Donnerstag, 9. Juli 2015

AfD - CHANCEN FÜR EINE PETRY-AfD? (HELIODA1)

Leserdiskussion: Chancen für eine Petry-AfD?


Torben Grombery


Quelle: Kopp online.


 Am vergangenen Wochenende haben die rund 3500 anwesenden Mitglieder auf dem Mitgliederparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Essen mit einem sehr deutlichen Votum von 2047 Stimmen (60 Prozent) die sächsische Fraktionsvorsitzende Dr. Frauke Petry zur neuen Sprecherin ihrer Partei gewählt. 

Einige Lucke-Anhänger haben die Partei bereits verlassen. 

Die Mainstream-Medien haben ihre Messer gewetzt. Hat eine solche Formation in unserem Land eine dauerhafte Chance auf Stimmen aus dem bürgerlichen Lager?



Der am Wochenende in der nordrhein-westfälischen Metropole Essen abgehaltene Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) war mitunter äußerst turbulent - diverse Szenen waren absolut unmöglich. Eine gehörige Portion Enttäuschung, Wut und auch Hass hatten sich mitunter in der weit über 30 Grad aufgeheizten Halle entladen.

 

Der mit rund 38 Prozent der Stimmen eindeutig abgewählte ehemalige Frontmann der Partei und Hamburger Professor für Makroökonomie, Bernd Lucke (53), der seit dem letzten Jahr für die Partei ein Mandat im EU-Parlament wahrnimmt, benötigte teilweise die Unterstützung von Sicherheitsleuten, um den Veranstaltungssaal unbeschadet durchschreiten zu können. Widerwärtige Szenen, wie sie in einer deutschen Partei eigentlich nicht zu finden sein sollten (im Video ab Minute 13:00 zu sehen).




Kurz zuvor wurde Bernd Lucke während seiner Rede schon durch lautstarke Buh-Rufe und heftiges Fuchteln mit roten Karten von vielen Mitgliedern mehrfach abgestraft. 

Auch musste Lucke seine Rede durch teilweise übelstes Niederschreien diverse Male unterbrechen. Man muss Lucke nicht unbedingt mögen, um festzustellen, dass der Pöbel, wie er in jeder Partei zu finden ist, auch zu diesem Parteitag erschienen war.

 

Luckes kurz zuvor bei YouTube eingestellter Appell an die Mitglieder, auf dem Parteitag doch bitte die richtigen Entscheidungen zu treffen, hatte ihm nichts mehr genützt. 

Wer sich die Schmähungen Luckes aus den Reihen der Mitglieder auf dem Parteitag ansehen und anhören mag, der kann das beispielsweise hier und hier tun.

 

Folgende Parteimitglieder wurden anschließend in den Bundesvorstand gewählt:

● Dr. Frauke Petry zur Sprecherin

● Prof. Dr. Jörg Meuthen zum Sprecher

 

● Alexander Gauland zum stellvertretenden Sprecher

● Beatrix von Storch zur stellvertretenden Sprecherin

● Albrecht Glaser zum stellvertretenden Sprecher

 

● Dirk Driesang zum Beisitzer

● Julian Flak zum Beisitzer

● Armin-Paul Hampel zum Beisitzer

● Georg Pazderski zum Beisitzer

● André Poggenburg zum Beisitzer

● Alice Weidel zur Beisitzerin

 

● Klaus-G. Fohrmann zum Bundesschatzmeister

● Bodo Suhren zum stellvertretenden Bundesschatzmeister

 


 

● Klaus-G. Fohrmann zum Bundesschatzmeister

● Bodo Suhren zum stellvertretenden Bundesschatzmeister

 

Es wurde auf dieser demokratischen Basisveranstaltung auch sehr schnell offensichtlich, dass die mehrheitlich anwesenden anständigen und aufrichtigen Parteimitglieder sich Ruhe, Einigkeit, einen demokratischen Diskurs und Flügel in der Partei fast genauso sehr wünschen wie eine Rückkehr Deutschlands zur D-Mark.

 

Wie zu erwarten war, haben diverse Funktionsträger der Partei, die als Lucke-Anhänger gelten und/oder den Weckruf aktiv mit unterstützt haben, kurz nach der Wahl von Frauke Petry ihrer Partei den Rücken gekehrt oder ihren baldigen Austritt angekündigt.

 

Dazu zählen – neben vielen anderen – nachfolgende, prominente Persönlichkeiten der Partei:

● Hans-Olaf Henkel (zurückgetretener Bundessprecher und Europaabgeordneter)

● Ulrike Trebesius (AfD-Chefin in Schleswig-Holstein und Europaabgeordnete)

● Bernd Kölmel (AfD-Chef in Baden-Württemberg und Europaabgeordneter)

● Joachim Starbatty (Europaabgeordneter)

● Siegfried Gentele (Landtagsabgeordneter in Thüringen)

● Uwe Zimmermann (AfD-Chef in Rheinland-Pfalz)

● Franz Wagner (Präsident des Bundesschiedsgerichts)

Nach den letzten offiziellen Angaben der AfD zu dieser Thematik sind den aufgeführten Persönlichkeiten bis zum Dienstag, 7. Juli 2015, 10 Uhr, lediglich 512 Mitglieder (also rund 2,5 Prozent der gesamten Mitgliedschaft) gefolgt.

 

Der Hamburger AfD-Chef und Fraktionsvorsitzende seiner Partei in der Bürgerschaft, Prof. Jörn Kruse, hat zwischenzeitlich seine Mitarbeit in der Programmkommission der Partei auf Bundesebene aufgekündigt.

 

Bernd Lucke hat jetzt wissen lassen, dass der von ihm und einigen Mitstreitern im Mai gegründete Verein »Weckruf 2015« seine Mitglieder noch in dieser Woche über eine mögliche Partei-Neugründung entscheiden lassen will.

 

Die versammelte linke Mainstream-Presse in Deutschland läuft sich unterdessen gerade warm und zeigt uns ansatzweise schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, auf was sich Frauke Petry und ihre veränderte AfD nun gefasst machen können.



So schreibt der Chef-Kommentator der Welt, Jacques Schuster, - natürlich ohne den neu gewählten Politikern die übliche 100-Tage-Schonfrist einzuräumen - die jetzige AfD mit viel Schaum vor dem Mund bereits in den Mülleimer:

»Erschwerend hinzu kommen die Gestalten! Die zähnefletschende Höflichkeit des hochintelligenten Konrad Adam, der selbstbezogen wie ein Kind ist und nie den Hauch von Groll und Gereiztheit in der Stimme unterdrücken kann, ist für die Masse der Wähler genauso wenig anziehend wie der Kühlschrank Frauke Petry, die eben zur Parteivorsitzenden gewählt wurde – von Alexander Gauland zu schweigen.« 


Selbst der mehr als flüssige Dauernerver der Bild, Franz Josef Wagner, hofft inständig darauf, dass Frauke Petry keine deutsche Marine Le Pen und die AfD nicht eine Ausländerhasser-Partei wie der Front National in Frankreich wird.

 

Kann eine Petry-AfD bei der zwar bröckelnden, aber immerhin noch mächtigen Linkspresse in Deutschland und dem vorhandenen Parteienkartell eine Chance auf Veränderung erreichen?

 

Ist in diesem verkrusteten System mehr demokratische Mitbestimmung und eine vernunftorientierte Politik für die Menschen in diesem Land überhaupt noch unter diesen erschwerten Rahmenbedingungen von einer Partei auf parlamentarischer Ebene zu erzielen? Auch zu dieser Thematik bitten wir unsere Leser, von unserer Kommentarfunktion regen Gebrauch zu machen − Ihre Meinung ist uns wichtig!

 

 

Update 08.07.2015: Bernd Lucke verlässt die AfD

 






Leser-Kommentare (181) zu diesem Artikel

09.07.2015 | 14:16

Wolfgang Ebel

selbst einstige Symphatisanten der AfD . . ich gehöre auch dazu . . müssen sich mit unqualifizierten Kommentaren überschütten lassen . . . selbst bei einem Versuch zu relativieren. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass eine wirklich alternative Partei für die bundespolitische Landschaft dringend nötig sei. Es hat schon seinen Grund, warum selbst prominente Mitglieder die Partei wieder verlassen. Mit Frau Petry wird dieser Trend weitergehen und die AfD verschwindet wieder von...

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09.07.2015 | 13:53

Landmann

Es ist wünschenswert, dass die sich die AfD nach dieser (überfälligen) Bereinigung schnellstmöglich (wieder) auf die Sache konzentriert und beweist, dass sie mehr als ein Strohfeuer sein kann. Ich befürworte ausdrücklich eine Alternative rechts der CDU, die die Stimme ihrer Wähler zu vertreten wagt. Die AfD verfügt nach wie vor über durchaus wählbares Personal.


09.07.2015 | 13:41

Axel Wiegand Sauer

Der Zug ist noch längst nicht abgefahren. Es ist schon so, die Parteien sind das BRD Firmensystem und das geht nun schon 70 Jahre so. So wie der deutsche Personalausweissklave ist wohl außer den Indianern noch Niemand in der Weld verarscht worde. Wer dann noch fleißig wählen geht wählt dann immer schön die gleichen Gefängniswärter oder eben andere, je nach dem. 

Die Sklaven müssen endlich begreifen daß Deutschland ein besetztes Land ist und Merkel nur ein Lakei. Die Shaef und Smad...

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09.07.2015 | 12:48

Schade

Leute der Zug ist schon abgefahren. TTIP ist schon beschlossene Sache. AfD wird leider kein Bestand haben. 

Diese ganze Tohuwabohu um und im Partei sagt doch schon alles. Beschäftigt euch lieber mit was viel wichtigerem. 

Wie zB. auf das kommende Desaster sich vorzubereiten.


09.07.2015 | 12:05

Franz

Also Kraftworte wie "Pöbel" sind nicht angebracht. 

Die Buuuhrufe und roten Karten waren angebracht, denn Lucke geht im Stile Merkels einfach über die Basis hinweg! Was soll das? 

Dafür wurde die AfD nicht gegründet. Und wenn Lucke bspw Russlandsanktionen und TTIP nicht klar benennt was es ist, eine Riesenschweinerei, dann ist der Pöbel nicht bestimmte Mitglieder, sondern Lucke in seiner Aggressivität darüber hinwegzugehen, selbst. 

Also hier verstehe ich Kopp nicht! Zu...

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09.07.2015 | 12:04

MEIERS

Man muss ausdrücklich bedauern, dass die Abwahl Bernd Luckes nicht in einer Atmosphäre menschlichen Anstands und guter Umgangsformen geschehen konnte. Gleichzeitig finde ich aber, dass sie zur Klärung des politischen Richtungsstreits in der Partei unbedingt erforderlich war. Um das zu begreifen, muss man einen kurzen Rückblick auf die deutsche Parteiengeschichte seit Beginn der Weimarer Republik 1919 werfen. 1919 nämlich, war im Gegensatz zu heute das deutsche Parteienspektrum...

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