Dienstag, 21. Juli 2015

DIE WIRKLICHEN GRÜNDE FÜR DAS IRAN-ABKOMMEN. (HELIODA1)

Die wirklichen Gründe für das Iran-Abkommen

Dr. Paul Craig Roberts


Quelle: Kopp online.


Der amerikanische Präsident Barack Obama wird wegen der Einigung im Streit um das iranische Atomprogramm als »Mann des Friedens« gepriesen. 

Einige fragen sich nun, ob Obama auch den nächsten logischen Schritt unternehmen wird, um die amerikanisch-russischen Beziehungen wieder zu normalisieren und die verhärteten Fronten im Ukraine-Konflikt aufzubrechen.

 

Wenn dies seine Absichten sind, hat er es zumindest »versäumt«, die für Eurasien zuständige Staatssekretärin im US-Außenministerium, Victoria Nuland, oder den von ihm für den Posten als stellvertretender Chef des amerikanischen Generalstabes vorgeschlagenen Luftwaffengeneral Paul Selva oder den von ihm als Generalstabschef nominierten derzeitigen US-Marines-General Joseph F. Dunford oder seine StaatsekretärinDeborah Lee James, die zivile Chefin der US-Luftwaffe, darüber zu informieren.

Erst vor Kurzem erklärte Victoria Nuland im ukrainischen Fernsehen, wenn Russland »seine Verpflichtungen nicht erfüllt«, womit sie meint, Russland müsse die ganze Ukraine einschließlich der Krim, geschichtlich gesehen ein Teil Russlands, an Washington übergeben, seien die USA bereit, »den Druck auf Russland zu erhöhen«.

 

In der vergangenen Woche haben die beiden oben genannten, von Obama für die führenden Funktionen in den amerikanischen Streitkräften vorgesehenen Militärs vor dem amerikanischen Senat erklärt, Russland stelle die Hauptbedrohung – sogar eine »existenzielle Bedrohung« – für die USA dar. 

Angesichts dieser öffentlich vorgetragenen Kriegsrhetorik hat Obama offenbar keinesfalls die Absicht, die Spannungen mit Russland, für die Washington selbst verantwortlich ist, zu verringern.

 

In einem früheren Artikel schrieb ich, die Vereinbarung im Atomstreit mit dem Iran besitze nicht die ihr zugeschriebene überragende Bedeutung, da Washington jederzeit die Sanktionen wieder einführen könne, indem es falsche Vorwürfe gegen den Iran erhebe. 

Obama ist das klar, auch wenn die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und John McCain vorgeben, davon nichts zu wissen.

 

Die USA und ihre Handlanger morden weithin in weiten Teilen der Erde Menschen. Ganz offensichtlich ist Obama – ebenso wenig wie seine europäischen Handlanger und die Vereinten Nationen – ein »Mann des Friedens«. 


Welche Gründe stecken also tatsächlich hinter dieser Annäherung an den Iran, nachdem dieses Land so viele Jahre lang fanatisch dämonisiert und angeprangert wurde, nur weil es auf seinem im Atomwaffensperrvertrag verankerten Recht der zivilen Nutzung der Kernenergie beharrte?

 

Wenn man sich von der Gehirnwäsche der korrupten Medien einmal freimacht, springen einem sofort drei zentrale Gründe ins Auge. 

Der eine Grund liegt in der Überzeugung der Neokonservativen, die »existenzielle« Bedrohung für die USA gehe nicht mehr von »islamischen Terroristen«, sondern von Russland und China aus, da diese beiden Großmächte im Gegensatz zu den islamischen Terroristen dem Streben Washingtons nach unilateraler weltweiter Vorherrschaft im Wege stehen.

 

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat in Washington immer mehr der Wahn um sich gegriffen, nunmehr sei die Zeit Washingtons als »einziger und unangefochtener Weltmacht« angebrochen. 

Der Wiederaufstieg Russlands unter Putin und die zunehmende Stärke Chinas unter der neuen Politik haben Washingtons Weltherrschaftsträume zunächst platzen lassen. 

Dass will sich Washington nicht bieten lassen.

 

Aber Washington befindet sich weder wirtschaftlich, noch militärisch in einer guten Verfassung. 

Nach Berechnungen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz und der Haushaltsexpertin Linda Bilmes von der Universität Harvard, hat Washington mit seinen seit 14 Jahren andauernden Kriegen im Nahen und Mittleren Osten 

mindestens sechs Billionen Dollar verschwendet.

 

Trotz dieser gigantischen Kosten musste Washington eine Niederlage einstecken und sieht sich nun zudem mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) konfrontiert, einer neuen quasistaatlichen Macht, die ihren Aufstieg den Fehlern Washingtons verdankt und gerade dabei ist, aus Teilen des Iraks und Syriens ein neues Staatswesen zu errichten.

 

Trotz seiner gigantischen Selbstüberschätzung hat Washington erkannt, dass die USA es nicht gleichzeitig mit Russland, China, dem Iran und dem Islamischen Staat aufnehmen können. Und diese Erkenntnis ist einer der Gründe für die Beilegung des Atomstreits mit dem Iran.

 

Der zweite Grund für dieses Abkommen hängt damit zusammen, dass der Iran den Islamischen Staat als Feind sieht und sozusagen als »Stellvertreter« für die Amerikaner gegen den IS eingesetzt werden könnte, sodass Washington ansonsten gebundene Kräfte und Ressourcen für den Konflikt mit Russland und China zur Verfügung stünden.

 

Der dritte Grund für diese Vereinbarung besteht darin, dass Washington die Energieabhängigkeit Europas von den USA aufbrechen will. Diese Abhängigkeit schränkt die Möglichkeiten der Europäischen Union (EU) ein, sich den Sanktionen Washingtons gegen Russland und den gegen Russland gerichteten militärischen Einkreisungsmaßnahmen der NATO vorbehaltlos anzuschließen.

 

Deshalb will Washington die Abhängigkeit der EU von russischen Energielieferungen beenden und hofft, dass der Iran über finanzielle Versprechen dazu gebracht werden kann, Europa in Zukunftverstärkt mit Erdgas und Erdöl zu beliefern.

 

Diese von mir vorgebrachten Erklärungen entspringen einer realistischen Einschätzung und keinem Zynismus. 

Das nun erreichte Abkommen mit dem Iran bedeutet nur, dass Washington sich letztlich zu der Erkenntnis durchringen musste, die erfundenen und übertriebenen Bedrohungsszenarien durch den Iran und die Muslime verschlängen zu viel Zeit, Energie und Ressourcen, die Washington dringlicher gegen Russland und China benötigt.

 

Darüber hinaus waren der amerikanischen Bevölkerung zu viele angebliche Bedrohungen vorgegaukelt worden, als dass diese noch den Überblick hätte behalten können, welche jetzt im Vordergrund steht. 

Einer der Gründe für die Zerstörung Griechenlands hängt damit zusammen, dass man unbedingt einen Zugang für russisches Erdgas nach Europa über die geplante russische Pipeline durch die Türkei verhindern wollte.

 

Die von Washington in die Ukraine entsandten amerikanischen Soldaten bilden die ukrainischen Streitkräfte darin aus, die abtrünnigen Regionen im Osten des Landes zu unterwerfen, und die ukrainische Marionetten-Regierung hat sich in keiner Weise an die Umsetzung des Minsker Abkommens gemacht. 

Offenbar ist Washington überzeugt, für Frieden gebe es in den ukrainisch-russischen Beziehungen keinen Platz.

 

Irgendwann in naher Zukunft wird Russland entweder seine Unterwerfung hinnehmen oder aber damit aufhören müssen, zu seiner eigenen Niederlage beizutragen. 

Mehr als einmal hat die russische Regierung interveniert, wenn die russischstämmigen abtrünnigen Regionen die ukrainischen Streitkräfte an den Rand einer völligen Niederlage gebracht hatten, und auf diese Weise den Zusammenbruch des ukrainischen Militärs verhindert.

 

Dafür wurde Russland vom Westen mit weiterer Dämonisierung und amerikanischer Unterstützung für das ukrainische Militär »belohnt«.

 

Wenn die Kampfhandlungen in der Ukraine wieder aufgenommen werden, was der Fall sein wird, hat sich die Ausgangslage für Russland und die abtrünnigen Regionen deutlich verschlechtert. Der russischen Regierung wird es nicht gelingen, für Frieden zu sorgen, wenn Washington zum Krieg entschlossen ist.








Kommentare

21.07.2015 | 11:42

Revoluzzer2000

Russland sollte uns Europäern endlich zu verstehen geben, dass wir die Ersten sind, die im Atomaren Feuer sterben werden, sollten wir weiterhin die Kriegsambitionen der USA gegen Russland unwidersprochen unterstützen. Vielleicht wacht dann endlich mal einer auf von diesen verfluchten Speichelleckern in Brüssel und Berlin !


21.07.2015 | 11:30

LoewenBlut

Die Manoever inder Ukraine,sind die Lebensversicherung fuer den USA Vasallen Boroschenko,denn sonst legen ihn seine eigenen Leute um.

Der Anfang ist schon gemacht,nach dem Manoever geht es weiter. Was Deutschland angeht, so kommt fast taeglich eine Spionage der Freunde aus USA ans Tageslicht,sollen doch die Regierenden und Politiker einmal beweisen, was diese Freundschaft wert ist,sie sollten nun endlich die Beendigung der Besatzung und einen Friedensvertrag fordern und die Freundschaft auf den Pruefstand stellen!

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21.07.2015 | 07:17

edmundotto

Wenn Obama hier als Stratege dargestellt werden soll, liegt der Autor daneben. "Yes we can" - 

Obama ist genaugenommen auch nur Erfüllungsgehilfe der anglo-amerikanischen Elite, wie es Merkel hierzulande ist.- Roberts bringt es in seinen Kommentaren selten auf den Punkt, er ist nach wie vor der "Hund, der die Hand nicht beißt, die ihn füttert". 

Er hat jahrzehntelang der gleichen Elite gedient wie Obama. 

Wenn in den USA in den zurückliegenden Jahrzehnten die Notenpressen angeworfen werden mussten, um Billionenlöcher zu stopfen, hat auch die FED (die sich in privater Hand befindet) der US-Administration gegen Zinsen diese Dollars "geliehen" und im Bereich der FED-Eigner sollten auch die Drahtzieher der US-Politik gesucht werden.- - - 

Ich bin übrigens davon überzeugt, das die Mullahs nach dem Zerfall der SU bereits in den Besitz einiger A-Waffen gelangen konnten, die in dem Chaos der Auflösung verschwunden waren. 

Die Angst vor diesen Waffen hat Netanyahu bislang davon abgehalten seine Kriegsrethorik in die Tat umzusetzen und auch die USA hätten sich diesen "fetten Happen" Iran allein schon aus geostrategischen Gründen wohl gern unterworfen. 

Im übrigen ist dies mit allen Staaten geschehen, die sich den geo- und finanzpolitischen Interessen der USA nicht unterworfen haben, nur die Staaten, die im Besitz von A-Waffen sind, wurden bislang davon verschont. Der Iran ist auch einer der letzten Staaten, die nicht bei IWF und Weltbank verschuldet sind.

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20.07.2015 | 20:36

" Tafelrunde"

Ich glaube dass die Atommächte darüber verhandeln wie viel, und wo in einem kommenden Krieg, Atomwaffen eingesetzt werden. Wir, die Menschen sind zu viele geworden.


20.07.2015 | 20:29

HJS "5%"Club

.@Romanus---Herr "Oberlehrer" Auf die Aussage kommt es an. 

Nicht ob das eine oder andere Wort groß oder klein geschrieben ist, auch die Zeichensetzung ist nicht so wichtig. 

Aber deine intelligente Bemerkung über "5%" fasse ich als Kompliment auf. Hast Du doch meine Meinung im Wesentlichen bestätigt. Wie Du aber meinem Kommentar als eine Übereinstimmung mit dem Artikel von Roberts deuten kannst ist mir ein Rätsel. Ich bin aber auch nur 8 Jahre zur Volksschule gegangen. Wir sollten unsere e-mail austauschen. Damit wir, nachdem Tage X, feststellen können wozu "5%" Gehirnmasse ausreichen.

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20.07.2015 | 19:52

Roland Gadient

Hier irrt sich Herr Dr. Roberts Total, nicht die Russen sind in einer schlechten Ausgangslage, sondern die westlichen Kriegstreiber, denn die momentane Situation in der Ukraine spricht mehr dafür, dass die Ukrainer den USA und seinen verbündeten nicht mehr trauen und den staatlich ukrainischen und westlichen Militärs in den Rücken fallen, da sie enttäuscht sind von den Hilfeleistungen des Westens. Was man in den letzten Tagen feststellen konnte die westukrainischen Nationalisten rüsten stark auf und in der Ostukraine passiert das Gegenteil. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies ein taktischer Zug Russlands ist, mit dem Ziel die Minskverhandlungen aktiv zu unterstützen und bei einem nicht Erfolg dies als Grund für einen Blitzkrieg gegen den Donbas (mit Ziel Gründung Neu Russland) zum Anlass nehmen wird, den er gewinnen wird und einige Fakten schaffen wird, die auch dem Westen eine Niederlage auf ihrem Territorium zufügen wird.

Die heutige Situation der westlichen Streitkräften in Materialtechnisch sehr schlecht (defekte Militärgeräte A400, G36 lasen Grüssen etc.) was beim Russen nicht der Fall ist und sein Pluspunkt ist die Moral der eigenen Streitkräfte und des Volkes. 

Sollte es schief laufen könnte, wird ihm der Chinese sicher helfen. 

Die Sanktionen entwickeln sich je länger es noch dauert zu Ungunsten des Westens, denn der Russe wird gestärkt aus diesen Machenschaften hervor gehen, ob man es wahrhaben will oder nicht.

Das sind die Fakten und nicht die luftleeren Strategien, Vermutungen und Unwahrheiten des Westens und ohne inneren Pfiff der Militärstrategen und Mannschaften.

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Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit!

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