Mittwoch, 10. Juni 2015

BILDERBERGER: DIE KANZLERMACHER? (HELIODA1)

Bilderberger: Die Kanzlermacher?

10.06.2015
Gerhard Wisnewski

Zugegeben: 

Nicht jeder Deutsche, der bei den Bilderbergern zu Gast war, wurde hinterher Kanzler. 

Aber fast jeder deutsche Kanzler war vorher bei den Bilderbergern. 

Sind die Bilderberger also die eigentlichen Kanzlermacher? 

Ein Rückblick auf die jüngsten Fälle…

Die Bilderberger machen die deutschen Kanzler? So ein Blödsinn! 

Schließlich waren ja auch jede Menge Deutsche bei der geheimnisvollen Globalisten-Konferenz zu Gast, ohne hinterher Kanzler zu werden, zum Beispiel Jürgen Trittin. 

Aber erstens ist ja auch bei ihm das letzte Wort noch nicht gesprochen. 

Zweitens wird zwar tatsächlich nicht jeder deutsche Bilderberger-Gast hinterher Kanzler, 

aber 

praktisch jeder Kanzler war vor seinem Amtsantritt bei den Bilderbergern – einer dagegen vor seinem Rausschmiss, nämlich Gerhard Schröder


Und das ist wahrscheinlich auch kein Zufall, 

nachdem sich Schröder durch seinen Widerstand gegen den Irakkrieg bei den amerikanischen »Eliten« unbeliebt gemacht hatte.


NameBei den BilderbergernPolitisches Amt
Kurt Georg Kiesinger1957Ministerpräsident von

Baden-Württemberg 1958,

Bundeskanzler (BK) ab 1966

Helmut Schmidt1973ff.Bundeskanzler von 1974-1982
Helmut Kohl1980, 1982Bundeskanzler von 1982 bis 1998
Gerhard Schröder2005Bundeskanzler von 1998-2005
Angela Merkel2005Bundeskanzlerin von 2005-heute


Ob auch andere künftige oder amtierende Bundeskanzler wie zum Beispiel Konrad Adenauer den Bilderbergern vorher ihre Aufwartung machten, ist unbekannt. 


Inzwischen ist die Liste aber länger geworden. 

Für mein Buch Drahtzieher der Macht und natürlich auch für Kopp Online hatte ich die Karriere der nächsten Kanzleranwärter und ihre Beziehung zu den Bilderbergern weiter beobachtet.



Ein Koch ohne Fortune

Da wäre zunächst der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der 2009 bei den Bilderbergern zu Gast war. 

Also exakt der Mann, der schon zuvor neben Merkel als Kanzlerkandidat der Union gehandelt worden war. 

Als CDU-Vize stand er eine Stufe unter Angela Merkel.


Bald nach Kochs Besuch bei der Globalisten-Konferenz der Bilderberger im Mai 2009 krachte es plötzlich in Berlin:

 »Hessens Ministerpräsident Roland Koch stellte sich im Parteipräsidium offen gegen Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel…«, 

berichtete die Financial Times Deutschland am 12. Oktober 2009 (online). 


Am 10. Januar 2010 rechneten vier Länder-Fraktionsbosse der CDU in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) mit Kanzlerin Angela Merkel ab.


Nach einem formalen Lippenbekenntnis zu Merkel war da die Rede von dem »enttäuschenden Wahlergebnis der Union« bei der Bundestagswahl 2009, von Versäumnissen, »den Wählern die eigenen Standpunkte zu verdeutlichen« und einer »gewollten Profillosigkeit«, die »in den Hochburgen zu massiven Verlusten« geführt habe.


Mitglied dieser »Revoluzzer« war Christean Wagner, hessischer CDU-Fraktionsvorsitzender und enger Mitstreiter von Roland Koch. 

»Roland Koch habe seinen Fraktionsvorsitzenden Christean Wagner vorgeschickt, um seine eigene Kampfansage an die Bundeskanzlerin und Bundesvorsitzende der Union, Angela Merkel, ›zu platzieren‹«, 

schrieb damals die taz (online, 11.01.2010): 

»Das jedenfalls glaubt der Generalsekretär der hessischen SPD, Michael Roth, zu wissen.« 

Denn ein solcher Vorstoß sei »ohne das Plazet des Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Roland Koch ›undenkbar‹«.


Es begann ein Gerangel, in dessen Verlauf Koch von Merkel immerhin als Finanzminister ins Gespräch gebracht wurde, was ihm offenbar jedoch nicht reichte. 

Nachdem sein Aufstand gescheitert war, beging Koch quasi »politischen Selbstmord«.


2010 schmiss Koch überraschend seine politischen Ämter hin und erhielt als Trostpreis den Chefposten bei dem globalen Baukonzern Bilfinger Berger. 

Dort agierte der Politiker erwartungsgemäß ohne Fortune und schied drei Jahre später aus.



Vom Langweiler zum Liebling

Ja, aber: Warum sollten die Bilderberger denn Kandidaten gegen ihre »eigenen Kanzler« ins Rennen schicken? 

Ganz einfach: 

Konkurrenz belebt das Geschäft, 

und 

wenn die Linie eines amtierenden Regierungschefs nicht mehr genehm ist, dann schickt man ihm eben einen anderen Kandidaten auf den Hals.


Der nächste Bilderberger-Favorit war der Sozialdemokrat Peer Steinbrück

Exakt gleichzeitig mit seiner Teilnahme an der Bilderberger-Konferenz im Juni 2011 in St. Moritz (9.-12. Juni 2011) wurde der farblose SPD-Mann, der bis dahin niemanden hinter dem Ofen hervorlocken konnte, 

plötzlich zum Liebling der Nation. 

Wie aus dem Nichts landete er im Juni 2011 »auf Anhieb von Null auf Platz eins auf der Liste der zehn beliebtesten Politiker Deutschlands« (Tagesspiegel, online,10.06.2011).


»Die SPD hat in ihren Reihen einen, der Kanzler kann«, warb auch der Spiegel für Steinbrück (30.08.2010). 

Der Finanzminister der früheren Großen Koalition bringe »bei manchen Macken wichtige Voraussetzungen mit«, 

rührte das Zentralorgan der Globalisten die Werbetrommel für den »Sozi«: 

»Mit ihm ließe sich eine für Merkel höchst gefährliche Kampagne konzipieren.«


Und wirklich: 

Plötzlich stürmte der bullige Typ mit dem Charisma eines Metzgers oder Kurort-Masseurs die Statistiken.


Laut einer damaligen Forsa-Umfrage für den Stern war Steinbrück der Politiker, »dem die Bürger am meisten vertrauen. 

Er erhielt 58 von 100 Vertrauenspunkten und liegt damit noch vor Kanzlerin Angela Merkel (57 Punkte)«, hieß es am 2. September 2011 bei RP Online

»Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat.«



Wird »Flinten-Uschi« Kanzlerin?

Namebei den Bilderbergernweitere Karriere
Roland Koch, hess. Ministerpräsident und CDU-Vize unter MerkelMai 2009Aufstand gegen Merkel 2009/10, Rücktritt von allen Ämtern 2010, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger Berger ab 2011
Peer Steinbrück (SPD)Juni 2011ab Juni 2011 plötzlich »beliebtester Politiker Deutschlands«, SPD-Kanzlerkandidat ab 2012
Ursula von der Leyen (CDU)Juni 2015Kanzlerin ab 2015/16?


Ob CDU oder SPD – sitzen am Hebel allemal die Bilderberger? 

Scheint so. 

Denn nun beginnt dasselbe Spielchen mit Ursula von der Leyen. 

Die frühere Familien-, Arbeits- und jetzige Bundesverteidigungsministerin wird schon seit etwa einem Jahr als künftige Kanzlerin gehandelt.


Laut offizieller Teilnehmerliste ist sie Gast bei der Bilderberger-Konferenz vom 11. bis 14. Juni 2015 im österreichischen Telfs-Buchen. 


Wie sagte mir doch einmal der Direktor eines Bilderberger-Hotels: 

»Gucken Sie in den vier bis sechs Wochen nach einem Bilderberger-Meeting in die Zeitungen und schauen Sie, was passiert.« 

Also wer gefeuert und wer eingestellt wird, welche Firmen gekauft und welche verkauft werden, wer gewählt und wer abgewählt wird. Na, da sind wir ja mal gespannt…

Quelle: Kopp-online vom 10.06.2015




Oder sogar um Herrenmenschen? Wer nicht zu den erlauchten 1% gehört oder sich ihnen als Lakai andienen will, sieht das freilich anders: 

Denn die Aura der Elite, des Geheimnisvollen, der Vertraulichkeit ist auch Bedingung dafür, Mafiosi mit großer krimineller Energie und wenig Respekt vor dem Gesetz zusammenzuführen. Wie sagte doch Steinbrück so schön hirnlos: 

Transparenzgibt es nur in Diktaturen.” Stimmt -in solchen des Volkes. 

Bestimmt nicht in solchen einer Herrschaftselite da bestimmen Medienmonopolisten wie Bertelsmann, was transparent gemacht wird und was nicht.




Weil wir keine neuen Feudalherren wollen

Die Tiroler Lokalprotestgruppe konkretisiert ihre Vorbehalte gegen die Bilderberger so:

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil dort Lobbyismus auf höchstem politischen Niveau betrieben wird und dies den Forderungen der Demokratie und der Transparenz widerspricht.


Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil Exponenten der Finanzindustrie, die für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen der letzten Zeit besonders verantwortlich sind, sich dort direkten und zentralen Zugang zu politischen Entscheidungsträgern garantieren.


Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil sie ein Relikt des „Kalten Krieges“ ist, das nach 1945 die Aufgabe hatte, die westeuropäischen Eliten auf die Seite der US-Großmachtpolitik zu ziehen. 

Und dabei nicht davor zurückschreckte, auch und gerade Eliten mit brauner Vergangenheit zu vernetzen.


Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil dieses Bündnis von Mächtigen traditionell eine fanatisch neoliberale Agenda hat, Austerität propagiert und dem Zurückdrängen von positiven gesellschaftlichen Veränderungen dient.


Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil für dieses an sich private Treffen öffentliche Gelder in hoher Summe verpulvert werden und der größte Polizeieinsatz in der Geschichte Tirols dafür organisiert wird.


Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil für den angeblichen Schutz dieser Herren unsere Rechte auf Bewegungs.- Demonstrations- und Informationsfreiheit in Gefahr sind.


Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil wir keine neuen Feudalherren wollen, die ihre Macht gerne privat und geheim haben möchten 

und die sich vom Volk, das sie verachten, nicht hineinreden lassen wollen.



Bilderberger: Geheimniskrämerei auf dem Rückzug

Nachdem durch die zähe, teils gefährliche Recherchearbeit von Anti-Bilderberg-Aktivisten immer öfter und immer umfänglicher Ort, Themen und Liste der heimlich eingeladenen Prominenten publiziert wurde, 

haben die Organisatoren seit wenigen Jahren eine andere Politik begonnen: 

Den langsamen Auszug aus dem plutokratischen Untergrund. 

Man will offenbar die Jahrzehnte der Geheimregierung und Korrumpierung der gesamten westlichen Herrschaftseliten vergessen machen, 

indem man die Öffentlichkeit häppchenweise an die Bilderberger gewöhnt. 


So sind auch diesmal Themen und sogar Teilnehmer bekannt gemacht worden:

The key topics for discussion this year include

  • Artificial Intelligence
  • Cybersecurity
  • Chemical Weapons Threats
  • Current Economic Issues
  • European Strategy
  • Globalisation
  • Greece
  • Iran
  • Middle East
  • NATO
  • Russia
  • Terrorism
  • United Kingdom
  • USA
  • US Elections

Teilnehmer Bilderberg-Konferenz 2015

Telfs-Buchen, Austria 11 – 14 June 2015




Für alle auf "HELIODA1 BLOG" veröffentlichten Inhalte, Kommentare, Meinungen und Blogs sind ausschließlich ihre Autoren verantwortlich. 

Diese Beiträge stellen nicht die Meinung der Redaktion dar. 

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit!

Wissenschaftliche Referenz Gesamtschau-Digital: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS & ETHISCHE SCHÖNHEITSLEHRE auf Hauptseite www.chza.de !