Freitag, 8. November 2013

HUSUM: BERÜHMTER NAME. DIE GURLITTS - EINE SPEZIELLE FAMILIE. BEZUG KUNSTFUND IN MÜNCHEN. (HELIODA1)

BERÜHMTER NAME-Die Gurlitts – eine spezielle Familie

vom 
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Was der einstige Husumer Bürgermeister Emanuel Gurlitt mit Cornelius Gurlitt, dem Sohn eines dubiosen Kunsthändlers in München, gemein hat - und womit sich die einzelnen Zweige der Familie beschäftigten.

Sie ist nicht gerade Husums Prachtstraße. Aber dafür erinnert sie an einen Mann, dem die Stadt in politisch bewegter Zeit viel zu verdanken hatte und dessen Nachname derzeit wie ein Lauffeuer durch die Welt der Medien fegt: 

Emanuel Gurlitt (1826-1896). Der in Altona geborene Sohn eines Golddrahtziehers und langjährige Bürgermeister der Storm-Stadt hätte sich gewiss nicht träumen lassen, dass sein Urgroßneffe den Familiennamen auf so unrühmliche Weise ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückholen würde. 

Die Rede ist von Cornelius Gurlitt, in dessen Münchner Wohnung Fahnder vor zwei Jahren 1500 verschollen geglaubte Werke der klassischen Moderne fanden. 

Den Gesamtwert der Arbeiten – neben Gemälden von Picasso, Matisse, Nolde, Marc, Chagall, Beckmann und Liebermann soll auch ein Dürer darunter sein – schätzen Experten auf etwa eine Milliarde Euro.

Cornelius ist 79 Jahre alt und ein Urenkel von Louis Gurlitt (1812-1897), dem bekannten Landschaftsmaler und Bruder des einstigen Husumer Bürgermeisters. Es war reiner Zufall, dass der Zoll 2010 bei einer Bargeld-Kontrolle in der Bahn auf ihn aufmerksam wurde. 

Gurlitt war auf dem Weg von der Schweiz nach München und hatte 9000 Euro Bargeld bei sich – gerade so viel wie erlaubt. Dennoch begannen die Behörden zu ermitteln und entdeckten im Frühjahr 2012 dann in München zwischen Konservendosen und Fertigknödeln den Kunstschatz.

Danach ging die Suche erst richtig los und führte die Fahnder mitten in die Zeit des Nationalsozialismus hinein. Begriffe wie „Entartete Kunst“ und „Raubkunst“ machen die Runde. 1937 hatte das NS-Regime unliebsame Werke beschlagnahmt und versucht, sie im Ausland zu verkaufen. Abgewickelt wurden die dubiosen Geschäfte über Kunsthändler wie Cornelius’ Vater Hildebrand (1895-1956). Doch Auftraggeber war das Propagandaministerium.

Wegen seiner jüdischen Wurzeln von den Nazis als Museumsleiter in Zwickau abgesetzt, erhielt Hildebrand 1930 gemeinsam mit seinem Cousin – dem Berliner Galeristen Wolfgang Gurlitt – den Auftrag, die „Entartete Kunst“ zu verkaufen. In dem Band „Louis Gurlitt – Porträts Europäischer Landschaften in Gemälden und Zeichnungen“ aus dem Jahr 1997 wird Hildebrand noch als verdienstvoller Kunsthistoriker gewürdigt, der unter anderem engen Kontakt zu Ernst Barlach pflegte – dem designierten Nachfolger der Husumer Bildhauer-Ikone Adolf Brütt. 

Heute wissen wir, dass bei der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 wohl doch nicht alle seine Bilder verbrannt sind, wie er bis zu seinem Tode elf Jahre später beklagte.

Wahrhaft verdienstvoll war demgegenüber wohl eher sein Großonkel Emanuel, der nicht nur durch seinen gewaltigen Körperumfang beeindruckte und seinerzeit „als dickster Mann von Schleswig-Holstein“ galt. 

Im Deutsch-dänischen Krieg (1848-1851) verlor er beim Kampf an den Düppeler Schanzen einen Fuß. Mit Theodor Storm war er eng befreundet und schrieb selbst Gedichte – gemütvoll und in plattdeutscher Sprache.

Wenn es um Politik ging, war Emanuel allerdings weniger gemütlich und verstand es, sich durchzusetzen. So sorgte er in seiner 14-jährigen Amtszeit unter anderem dafür, dass der damals blühende Viehhandel in Husum endlich einen eigenen Marktplatz erhielt. Auf dessen Gelände steht heute das Kreishaus.

Husums Stadtarchivar Holger Borzikowsky fällt noch eine Geschichte ein. Von Emanuel Gurlitt sei überliefert, dass er einen Engel des Bildschnitzers Hans Brüggemann (etwa 1480-1540) besaß. Der stand ursprünglich im Sakramentshaus (in der 1807/08 abgebrochenen spätgotischen Marienkirche), für das der in Husum verstorbene Künstler einen weiteren, Laute spielenden Engel und eine Madonna geschnitzt hatte. Der Laute spielende Engel befindet sich heute im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel und die Madonna im Besitz des dänischen Königshauses. Der Gurlittsche Engel gilt dagegen als verschollen. „Aber da in München nur Bilder gefunden wurden, wird er dort wahrscheinlich auch nicht sein“, sagt Borzikowsky.



KUNST-Münchner Kunstfund bleibt im Dunkeln

vom 

Der sensationelle Kunstfund beim Sohn eines Kunsthändlers in München bleibt voller Rätsel.

Wem die mehr als 1400 Bilder ursprünglich gehörten, wie sie in den Besitz des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt kamen, wo sich dessen 79-jähriger Sohn Corneliusheute aufhält - all das blieb auch nach der Pressekonferenz der Augsburger Staatsanwaltschaft und der Berliner Kunsthistorikerin Meike Hoffmann vom Dienstag offen. Der Zentralrat der Juden fordert jetzt zügige Aufklärung.

«Spekulationen helfen hier nicht weiter. Wichtig sind jetzt Transparenz und ein zügiges Verfahren», sagte Zentralrats-Präsident Dieter Graumann der «Passauer Neuen Presse». «Schließlich geht es hier um Erben einstmals beraubter jüdischer Sammler, die nun späte Gerechtigkeit erfahren könnten, indem das Hab und Gut ihrer Familie wieder in ihren, den rechtmäßigen, Besitz kommt.»

Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz hatte dagegen erklärt: «Die Ermittlungen haben Vorrang, ich kann nicht darüber spekulieren, wer Eigentümer von irgendwelchen Sachen sein kann.» Wer glaube, Anspruch auf ein Werk zu haben, könne sich gerne melden. Und Cornelius Gurlitts Verbleib sei unklar: «Ich weiß nicht, wo er sich aufhält, weil uns diese Frage gar nicht beschäftigt», sagte Nemetz.

Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, wurden einige Kunstwerke offenbar bereits nach Kriegsende von den Alliierten beschlagnahmt und von 1945 bis 1950 verwahrt. Das Blatt berief sich auf ihr vorliegende Protokolle, die die Alliierten von den Befragungen Hildebrand Gurlitts zu dessen Rolle als privilegiertem Kunsthändler im Dritten Reich anfertigten.

Eine an diese Protokolle angehängte Liste gibt demnach Auskunft über seine mehr als hundert Einzelwerke umfassende Privatsammlung, die zu diesem Zeitpunkt von den Amerikanern in Wiesbaden eingelagert war. Auf dieser Liste erscheinen demnach allem Anschein nach auch einige der in Augsburg präsentierten Werke. Hildebrand Gurlitt forderte die Werke mit Erfolg von den Alliierten zurück, hieß es. Bis auf zwei Bilder wurde ihm 1950 demnach seine angebliche Privatsammlung zurückgegeben.

Zollfahnder hatten Gurlitts Sohn der Steuerhinterziehung verdächtigt und bei einer Hausdurchsuchung die Sammlung mit Werken von unschätzbarem Wert entdeckt und beschlagnahmt. Das war im Februar 2012 - aber erst nach einem Bericht des Magazins «Focus» machten die Behörden die Sensation jetzt publik.

Aber nicht einmal die Liste der Werke wird veröffentlicht. Die Ermittlungen gegen Cornelius Gurlitt seien noch nicht abgeschlossen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Ihm werden Unterschlagung und Steuerdelikte vorgeworfen. Die Sammlung umfasst Werke von Picasso, Chagall, Nolde oder Beckmann, aber auch von älteren Malern wie Dürer, Spitzweg, Renoir oder Toulouse-Lautrec.

Welche Kunstwerke von den Nazis als sogenannte entartete Kunst in Museen, Galerien oder bei Sammlern beschlagnahmt und zum Verkauf an den Kunsthändler und Sammler Hildebrand Gurlitt übergeben worden waren, welche Gurlitt selbst vor oder nach 1945 gekauft hatte, ist unklar. Einige Kunstgegenstände aus der Sammlung seien als vernichtet oder veräußert bezeichnet worden, andere seien bisher unbekannt gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft.




Abschließend folgt Artikel von Kunst-Magazin Monopol:

Nach Kritik

Berlin dringt auf Klarheit über Münchner Kunstfund

Die sensationelle Gurlitt-Sammlung soll unter Verschluss bleiben. Die Kritik daran wächst. Die Bundesregierung dringt auf Aufklärung

07.11.2013

Berlin (dpa) - Nach internationaler Kritik an deutschen Behörden dringt die Bundesregierung auf eine möglichst rasche Aufklärung des spektakulären Münchner Kunstfunds. Das Haus von Kulturstaatsminister Bernd Neumann steht eigenen Angaben zufolge mit der bayerischen Staatsregierung in Verhandlungen, um Möglichkeiten zu einer Beschleunigung der Recherchearbeit auszuloten.

Kunstexperten forderten am Donnerstag erneut eine sofortige Veröffentlichung der Werkliste im Internet. Auch die USA verlangten mehr Transparenz. Deutschland müsse dafür sorgen, dass die Bilder an ihren rechtmäßigen Eigentümer gehen, zitierte das «Wall Street Journal» einen nicht näher bezeichneten Mitarbeiter des Außenministeriums in Washington.

Neumanns Sprecher Hagen Philipp Wolf sagte: «Wir setzen uns nachdrücklich dafür ein, dass Bilder veröffentlicht werden, sobald es belastbare Indizien für eine unklare Herkunft des jeweiligen Werks gibt.» Dies solle unabhängig vom laufenden Strafverfahren gegen den Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt (79) erfolgen.

In dessen Münchner Wohnung hatten Ermittler rund 1400 meist verschollen geglaubte Kunstwerke beschlagnahmt. Sie gehören größtenteils zu der von den Nazis verfemten «Entarteten Kunst» oder wurden verfolgten Juden geraubt. Bisher hat es die zuständige Augsburger Staatsanwaltschaft trotz internationalen Drucks abgelehnt, die Werke zu veröffentlichen.

Die Herkunft des Kunstschatzes muss nach Ansicht von Unionsfraktionsvize Michael Kretschmer mit allem Nachdruck aufgeklärt werden. Man müsse schnellstmöglich herausfinden, wo die Werke herkämen und wer der rechtmäßige Eigentümer sei, sagte der Vorsitzende der Koalitions-Arbeitsgruppe Kultur am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. «Erst dann können wir sehen, ob Gesetze angepasst werden müssen. Aber das wird sehr, sehr schwer.» Die Arbeitsgruppe wird sich seinen Angaben zufolge nicht unmittelbar mit dem Thema beschäftigen.

Der Berliner Rechtsanwalt Peter Raue schlug einen Deal mit Gurlitt vor. «Er überlässt die Werke dem Staat und geht dafür straffrei aus. Das würde die Rückgabe an berechtigte jüdische Familien oder Museen erheblich vereinfachen», sagte Raue dem Berliner «Tagesspiegel» (Donnerstag). «Wer die Herkunft von über 1400 Bildern selber recherchieren will, braucht bei optimistisch geschätzten zehn Tagen pro Werk 40 Jahre.»


Weitere interessante LINKs:

http://folksvalue.de

AUGENÖFFNER - Video Dr. Rath:
http://www.youtube.com/watch?v=e3MTLYahWvw

Junger Mann zum Status Bundesrepublik Deutschland. VIDEO: Inhalt ist korrekt!
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=697262926970223&id=100000595653704


Alle Menschen, die sich selbst heilen konnten, haben eines gemeinsam: Sie haben irgendwann aufgehört vor sich selbst davonzulaufen.

In dem Augenblick, indem sie aufgehört haben, sich abzulenken, sind sie sich selbst begegnet, mit allem was sie sind. Solange du vor dieser Begegnung Angst hast, kannst du nicht geheilt werden.

Copyright Nina Konitzer

[Vergleiche HEILWISSEN 1898 von und nach Privatgelehrten Carl Huter (1861-1912), Begründer ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS]


EDITED BY WOLFGANG TIMM / KOMMISSION 146 / CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV.  www.chza.de !