Donnerstag, 31. März 2016

HAUPTVERSAMMLUNG INTERESSENGEMEINSCHAFT BAUPFLEGE IN HUSUM 2016. (HELIODA1)

KULTURLANDSCHAFT IN NORDFRIESLANDMühsames Ringen um die Denkmäler



[VORWEG]

„Das ist nicht nur Tafelsilber, sondern pures Gold“, 

sagt Dr. Nils Meyer und seine Augen leuchten. 

Dabei zeigt er auf die Fotos der restaurierten Renaissance-Stuckdecke von 1627 des Hauses Markt 1 in Husum. 

Stuckdecke freigelegt im Husumer Herrenhaus

http://www.westkuestenet.de/web/node/7

Augusta von Dänemark hatte einzigartige Stuckierung des Saales prächtig ausgestattet

ls Bernd Biermann den linken Teil des Herrenhauses am Markt, gleich neben dem Rathaus erwarb, ahnte er noch nicht, daß sich eine Kostbarkeit unter der Renaissance-Decke verbarg. 


Der neue restaurationserfahrene Hausherr

 wollte mit seiner neuerworbenen Immobilie behutsam umgehen 

und 

legte zuerst die Decke des Saales frei, die bis ins Nachbargebäude reichte. 

Entstanden ist die Stuckdecke [mit einzigartigem PHOENIX, etc. von Weltbedeutung!!!]

als Herzogin-Witwe Augusta im Jahr 1624 das Gebäude kaufte. 

Es ist eines der ältesten Häuser der Stadt Husum.


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Bei ihrer Hauptversammlung [im Nissenhaus, Husum] hatte die Interessengemeinschaft Baupflege 

Gebietsreferent Dr. Nils Meyer 

zu Gast, der über Fortschritte in Sachen Denkmalschutz in Nordfriesland berichtete.


„Das ist nicht nur Tafelsilber, sondern pures Gold“, 

sagt Dr. Nils Meyer und seine Augen leuchten. 

Dabei zeigt er auf die Fotos der restaurierten Renaissance-Stuckdecke von 1627 des Hauses Markt 1 in Husum. 


Meyer ist Gebietsreferent für Nordfriesland, Schleswig und Rendsburg beim Landesamt für Denkmalpflege. 

Die Interessengemeinschaft Baupflege (IGB) Nordfriesland und Dithmarschen hat den Architekten zur Hauptversammlung ins Nordsee-Museum [Nissenhaus] eingeladen, 

damit er über die Fortschritte in Sachen Denkmalschutz berichtet. 


Vor drei Jahren hatte IGB-Mitglied Bernd Biermann 

das Gebäude neben dem Alten Rathaus erworben – 

ohne zu wissen, welcher Schatz sich unter den vielen Tapetenschichten verbirgt. 

Denn 

die Stuckdecke, die einst Herzogin Augusta von Dänemark in Auftrag gab, ist Meyer zufolge eine der ältesten im Lande 

und 

hat „skulpturhafte Qualität“.


Die Erhaltung der historischen Haus- und Kulturlandschaft mit all ihren Facetten – das hat sich die IGB für ihre ehrenamtliche Arbeit auf die Fahnen geschrieben. 

„Wir stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen“, 

sagt Vorsitzender Hans-Georg Hostrup zu den rund 70 Mitgliedern und Gästen, 

die für einen vollen Saal sorgen. 


„Im vergangenen Jahr sind schwere Brocken hinzugekommen. 

Vor allem Mitte 2015 hatte ein Thema ganz besondere Brisanz [Siehe Anlage]: 

das Gebäude in der Großstraße 19“

so Hostrup. 

Gemeint sind damit die Planungen für das Husumer Shopping-Center, die in der Öffentlichkeit bereits für Aufsehen gesorgt haben. 

Das gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshaus soll laut Bebauungsplan der Stadt Husum abgerissen werden – unter anderem, um für ein geplantes Shopping-Center Platz zu machen. 

Dagegen 

erhob die IGB Einspruch – und 

bekam im August Unterstützung aus Kiel. 


Das Haus wurde im Rahmen eines Ensembles unter Denkmalschutz gestellt. 

Die Interessengemeinschaft hofft, dass zumindest die Fassade in das Einkaufszentrum mit einbezogen werden könnte. 

Das würde dem Projekt ein unverwechselbares Gesicht geben, 

sind sich Hostrup und Meyer einig. 


In der Tat: 

2015 ist viel passiert. 

Das macht Hostrup in seiner Jahresbilanz deutlich und beginnt mit den guten Nachrichten: 

Das Ostenfelder Bauernhaus in Husum ist gerettet

das Hans-Momsen-Haus in Fahretoft eröffnet, 

die älteste Windmühle in Nebel auf Amrum saniert 

und 

das Leuchtturmprojekt „Erhalt der Baukultur auf Eiderstedt und Stapelholm“ hat die Förderzusage erhalten. 


Doch 

es gibt auch Verluste zu beklagen. 

Für die IGB immer wieder schmerzhaft, die sich als „Meldestelle für Architektur in Gefahr“ versteht. 

So musste das historische Gebäude in der Dorfstraße 222 in Risum-Lindholm abgebrochen werden. 

„Es wäre klar erhaltenswert gewesen, doch als uns das Problem gemeldet wurde, war es zu spät“, 

so Hostrup. 


Auch um das Niebüller Küsterhaus von 1800 steht es schlecht. Durch einen Besitzerwechsel ist es zunehmend in Verfall geraten. 

„Dieses Haus verlangt sehr viel Aufmerksamkeit“, 

erklärte Meyer, der sich als Vertreter der Denkmalschutz-Behörde ebenfalls mit dem baulichen Zustand des Reetdachhauses beschäftigt. 

„Das Gebäude steht seit vielen Jahren leer und ist ein echter Sorgenfall. Es ist in einem so schlechten Zustand, dass wir über die Erhaltungsfähigkeit reden müssen.“ 

Das Problem sei, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. 


Bei Tagesordnungspunkt drei „Erläuterung und Aussprache“ erntet Hostrup Schweigen, als er sich nach Fragen erkundigt. „Da bin ich aber baff“, sagt er. 

Zu Beginn der Veranstaltung war er fest davon überzeugt, dass gerade das Thema Shopping-Center für heiße Diskussionen sorgen würde. 

„Ich war überrascht, dass keine Nachfragen kamen zu unserer Stellungnahme. 

Wir denken, dass unsere Argumente richtig sind“, 

sagt er später auf Anfrage unserer Zeitung. 


Doch die IGB setzt sich nicht nur allein für den Erhalt historischer Gebäude ein. 

Sie berät auch Bauherren zu den Themen Mauern, Türen und Reet. 

Ein Angebot, das Hostrup zufolge stark nachgefragt wird. 

20 neue Mitglieder konnte die Interessengemeinschaft im vergangenen Jahr [2015] verzeichnen. 

Insgesamt sind es 420


Auch in diesem Jahr hat die IG Baupflege viel vor. 

Es wird fleißig an den Haubarg-Büchern gearbeitet, die in voraussichtlich anderthalb Jahren fertig sein sollen. 

Auch 

die grenzüberschreitende Zusammenarbeit – Stichwort Kulturknotenpunkt Nordfriesland-Schleswig – soll intensiviert werden. 

Und 

dann sind da ja noch all die Gebäude, die einen Fürsprecher brauchen.





ANLAGE

AUF DEM PRÜFSTANDVilla für Denkmalschutz vorgesehen


Der Abriss der „Villa Fabelhaft“ für den geplanten Neubau eines Shopping-Centers in der Husumer Innenstadt könnte womöglich am Denkmalschutz scheitern. 

Auch 

die IG Baupflege möchte das Gebäude erhalten. 

Die Interessengemeinschaft (IG) Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen hat Einspruch gegen den Bebauungsplan 85 der Stadt Husum erhoben. 

Es geht um den geplanten Neubau des Shopping-Centers auf dem Gelände des Husumer Kaufhauses und im Besonderen um den vorgesehenen Abriss der „Villa Fabelhaft“ in der Großstraße 19. 


In der Begründung 

weist die IG Baupflege auf die gründerzeitliche Prägung des Straßenzuges im Bereich Großstraße, Markt und Norderstraße hin. 

„Zusammen mit den wenigen erhaltenen älteren Gebäuden sind die zahlreichen, zwischen etwa 1870 und 1907 entstandenen Bauten mit ihren reich ornamentierten, oft auch plastisch modellierten Straßenfronten 

und 

sichtbaren Brandmauern für das Stadtbild in der Innenstadt bestimmend.“


Mit dieser Auffassung stehen die ehrenamtlichen Bewahrer historischer Bauten nicht allein da, 

sondern haben auch die Profis an ihrer Seite. 

Auf Anfrage unserer Zeitung hieß es aus dem Landesamt für Denkmalpflege (Kiel), dass das Gebäude als Denkmal innerhalb des Ensembles Großstraße 19 bis 27 vorgesehen ist. 

Aufgrund der Kritik der IG Baupflege hatte auch die Stadtverwaltung die Denkmalpfleger um eine Stellungnahme gebeten, aber bisher keine Antwort erhalten. 

Nach der „alten Liste“ sei die Villa kein Denkmal – „bei unseren Planungen sind wir weiter davon ausgegangen“, erklärte Jürgen Scheil, Leiter von Bauaufsicht und Planung. 

Nun muss im Rathaus wohl neu nachgedacht werden. 

Seit 2014 hat Schleswig-Holstein ein neues Denkmalschutzgesetz, durch das es nur noch einen Denkmal-Typ (bisher zwei) gibt.


Bei dem zum Abbruch vorgesehenen Wohn- und Geschäftshaus in der Großstraße 19 – die „Villa Fabelhaft“, vormals Uhrmacher Petersen –, 

handelt es sich um ein typisches Beispiel dieser Stilphase, sind sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft einig. 

Aus städtebaulicher Sicht spielt für sie das Gebäude im Straßenverlauf eine wichtige Rolle: 

Zusammen mit dem ebenfalls gründerzeitlichen Gebäude der Commerzbank (Großstraße 13) rahme es das breit gelagerte, kaum gegliederte Volumen des ehemaligen Hertie-Kaufhauses ein und mildere dieses zugleich. 

„Die östliche Brandmauer mit der charakteristischen Reklame-Aufschrift bildet zudem seit Generationen den originellen, aus dem Stadtbild nicht wegzudenkenden Hintergrund für die benachbarte Schwan-Apotheke.“


Der geplante Abbruch der Großstraße 19 zugunsten des Shopping-Centers zöge nicht nur eine weitere Verarmung des Husumer Stadtbildes nach sich, 

sondern auch 

einen nicht wieder gut zu machenden „Verlust der Maßstäblichkeit“ auf der Nordseite der Großstraße. 

Berücksichtigt werden sollte auch, dass es sich bei diesem Gebäude um ein Werk des Husumer Bauunternehmers und Baumeisters Christian Struve handelt, 

mahnen die Bauexperten. 


Von Struve

einem der wichtigsten Akteure der damaligen Zeit, stammen zwei repräsentative Husumer Großbauten: das Postamt in der Großstraße und das Gebäude des heutigen Schifffahrtsmuseums.


Husum 

hat vor wenigen Jahren eine Bestandsaufnahme der innerstädtischen Bebauung veranlasst, 

die Politik und Verwaltung bei ihrer Entscheidung über die Bewahrung von Gebäuden eine Orientierung bieten sollte, 

erinnert die IG. 


Diese Bestandsaufnahme liege vor. 

„Man muss sich ihrer nur bedienen“, heißt es in dem Schreiben abschließend.


Ein einzelner Bürger, der ebenfalls die Argumentation der Baupfleger teilt, hat sich mit einem Einspruch an die Untere Denkmalschutzbehörde in der Kreisverwaltung Nordfriesland gewandt. 

In seinem Brief verweist er auch auf Folgendes: 

Die Einfügung erhaltenswerter Bausubstanz in Neubauten ist heute gängige Praxis.“ 

Der Schobüller moniert in diesem Zusammenhang, 

dass in der Storm-Stadt „allzu leichtfertig“ Ortsbild prägende Gebäude dem Abriss anheimgegeben werden. 

Als jüngste Beispiele nennt er 

das Verschwinden der historischen Speisewirtschaft in der Kleikuhle – 

zusammen mit 

Dragseths Gasthof die letzten steinernen Zeugen der einst lebhaften Kneipenkultur während der Viehhandels-Epoche“ – 

und 

eines zu einem Ensemble norddeutscher Heimatschutz-Architektur gehörenden Gebäudes in der Herzog-Adolf-Straße. 

Abgewehrt worden ist nach seinen Worten nur durch das Engagement zahlreicher Bürger der Abriss eines inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Verkaufspavillons unterhalb von St. Marien 

sowie 

der Verkauf des Alten Rathauses.


„Wir sind jetzt in der Phase der frühzeitigen Beteiligung“, erklärte Jürgen Scheil auf unsere Anfrage zum allgemeinen Prozedere. 

Er hob hervor, dass „normalerweise“ nur zu einem öffentlichen Informationstermin seitens der Stadt eingeladen werde. 

Da dieses Projekt aber „viel zu wichtig“ sei, hätte der Plan den ganzen Juli im Rathaus ausgehangen; 

nach seinen Angaben haben zahlreiche Bürger diese frühzeitige Beteiligung genutzt und Anmerkungen eingebracht. 

Scheil: „Wie damit umgegangen wird, muss die Politik entscheiden.“ 

Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes ist zum Jahresende vorgesehen. 

Und: 

Ein Widerspruch sei erst möglich, wenn der Plan Rechtskraft erlangt habe.



Stuckdecke freigelegt im Husumer Herrenhaus

Augusta von Dänemark hatte einzigartige Stuckierung des Saales prächtig ausgestattet








Als Bernd Biermann den linken Teil des Herrenhauses am Markt, gleich neben dem Rathaus erwarb, 

ahnte er noch nicht, daß sich eine Kostbarkeit unter der Renaissance-Decke verbarg. 


Der neue restaurationserfahrene Hausherr wollte mit seiner neuerworbenen Immobilie behutsam umgehen 

und 

legte zuerst die Decke des Saales frei, die bis ins Nachbargebäude reichte. 


„Das ist nicht nur Tafelsilber, sondern pures Gold“, 

sagt Dr. Nils Meyer und seine Augen leuchten. 

Dabei zeigt er auf die Fotos der restaurierten Renaissance-Stuckdecke von 1627 des Hauses Markt 1 in Husum. 


Meyer ist Gebietsreferent für Nordfriesland, Schleswig und Rendsburg beim Landesamt für Denkmalpflege. 

Entstanden ist die Stuckdecke

als Herzogin-Witwe Augusta im Jahr 1624 das Gebäude kaufte. 

Es ist eines der ältesten Häuser der Stadt Husum.

Sogenannte "Rebellenköpfe" zieren die Front der beiden nebeneinander liegenden Gebäude. 

Allerdings haben Figuren nichts mit dem Rebellenaufstand im Jahre 1472 zu tun, 

sondern 

nachdem Steding die beiden Häuser erwarb, 

ließ er diese gründlich umbauen 

und 

verwendete die als Maueranker dienende Figuren, 

sie stellten nicht nur menschliche Köpfe dar, 

sondern 

auch tierähnliche Figurenornamente sind in der Front eingemauert zu sehen. 

Daß die Köpfe möglicherweise aus einem Abbruch aus dem adeligen Gut Bramstedt stammten, 

hängt mit dem Fürstl. Landrath Gerhard Steding zusammen, 

der von 1586 bis 1592 als Ratspräsident von Husum eingesetzt wurde. 



Gerhard Steding 

stammte aus bremischem Adel 

und 

war Vizekanzler für Holstein-Gottorf.







In den Besitz des adligen Gutes Bramstedt 

war Steding 1575 durch Heirat mit Elisabeth Fuchs, der Tochter des Vorbesitzers Caspar Fuchs gekommen, 

der seit 1546 dieses Gut besaß 

und 

in königlichen Diensten von Friedrich I. und Christian III. stand. 

[Anmerkung W. Timm / Carl-Huter-Zentral-Archiv: 

Husum u.a. gehörte ja bis 1865 zu Dänemark!


Nach Gerhard Steding, der dem Gute den Namen Stedingshof gab, 

wurde etwa 1604 seine Witwe Elisabeth, Besitzerin. 


Im Jahre 1619 wird Arend Steding als Besitzer genannt 

und 

von diesem wurde es im Jahre 1633 

an den König Christian IV. verkauft.


Nach Erwerb des Herrenhauses 1587 von der Herzoginwitwe Elisabeth 

bestätigte am 21. Januar 1591 Herzog Johann Adolf vom Kieler Schloß aus, 

daß Gerhard Steding von der Kaufsumme nur 800 Mark lübsch bezahlen brauchte, da ihm einerseits durch Herzog Friedrich II. 1000 Mark geschenkt worden war, 

andererseits das "Haus wegen niedergebrochener Ställe, verfallener Böden, Dächer und Stackwerks nach vorgängiger Besichtigung geringer geschätzt" 

worden war.







In einer Urkunde vom 19. Juni 1593 bestätigte Herzog Johann Adolf die Schenkung des Hauses "Zum Engel" an die Bürger Husums für den Neubau eines Rathauses. 

Er machte jedoch zur Auflage, 

daß ein Weg vom Schloß zum Markt so "groß und weit" gelassen werden sollte, daß er mit Pferd und Wagen zu passieren sei. 


In der Urkunde wird ebenfalls erwähnt, 

daß Gerhard Steding, 

der vormalige Ratspräsident von Husum, das Haus des Engels hatte abbrechen lassen 

und 

sich Holz, Kalk und Steine aus diesem Abbrauch angeeignet hatte, und die er wieder zurückbringen sollte.


Steding 

blieb nach Absetzung als Ratspräsident 

auch weiterhin in Diensten der Herzöge. 


Herzog Adolf, 

der Steding als Ratspräsident in Husum eingesetzt hatte, 

starb im gleichen Jahr am 6. Oktober 1586 auf Gottorp. 


In der Regierung folgte ihm sein ältester Sohn Friedrich II., 20 Jahre alt, der als ein frommer und gelehrter Fürst galt, milde 

und freundlich, zumal gegen die Armen, 

aber 

er starb schon am 15. Juni 1587. 


Ihm folgte in der Regierung sein jüngerer Bruder Philipp, 

der aber auch bereits im Jahre 1590 starb. 


Ihm folgte in der Regierung sein jüngerer fünfzehnjähriger Bruder Johann Adolf, bis dahin Administrator des Erzbisthums Bremen, 

welche Stelle er später an seinen jüngeren Bruder Johann Friedrich übergehen ließ. 


Bei seiner Unmündigkeit suchte seine Mutter Christine, eine hessische Prinzessin, die Vormundschaft an sich zu reißen. 

Und 

in ihr reifte der Plan: 

eine Verschmelzung von Dithmarschen und Eiderstedt anzubahnen.








Der bei Hofe beliebte Gerhard Steding aus Bremen, 

sollte in die Landvogtei eingesetzt werden 

und 

damit das Recht, daß nur ein geborener Dithmarscher diese Stelle bekleiden dürfe, 

beseitigen. 


Am 2. März 1592 erschien in Lunden nebst Steding der Staller von Eiderstedt Caspar Hoyer, 

berief eine Zahl der angesehensten Männer 

und 

verlangte von ihnen als Landvogt anerkannt zu werden. 


Man hatte sich verrechnet. 

Die Männer, Gevollmachtigte des Landes, zogen die Sache wohl in Betracht, 

verweigerten aber eine einseitige Schilderhebung 

und 

beschieden sie vor die große Versammlung der gesamten Gevollmächtigten in Heide. 

Hier ward reiflicher Erwägung das Anmuten abgelehnt mit dem Bemerkung, daß der Herzog Johann Adolf nicht die von seinem Vater beschworenen Rechte werde brechen wollen.


Fünf Jahre später im Jahre 1597 wurde der Versuch wiederholt, 

durch einen Putsch Gerhard Steding dem Lande als Landvogt aufzudringen. 

Diesmal 

wurde Hennstedt als Ort ausersehen. 

Die Versammlung, 52 Personen, war hier günstiger gestimmt. 

Doch ihre Pläne wurden ruchbar. 

Da Pastor Moller zu Stedings Bewirtung aus dem Weinhaus Wein holen ließ (das Getränk der Dithmarscher war Bier), 

verriet dies die Anwesenheit eines hochgestellten Fremden. 

Steding wurde erkannt, 

und 

als das Gerücht lief von Mund zu Mund lief, 

versammelten sich sofort ans den umliegenden Kirchspielen eine Menge von Gegnern, 

die durch "Geschrei und Drohungen die Machinationen der Verschwörer im Keim erstickten".


In den "Annalen der Weltgeschichte" trat Steding noch einmal auf. 

Auf dem schwedischen Reichstag zu Linköping 1600, an dem König Sigismund III. von Polen abgesetzt 

und 

Karl der IX., der seit 1592 mit Christine von Schleswig-Holstein-Gottorf verheiratet war 

und 

bei der Hochzeitsfeier 22. August 1592 im Schloß von Nyköping in Schweden 

auch Gerhard Steding anwesend war, 

hatte Karl IX. seinen Schwager Herzog Johann Adolf gebeten, 

Clement Gaderdorp und Gerhard Steding als Beobachter zu entsenden.


Steding, 

der bereits am 18. April 1586 als Canonicus der hohen Stiftskirche zu Hamburg bezeugt ist, 

starb als Hamburger Domherr am 3. September 1604 in Bramstedt. 


Nach seinem Tode 

erbte seine Witwe Elisabeth das Husumer Herrenhaus 

und führte es weiter. 


Die Stedingschen Erben, Witwe, Kinder und Enkel verkauften es laut Kaufkontrakt vom 1. Mai 1624 weiter 

an die Herzoginwitwe Auguste 

für 6000 Mark Lübsch mit Kellern, Garten und den zugehörigen Buden und Wohnungen. 


Das Haus wurde als "Zubehör des Husumer Schlosses" wieder in herzoglichen Besitz geführt. 



Augusta von Dänemark 

stattete das Herrenhaus prächtig aus 

und 

von ihr stammte die einzigartige Stuckierung des Saales.


Nach dem Tod Augustas 1639 ging das Haus 

in den Besitz Herzogs Friedrich III. über. 


Nach seinem Tod 1659 

wurde seine Frau Maria Elisabeth Eigentümerin. 

Diese verkaufte es 1681 

ihrem Korn- und Küchenschreiber, Lorenz Clausen. 


Nach mehreren Besitzwechseln verkaufte 1860 der Bierbrauer Wulff 

die linke Haushälfte des Herrenhauses (Markt 1) 

an den Uhrmachermeister Theodor Lemke, 

der es wiederum 1880 an seinen langjährigen Mitarbeiter, den Uhrmachermeister Ernst Lüttgens veräußerte. 


Bis Anfang 2013 

im Besitz der Familie Lüttgens, 

erwarb 

Bernd Biermann 

das Haus von dessen Erben. 

Er begann sogleich mit der heute noch anhaltenden aufwendigen Restaurierung des Gebäudes.

Hans-Jürgen Hansen

Erstellt am 7. 12. 2015 und geändert am 15. 3. 2016


[Carl-Huter-Zentral-Archiv, Wolfgang Timm, Husum&Madrid und WestkuesteNet, Hans-Jürgen Hansen, Husum, kooperieren seit 2011 - beide Genannten wohnten auch der Mitgliederversammlung vor Ort im Nissenhaus März 2016 bei. 

Netter Smalltalk mit Herren Steensen, Hostrup und Biermann u.a. in der Pause mit bester Getränke-Bewirtung war auch gegeben.]




JUBILÄUM 25 JAHRE DIPLOM IN PSYCHOLOGIE AN UNI HEIDELBERG, 4. DEZEMBER 1990 - WOLFGANG TIMM, HUSUM; 4. DEZEMBER = TODESTAG VON CARL HUTER, BEGRÜNDER DER ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS, NICHTAKADEMISCH.

 

JAHR 1986
Wechsel Cand. Psych. Wolfgang Timm von Uni Mannheim an Universität Heidelberg erfolgte im großen Jubiläumsjahr 600 Jahre Uni Heidelberg, Oktober 1986!

Wolfgang Timm, Abschluß Diplom in Psychologie 1990 an ältester Uni in D, Uni Heidelberg   

Alumni 1990 Diplom Timm, Wolfgang http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/alumni/alumni1990.html 

  
http://helioda.macbay.de/Qualifikation.html http://helioda.macbay.

LINK:

http://helioda1.blogspot.de/2015/12/jubilaum-25-jahre-diplom-in-psychologie.html

[Bearbeitung Wolfgang Timm, Husum]

  
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Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit! 


Wissenschaftliche Referenz Gesamtschau-Digital: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS & ETHISCHE SCHÖNHEITSLEHRE auf Hauptseite http://www.chza.de

  
Wer bin ich? Was bin ich? Der Mensch ist der Gestalter unserer Zukunft   

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