Dienstag, 18. Februar 2014

MICHELANGELOS 450. TODESTAG: DAS SCHÖNE IM DETAIL. (HELIODA1)

Michelangelos 450. Todestag: Das Schöne im Detail


Quelle: http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Michelangelos-450-Todestag-Das-Schoene-im-Detail-1650963024

Junge, trainierte Muskeln spannen sich unter der glatten, unbedeckten Haut. Bis in die kleinsten Details definiert und nach der Natur gebildet steht der kolossale marmorne Davids-Jüngling Michelangelo Buonarrotis in der florentinischen Galleria dell Accademia. Michelangelo Buonarroti starb heute vor 450 Jahren.
Oft reproduziert: Das Fresko "Die Erschaffung Adams" mit der hauchzarten Berührungsgeste des Göttlichen mit dem Menschlichen in der Sixtinischen Kapelle stammt von Michelangelo. Foto: dpa/Musei VaticaniOft reproduziert: Das Fresko "Die Erschaffung Adams" mit der hauchzarten Berührungsgeste des Göttlichen mit dem Menschlichen in der Sixtinischen Kapelle stammt von Michelangelo. Foto: dpa/Musei Vaticani

Rom. Ein Augenschmaus ist er fürwahr, wie er, kontrapostisch und geschmeidig und entfernt der antiken Doryphoros-Figur (zu deutsch: Speerträger) des antiken Bildhauers Polyklet entlehnt, vom übergroßen, alle Zeiten überdauernden Kunst-Genie seines Schöpfers spricht.

Buonarroti starb heute vor 450 Jahren und hinterlässt ein uvre, welches von den herausragenden Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle im römischen Vatikan bis hin zu der Kuppel des Petersdoms reicht. 

Michelangelo, der am 6. März 1475 in Caprese im Apenningebirge als Sohn eines Florentiner Beamten zur Welt kam, entdeckte bereits früh seine Leidenschaft für die schönen Künste.


Mit 13 Jahren wurde er Lehrling in der damals noch unter dem Begriff Werkstatt firmierenden Künstlerschule Domenico Ghirlandaios, des großen Renaissance-Künstlers, der vor allem mit seinen religiösen, aber noch weitgehend mittelalterlich-stilisierten Tafelmalereien die Kunstwelt nachhaltig beeinflusste. 

Hier erlernte der Junge die Kunst der Fresko-Malerei, den effektvollen Gebrauch von Licht und Schatten, die den Körper der Figuren, ab 1508 schließlich auch jenen göttlichen der Sixtinischen Kapelle, naturalistisch nachzubilden im Stande sind. 
Später wechselte der von Kindheit an stark perfektionistisch veranlagte und lernbegierige Michelangelo in die Werkstatt des im Dienste der Familie der Medici stehenden Bronzegießers und Bildhauers Bertoldo di Giovanni, bei dem er seiner wahren Leidenschaft - der Bildhauerei - endlich im vollen Umfang nachgehen konnte.

  • Der marmorne Davids-Jüngling Michelangelo Buonarrotis: Junge, trainierte Muskeln spannen sich unter der glatten, unbedeckten Haut. Foto: dpaDer marmorne Davids-Jüngling Michelangelo Buonarrotis: Junge, trainierte Muskeln spannen sich unter der glatten, unbedeckten Haut. Foto: dpa
Trotz allem übergroßen Talent und trotz - oder vielleicht sogar wegen - seinem Drang zu Geltung und Perfektionismus sollten Auseinandersetzungen mit Auftraggebern und Künstlerkollegen seinen Lebensweg bis zum Schluss begleiten. So wurde Michelangelo durch seinen stetigen Rivalen Donato Bramante bei der Auftragsvergabe für den neuen Petersdom in Romübervorteilt - eine Schmach, die ihm noch lange verfolgen sollte.

Der lebenslange Eigenbrödler, der im Ruf stand, arrogant über seine Umwelt zu urteilen, über das Maß aller Auftraggebergeduld hinaus Zeit und Mittel zu beanspruchen und störrisch die Meinung seiner Kollegen zu ignorieren, ging daraufhin nachFlorenz - wo der Marmor-David entstand. 

Der heute meist als Künstler mit homosexuellen Neigungen anerkannte Bildhauer ließ kein Detail des schönen Männerkörpers aus - von den Glutäen bis hin zu dem stolzen, siegesgewissen Ausdruck auf dem Antlitz des Jünglings.