jene Mechanismen gebetsmühlenartig als moderne Errungenschaft propagiert und mit aller Macht durchgesetzt werden, die auf Dauer schließlich hochgefährlich für unsere gesamte Gesellschaft werden müssen.

Um diese Verantwortung geht es mir in allererster Linie und immer wieder. Natürlich ebenso um einige Unterschiede zwischen Mann und Frau. Aber das kann man ja alles nachlesen. Zu diesen Themen werde ich mich übrigens immer wieder zu Wort melden, weil es sonst derzeit leider so gut wie niemand tut, der öffentlich gehört wird. Und diejenigen, die weiterhin meinen, in der Erwerbstätigkeit der Frauen allein das Glück der Erde zu finden und dies einer ganzen Gesellschaft überstülpen zu wollen, werden sich sicher auch weiterhin Kritik gefallen lassen müssen, so wie ich umgekehrt auch!

Donnerstag, 25.02.2010
© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
24.02.2010 Heikle Situationen für beide Kirchen in Deutschland
Es ist auffallend, dass in diesen Tagen beide christlichen Kirchen in Deutschland in eine Schieflage bezüglich ihres Ansehens geraten sind. Es fing mit den Vorkommnissen in Jesuitenschulen in den vergangenen Jahrzehnten an und setzte sich mit der Bischöfin der Protestanten fort, die ihr hohes Amt mit einer Alkoholfahrt in Frage stellt. Auch das sind die Vorboten einer unmittelbar bevorstehenden Änderung aller eingefahrenen Systeme.
(Comment by Manfred Dimde)




In die Männerfalle getappt, Frau Käßmann?
Eva Herman

Die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Margot Käßmann, ist unter Druck geraten. Sie wurde betrunken am Steuer erwischt, als sie eine rote Ampel überfuhr. Das machen doch eigentlich nur Männer, oder? Auf jeden Fall ist das gar nicht gut, weder für die Frau persönlich, noch für die Frauen generell, noch für die Evangelische Kirche in Deutschland. Erst recht ist es schlecht für die vielen gläubigen Menschen, die in der Kirche nach Werten und der heilen Welt suchen. Und die häufig den Schöpfer mit der Kirche gleich setzen. Für sie muss es ein Schock sein, dass Deutschlands vorderste Schäfchenhüterin anscheinend saftig einen im Tee hatte und dabei auch noch ein schweres Gefährt lenkte. Was Gott wohl dazu sagt? Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen sie.


Wirklich, das klingt nicht gut. Was außerdem Sorge bereiten muss, ist neben den genannten Punkten vor allem auch der Eindruck für die vielen jungen Menschen im Land, den die evangelische Kirchenchefin ihnen hier vermittelt. Eine Frau von über fünfzig Jahren, die selbst schon fast erwachsene Kinder hat, welches Vorbild gibt sie ab? Und: Warum sucht die Gesellschaft für eine komasaufende Generation sorgenvoll nach Lösungen aus dem Dilemma, während eine Kirchenobere im Vollrausch sogar noch Auto fährt und über rote Ampeln brettert? Ist es am Ende gar nicht so schlimm, wenn man sich mal die Kante gibt?

Diesen Eindruck muss man auch bekommen, wenn man sich den Kommentar ihres EKD-Kollegen, des Wittenberger Theologen Friedrich Schorlemmer, zu Gemüte führt, der die Angelegenheit in der Leipziger Volkszeitung eher abwiegelt. Schorlemmer bezeichnete Käßmanns Verhalten als »Blackout, der leider immer wieder Leuten passiert, die in öffentlichen Ämtern unter Dauerstress stehen«. Auch Käßmann stehe in ihrem Amt unter einer enormen Spannung, die sich mit Alkohol abbauen lasse.

Hallo? Jemand zuhause? Bei Stress haut frau sich also einfach einen hinter die Binde und dreht dann auch noch ne Runde, oder was? Nur weil sie derzeit keine andere Bewältigungsstrategie parat hat? Und was ist mit unseren Kindern und Jugendlichen? Geht es denen etwa anders, sehr verehrte Kirchenfürsten? Sie stehen doch ebenso unter Dauerstress, sie haben zahlreiche Blackouts, weil wir ihnen viel zu viel zumuten! Weil man sie nicht versteht! Weil man ihre Bedürfnisse schon von klein auf missachtet! Weil man sie in Kitas steckt und sie ihren Müttern entfremdet. Weil sie nach Liebe weinen und nicht gehört werden! Weil man die Schulsysteme laufend umstellt, ohne Rücksicht darauf, ob die Kinder das verarbeiten können! Weil man ihre Lernzeit verkürzt! Weil sie Enormes leisten müssen, um den Erwachsenen zu gefallen, die zunehmend eine schillernde Bildungswelt bauen, anstatt die Kinder vernünftig an ihre Familien zu binden.

Aber wer steht denn seit Jahren an vorderster Front und gendert laut herum und plädiert für Gleichheit von Mann und Frau? Wer fordert alle Naselang, dass jede Mutter, die auf sich hält, gefälligst Geld verdienen gehen und die Kinder abgeben soll? Wer behauptet, Frauen sollten sich die männlichen Gebiete endlich Stück für Stück erobern? Wer sagt, dass es keine natürlichen Familien mehr gäbe, weil die Welt jetzt modern ist? Und dass deswegen gemeinsame Mittagsmahlzeiten von Müttern und ihren Kindern »out« seien? Wer glorifiziert Gender Mainstreaming und verpasst damit der ganzen Gesellschaft nach und nach eine politische Geschlechtsumwandlung? Genau, das ist Margot Käßmann, Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende.

Sie plädiert für die männliche Welt, und zerredet die weibliche! Sie fordert Leistung, anstatt Liebe. Und sie lässt Frauen lieber kämpfen, anstatt ihre Weichheit und Weiblichkeit zu mögen. Sie selbst zeigt doch schließlich allen da draußen, was möglich ist und was frau alles kann: Trotz Scheidung, trotz Krankheit, trotz einer Menge von Problemen kämpft sie! Weil die moderne Frau von heute kämpfen muss! Wie ein Mann. Weil die moderne Frau von heute erfolgreich sein muss im Job! Wie ein Mann. Weil die moderne Frau keine Gefühle zeigen darf da draußen! Wie ein Mann. Weil eine Frau sich den Stress wegsaufen muss wie ein Mann?

Halte doch ein, Schwester. Komm zu Dir. Werde weich. Erlaube dies auch anderen Frauen. Wir müssen nicht nur kämpfen. Wir haben wertvolle Gaben wie Empfindung, Empathie, Liebe, die wir anderen Menschen schenken dürfen. Und wenn wir diese schenken, so bekommen wir auch eine Menge zurück. Ich wünsche Ihnen, liebe Frau Käßmann, von ganzem Herzen innere Entspannung, eine Loslösung dieses Dauerkampfes, ich wünsche Ihnen Ruhe und Liebe. Liebe, die Sie sich vor allem auch selbst schenken sollten, Verständnis und Nachsicht. Geben Sie sich und auch uns Frauen da draußen die Chance auf Weiblichkeit und Weichheit. Und auch wenn mal was daneben geht: Fordern Sie nicht zu viel von sich! Sie sind schließlich auch nur eine Frau.
Dienstag, 23.02.2010
© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg







Ein turbulentes 2009 ging zu Ende, viele Menschen winkten ab und sind froh, dass nun ein Neues Jahr mit neuen Chancen angebrochen ist.

Man hätte sich wirklich wünschen können, dass wenigstens die letzten Tage einigermaßen ruhig verlaufen mochten, doch weit gefehlt. Im Ausland war die Hölle los, von Iran bis Pakistan, von Irak, Athen, Afghanistan, USA und Jemen herrsch(t)en kriegsähnliche Zustände, wurden und werden Menschenrechte mit Füßen getreten.

Längst nicht so martialisch ging es bei uns zu, nun gut, aus der Schweinegrippe wurde jetzt die Scheingrippe, doch stockt einem der Atem bei der Lektüre des Tagesspiegels am Sonntag, den 26. Dezember 2009. Da heißt es unter anderem:

»Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat sich gegen das von der schwarz-gelben Koalition beabsichtigte Betreuungsgeld gewandt. ›Immer noch ist unser Betreuungs- und Bildungssystem darauf eingestellt, dass ein Kind um 13.30 Uhr nach Hause kommt, dass jemand gekocht hat und mit ihm Hausaufgaben macht. Dieses Familienbild entspricht nicht mehr der Realität‹«, sagte Käßmann dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag. Am bedrückendsten sei »die wachsende Kinderarmut und dass viele Kinder und Jugendliche selbst nicht mehr daran glauben, aus der Armut herauszukommen«. Daher sei die Ganztagsschule wichtig - »viel wichtiger als ein Betreuungsgeld«, ergänzte Käßmann. Ein Betreuungsgeld »könnte eher ein Anreiz für manche Eltern sein, Kinder gerade nicht einer Betreuungseinrichtung anzuvertrauen«.

Margot Käßmann (Copyright Foto Lawrenz)

Im Ernst, genau das steht dort. Und davon scheint die frisch gewählte EKD- Ratsvorsitzende fest überzeugt zu sein, was auch immer diese Einstellung mit dem Amt der christlichen Vorzeigefrau Nummer eins in Deutschland zu tun haben mag.

Wir wissen in diesem Augenblick nicht, welche persönlichen Erfahrungen bei dieser abenteuerlichen Einschätzung der EKD-Ratsvorsitzenden eine Rolle spielen mögen, vielleicht hat sie ihre eigene Aussage für immer geprägt, als sie unlängst etwas von sich gab, das so ähnlich klang wie: sie wolle am liebsten 24 Stunden am Tag Bischöfin sein. Nun kommt ja seit Oktober der EKD-Ratsvorsitz noch dazu, da hat sie dann wirklich allerhand um die Ohren und ist vielleicht deswegen sogar ganz froh, wenn ihre vier Kinder weit weg von anderen Leuten betreut werden und ihr nicht mehr ins Gehege kommen können, ebenso wenig der Gatte, den sie hatte.

Auf jeden Fall scheint Margot Käßmann der festen Ansicht zu sein, dass Kinder, die mittags aus der Schule kommen, kein Mittagessen mehr brauchen und auch niemanden an der Seite benötigen, der sich mit ihnen beschäftigt und sich gemeinsam mit ihnen um die Schularbeiten kümmert.

Nein, ganz anders: Die Gören sollen erst gar nicht nach Hause kommen, sondern sie sollen schnell viel lernen, damit sie später ganz schlau und gebildet sind. Sie sollen also möglichst hübsch fremdbetreut werden, am liebsten gar auch 24 Stunden? Sie sollen ihre Nachmittage bei Fremden in Fremdeinrichtungen verbringen, ohne persönliche Rückzugsgebiete, ohne private Nischen, ohne das eigene Zimmer, ohne das Bett, auf das sie sich mal werfen können, ohne ihre Geschwister, ohne ihre Freunde, ohne ihre Haustiere, ohne ihre Fahrräder und Gärten, ohne individuelle und familiäre Angebote und Verbindungen. Kinder gehören nicht ins, nein, sie gehören aus dem Haus! Am liebsten 24 Stunden? Damit Mutti auch 24 Stunden lang arbeiten und Geld verdienen kann? Und wenn Mutti doch einmal abends nach Hause kommen sollte, hundemüde, Vati auch, die Kinder auch, dann soll in den verbleibenden zwei, drei Stunden ein trautes Familienleben entwickelt werden, damit die Kinder Urvertrauen und Selbstbewusstsein, menschliche Bindungen und Verantwortungsgefühl für andere Menschen und für das Leben erlernen.

Sehr geehrte Margot Käßmann! Denken Sie, dass Sie mit diesen öffentlichen Aussagen wirklich ein leuchtendes Vorbild für das christliche Verständnis von Familie seien? Ihr persönliches Vorstellungsmuster sieht also in jedem Fall die Fremdbetreuung vor, weil dies jetzt modern ist? Sie sagten wörtlich: »Dieses Familienbild entspricht nicht mehr der Realität!« Wirklich nicht? Wer sagt das denn? Die Feministinnen, ja, ja, aber die haben doch meistens gar keine Kinder, sie haben von Familie genau sowenig eine Ahnung wie vom Abwaschen. Haben sich etwa die Bedürfnisse aller Kinder im Land mit einem Schlag geändert? Oder wessen Bedürfnisse? Die der Frauen, die am liebsten 24 Stunden im Job sein wollen? Außer Ihnen, sehr geehrte Frau Käßmann, kenne ich niemanden, der freiwillig so viel arbeiten möchte. Viele Frauen müssen in die Erwerbstätigkeit, weil das Geld nicht reicht, eben weil auch nur vom Staat finanziell gefördert wird, wer nicht zuhause bleibt. Ist alles modern!

Und Sie werfen bei Ihrer Forderung und dem Entwurf eines neuen Familienbildes auch noch ohne Not das geplante Betreuungsgeld für Kleinkinder, welches maximal bis zum dritten Lebensjahr bezahlt wird, aber auch frühestens eventuell für 2013 beschlossen sein soll, und eventuell ja auch nur in Form von Gutscheinen ausgegeben werden soll, weil die Muttis und Vatis sonst das viele Geld versaufen könnten, Sie werfen also diese 150 Euro Betreuungsgeld für Kleinkinder mit der Fremdbetreuung für Schülerinnen und Schüler, die bis zu ihrem 18., 19. Lebensjahr zur Schule gehen, in ein und denselben verrosteten und wirklich langsam ausgeleierten Feminismuspott? Ich wäre Ihnen für eine logische Aufschlüsselung hinsichtlich dieser merkwürdigen Vermischung dankbar.

Sehr geehrte Frau Käßmann, um ehrlich zu sein, ich verstehe Sie nicht mehr. Können Sie sich noch daran erinnern, als wir beide vor wenigen Jahren in Ihrer schönen Marktkirche im niedersächsischen Hannover gemeinsam das Reformationsfest und auch das Pfingstfest gestalteten und Sie damals über den Heiligen Geist sprachen? Es waren sehr eindrucksvolle Veranstaltungen und ich erinnere mich ausgesprochen gerne daran. Denn damals hatte ich Hoffnung! Hoffnung für dieses Land, Hoffnung für die kleinen Kinder und Hoffnung für die Mütter. Da stand eine Frau von uns, Sie, nämlich Sie, Frau Käßmann, eine Mutter von vier Kindern, eine Ehefrau, eine Familienmanagerin, mit weiblichen Gefühlen und Empfindungen, fernab von Ihrem 24-Stunden-Job als Bischöfin. Sie sahen schön aus, hatten ein klares, leuchtendes Gesicht und Sie waren ganz weich, Sie sprachen über die Liebe, über das menschliche Miteinander, über Wärme, und sie sprachen, wie schon erwähnt, vom Heiligen Geist. Fast war es mir damals, als sei er direkt über uns gewesen, der Heilige Geist, der ja Gottes Willen darstellt und die ewige Wahrheit.

Natürlich kennen Sie die Bibel, Frau Käßmann, viel besser als ich, denn Sie haben ja mehr oder weniger 24 Stunden am Tag mit ihr zu tun. Doch haben Sie die vielen Verse und sogar die Gebote über die Frau, den Mann und die Kinder wirklich aufmerksam gelesen? Über die Aufgaben, die Gott uns Menschen übertrug? Es stimmt schon, die Bibel ist bereits ziemlich alt, und das Rad der Geschichte hat sich weiter gedreht. Die Zeiten sind jetzt anders, viel moderner, globalisierter, feminisierter und genderisierter. Aber glauben Sie wirklich, dass Gott seine ehernen Schöpfungsgesetze deswegen verändert hat, anpasste an uns kleine, moderne Erdkrustenwürmer?

Schauen Sie sich um, Frau Käßmann: Hätte unser Schöpfer wirklich einen einzigen Grund, sich an uns zu orientieren, die wir jenes erschreckende Menschengesamtwerk schufen von Krieg, Terror, Gewalt, Lieblosigkeit und seit neuestem einer beängstigenden Geschlechterneutralisierung, die Sie ihn, den urewigen Gott, bereits als »Schwester« bezeichnen ließen? Nein, Frau Käßmann, das können Sie nicht wirklich glauben. Dies würde ja auch bedeuten, dass er, unser Allmächtiger Vater im Himmel, fehlbar wäre. Halten Sie als EKD-Ratsvorsitzende das echt für möglich?

Als ich Sie damals in Hannover erlebte, wäre eine solche Veränderung für mich nicht denkbar gewesen. Nun ja, inzwischen ist viel passiert, ich weiß. Sie sind EKD-Ratsvorsitzende geworden, und ich bin beim NDR rausgeflogen. Unsere Wege gingen diametral auseinander. Vielleicht würden wir zwei immer noch gemeinsame Andachten in Hannover feiern, wenn ich mich damals nicht öffentlich für die Bedürfnisse von Kleinkindern und gegen Gender Mainstreaming ausgesprochen hätte. Wer das tut, der wird nämlich mit der Nazikeule verfolgt und manchmal wird er auch totgeschlagen. Keine Sorge, ich lebe noch, und heute beweisen über ein Dutzend Gerichtsurteile, dass ich zu keinem Zeitpunkt diese angebliche Äußerung tätigte, sondern das Gegenteil der Fall war. Aber sei es drum: Mir geht nämlich jetzt plötzlich ein völlig wahnwitziger Gedanke durch den Kopf: Wäre es möglich, dass auch Sie gefährdet wären, wenn sie sich öffentlich für die natürliche Bindung von Mutter und Kind aussprechen würden? Sie, als EKD-Ratsvorsitzende und 24-Stunden-Bischöfin? Bisher dachte ich immer, dass nur blonde Moderatorinnen unter die Räder kommen, wenn sie sich zu laut als Kinderanwalt einsetzten. Aber Sie, Frau Käßmann, wie steht es mit Ihnen? Wer könnte einer mächtigen Frau, die fast direkt nach der Kanzlerin kommt, denn etwas anhaben? Oder ist das alles am Ende doch wirklich Ihre eigene, Ihre persönliche Meinung?

Haben Sie sich, sehr geehrte Frau Käßmann, eigentlich jemals mit einem Bindungsforscher oder mit einem Kinderpsychologen über die Ursachen von Aggression und Gewalt, Adipositas, Bulimie, Todessehnsucht, Komasaufen etc. unterhalten? Wie viele Gespräche haben Sie mit Lehrern geführt, die keinen Rat mehr für unsere bindungslosen, verirrten, jungen Menschen wissen? Sind Sie sich der immensen Verantwortung bewusst, die Sie, Frau Käßmann, mit Ihrer öffentlichen Position übernommen haben? Ihr Wort gilt etwas! Es bedeutet den Menschen viel! Sie werden ernstgenommen, und jetzt, seit Sie EKD-Ratsvorsitzende Deutschlands geworden sind, gehören Sie mit zu den einflussreichsten Personen dieses Landes. Sie sind für die Menschen, die evangelisch getauft sind, vergleichbar mit dem Papst für die Katholiken, sie vertreten den Schöpfer in Deutschland! Haben Sie einmal gehört, was Ihr katholischer Kollege, der Papst, zu diesem Thema sagt?

Frau Käßmann, glauben Sie wirklich, dass unser Schöpfer Kinderkrippen und Ganztagsschulen für unsere Kinder vorgesehen hat? Oder sind Sie der Meinung, dass Gott altmodisch ist, weil er eben keine Krippen und keine Ganztagsschule eingerichtet hat, sondern als natürliche Bezugspersonen für jedes Kleinkind und Baby dieser Erde, bei Mensch und nahezu jedem Tier gleichermaßen, die Mutter an erster Stelle und dann auch gleich den Vater und das übrige Rudel, sprich, die Familie, dachte? Tierkinder werden übrigens in der Fremdbetreuung, also dem Fremdrudel, in den allermeisten Fällen aufgefressen, dort meint es niemand wirklich gut mit den Kleinen.

Und haben Sie eigentlich schon gehört, dass 95 Prozent aller Krippenbetreuerinnen in Deutschland ihr eigenes Kind NIEMALS in die Fremdbetreuung geben würden?

Wissen Sie übrigens, welche Worte zu diesem Thema von Jesu Christi im Matthäus-Evangelium zu finden sind? Ja, natürlich wissen Sie es, Sie sind schließlich die EKD-Ratsvorsitzende Deutschlands! Ich möchte mit den Worten des Gottessohnes schließen und an Ihr Herz, liebe Frau Käßmann, und an Ihren lebendigen Geist appellieren, denn ich wünsche mir aus meinem tiefsten Herzen, dass es gelinge möge, die Empfindung, die Nächstenliebe und die Barmherzigkeit weit über das Goldene Kalb des Materialismus und der Globalisierung zu stellen und wirken zu lassen, wenigstens so lange es um das Christentum geht, welches doch den Willen Gottes als alleroberstes Gebot betrachtet, oder?

»Wer aber einem von diesen Kleinen,

die an mich glauben,

Ärgernis gibt,

dem wäre es besser,

wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt

und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.«

Matthäus-Evangelium, Kapitel 18, Vers 6

Herzliche Grüße und ein gesundes Neues Jahr!

Eva Herman

Mehr von und über Eva Herman finden Sie bei Familiyfair http://www.familyfair.de/

Montag, 04.01.2010
© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg


Dr. Schüßler wird recht behalten, daß eine spätere Generation die genialen Entdeckungen Huters auf dem Gebiete der Helioda-Lebenslehre, Zellentheorie und physiognomischen Formenbeobachtung anerkennen und allgemein üben wird.

Die Hamburger Nachrichten vom 22.2.08 schreiben:
Wer Carl Huter gestern abend über die Liebe, Ehe und Gesellschaft der Zukunft hat sprechen hören, der war unbedingt von seiner unbezwinglichen Lehre hingerissen und weiß die Bedeutung dieses ungewöhnlichen Mannes zu schätzen. Und in der Tat: goldene, unvergleichlich schöne Worte waren es, die er gesprochen, die einen erhabenen ethischen Geist hauchten ... Der Erfolg seines Vortrages war durchschlagend und wird es auch bleiben.