Samstag, 22. März 2008

KORRESPONDENZ PAUL SCHÄRER und WOLFGANG TIMM (HELIODA1)















Post vom Ehrenpräsident, Herr Paul Schärer, der Physiognomischen Gesellschaft Schweiz, PGS, an Herrn Medical-Manager Wolfgang Timm via Mail vom 4. Oktober 2007.

Münchenstein, im Oktober 2007

Sehr geehrter Herr Timm

Nachdem nun, erfreulicherweise in unserer Zeitschrift "Physiognomische Psychologie" Ihre Gesamtschau-Digital gezeigt ist, möchte ich ihnen meine Gedanken und Ansichten über die Lehren von Carl Huter und seine Verbreitung mitteilen und hoffe Ihnen damit meine Sicht, eine der vielen, zeigen zu können. Nur so ist wohl eine vernünftige Zusammenarbeit, ein Beitrag zur Zukunftsgestaltung, möglich.


Zusammenarbeit

Es freut mich, dass eine positive Zusammenarbeit mit der PGS in die Wege geleitet worden ist. Ihr Internetauftritt habe ich studiert und bin erfreut über die große Arbeit die Sie hier geleistet haben und noch zu leisten gewillt sind.

Auch wir in der Schweiz haben nach der Gründung unserer Gesellschaft 1953 durch Hermann Bürkler, der auch mein Lehrer gewesen ist, im damals von uns definierten Sinn, einiges für die Sache geleistet.

Leider scheint eine Zusammenarbeit zwischen Anhängern der Lehre von Carl Huter nicht leicht zu sein. Viele glauben sich das Recht herausnehmen zu dürfen, als allein richtige Vertreter zu wirken oder gewirkt zu haben. Arbeiten und Leistungen anderer werden heruntergespielt, verachtet, oder gar unterbunden. Ohne eigene Leistung erbracht zu haben, werden Rechte verteidigt, die, von ethischem Standpunkt aus gesehen, gar nicht vorhanden sind. Gleichzeitig werden Leistungen anderer, z.B. die von Siegfried Kupfer verunglimpft.

Carl Huter hat eine Weltanschauung gelehrt, in der die Liebe schon als Urenergie und ständig suchende Schöpferin von Individualitäten, seit Jahrmillionen an der Arbeit ist. Er hat auch gezeigt wie Liebe als Spiritualität in allen Lebewesen arbeitet und versucht, wie sie, ihrem Leben Ziel und Sinn geben. Das Individuelle Vermögen jedes Lebewesens, besonders seine Einmaligkeit, ist physiognomisch gut fassbar.

Fundamentalismus hat hier keinen Platz. Fundamentalismus entsteht dann, wenn jemand glaubt nur sein Weg sei der einzig richtige und dann alle Andersdenkenden verurteilt und gar, mit ethisch nicht zu vertretenden, dogmatischen Vorschriften, zu vernichten sucht. Das erleben wir in vielen heutigen Konfessionen. Diese Erstarrung müssen wir bei uns vermeiden.


Der Stand unserer Weltsicht und die Schwierigkeiten bei deren Verbreitung.

- Wenn wir unsere Position in der heutigen Gesellschaft betrachten, müssen wir erkennen, dass jede Arbeit für unsere Sache irgendwie zur Verbreitung beiträgt. Eine allgemeine Anerkennung der Forschungen von Carl Huter liegt noch in weiter Ferne. Er war kein wissenschaftlich gebildeter und approbierter Forscher, er hat das Hauptwerk und alle anderen Unterlagen zu seinem neuen Denken so geschrieben, dass das Volk seine Sicht verstehen kann. Das ist für Wissenschaftler die heute und wohl auch in naher Zukunft die Macht und das Sagen haben unzugänglich, ja unakzeptabel. 1960 sagte mir Dr. Küry, der unserer Sache wohlgesinnt war: "Ich hatte sehr Mühe beim Lesen des Hauptwerkes. Weil ich sie Herr Schärer kenne, habe ich durchgehalten. Ein Wissenschaftler wird aber rot glühend vor Wut wenn er diese Formulierungen liest. Er wird das Buch zum Fenster hinaus werfen und diese Arbeit ohne Gewissensbisse vergessen." So ist der heutige Stand für wissenschaftlich Geschulte, mit wenigen Ausnahmen, immer noch. Weitere Schwierigkeiten: Carl Huter hat eine Psychologie begründet, ich nannte sie Physiognomische Psychologie, in welcher in Zukunft die verschiedensten Richtungen der wissenschaftlichen Menschenforschung ihren Platz finden werden. Wie in keiner anderen Psychologie hat in seiner Psycho-Physiognomik (Ein Name der heute niemand versteht) der Mensch einen klar definierten Platz erhalten. Das wird die praktische Grundlage für die verschiedenen, immer neu definierten Sichtweisen in der Psychologie abgeben.

- Huter hat eine neuchristliche Religion begründet, die quer zum Denken der heutigen christlichen Kirchen liegt. Diese ist dadurch definiert, dass sie Jesus als Gott betrachtet. Dieser hat das, so sagt es auch Hans Küng, nicht gewollt. Wegen dieser Vergöttlichung von Jesus sehen die Muslime christliche Menschen als Ungläubige an, die gemäß Koran zu vernichten sind. Hier steht wohl noch ein vielleicht blutiger Kampf bevor.

Die christlichen und die islamischen Kirchen haben große Macht und sind bis heute nicht bereit auch nur einen Zentimeter von ihren Dogmen abzuweichen.

Huters offenes realistisches und idealistisches, aber auch konkretes spirituelles Denken, hat hier keinen Platz. Alle Neuerer der christlichen Kirche wurden bis heute hart ausgegrenzt, auch wenn sie auf große Unterstützung vieler Freunde zählen konnten, als Beispiel Hand Küng oder Eugen Drewermann. Auch im Islam kennen die Machthabenden keine Toleranz. Von den Kirchen haben wir mit unserem völlig neuen Denken also überhaupt keine Akzeptanz, nur erbitterten Widerstand zu erwarten. (Opus Dei)

Meine Bücher "Ketten sprengen" und "LIEBE, die Schöpferin der Zukunft" sind der Versuch, das völlig neue Denken in Romanform und Versen dem Leser nahe zu bringen. Sie mussten mit eigenen Mitteln herausgegeben werden. Das Interesse an solchem Denken, das völlig neben der üblichen Meinung, in der sich so wohlig leben lässt, vorbei geht, ist leider sehr bescheiden. Auch mein Internetauftritt www.poldi.ch ist noch zu wenig bekannt. Er möchte auf Wesentliches der Lehre hinweisen und ihren Wert für die Gesellschaft aufzeigen. Wir sollten deshalb die Internet Adressen aller Huterfreunde verlinken. Keiner kann für sich allein die nötige Vielzahl von Menschen erreichen. Ich werde ihre Adresse hier erscheinen lassen.

- Die Phrenologie wird von der modernen Hirnforschung als überholt bezeichnet, denn die gleiche Kopfform kann bei Debilen wie bei Genialen vorhanden sein. Demgemäß kann, so ihre Definition, die Schädelform zur Beurteilung nicht zugezogen werden. Dass die Qualität des Hirns an Gesicht und Körper beurteilt werden muss und beurteilt werden kann, bleibt unerkannt oder verschwiegen. Dass das Hirn in verschiedenen lokalen Bereichen arbeitet ist erkannt. Wenn Bereiche fehlen oder beschädigt sind, ist keine diesbezügliche Leistung möglich. Es steht trotzdem noch ein langer Weg bis zur Akzeptanz der physiognomischen Phrenologie bevor.

- Lombrosotypen, die an vielen Bildern von Terroristen sichtbar sind, werden heute noch nicht als Menschen mit großem kriminellem Potential erkannt. Dass auch Menschen ohne kriminelles Potential verurteilt werden, die mit dem Lombrosotypen nicht in Verbindung zu bringen sind, zeigt die Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart. Das erschwert die Definition von kriminellen Potential sehr. Die Differenz der Potentiale ist für gut ausgebildete Physiognomen zugänglich, doch das Volk soll, oder darf diese nicht erkennen.

- Das Zentrosoma, als sehr wichtiges Steuerungselement der Zellen, ist erforscht, in seiner Auswirkung weitgehend bekannt, aber nicht als geistige Zentrale akzeptiert, so wie das Huter sieht. Nicht die Zellhaut ist dem gemäß das Gehirn der Zelle, wie der Epigenetiker Prof. Lipton behauptet, (Peter Mandel in "Visuelle Diagnostik" Physiognomische Psychologie Nr. 64) sondern das Zentrosoma. Die Liebesenergie, welche sich hier einen materiellen Ort geschaffen hat, ist wissenschaftlich unbekannt. Auch dass diese Energie das Göttliche in uns ist und hier das religiöse Wesen der Menschen, ja allen Lebens, erkannt werden kann, ist Häresie.


In die Zukunft schauen.

Die beschriebene heutige Situation bedeutet, dass wir unsere Kräfte sammeln und alle in Liebe gestalteten Möglichkeiten und konstruktiven Ansätze auf unserer Seite nützen und gelten lassen sollten, wenn sie das Gedankengut sauber verbreiten, sichtbar und begreiflich machen. Jeder ist dabei ein Pionier, der den ihm möglichen Beitrag leistet. Überheblichkeit ist fehl am Platz. Überall sind geistige Lücken zu füllen, mit Bücher und Essays schreiben, mit diskutieren und Vorträge halten, mit Internetauftritten und neuen Ideen, um so die Lehre immer tiefer und breiter im Volk zu verankern, Mauersteine setzen im Aufbau vom neuen Gebäude einer besseren Welt. Eine Hilfe könnten in Zukunft wohl auch die heute aus der Kirche ausgetretenen, vielfach als Atheisten bezeichneten, echten Wahrheitssucher sein, wenn wir sie erreichen.

Sehr geehrter Herr Timm. Ihre Arbeit scheint mir ein wesentlicher Beitrag zur Verbreitung der physiognomischen und kallisophischen Wissens zu sein.
Wenn noch vermehrt eine Gegenüberstellung mit heutigen Ansichten und Erkenntnissen wissenschaftlicher und theologischer Forschung gelingt, super.

Könnten Sie mir noch mitteilen, wer Herr Walter Holthusen ist?

Ich hoffe auf weitere konstruktive Zusammenarbeit und
verbleibe mit freundlichen Grüssen

Anmerkung Timm: Fettdruck und Farbliche Hervorhebung von "Helioda1"