Donnerstag, 6. März 2014

"WAS WISSEN SIE ÜBER DIE TODESSCHÜTZEN, FRAU MERKEL UND HERR KLITSCHKO?" (HELIODA1)

Was wissen Sie über die Todesschützen, Frau Merkel und Herr Klitschko?

“Was wissen Sie über die Todesschützen, Frau Merkel und Herr Klitschko?”

STIMME RUSSLANDS 


Es ist der größte Skandal, seit es die so genannten “Maidan-Aufstände” in der Ukraine gibt – aber wieder einmal verschweigen ihn die deutschen Medien, zumindest größtenteils. Wohlweislich, weil ihnen sonst die ganze Ukraine-Krim-Berichterstattung – im wahrsten Sinne des Wortes – um die Ohren fliegt!

Die Scharfschützen, die bei den Protestaktionen in Kiew auf Menschen geschossen haben – Opfer waren Demonstranten und Polizisten – sind wohl nicht vom damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch beauftragt worden, wie medial verbreitet, sondern von den “Leitern des Maidan”! Von der Oppositionsbewegung.


Alle Indizien, die vorliegen, sollen demnach davon zeugen, dass sowohl Protestler als auch Mitarbeiter der Sicherheitsorgane von ein und denselben Scharfschützen getötet wurden!



Ist dies krude Verschwörungstheorie oder Fakt?

Gerne würden EU-Politiker und westliche Medien diesen unglaublichen Skandal mit dem Totschlagargument Verschwörung abstempeln. Aber dieses Mal können sie es kaum!



volksbetrugpunktnet hat Ukraine : Abgehörtes Telefonat -- die große Maidanlüge ist aufgeflogen ! hochgeladen.
Ukraine : Abgehörtes Telefonat -- die große Maidanlüge ist aufgeflogen !
volksbetrugpunktnet


Die oben genannten Fakten wurden bei der Aufnahme eines Gesprächs vom 26. Februar zwischen der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, und dem estnischen Außenminister Urmas Paet enthüllt, über die der ukrainische Sicherheitsdienst verfügte. Dabei tauschten sich beide Politiker über die Situation in der Ukraine aus. Paet erzählte, was er in Kiew erfahren hatte: 

Olgo B., die die Verletzten auf dem Maidan behandelt hatte, informierte ihn über Scharfschützen, die Menschen in Kiew töteten. Ihr zufolge deuteten alle Indizien darauf hin, dass Menschen auf beiden rivalisierenden Seiten von ein und denselben Schützen erschossen wurden. 

Die Ärztin hätte ihm auch Bilder gezeigt und gemeint, dass in allen Fällen die gleiche Munition benutzt und die Menschen auf die gleiche Art getötet worden seien.


EU-Chefdiplomatin Ashton hat anscheinend auch mit Olga B. gesprochen und ihr gesagt, dass sie sich vorbereiten solle, eine Regierungsverantwortung zu übernehmen, etwa als Gesundheitsministerin. “Ich habe ihr gesagt, dass wir Leute wie sie brauchen”, so Ashton weiter.


Soll die Maidan-Ärztin etwa “gekauft” werden, damit sie ihre Erkenntnisse für sich behält? Freilich nur Spekulation, aber nichtsdestotrotz naheliegend. Denn wie sonst könnte man einer Ärztin auf einmal einen Job als Gesundheitsministerin in Aussicht stellen?


Außenminister Paet: „Besorgniserregend ist, dass die neue Koalition nicht gewillt ist, die Umstände dieser Todesschüsse zu klären. Somit wird der Verdacht erhärtet, dass hinter den Scharfschützen nicht (Präsident Viktor) Janukowitsch, sondern jemand aus der Koalition gestanden hat.” Dies bringe die neue Koalition von Anfang an in Misskredit. Paet zufolge ist das Vertrauen der Bevölkerung zum neuen Kabinett gleich Null. Darüber hinaus gebe es Probleme mit der Gewährleistung der Sicherheit und der territorialen Integrität sowie um die Krim u.a. Parlamentsabgeordnete würden massiv unter Druck gesetzt. Nachts kämen zu ihnen „ungebetene Gäste“. Journalisten wollen gesehen haben, wie Bewaffnete direkt vor dem Parlamentsgebäude einen Abgeordneten brutal niedergeschlagen hätten.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/05/madain-handelten-scharfschuetzen-im-auftrag-der-neuen-koalition/

Paet erwähnte, dass die Scharfschützen von “Leitern des Maidan angestellt worden waren”. Und weiter: “Es gibt immer stärkere Erkenntnisse darüber, dass hinter den Scharfschützen nicht Janukowitsch steht, sondern jemand aus der neuen Koalition. Das haben mir die Demonstranten vom Maidan erzählt. Sie vertrauen niemandem. Sie wollen eine völlig neue Regierung.”



Dieses Top Secret-Gespräch wurde mit der Einstellung ins Internet öffentlich gemacht. Zu finden beispielsweise bei der STIMME RUSSLANDS:

Aber ist dieses hochbrisante Gespräch vielleicht ein Fake? Europas größte Tageszeitung, die BILD, legt dies in ihrer Berichterstattung jedenfalls nahe. So schreibt sie: “Ist das ein abgehörtes Telefonat unter Diplomaten oder ein konstruiertes Propaganda-Instrument? Auf YouTube tauchte ein Telefonmitschnitt auf, zu hören sind die Stimmen der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und des Außenministers von Estland, Urmas Paet – angeblich.” 

In diesem Tenor macht die BILD dann weiter, spricht davon, “der Mann, der Paet sein soll”, über den “vermeintlichen Paet”, eine Frauenstimme, die “Catherine Ashton gehören soll”, um dann zu fragen: “Sind das die echten Stimmen von Ashton und Paet, oder haben Maidan-Gegner dieses Telefonat inszeniert?” 

Und erst ganz klein gedruckt, als letzten Satz dieser manipulativen Berichterstattung steht: “Das Außenministerium Estlands bestätigte in einer Pressemitteilung, der Telefonmitschnitt sei “authentisch”.


Mit dieser Story hat die BILD wohl ihre eigene Berichterstattung ad absurdum geführt und ihre manipulativen Techniken – für jeden ersichtlich – offen gelegt.



Der estnische Außenminister Paet bestätigte die Authenzität des Gesprächs tatsächlich! 

“Äußerst bedauernswert ist, dass es so ein Abhören überhaupt gegeben hatte”, gestand er zudem ein.

Hier die Pressemitteilung des estnischen Außenministeriums.

Und eine weitere Berichterstattung:http://german.ruvr.ru/news/2014_03_05/Estland-bestatigt-Authentizitat-des-Gesprachs-uber-Scharfschutzen-auf-Maidan-8204/

Dass hinter den Maidan-Scharfschützen nicht Janukowitsch, sondern jemand aus der neuen Koalition stecken soll, behauptete auch der ukrainische Ex-Präsident bei seiner letzten Pressekonferenz.


volksbetrugpunktnet hat Erste Politiker erkennen Merkels Steuerung der Gewalt in der Ukraine hochgeladen.
Erste Politiker erkennen Merkels Steuerung der Gewalt in der Ukraine
volksbetrugpunktnet


Noch einmal: 

Dieses abgehörte Telefongespräch zwischen zwei hochrangigen EU-Politikern wirft ein völlig neues Licht auf den gewaltsamen Umsturz in Kiew!

Wer mit den “Leitern des Maidan” gemeint ist, bleibt offen. Klar jedenfalls scheint, die Opposition. Aber wer davon? Julia Timoschenkos “Vaterlands-Partei”, Vitali Klitschkos “UDAR” oder Oleh Tjahnyboks rechtsextreme und antisemtische “Swoboda”-Partei?

Wer also ist für diesen Schießbefehl verantwortlich?

Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang auch an den ORF-Sonderkorrespondenten Christian Wehrschütz, der im Februar 2014 live aus Kiew berichtete: “Extremistische Oppositionelle stürmten Polizeikasernen und erbeuteten Waffenlager. Diese extremen Gruppen schickten dann Scharfschützen auf die Straßen in Kiew.”


Zu den “Leitern des Maidan” gehören natürlich die Oppositionsparteien. Deshalb ist die Frage berechtigt, was auch die deutsche Regierung unter Angela Merkel und ihr politischer “Ziehsohn” Vitali Klitschko über die Todesschützen wissen? Denn die CDU hat sich längst tief in die ukrainische Oppositionspolitik eingemischt.

Bei der ukrainischen Oppositionspartei UDAR (“Schlag”) von Vitali Klitschko jedenfalls wird die “Christlich demokratische Union” sogar als offizieller “Partner” angegeben. [Siehe eingefügtes Bild oben]


Längst sind Gerüchte im Umlauf, die besagen, die UDAR wäre gar von der CDU gegründet worden, um ihren Einfluss in die ukrainische Politik wahr zu machen.


Die STIMME RUSSLANDS, eine russische staatliche Rundfunkanstalt, veröffentlichte bereits im November 2012 unter anderem:

"UDAR, eine CDU-Erfindung. Jetzt kommt der neue Politiker mit seiner neuen Partei ins Spiel: Vitali Klitschko und UDAR. UDAR wurde von der CDU konzipiert… Auf der Webseite des CDU-Politikers und Vorstandsmitglieds der Europäischen Volkspartei (EVP), Werner Jostmeier, liest man Folgendes: „Klitschko wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung damit beauftragt, in der Ukraine eine christlich-konservative Partei unterstützend mit auf die Beine zu stellen und zu etablieren. Seine Aufgabe als Parteichef der „Ukrainischen demokratischen Allianz für Reformen“, die UDAR (Ukrajinskyj demokratytschnyj aljans sa reformy) nimmt er dabei sehr ernst“….

http://german.ruvr.ru/2012_11_06/93666367/


Klickt man heute den oben genannten Link von Jostmeier an, dann steht da einiges über sein Treffen mit Klitschko, nicht mehr jedoch über eine Beauftragung der CDU. Es sieht so aus, als ob dieser Teil gelöscht worden wäre…


Weitere Fakten: 

Schon im Januar 2011 hielt Klitschko in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU eine Pressekonferenz ab. Dabei traf er sich auch mit dem CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Am 9. November 2013 organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit der Jugendorganisation von Klitschkos UDAR ein Seminar zum Thema „Die Perspektive der Ukraine im Kontext des Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union“. 

Dabei haben sich über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der gesamten Krim mit den Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie mit zwei Experten des Instituts für globale Transformationen und des Instituts für wirtschaftliche Studien und politische Beratung aus Kiew über die Vor- und Nachteile des Abkommens ausgetauscht.


Im Dezember 2013 lässt Bundeskanzlerin Angela Merkel öffentlich verlauten, den ukrainischen Oppositionspolitiker Vitali Klitschko durch gemeinsame Auftritte zu stärken. Man wolle den Profiboxer zum Oppositionsführer und Gegenkandidaten des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch aufbauen. 

Und weiter wird verraten, dass die UDAR bereits logistische Unterstützung u.a. von der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalte. Zudem seien UDAR-Parlamentarier und deren Mitarbeiter geschult worden. Selbst Merkels außenpolitischer Berater Christoph Heusgen, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Ex-Außenminister Guido Westerwelle hatten damals mit Klitschko über mögliche Unterstützungen gesprochen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/merkel-klitschko-ukraine

Bleibt also zu hoffen, dass die “Leiter der Maidan-Aufstände” schnellstens für ihre Schießbefehle der Scharfschützen auf Demonstranten und Sicherheitskräfte zur Verantwortung gezogen werden – sich ebenfalls auch die deutsche und europäische Politik dafür verantworten muss, die die Opposition-Parteien unterstützt.

Und auch die westlichen Medien, die lange genug falsch berichtet, geschwiegen, vertuscht und gelogen haben.

Dieser Artikel wurde zuerst auf dem Blog des Kommentators guidograndt.wordpress.com veröffentlicht.

Der Autor des Kommentars, Guido Grandt, ist deutscher investigativer Wirtschafts-Politik- und Gesellschafts-Publizist und TV-Redakteur.




ANHANG

Ukraine: Aufbruch in den Abgrund

Quelle: http://einarschlereth.blogspot.se/2014/03/ukraine-aufbruch-in-den-abgrund.html

Aufbruch in den Abgrund

Einschätzungen und Eindrücke aus der Ukraine
Wir waren ja nur kurz da, aber haben viel erlebt. Viele Gespräche geführt, mit Befürwortern und 
Gegnern des Aufstandes, der vergangenes Wochenende den vormaligen ukrainischen 
Präsidenten Viktor Janukowitsch zur Flucht veranlasste. Wir haben viele Nazis und Faschisten 
getroffen, viele „normale Leute“ auf beiden Seiten, einige Wissenschaftler und Intellektuelle und 
sehr wenige (aber immerhin) Linke. Was sich ergeben hat, kann man hier lesen.


Die Bewegung auf der Straße wird von Rechten und Faschisten dominiert. Daran 
besteht unserer Auffassung nach kein Zweifel. Die Symbolik des deutschen Faschismus 
und der ukrainischen NS-Kollaborateure ist überall, wirklich überall zu sehen. Die 
schwarz-rote Fahne der Ukrainischen Aufständischen Armee und der Organisation 
Ukrainischer Nationalisten, die während des Zweiten Weltkriegs Zehntausende 
Polen und Juden ermordeten und an der Seite Hitler-Deutschlands gegen die 
Sowjetunion kämpften, ist die – nach verschiedenen Formen ukrainischer Nationalfahnen 
in blau-gelb – die präsenteste auf dem Platz. Hakenkreuze gibt es immer wieder mal 
an den Wänden, sehr prominent ist das Keltenkreuz, die Wolfsangel, SS-Runen. 

Schilder und Embleme mit Schwarzen Sonnen finden sich ebenso wie die Symbole 
von Combat 14 oder Parolen aus der Zeit der ukrainischen Kollaboration mit dem 
deutschen Faschismus.


Wer sind die Faschisten? Die Partei Swoboda („Freiheit“) von Oleg Tjagnibok ist sehr 
präsent. Sie hat sich in der Übergangsregierung einflussreiche Posten gesichert, unter 
anderem den, des Generalstaatsanwalts. Sie vertritt ein sozial-demagogisches Programm, 
in dem sie Versprechungen von höheren Löhnen, Privatisierungsstopps und Kontrolle 
über den Bankensektor festschreibt, das aber auch zahlreiche offen rassistische, 
militaristische und in Richtung Autoritarismus weisende Passagen enthält. Im wesentlichen 
geht es ihr in ihrem Programm um ein ethnisch „rein ukrainisches“ Land, das eine 
selbständige und starke Nation werden soll.

Über ihre Vorschläge zur Bekämpfung von Ausländerkriminalität und zur Vereinfachung 
von Abschiebungen etc. müssen wir uns nicht auslassen, es reicht der Hinweis, dass 
sie die ukrainische Bündnispartei der NPD ist. Interessant ist vielleicht, wie wir heute auf einer Pressekonferenz des Swoboda-Führers Tjagnibok vor dem Parlament gehört haben, dass 
sie abermals eine Verfassungsänderung vorschlägt, die wiederum erneut dem Präsidenten 
Macht über das Parlament geben soll (genau dagegen sollte ja der Maidan angeblich kämpfen). 

Ach ja: Im übrigen fordert sie die Wiederherstellung der Ukraine als Atommacht unter Mithilfe 
der USA. 


Den EU-Beitritt schlägt auch sie – zähneknirschend – vor, denn, so Tjagnibok heute: 

„Die andere Möglichkeit wäre Russland.“ Sie hatte 16 tote Mitglieder zu verzeichnen, die 
bei den Kämpfen vergangene Woche umkamen, was sie auch publikumswirksam zu nutzen 
versteht.

In dem Gebiet um den Maidan selbst sind andere Gruppen präsenter, nämlich die, die als 
„Rechter Sektor“ bekannt geworden sind (obwohl der „offizielle“ Rechte Sektor nicht alle 
Nazi- und Faschistengruppen jenseits von Swoboda beinhaltet, denn es gibt davon sehr viele 
und einige sind noch aggressiver und noch nazistischer als der „Rechte Sektor“ – erzählt hat 
man uns hier vor allem von einer Gruppe namens „Bruderschaft“ und einer, die nach wie 
vor den Namen Ukrainische Aufständische Armee führt). 


Diese rechten Gruppen haben starken Zulauf. 

Sie unterhalten „Rekrutierungsbüros“ auf den Straßen zum Maidan, bei dem des 
„Rechten Sektors“ stehen durchgängig, ob du morgens oder abends vorbeiläufst, 
zwischen zehn und dreißig Leute an, die darauf warten, zum befehlshabenden 
Kommandanten durchgelassen zu werden, um beitreten zu können. Wichtig ist 
aber, auch nicht zu vergessen, warum diese – meist jungen – Menschen dem 
Rechten Sektor beitreten wollen. 

Fragt man sie, ist die Antwort immer (!) die: „Die Parteien, egal ob Regierung oder 
Opposition betrügen uns, der Rechter Sektor sorgt dafür, dass genug Druck da ist, 
damit sie das nicht können.“ 

Und: „Der Rechte Sektor hat am mutigsten gekämpft, immer ganz vorne. 


Die anderen reden nur, aber sie tun nichts.“ Man kann mit Sicherheit nicht sagen, dass alle, 
die dem Rechten Sektor beitreten, gestandene Antisemiten und Rassisten sind. Das allerdings 
macht das Phänomen nicht ungefährlicher, denn die Führungen der Organisationen und 
deren politische Ziele sind deshalb nicht weniger faschistisch.

Es stimmt, dass es Übergriffe – vor allem gegen Kommunisten, Mitglieder der früheren 
Regierungspartei „Partei der Regionen“ oder sogenannte Titushki – gibt. Einen davon, die 
faschistische Stürmung und Besetzung der Zentrale der Kommunistischen Partei, konnten 
wir selbst verifizieren, über andere haben uns Mitglieder einer unabhängigen Kommunistischen 
Gruppe – Borotba (Kampf) – und Vertreter der Kommunistischen Partei erzählt. 

Es gibt massive Drohungen, auch gegen die Familien von Linken, Angriffe auf Privatwohnungen 
linker Funktionäre und Einrichtungen der kommunistischen Partei. Übereinstimmend haben 
uns beide Gruppen erzählt, dass es eine Todesliste gebe. Dass die ernst genommen wird, 
meinen auch beide, vieles spricht dafür.

Borotba hat seine politische Leitung von Kiew in den Südosten verlegt, in der Hauptstadt sei 
man nur noch „im Untergrund“ tätig, alles andere sei zu gefährlich. Borotba selbst hat zu 
Beginn der Proteste auch versucht am Maidan ein Zelt aufzustellen und einen linken Protest 
gegen Janukowitsch zu organisieren, das Zelt ist zerstört, die Aktivisten krankenhausreif 
geschlagen worden.

Nachdem wir nun von den Faschisten gesprochen haben, wollen wir von denen nicht 
schweigen, die keine Nazis sind. Als die neue De-Facto-Regierung am Mittwoch auf 
der Bühne sprach, waren hier Zehntausende Menschen, selbstverständlich sind die nicht 
alle Hitler-Jungen oder -Mädels. Die Motive des durchschnittlichen Demonstranten gleichen 
einander. In der Hit-List der meistgenannten Gründe, wer hätte es gedacht: „Wir wollten 
Janukowitsch weg haben.“ Stimmt nur ein Zehntel dessen, was die Leute erzählt haben – 
und davon gehen wir aus, wir haben auch mit Ökonomen gesprochen, mit Journalisten, 
und die Medien bringen ja jede Menge Indizien dafür, dass es stimmt, dann muss dieser 
Typ ein wahrhafter Künstler im Akkumulieren von Reichtümern sein. Man geht von 
zweistelligen Milliardenbeträgen aus, die er sich eingesteckt haben soll. 

Sein Sohn wurde innerhalb von zwei Jahren vom Tellerwäscher (naja, nicht ganz ;-) ) 
zum Milliardär, von einem Journalisten danach gefragt, wie das gehe, sagte der: 
„Er arbeitet eben.“

Die anderen, die arbeiten, verdienen 3000, 4000 Grivna, umgerechnet irgendwas um 
die 250 bis 350 Euro oder so, monatlich. Wir haben den Selbsttest gemacht: Gehst 
du zum Billa (österreichischer Supermarkt auf der Kreschatik-Straße, nur als Anmerkung 
für die Piefke) und kaufst dir ein Päckcken Milch, ein Stück Käse, eine Wurst, ein Joghurt 
und Billigbrot, dann kommst du auf 8 Euro. Rechnet euch aus, wie man über die Runden kommt.

Janukowitsch indes hatte nicht nur dutzende Luxusautos, Milliardenvermögen im Ausland, 
eine ukrainische Neverland-Ranch, sondern auch einen Zoo. In dem soll es exotische 
Viecher gegeben haben, deren Fütterung Zehntausende Euro im Monat kostet. 

Kein Wunder, dass die Ukrainer, die mit ihrer Handvoll Grivna an der Billa-Kasse stehen, da nicht allzu erfreut drüber sind.

Speziell ist unserer Einschätzung nach, dass der Kreis, unter dem das erbeutete Raubgut 
verteilt wurde, extrem klein ist. 

Soll heißen: Auch die Stützen der Macht, die Bullen, die Soldaten usw. sind extrem unterfinanziert, 
und zwar nicht nur in den einfachen Rängen. Eine Frau hat uns erzählt, dass ihr Bruder 
hochrangiger IT-Spezialist und Offizier in der Armee ist und der verdient umgerechnet 600 
Euro im Monat. Vielleicht mit ein Grund, warum der Sturz nicht allzu lang dauerte.

Nun ist Janukowitsch ein Arschloch. Aber er ist sicher nicht das einzige. Das Spiel, das in dem 
Land gespielt wird, ist einfach dieses: Verschiedene Oligarchen-Gruppen konkurrieren 
um das größte Stück vom Kuchen. Julia Timoschenko oder Petro Poroschenko sind 
nicht anders als Janukowitsch. Timoschenko ist Janukowitsch im Blut-und-Boden-Look, 
mehr nicht.

Das allerdings wissen – im Unterschied zu den deutschen Politikern und Medienanstalten – 
auch die Leute vor Ort. In zwei Tagen konnten wir – außer an den jeweiligen Wahlständen 
der betreffenden Parteien keine Person treffen, die irgendeinen dieser 
Selbstbereicherungsprofis als reale Alternative angesehen hätte

Neben Janukowitsch und Korruption finden sich bei den „normalen“ Demonstranten 
viele Protestgründe, die eigentlich eher „linke“ Themenbestände sind: Armut und 
Polizeigewalt spielen eine Rolle, auch das Fehlen von demokratischen Partizipationsmöglichkeiten.

Allerdings: Diese eigentlich „linken“ Inhalte sind völlig überformt durch den allgegenwärtigen Nationalismus. Damit meinen wir nicht die Nazis und Faschisten, die ganz normalen 
Demonstranten haben – erklärbar aus der ukrainischen Geschichte – ein völlig übersteigertes Nationalgefühl. Permanent schreien sie „Slava Ukraini“, Ruhm der Ukraine. Die Floskel ist 
mittlerweile zur Grußformen geworden. 

Du sagst auf dem Platz nicht einfach „Hallo“, sondern „Ruhm der Ukraine“ und der andere 
antwortet entweder auch „Ruhm der Ukraine“ oder „Ruhm den Helden“, in Anspielung auf 
die Toten der vergangenen Wochen. Es hat etwas massenpsychotisches, wenn Tausende 
sich das vor der Bühne gegenseitig im Chor zubrüllen. Ebenso bei „normalen“ Demonstranten 
präsent sind antirussische Ressentiments á la „Die Russen sind sind so und so“. 

Dazu kommt, dass auch diejenigen, die sich selbst nicht aktiv in die Tradition der ukrainischen 
Hitler-Kollaborateure stellen, kein Problem damit haben, dass das anderen tun. Stepan 
Bandera ist auch für diejenigen ein „Held“, die jetzt nicht unmittelbar überlegen, Polen oder 
Juden jagen zu gehen. Es gibt schlichtweg überhaupt kein Problembewusstsein über diese Kollaborationsgeschichte, kritische Distanz existiert nicht (zumindest soweit wir das auf dem 
Maidan beobachten konnten). Weil diese Elementen rechten, nationalistischen Denkens 
soweit verbreitet sind, können die Nazis sich als „unsere Jungs an der Front“ vermarkten. 
(Der Nationalismus funktioniert übrigens für beide Seiten, denn die einen korrupten 
Kleptomanen mobilisieren die, die sie bestehlen, für die „ukrainische Nation“, die 
anderen ihre Klientel mittels russischem Nationalgefühl.)

Natürlich gibt es auch in der Ukraine eine Linke. Allerdings nicht auf dem Maidan. 
Wie oben gesagt: Du kannst dort kein linkes Zelt hin bauen, weil dir die Selbstschutzkräfte 
des Maidan selbiges wohl relativ schnell dahin rammen würden, wo die Sonne nicht scheint. 
Es gibt eine Organisation namens Avtonomia, die ist anarchistisch und ihre Proklamationen 
sind auf Indymedia hin und wieder in Übersetzung erschienen. 

Wir hatten Email-Kontakt, man hat uns wiederholt versprochen, wir würden einen 
Gesprächspartner bekommen, geklappt hat das leider nicht, aus welchen Gründen auch 
immer. Sehr bekannt dürfte die Gruppe in der Normalbevölkerung nicht sein, wir haben ein 
paar Mal nach ihr gefragt, Reaktion null.

Dann gibt es die Kommunistische Partei. Eigentlich sollte sie 150 000 Mitglieder haben, 
viel zu spüren bekommt man von ihnen nicht. Im Moment vertreten sie die Position, dass 
sie immer schon gesagt hätten, dass Janukowitsch ein Dieb ist und sie nur mit seiner 
Partei gestimmt haben, wenn es „zum Wohle der Bevölkerung war“. 

Das ist unserer Ansicht nach eine verzerrte Sichtweise. Alles in allem wollen wir zur KP 
nicht viel sagen. Zwei Dinge sollten reichen: Unser Ding wäre das nicht, und wenn die 
Partei nicht selbstkritischer und wesentlich undogmatischer wird, und mit ihrem geradezu 
grotesken Glauben in den Staat und dem entsprechenden Legalismus bricht, wird das 
wohl nichts. 
Insgesamt hat sie viel mit der hiesigen Linkspartei gemein, sie ist eine Art parlamentarischer Traditionswahlverband, dem es am liebsten ist, wenn alles seinen gemächlichen, normalen 
Gang geht. Der erste Kampf, den sie führen wird müssen, ist der gegen die Überalterung. 
Denn die junge Generation orientiert sich leider nicht nach links, und das hat auch Gründe, 
die in der Politik dieser Partei liegen. Das Zweite aber: Bereichert hat sich die Partei selbst 
offenbar nicht, und im Moment steht sie im Fokus der Angriffe der Faschisten, deshalb 
verdient sie Solidarität, wenn auch nicht politische Zustimmung.

Außerdem haben wir jemanden von Borotba getroffen, einer Gruppe von Kommunisten, 
die sich von der KP abgespalten haben, als diese begann, sich an die Partei der Regionen 
anzubiedern. Borotba ist klein aber fein. Differenzierte Analysen, ein Gespür dafür, dass 
es manchmal besser ist, eigenständig zu arbeiten, als sich an mächtige Gruppen anzubinden 
und mehr Aktivismus als bei der ungefähr 150mal so großen KP. Borotba hat sich gegen 
Janukowitsch und gegen die Opposition ausgesprochen und am Anfang auch noch 
versucht, den Protest zu politisieren. Im Moment arbeiten sie an der Schaffung antifaschistischer Widerstandsgruppen, nun, da Janukowitsch weg ist, so ihre Ansicht, sei der Hauptkampf 
der gegen die Faschisten. Interessant an ihnen ist, dass sie – ohne sich auf eine Seite zu 
stellen – die geostrategische Machtpolitik sowohl Russlands wie auch der westlichen 
Imperialisten kritisieren.

Neben den lokalen Playern gibt´s spielen im Kampf um die Ukraine natürlich auch die 
Interessen der USA, der EU und Russlands eine Rolle. Die USA finanzieren und 
unterstützen die prowestliche Bewegung in der Ukraine seit langem massiv, man erinnere 
sich nur an die Episode „Organgene Revolution“, in den Hauptrollen Julia Timoschenko 
und Viktor Juschtschenko und an deren Ausgang. Die Europäische Union – allen voran 
Deutschland – haben in der Ukraine bewiesen, dass sie zunehmend selbstbewusster 
werden, und ausgetestet, wie weit sie – auch ihrer eignen öffentlichen Meinung gegenüber, 
beim Regime Change gehen können. Insgesamt nehmen sie bewusst einen Bürgerkrieg 
in Kauf, der nicht mehr ein bloßes Gedankenspiel ist, sondern eine tatsächliche Bedrohung.

Was macht Russland, ist im Moment die große Frage. Selbst ein imperialistisches Land 
wie seine westlichen Widersacher, kann es sich nicht ewig leisten, von letzteren aus seinen 
Einflusssphären vertrieben und eingekreist zu werden. Im Moment sieht es so aus, als 
würden Truppen an der Westgrenze aufgezogen, ob das eine Machtdemonstration, ein 
Wink mit dem Zaunpfahl an die Kiewer Regierung, die Faschisten in Zaum zu halten, oder 
die Vorbereitung eines wohl folgenreichen Eingreifens ist, ist unklar. Die USA haben ebenfalls 
den Ton verschärft und Putin vor „schweren Fehlern“ gewarnt. Und auch Klitschko darf öffentlichkeitswirksam in der BILD Putin „warnen“. Die Zuspitzung des imperialistischen 
Konflikts bedeutet jedenfalls für die Ukraine nichts gutes.

Insgesamt kann man sagen: Gut sieht´s nicht aus, nach dem euphorischen Aufbruch 
vom Maidan, das wird auch vielen Demonstranten bewusst. Staatsbankrott, Grivna 
auf dem Allzeittief, Faschisten als nicht mehr wegzudenkender politischer Faktor, einander um die Beute zankende Großmächte. Klar ist: Vorbei ist die Sache lange nicht.

Kommentare:

  1. Wann werden die Schuldigen der tödlichen Auseinandersetzung ermittelt und bestraft ?
    Ich meine ganz speziell die Heckenschützen, die auf der Seite der friedlichen Revolutionäre für Tote und Verletzte in den Reihen der Demonstranten und Ordnungskräfte gesorgt haben.
    Berkut-Angehörige als Zeugen sind ja in den "Ruhestand" geschickt wurden, die OSZE ist im Land und wo ist da jetzt das Problem?

    Antworten
    Antworten
    1. Jeder einzelne ist schuld, sie, ich, die Toten, einfach alle. Weil alle nicht ihr Ego, ihre täglich Faulheit, Ignoranz, Eitelkeit usw. im Griff haben. Nicht irgendwelche wenige Terroristen sind schuld, dass die Welt so ist wie sie ist, sondern die vielen Milliarden Weggucker, Mitläufer, Maulhelden, Stammtischphylosophen, ganz "normale" Menschen.
      Die wenigen 10.000 wirklich schlechten "Menschen" könnten nichts ohne unsere Kooperation erreichen.

  2. Kiew=Generalprobe für Moskau – Henry Kissinger am 2.2.14 im CNN-Interview

    Was im MDR-Forum beharrlich gelöscht wird!
    Wo doch der MDR so Demokratisch sein will?

    "CNN: Sie kennen Putin gut. Sie haben ihn häufiger getroffen als jeder andere Amerikaner. Glauben Sie, dass er beobachtet, was in der Ukraine passiert, und er denkt, der Westen und die USA würden dies im Grunde als Schritt zur Umzingelung Russlands betreiben?

    Kissinger: Ich glaube, dass er denkt, dass dies eine Generalprobe ist, für das, was wir in Moskau tun möchten. Und…

    CNN: Regime Change (Umsturz)?

    Kissinger: Eine Regime-Change-Angelegenheit. Und der Umstand, dass es in solch zeitlicher Nähe zu den [Olympischen Winter-]Spielen von Sotschi geschieht, wird in ihm noch mehr Verdacht erregen. Aber Putin glaubt, dass der Zerfall der Sowjetunion eine große historische Katastrophe war…"

    Das kann jeder auch auf cnn nachhören!
    http://edition.cnn.com/video/data/2.0/video/bestoftv/2014/02/01/exp-gps-kissinger-sot-putin.cnn.html

    Auch das Transkript der am 2.2.2014 ausgestrahlten CNN-Sendung ist auf cnn verfügbar und lautet wie folgt:

    "Compromise on Iran Needed; A Closer Look at Inequality; Obesity Could be Next in Line for Intervention by Policymakers; Discussion of Russia's Reaction to Ukrainian Revolution, Situation Around Sochi; Interview With Valery Gergiev

    Aired February 2, 2014 - 10:00 ET

    THIS IS A RUSH TRANSCRIPT. THIS COPY MAY NOT BE IN ITS FINAL FORM AND MAY BE UPDATED.


    .....


    <10:40:00>

    ZAKARIA: You know Putin well. You've met him more than any American. Do you think he is watching what is happening in Ukraine and thinking, the West and the United States is doing this essentially as a way of surrounding Russia?

    KISSINGER: I think he thinks that this is a dress rehearsal for what we would like to do in Moscow. And ...

    ZAKARIA: Regime change? KISSINGER: A regime change issue. And the fact that it's happening so close to the Sochi games, will make him even more suspicious. But Putin thinks that the disillusion of the Soviet Union was a great historical disaster. So obviously, the largest part of this independence is Ukraine with 50 million people, and he can't be indifferent.

    .....

    http://transcripts.cnn.com/TRANSCRIPTS/1402/02/fzgps.01.html

    Für den MDR natürlich ohne Verlinkung geschrieben!

    auch verboten im MDR

    KISSINGER- UKRAINE IST GENERALPROBE FÜR REGIME WECHSEL IN MOSKAU
    http://www.youtube.com/watch?v=X9L6pCHhU1o


    Kissinger: Kiew ist Generalprobe für Regimechange in Moskau (antikrieg.TV)
    http://www.youtube.com/watch?v=yo5_ct7R6Ng

    Antworten
    Antworten
    1. Kissinger sagt doch nur das Putin denkt das es die Generalprobe ist...
      Kissinger sagt nicht das es so ist.

  3. Es ist immer eine Generalprobe. Bis zur Hauptvorstellung. Frau Merkel, die wie ich aus dem Osten kommt, müsste doch im gleichen Schulsystem, dem auch ich unterworfen war, beigebracht bekommen haben, dass der Weg nach Osten sehr holprig sein kann. Er kann sogar mit der Auslöschung der Angreifer enden. Frau Merkel und der komplette Rest der Räuberclique aus Hochfinanz, Monopolindustrie und Imperialpolitik meint wahrscheinlich, wenn es so käme, könne man dem ja aus dem fernen Amerika gemütlich vor dem TV zuschauen, die paar Millionen toten Plumpärsche aus Deutschland, Polen, Russland oder anderswo, mein Gott, davon geht doch die Welt nicht unter - aber: SO WIRD ES NICHT SEIN. Die 89er Wende ist lange vorbei. Es wird keine Gnade geben.

    Antworten


 

***

Für alle auf "HELIODA1 BLOG" veröffentlichten Inhalte, Kommentare, Meinungen und Blogs sind ausschließlich ihre Autoren verantwortlich. Diese Beiträge stellen nicht die Meinung der Redaktion dar. Wissenschaftliche Referenz Gesamtschau-Digital: CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS & ETHISCHE SCHÖNHEITSLEHRE auf Hauptseite www.chza.de ! 

Motto von Carl-Huter-Zentral-Archiv: WISSEN in Liebe IST MACHT statt Geld ist Macht!