Montag, 9. Juni 2014

FINANZSYSTEM - SCHLAG GEGEN DEN DOLLAR: GAZPROM AKZEPTIERT EURO UND YUAN. RUSSEN ZIEHEN MASSIV GELD VON US-KONTEN AB. (HELIODA1)


Der Ölkonzern Gazprom Neft hat mit 90 Prozent seiner Kunden die Umstellung vom Dollar auf den Euro vereinbart. Mit Weißrussland habe man sich auf Zahlungen in Rubel geeinigt, so der Konzern. 

Russland will sich im Zahlungsverkehr aus der Abhängigkeit vom Westen befreien.

Die Führung in Moskau will russisches Öl und Gas künftig nicht mehr für US-Dollar verkaufen. (Foto: dpa)

Gazprom Neft treibt den Wechsel vom Dollar zum Euro und anderen Währungen voran. Gazprom Neft ist das fünftgrößte Mineralölunternehmen Russlands und gehört zum russischen Staatskonzern Gazprom, dem größten Erdgasförderunternehmen der Welt.

„Zusätzliche Vereinbarungen über die Möglichkeit, bei laufenden Verträgen vom Dollar zum Euro zu wechseln, sind unterzeichnet“, zitiert Itar-Tass den Chef von Gazprom Neft, Alexander Djukow. Neun von zehn Kunden hätten diesem Wechsel zum Euro zugestimmt.

Mit Weißrussland habe man sich auf Zahlungen in Rubel geeinigt.

Die nun erfolgte Umstellung vom Dollar auf den Euro wurde über Monate vorbereitet (mehr hier). Sie ist aber nur ein erster Schritt. Im Mai hatte die Regierung in Moskau angekündigt, russisches Öl und Gas künftig nur noch gegen Rubel an ausländische Kunden verkaufen zu wollen.

Staatliche Firmen wurden angewiesen, die Buchhaltung entsprechend umzustellen. So wolle man „den Würgegriff des Westens auf die russische Wirtschaft mildern“, sagte ein Sprecher (mehr hier).

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 09.06.2014



Finanzsystem – Bank-Run: Russen ziehen massiv Geld von US-Konten ab

Im März haben russische Kontoinhaber mehr als die Hälfte ihrer Einlagen von US-Banken abgezogen. Vor dem Hintergrund drohender Sanktionen haben sie ihr Geld so schnell wie möglich aus den USA geholt. Der Westen schadet sich mit seinen Sanktionen gegen Russland offenbar selbst.

Die russischen Einlagen bei US-Banken sind im März nach Angaben des Finanzministeriums auf 8,4 Milliarden Dollar eingebrochen. (Grafik: testosteronepit.com)

Die russischen Einlagen bei US-Banken sind im März massiv eingebrochen. Aus Furcht vor Sanktionen haben die Russen ihr Geld aus den USA in Sicherheit gebracht.

Im Februar hatten russische Institutionen und Bürger noch 21,6 Milliarden Dollar auf Konten bei US-Banken. Im März fielen die Einlagen auf nur noch 8,4 Milliarden Dollar, berichtet das US-Finanzministerium. Das ist ein Rückgang um 61 Prozent.

Angesichts der Niedrigzins-Politik der Federal Reserve ist es erstaunlich, dass überhaupt noch so viele Russen ihr Geld bei US-Banken geparkt hatten. Doch offenbar war ihnen der schleichende Wertverlust ihrer Einlagen infolge der Inflation lieber, als was ihrem Geld bei russischen Banken passieren könnte.

Doch im März ist das Vertrauen der Russen in die Sicherheit von US-Banken massiv zurückgegangen. Denn die Lage in der Ukraine eskalierte, Russland annektierte die Krim, und die westlichen Staaten unter Führung der USA riefen nach Sanktionen gegen Russland.

Die Sanktionen des Westens fielen letztlich sehr gering aus. Nur einige Oligarchen wurden auf schwarze Listen gesetzt. Doch das Vertrauen der russischen Kontoinhaber wurde stark beschädigt. Sie zogen ihr Geld ab, solange es noch ging. Offenbar hatten sie nach dem Bail-in in Zypern im vergangenen Jahr ihre Lektion gelernt.

Ob der Run auf die US-Banken durch die Russen sich im April fortgesetzt hat, wird sich in einigen Wochen in den Zahlen des Finanzministeriums zeigen. Doch selbst wenn die Russen ihre gesamten Einlagen von noch 8,4 Milliarden Dollar abzögen, würde dies die US-Banken kaum in Probleme bringen. Denn die Sparguthaben liegen insgesamt bei 7,2 Billionen Dollar.

Dennoch scheinen die tatsächlichen und die angedrohten Sanktionen der USA gegen Russland vor allem den USA selbst zu schaden. Die Russen verlassen nicht nur die US-Banken, sondern zunehmend auch den Dollar insgesamt. Dies zeigte sich zuletzt darin, dass der staatliche Ölkonzern Gazprom Neft seine Zahlungen vom Dollar auf den Euro, den Rubel und andere Währungen umstellte.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 09.06.2014


 

Quelle: DKFZ Heidelberg 1987. Publikation Leserbrief Wolfgang Timm, Husum zur Erstausgabe "Einblick" des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.


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