Freitag, 27. Februar 2009

CARL HUTERs MENSCHENKENNTNIS: DIE HIP-HOP-GRUPPE "DIE BANDBREITE" MÖCHTE POLITISCHES BEWUSSTSEIN VERMITTELN - JUNGE BAND MIT POLITISCHEM DURCHBLICK









Wojna: Ich persönlich habe 1992 angefangen, und 1998 kam Torben hinzu, der auch mein bester Freund ist. Seither haben wir zusammen Musik gemacht, aber immer in wechselnden Konstellationen, es kamen Bandmitglieder hinzu und gingen wieder. Der Bandname hat sich auch geändert. Zuerst war es „Wojna”, wie mein Künstlername, dann „Wojna und die Komplette Bandbreite”, dann nur noch „Die Komplette Bandbreite” und jetzt nur noch „Die Bandbreite”. In der jetzigen Konstellation sind wir seit 2005 zusammen. Innerhalb der Band sind Torben und ich für die Musik zuständig. Die Musik wird bei uns komplett am Rechner gemacht. Ab und zu haben wir auch Gastmusiker dabei, zum Beispiel einen Schlagzeuger für Live-Auftritte. Torben ist auch DJ, und ich bin allein verantwortlich für die Texte, den Rap und Gesang.



Wojna: Ich bin seit je her politisch interessiert. Schon als ich noch klein war, war ich mit meinem Vater immer auf den Ostermärschen. Bereits vor dem 11. September ist mir die US-Außenpolitik übel aufgestoßen. Direkt nach dem 11. September haben wir unsen ersten Song „Mr. Bush” gemacht, und das Thema hat uns nicht mehr losgelassen. Ich habe dann weiter recherchiert und nachgelesen, um mal zu sehen, was diese Außenpolitik überhaupt bedingt und dass das neoliberale Wirtschaftssystem dazu führt, dass die Armen auf der Welt immer ärmer werden und wenige immer reicher.












Wojna: „Unter falscher Flagge” ist für mich die Fortsetzung von „Selbst gemacht”. Letzteres beleuchtet nur den 11. September, der gewissermaßen nur die Spitze des Eisbergs ist. Nach weiterer Recherche ist uns aufgefallen, dass diese Attacken unter falscher Flagge eigentlich bereits seit Jahrhunderten ein probates Mittel sind, um Kriege zu legitimieren, oder heute um die Bevölkerung auf den Überwachungsstaat einzuschwören. Indem man solche Attentate zulässt oder fördert, indem man sagt, das waren fanatische Muslime, hält man sich die politische Option offen, bei diesem weltweiten Spiel um die geopolitisch besten Positionen, das ja von den USA angeführt wird, mitzumachen.





Wojna: Ja, von je her. Hier in Duisburg leben ja viele Türken, und wir haben selbstverständlich auch Kontakt zu Muslimen. Ich bin des weiteren auch noch in einer deutsch-iranischen Band, in der auch Muslime sind. Die Muslime, die mich umgeben, sind nicht geprägt von einem abgrundtiefen Amerika-Hass. Sie sind meistens von einem gesunden Menschenverstand geprägt, sie können differenzieren. Ein Hang zur Gewalttätigkeit oder so etwas wie Selbstmordattentate gutzuheißen, ist bei ihnen überhaupt nicht vorhanden.