Donnerstag, 10. April 2014

UNKORREKTE FRAGEN ZUM ERSTEN WELTKRIEG: WAR DEUTSCHLAND WIRKLICH SCHULD? "CUI BONO?". (HELIODA1)


Unkorrekte Fragen zum Ersten Weltkrieg: War Deutschland wirklich schuld? [»Cui bono?«]

Janne Jörg Kipp

Quelle: Kopp Online

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Diese »europäische Urkatastrophe« wurde lange Zeit ausschließlich Deutschland angelastet, das unter Kaiser Wilhelm II. nach der Weltmacht zu greifen schien. 


[Hinzugefügt:

Umfrage: Putin ist beliebtester Weltpolitiker

image

In einer online-Umfrage des britischen Zeitung “The Independent” steht der russische Präsident an erster Stelle.

Das Urteil der Leser der britischen Tageszeitung fällt mehr als deutlich aus. Auf die Frage: “Wer ist ihr beliebtester Weltpolitiker?”, haben die Leser mit mehr als 90 Prozent für den russischen Präsidenten Wladmir Putin gestimmt.


Putin führt mit einem grossen Abstand von derzeit 92 Prozent vor Bundeskanzlerin Angela Merkel mit drei Prozent und dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Er kommt nur auf zwei Prozent. Der britische Premier Cameron, der französische Präsident Hollande und die brasilianische Präsidentin Rousseff kommen alle gemeinsam auf nur 1 Prozent.

Zur Umfrage

Quelle: Schweizmagazin vom 10.04.2014 

POLL: NIGEL FARAGE'S FAVOURITE WORLD LEADER IS PUTIN. WHO'S YOURS?

Sourcehttp://www.independent.co.uk/voices/iv-drip/poll-nigel-farages-favourite-world-leader-is-putin-whos-yours-9226480.html

Nigel Farage has announced that his favourite world leader is Putin

Yes, the same Putin who is helping Assad in Syria, and riding roughshod over international law to annex the Crimea. The Ukip man was quick to add that he didn’t necessarily agree with all of the “Russian bear’s” actions, but does find his style as an “operator” profoundly admirable. Beauty, we suppose, is in the eye of the beholder... ENDE]


Erst jüngst tauchen neue Theorien auf. So seien die europäischen Regierungen allesamt »wie Schlafwandler« in den Krieg getaumelt. 

Doch Dr. Bruno Bandulet, renommierter Journalist und politisch beschlagener Buchautor, dreht das Rad noch weiter. 

Er fragt: »Cui bono?« Wem nützte der Krieg, der zur Blaupause für heutige Auseinandersetzungen wird?

Im Sommer 2014 werden große Medien und Politiker pflichtschuldigst darlegen, dass sie ihren Schulstoff gut gelernt haben. Deutschland habe, so werden wir hören, den Ersten Weltkrieg 2014 ausgelöst. 

Deutschland und seine Großmannssucht. Deutschland und sein Flottenbau. Oder ist die Welt nicht so einfach gestrickt wie es die Geschichtswissenschaft gerade in Deutschland so oft darstellt?

 

Diese Frage wirft der weitgereiste, vielbelesene und oft gefragte politische Journalist Dr. Bruno Bandulet in seinem neuen Werk Als Deutschland Großmacht war auf und erzählt einen faszinierenden Krimi, der auch heute noch Vorlage für diverse Konflikte ist. 

Bandulet wagt Antworten, die politisch unkorrekt sind. Deutschland, so lässt sich seine Arbeit zusammenfassen, war wirtschaftlich mächtig und damit eine Bedrohung für die anderen Großmächte, geografisch eingekreist und isoliert sowie unfähig, diese Situation diplomatischer zu meistern. 


Der Krieg hätte fast an jedem historischen Punkt vermieden werden können, sowohl von Deutschland als auch

von anderen Großmächten bis hin zu den USA, die ihrerseits erhebliche wirtschaftliche Interessen verfolgt haben.

 




Brisante Thesen, die sich wohl nur ein seit Jahrzehnten anerkannter, mutiger und widerstandsfähiger Journalist in Deutschland so erlauben kann. 



Gerade im Jubiläumsjahr des Beginns der »europäischen Urkatastrophe«, die er noch einmal aufrollt.


 

Deutschland war mächtig: wirtschaftlich

Seinen Überlegungen stellt er die Frage voran: »Cui bono?« – wem nützt es. 

In diesem Geiste nimmt er seine Leser auf eine Zeitreise. Noch weit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zurück in eine Zeit, in der Deutschlands Aufstieg zur Weltmacht begann – zur wirtschaftlichen, international gefürchteten Macht.

 

In diesem Aufstieg und der Angst vor Deutschland dürfte einer der tatsächlichen Schlüssel für den Ausbruch des Krieges liegen. 

So konnte das Deutsche Reich von 1880 bis 1913 seinen Anteil an der Weltproduktion von 8,5 auf 14,8 Prozent ausdehnen, erfahren erstaunte Leser. 

Es eröffnen sich Parallelen zum heutigen krisenhaften Weltgeschehen.


 

Hauptverantwortlich, analog zur heutigen Euro-Zone, ist die florierende Industrie: Maschinenbau, Elektroindustrie oder Chemieunternehmen aus Deutschland schickten sich an, ihre Waren und Methoden in die weite Welt zu verkaufen. 

Und so vermittelt Bandulet bereits als Vorspeise seiner historischen Reise ganz nebenbei eine Erkenntnis, die mitten hinein in das europafreundliche Herz politischer Gutmenschen treffen wird. 

Seine Botschaft: Schon vor mehr als 100 Jahren hat Deutschland 75 Prozent seines Außenhandels mit Europa abgewickelt. Ganz ohne Euro. Ganz ohne Bürokratie und fesselnde Vorschriften.



 

Die Zeiten also scheinen sich zu ändern, die Probleme sind dieselben. Es geht und ging um wirtschaftliche Macht. 

Und diese Macht strebte nicht nur – wenn überhaupt – Deutschland an. 

Vielmehr erzählt uns Dr. Bandulet die Geschichte von Großmächten, die allesamt ihre Macht ausdehnen und sichern wollten. 

Kernpunkt der Auseinandersetzungen – und auch das Hauptinteresse der angeblich neutralen USA – war schon vor über 100 Jahren Eurasien. 

Die großen Mächte jener Zeit, also Großbritannien, Frankreich, Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn, hatten bereits weite Teile der Welt erobert, Afrika, Teile Asiens, Europa.


 

Es war die Zeit der Geheimdiplomatie, in denen Monarchen wie Wilhelm II., eng verwandt mit den Herrschaftshäusern in Russland oder England, regierten und ihren Einfluss nach und nach an die bürgerliche Politik verloren.

 

In einer spannenden, kurzweiligen und vielschichtigen Erzählung nimmt uns Dr. Bandulet mit in eine Welt der Geheimdiplomatie, mit der die weltliche Macht damals organisiert werden sollte. 

So finden sich – selbstverständlich geheime – Vereinbarungen zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn, später ergänzt um Italien, zwischen Frankreich und Russland, später zwischen Frankreich und Großbritannien, sowie weitere Bündnisse auf Zeit.

 

Für diese Art der Bündnispolitik im ausgehenden 19. Jahrhundert allerdings brauchte es Politiker von Format, die in dieser Gemengelage den Überblick wahrten. 

Und so war der Abschied Otto von Bismarcks im März 1890 in der eingehenden Analyse Bandulets ein tiefer Einschnitt in die Geschichte und Geschicke Deutschlands. 



»Den Regierungen nach ihm fehlte es an Format und Professionalität. 

Der Kaiser und seine Minister kamen sich immer wieder in die Quere«, beschreibt der Autor das deutsche Dilemma.

 

Deutschland verlor die Kontrolle. In Asien, wo Russland, Großbritannien und Japan um Macht und Einfluss rangen, in Afrika, aber besonders in Europa. 

Neue Bündnisse entstanden, Bündnisse, die Deutschland nach und nach einkreisten, geografisch und auch politisch. 

Spätestens, als Großbritannien und Russland im Jahr 1907 einen Vertrag über Persien, Afghanistan und Tibet abschlossen und Wilhelm II. gleichzeitig die schon ausgehandelten Vereinbarungen mit Nikolaus II. nicht mehr zur Unterschrift brachte, verschwand Deutschlands zusehends in der Isolation.

 



Deutschlands Schuld am Ersten Weltkrieg? Fehler aus der Isolation heraus

Bandulet präsentiert uns diese Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs lebendiger und wirklichkeitsnäher als es die gängige Lesart der deutschen Geschichtsforschung macht, verbunden mit Namen wie Fritz Fischer oder Imanuel Geiss. 

Und deshalb kann sich Bandulet erlauben, den Ausbruch des Weltkriegs nicht als unabwendbares Naturereignis, sondern als abwendbares Schicksal einer bestimmten politischen Konstellation um die Macht in Zentraleuropa zu präsentieren.



 

Die wesentlichen Fehler gerade deutscher Historiker bestehen in dieser Rückschau gerade darin, das große Ganze auszublenden. 

Der Tunnelblick richte sich nur auf das Kaiserreich. Die wesentlich gravierenderen Rückkopplungen der Kolonialpolitik der Großmächte auf die Bündnisse in Europa würden vollkommen übersehen. 

Deutschland, so bemerkt er, wird Schuld unterstellt, wo schlicht Unfähigkeit verantwortlich war. 

Und so widmet er der zentralen Kriegsschuldthese einen größeren Abschnitt des Buches: 

der Flotte des Deutschen Reiches. Deutschland sah sich mit Großbritannien einer großen Seemacht gegenüber.

 

Bismarck selbst hatte 1885 angeregt, Deutschland könne seine Seestreitkraft ausbauen. Konteradmiral Alfred von Tirpitz dann setzte das Vorhaben ab etwa 1897 um. 

Die übliche Lesart der Geschichte zielt darauf ab, dass Deutschland damit die Briten gegen sich selbst aufgebracht habe.

 

Bandulet kann diese Gedanken faktenreich widerlegen. Schon 1902 verortet er den ersten Widerstand gegen Deutschland, also weit vor dem Beginn des eigentlichen Wettrüstens. 

Der britische Außenminister Grey ging vergleichsweise schnell dazu über, die Bündnisse mit Frankreich und dann Russland gegen Deutschland zu schmieden. 

Bandulet geht bei seinen Forschungen bis in das Jahr 1871, das Jahr der Reichsgründung Deutschlands, zurück. 

Hier beginnt die Angst der Briten vor einer deutschen Invasion – unbegründet, wie sich leicht zeigen lässt. Gleichwohl setzte sich die irrationale Angst vor dem deutschen Wesen fort.

 

Das Wettrüsten begann, und Bandulet zeigt mit umfangreichen Daten, dass und wie sehr Deutschland weit hinterherhinkte. 

Fakten, die endlich auch in Deutschland zur Kenntnis genommen werden sollten. 

So lässt er nicht nur Zahlen sprechen, sondern vergleicht die Kraft der britischen Großkampfschiffe »Dreadnoughts« mit den deutschen Standardlinienschiffen. 

Er nimmt seine Leser mit auf ein fiktives Schlachtfeld, auf dem auch für Unbedarfte ersichtlich ist, dass die Angst vor der deutschen Flotte eher ein politisches Schauspiel war denn auf realistischen Szenarien beruhte.



 

Dennoch hätte es an jeder Stelle, zu jedem Zeitpunkt einen anderen Verlauf des sich anbahnenden Dramas geben können. 

Bandulet zeichnet Konflikte nach, in Deutschland und vor allem Großbritannien, in denen Kriegstreiber und  -verhinderer zu Wort kamen. 

Wir erfahren von Sollbruchstellen, bei denen Deutschland lediglich eine »Neutralitätsverpflichtung« von Großbritannien einforderte, und sehen atemlos zu, wie diese Bedingung torpediert wurde.

 

Und so kam es, wie es kommen sollte: 

Der bekannte Mord von Sarajevo am österreich-ungarischen Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 wurde faktisch zum Auslöser oder zumindest zum mittelbaren Auslöser des Ersten Weltkriegs. 

Doch wem nutzte der Mord tatsächlich? Welche Fehler wurden begangen? Welche Rolle spielte Serbien und sein Wunsch nach Herrschaft auf dem Balkan?

 

Hier greift Bandulet noch einmal tief in die Schatzkiste historischer Funde und erzählt eine Geschichte, die bis in die heutigen Balkan-Konflikte reicht. 

Der Autor unterscheidet sehr klar zwischen belegbaren Netzwerken und Interessen Serbiens, Russlands und der westlichen Mächte Europas auf der einen Seite sowie Hypothesen auf der anderen. 

So eröffnen sich dem gefesselten Leser Chancen, selbst zu beurteilen, inwieweit die Anschläge von langer und starker Hand geplant worden sind. 

Wer die geopolitischen Verhältnisse auf dem Balkan vor 100 Jahren nicht versteht, wird auch heute vor den immer wieder aufflammenden Konflikten und deren Ursachen die Augen verschließen müssen.

 

In dieser Gemengelage zeichnet Bandulet zudem ein neues Bild des deutschen Anteils am Ausbruch des Krieges. 

So lehrt uns die übliche Geschichtsschreibung, Deutschland habe Österreich-Ungarn in Folge des Anschlags zum Krieg gehetzt. 

Die Lage stellt sich nach Sicht der Unterlagen allerdings anders dar. Vielmehr hat Deutschland Österreich quasi einen Blanko-Scheck ausgestellt, indes in der Absicht, den Konflikt zu lokalisieren. 

Damit hätte der große Krieg gerade verhindert werden können, wie sich aus dem Zitatenschatz des Buches entnehmen lässt. 

Wien jedoch hatte viel zu viel Zeit verstreichen lassen, um den Dampf aus dem Kessel zu nehmen. 

Zudem war die Informationspolitik Wiens Deutschland gegenüber vollkommen unzureichend, um die drohende Eskalation noch zu verhindern. 

So wurde Serbien offen gedroht, und die Koalition um Serbien/Russland sowie Frankreich und Großbritannien verfestigte sich wieder.

 

Diese Koalition zugunsten Serbiens und zulasten etwa Österreichs oder Deutschlands sollte auch in den 90er Jahren noch greifen, als der Balkan erneut explodierte, wie Bandulet in seinen Ausführungen belegt. 

Ganz nebenbei zeigt er auf, dass die großserbischen Experimente, um die es in den 90ern ging, auch 1914 noch ohne Weltkrieg hätten beendet werden können.



 

Kriegsplanungen Deutschlands werden nicht bestritten


Bandulet zeigt sich bei seinen Untersuchungen nicht einseitig. Er zitiert ebenso die deutschen Kriegsplanungen, aus denen sich ein »Griff nach der Weltmacht« konstruieren ließe. 

Allerdings zeigen seine Rückgriffe auf die Bündnispolitik, auf die geografischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Umfeld des Krieges sehr deutlich auf, warum Deutschland sich eingekreist fühlen musste – und es wohl auch war. 

So belegt er anhand verschiedener Protokolle und Notizen auch die Planungen der Alliierten, etwa die geheimen britisch-russischen Flottengespräche vom Juni 1914. 

Er zeigt, welche Verhandlungen in letzter Minute noch stattfanden, um einen Kriegsausbruch zu verhindern – und präsentiert überraschende Erkenntnisse, die jeder Geschichtsinteressierte in Deutschland kennen sollte. 

Es entwickelten sich dramatische Ereignisse, Aufmärsche, die technisch bedingt nicht mehr zu verhindern waren, aber bei besserem Willen wesentlich verhaltenere Reaktionen hätten hervorbringen können.

 

Und Bandulet widerlegt die britische Darstellung, nach der Deutschland durch den Einmarsch nach Belgien – um von dort dann Frankreichs Westen einzunehmen – diesen Krieg tatsächlich begonnen habe. 

Denn Großbritanniens Außenminister Grey hatte die entscheidende Neutralitätszustimmung letztlich verweigert, da sich in London die Kriegstreiber durchsetzten. 


Auch an dieser bedeutenden Stelle der Weltgeschichte nimmt Bandulet den Leser an die Hand und zeigt den Ablauf in den Tagen vor dem tatsächlichen Beginn des Krieges. 


So lässt sich zeigen, dass in London jederzeit ein anderes Ergebnis hätte hergestellt werden können, bevor sich die unheilvolle Kette in Gang setzte: 

Die österreichische Reaktion auf das Attentat von Sarajevo, die russische Unterstützung Serbiens gegen Österreich und damit auch Deutschland, schließlich das Russland verpflichtete Frankreich, das sich wiederum auf Zusagen Großbritanniens verlassen konnte.

 

Die tatsächliche Geschichte sowie die möglichen und verpassten Wendepunkte decken auf, dass es billige Propaganda ist, Deutschland die Alleinschuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs zuzusprechen. 

Und noch 1917 hätte der Krieg zumindest abgebrochen werden können. Bandulet zeigt ein militärisches Patt im Westen auf, das die Alliierten und Deutschland hätten nutzen können oder sollen. 

Erst hier übernahmen dann wiederum die Interessen der US-Wirtschaft das Kommando, wie abschließend eindrucksvoll zu lesen ist.

 

Die USA hatten den Krieg faktisch durch Kredite mitfinanziert und beispielsweise den militärischen Nachschub der Briten organisiert. 

Die Munitionsindustrie in den USA kassierte schlicht ab, und durch die britische Blockadepolitik gegenüber Deutschland auch die exportorientierte Chemieindustrie. 

Vor allem aber profitierte das 1871 gegründete Bankhaus J. P. Morgan & Company glänzend, in dem die Geschäfte vermittelt und finanziert wurden

Die Anleihen, die wohlhabende Amerikaner gezeichnet hatten, waren gefährdet, sollten die Alliierten nicht gewinnen. 

Die angeblich neutralen USA also trieben den Krieg noch voran. 

Und damit wurde aus der Katastrophe die Tragödie des Ersten Weltkriegs, der sowohl den Bolschewismus als auch den Faschismus in Europa erst gedeihen ließ.

 

Meine Meinung: Das beeindruckend kurzweilige Buch belegt, wie unhaltbar die These der deutschen »Alleinschuld« am Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist. 

Auch wenn die weithin zitierten deutschen Historiker politisch korrekt die Schuld beispielsweise in der Aufrüstung der Seeflotte verorten, wird deutlich, dass die Großmächte rund um Deutschland mit vielfältigen Interessen, Fehlern und falschen Entscheidungen in die Katastrophe schlitterten. 

Allerdings, und dies ist die beeindruckendste Erkenntnis aus der Lektüre, hätte die Entwicklung faktisch an jedem Punkt eine andere Wendung nehmen können. 


Schwerwiegend ist der Vorwurf an die USA, aus dem Krieg 1917/1918 eine Tragödie haben werden zu lassen – schlicht aus wirtschaftlichen Interessen heraus, die Ursache für extremistische Bewegungen und den Zweiten Weltkrieg werden sollten. 

Ein Muss für jeden politisch Interessierten, der auch heute noch die großen Linien hinter den täglichen Konfliktmeldungen sucht.



Quelle: DKFZ Heidelberg 1987. Publikation Leserbrief Wolfgang Timm, Husum zur Erstausgabe "Einblick" des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

***

Diese Beiträge stellen nicht die Meinung der Redaktion dar. 

Wissenschaftliche Referenz Gesamtschau-Digital: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS & ETHISCHE SCHÖNHEITSLEHRE auf Hauptseite www.chza.de !