Montag, 15. Juni 2009

ALBRECHT DUERER & CARL HUTER: DAS "BLUE PORTAIT" NIKOLA TESLA, HUSUM UND INTELLIGENTES STROM-MANAGEMENT FÜR DEN BÜRGER

Smart Grid oder die Zukunft des Strom- und Glasfasernetzes

Über Elektrizität, Glasfaser, Stromnetze und Elektroautos wird zur Zeit viel geredet und zwar zu recht. Nach 100 Jahren statischem Stromverteilungsnetz mit nur einer Strom – Flussrichtung, nämlich der vom Kraftwerk zum Konsumenten, kommt mit dem Aufkommen von flächendeckenden Stromproduzenten (Kleinkraftwerke, Blockkraftwerke, Solarpannels, Windkraftwerke) Bewegung in die Stromwirtschaft. Die vielen kleinen Kraftwerke müssen koordiniert und auf die aktuelle Strombelastung im Netz abgestimmt werden, da immer nur genauso viel Strom produziert werden muss, wie aktuell verbraucht wird.

Mit der Wiedergeburt der Elektroautos kommt aber noch mehr Bewegung ins Spiel. Elektroautos haben eine grosse Batteriekapazität. Viele Autos zusammen haben eine sehr grosse Elektrospeicher – Kapazität. Autos generell werden pro Tag (24 Stunden) nur während durchschnittlich 1 Stunde bewegt. Sonst sind sie immobil. Damit steht ein grosser Stromspeicher zur Verfügung der optimal genutzt werden kann.
Nehmen wir an, wir haben eine Solaranlage auf dem Dach mit einer Batterie im Keller, ein Elektroauto, ein elektronischen Boiler und eine Waschmaschine. Die Netzleitzentrale des Elektrizitätswerks, also an das Gehirn eines jeden Stromnetzes sieht, dass die Batterie im Keller und im Elektroauto voll ist und kann über den Mittag (11:30 – 14:00 Uhr), ca. 10 % der Stromleistung aus den Batterien abzapfen und diese am Nachmittag oder in der Nacht wieder aufladen. Ebenso weiss die Netzleitzentrale, dass ein Boiler halbvoll ist und während der Nacht zu den kostengünstigsten Tarifen wieder beheizt werden muss. Sie entscheidet also, dass der Boiler von 22:55 – 23:30 und von 03:00 – 04:15 aufgeheizt wird, da sie in dieser Zeit besonders günstigen Strom hat. Auch die Waschmaschine wird sie irgendwann in der Nacht ansteuern.

Also je mehr Elektrofahrzeuge an das Netz angeschlossen sind, umso weniger Regelenergie wird von externen Kraftwerken benötigt. Untersuchungen haben ergeben, dass mit dieser so genannten „Smart Grid“ Technologie alleine über 10 % an Stromverbrauch und Kosten einsparen lassen. Die dezentralen Stromspeicher können genutzt werden um Spitzen auszugleichen.

Die Netzleitzentrale muss all die Messdaten vom Haushalt erfassen können und muss ihrerseits Zugriff auf die verschiedenen Verbraucher (Boiler, Solarpannel, Auto) haben. Da in naher Zukunft sowieso jeder Haushalt mit einer Glasfaserleitung angeschlossen wird, ist es von Vorteil, dieser Datentransfer ebenso über diese Leitung zu führen. Glasfaserleitungen können auch sehr gut mit Stromleitungen verlegt werden, was sehr kostengünstige Erschliessungen von Gebäuden ermöglicht. Über diese Glasfaserleitungen können so nebenbei alle Telefonate, Fernsehen und Internet kostengünstig und sehr schnell übertragen werden.

Wieso werden diese Technologien bei uns nicht angewendet? Ganz einfach. Die Stromkonzerne verdienen sich mit dem heutigen Netz dumm und dämlich. Kein Risiko, sondern nur Abzocke auf der ganzen Linie. Mit dem zuviel berechneten Geld lässt sich auch problemlos alle Parteien mundtot machen. Das sag ich nicht einfach so, sondern das haben mir ehemalige Strom – Direktoren gesagt. Ein weiteres Problem ist, dass auf der Beamtenebene die Sach- und Fachkompetenz in Sachen Strom oft völlig fehlt. Als im Kanton Luzern die Gemeinden in diesem Jahr die Stromverträge erneuern wollten, haben sie die Fachberatung vom Stromkonzern geholt, mit dem sie einen 25 jährigen Stromvertrag abschliessen wollen. Dass der Konzessionsvertrag sehr zu Ungunsten der Gemeinden ausgefallen ist, ist bei dieser Konstellation wohl klar. Nur, das kümmert die Gemeindevertreter nicht, sie denken nicht im Interesse der Bevölkerung.

Es ist den Stromkonzernen auch ein Leichtes, mit dem Angst-Argument die Gegner zum Schweigen zu bringen. Das geschieht in regelmässigen Abständen mit den "Black – out – Warnungen". Immer wird gedroht, dass ohne neue Kraftwerke eine Stromlücke entsteht. Denkt man sich in ihr bisheriges Strom – Schema, so stimmt das irgendwann auch. Vollkommen vergessen werden bei dieser Betrachtung aber die neuen dezentralen Stromproduzenten. Bereits heute ist die Windkraftproduktion die am schnellsten Wachsende neue Stromproduktion.

Die Stromkonzerne können uns nur weiter abzocken, wenn wir ihnen erlauben an alten Strukturen festzuhalten. Wir müssen deshalb in jeder einzelnen Gemeinde dafür sorgen, dass das Stromnetz rekommunalisert wird, der Öffentlichkeit gehört und ein flächendeckendes Glasfasersystem aufgebaut wird. Damit kann die Energiepolitik im Interesse der Bürger aber auch der Wirtschaft umgesetzt werden, statt wie jetzt, nur zur Profitmaximierung der Stromkonzerne.

Wann bewegst Du etwas in Deiner Gemeinde?


NIKOLA TESLA
Ölgemälde von Vilma Fürstin Lwoff-Parlaghy


Der sehr scheu geltende Physiker und Erfinder Nikola Tesla (1856-1943) saß nur ein einziges Mal für ein Porträt Modell.

Dieses als „blue portrait“ in die Geschichte eingegangenes Bildnis wurde am 1. März 1916 von der seinerzeit berühmten Porträtmalerin Fürstin Vilam-Lwoff-Parlaghy (1863-1923 in ihrem Atlier in New York bei einer nächtlichen Vernissage vorgestellt.

Tesla selbst hatte dort eine künstliche blaue Atelierbeleuchtung aufgebaut. Der Erfolg war überwältigend – die New York Times sprach von einer künstlichen Sonne, die menschen-gemachtes Nordlicht verbreitete.

Für die zahlreichen Bewunderer des genialen Erfinders wurde es zur Ikone. Selbst heute sind die Reaktionen überwältigend. „This is great news important for whole humanity“ (Dr. Ljubo Vujovic, Secretary General Tesla Memorial Society of New York).

Doch seit der Nachlaßversteigerung der Künstlerin 1924 galt das Bild als verschollen. Lediglich Schwarz-Weiß-Fotos des Bildes wurden weiter genutzt, so auf dem Titelbild des Nachrichtenmagazins Times vom 20. Juli 1931.

Zum Tesla-Jubiläum 2006 ging das blaue Porträt wieder um die Welt, jetzt blau eingefärbt, denn das blaue Kunstlicht hatte Bedeutung. Es stand für das Lebenswerk Teslas zumal seit dem Arrangement von 1. März 1916.



1991 fand Cornelius Steckner heraus, daß Nikola Tesla auf dem Gemälde mit der Inventarnummer B 1169 abgebildet ist. Erst Ende 2007 brachte eine Anfrage von Draginja Maskareli, Mitarbeiterin des Tesla-Museums Belgrad, an Museumsleiterin Dr. Astrid Fick von NordseeMuseum Husum [Nissenhaus] die Gewißheit, daß es das „blue portrait“ ist, ein Hinweis, der krankheitsbedingt nicht weiterverfolgt werden konnte. So kommt es, daß es 85 Jahre brauchte, ehe das „blue portrait“ von Nikola Tesla wieder öffentlich betrachtet werden kann!

Und dies in der literarisch berühmten „grauen Stadt am Meer“ Husum – der Heimat der weltgrößten Windenergie-Messe!

Es scheint, als habe das „blue portrait“ auch unerkannt gewirkt – und etwas von dem unbändigen Erfinder-Geist und der Visionskraft Nikola Teslas nach Nordfriesland gebracht.

[Text übernommen aus „EINLADUNG – zur Eröffnung der Ausstellung MYTHOS, STROM UND EINE MALERFÜRSTIN, 29. März bis 14. Juni 2009“]