Samstag, 9. November 2013

CARL HUTERs PSYCHO-PHYSIOGNOMIK. (HELIODA1)

Psycho-Physiognomik

PSYCHO-PHYSIOGNOMIK - [ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS]


QUELLE:
http://www.praxis-bauschert.de/Therapien/t350/


"Leben heißt konzentriertes Wirken, Erweiterung des Geistes und des Bewusstseins, Vertiefung der Seele zur Vollkommenheit in allem Wahren, Guten und Schönen."


Carl Huter (1912)

Als wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Medizin sind die Naturheilverfahren ein Gegenpol zu der gegenwärtigen konventionellen Medizin, da sie diagnostisch wie auch therapeutisch den Menschen in seiner körperlich-seelisch-geistigen Einheit zu erfassen suchen.


So alt wie die Menschheit sind die Versuche, aus Gesichtszügen, Mimik, Gestik und Gestalt, Charakter und Fähigkeiten eines Menschen zu deuten.


Das Gesicht ist der Spiegel der Seele, es offenbart das Wesen des Individuums.
Es ist der Mensch, es ist die Signierung seiner körperlichen, seelischen und geistigen Wesensart.


Des Weiteren ist es auch der Sitz der Schönheit in der fortgeschrittenen Auffassung ethisch-ästhetischer Tugenden.



Zur Geschichte der Psycho-Physiognomik

Diese Geschichte hat lange Wurzeln.
Eines der ältesten Bücher ( ca. 300 v. Chr.) über menschliche Wesenskunde in das " Puggala Pannatti" aus der sehr umfangreichen buddhistischen Schrift um 1910 ins Deutsche übersetzt, enthält es u.a. eine Charakterisierung, Klassifizierung von Menschentypen in Hinsicht auf ihre Gott- (Brahma-) Nähe bzw. Ferne.

- Von Pythagoras von Samos (495-400 v. Chr.) ist bekannt, dass er seine Schüler bewusst nach physiognomischen Kriterien auswählte.

- Sokrates (470-399 v. Chr.) und Platon (427-347 v. Chr.) hatten eine tiefe Kenntnis von der menschlichen Natur und ihrem Zusammenhang mit dem äußeren Abbild des Menschen.


Die Ausdrucksformen, die durch Besonnenheit, Klugheit, Edelmut, Dummheit oder Bosheit entstehen, waren ihnen geläufig.

Sie vertraten schon damals den Standpunkt, dass "in einem gesunden Körper eine gesunde Seele" leben müsse.


- Hippokrates von Kos (460-375 v. Chr.) gilt als der Begründer der Patho- Physiognomik. Die erste systematische Physiognomik über den Ausdruck im Vergleich zwischen Tier und Mensch stammt von ihm und er wusste um die Wechselbeziehung von Körper und Seele als Grundvoraussetzung für den Ausdruck.

- Fast 500 Jahre danach übernahm der römische Arzt Galenus (129-201 v. Chr.) die spezielle Physiognomik des Aristoteles und sicherte ihre Anwendung.

- Auch "Paracelsus" (1453-1541) übernahm die Lehre des Aristoteles.

- Der italienische Physiker "Johann Batista della Porta" (1535-1615) wurde richtungsweisend.
Er ging vom Menschen in seiner Gesamtheit aus und es entging ihm keine Betrachtung was den Ausdruck der Menschen und Tiere anging.

- Jacob Böhme (1575-1624), der schlesische Mystiker, fasste in seinem berühmten Werk zusammen " Und ist kein Ding in der Natur, das geschaffen oder geboren ist, es offenbart dem seine innere Gestalt auch äußerlich, denn das Innerliche arbeitet stets zur Offenbarung, als wir solches an der Kraft und Gestaltnis dieser Welt erkennen."

- Alexander Gottlieb Baumgarten lenkte 1714-1762 seine Aufmerksamkeit auf die Kranken-Physiognomik.

- Kant, Schopenhauer, Hardenberg, Schelling und Goethe förderten die Entwicklung der Physiognomik.

- J. C. Lavater (1741-1801) ein evangelischer Geistlicher, ist mit seinem "physiognomischen Fragmenten" wohl deren größter Anreger.

- Josef Gall (1758-1828) betrat mit seiner Forschung als Gehirn-Anatome?
mit der Phrenologie ein neues Feld.

- C. G. Carus (1789-1869) Arzt in Dresden und ein Zeitgenosse Goethes und Huters leistete mit seiner Symbolie der menschlichen Gestalt ein wesentlichen Beitrag zur Lern- und Lehrbarkeit der Physiognomik.



[CARL HUTER]

Carl Huter(1861-1912) schließlich fasste in seinem System der Psycho-Physiognomik zusammen, was vor ihm erkannt und erforscht worden ist.


Seine sehr sensible Beobachtungsgabe mit naturwissenschaftlichen Informationen erbrachte den Nachweis dafür, dass die Körperform und die über den Körper hinauswirkenden Kraftpotentiale in Zusammenhand mit dem seelischen und geistigen Ausdruck stehen.



Carl Huter: der Begründer der Psycho-Physiongnomik

Carl Huter kannte die lange Tradition der Physiognomik und versuchte, daraus ein lehr- und lernfähiges System zu bilden.


Dafür prüfte er seine Vorgänger sorgfältig, kritisierte sie, benannte und entfernte ihre Fehler, verknüpfte, korrigierte ihr Wissen und ergänzte es in genialer Weise.


Einige Zitate von Carl Huter mögen als Einleitung für das folgende Kapitel dienen:

" In dem Kerne liegt die Kraft,
Saugt außen ein den Lebenssaft,
Verdaut und wächst, durchdringt
und schweißt,
Bis in den Formen lebt der Geist."

"Alle Geisteserkenntnis geht durch die inneren Gefühls- und äußere Formenerkenntnis. Die Formenerkenntnis gibt uns durch das Gesetz der Kraftrichtungsordnung Aufschluss über alle Dinge und ihr inneres, geistiges Wesen"

"Alles, was lebt, emaniert beim Stoffwechsel, spannt sich bei der Kraftentfaltung, strahlt in der Liebe, duftet in der Sympathie, hebt sich im Glück, riecht übel in der Antipathie, widert sich gegen das Unglück.
Es gehen mit allen seelischen Vorgängen mehr oder weniger chemische, mechanische und physiologische Abläufe einher."

"Liebe und Freude bringen die Muskeln in plastische Spannung, erweitern die Gewebe, erhöhen die Strahlkraft und beschleunigen den Stoffwechsel. Kummer und Verdruss lassen die Gesichtszüge welken, das Haar ausfallen oder spröde und trocken werden, die Gewebe der Muskeln des ganzen Körpers sich ungünstig verändern."

"Das innerste Wesen der Lebenskraft, des Lebensempfindens und der Lebensstrahlung ist Liebe"

 

Der Umgang mit der Psycho-Physiognomik

Definition

Die Psycho-Physiognomik ist ein von Carl Hunter (1861-1912) entwickeltes System, welches die Biologie und Psychologie mit Körperformen und Ausstrahlung verbindet. 

Sie will die Sprache des menschlichen Gesichts als Ausdruck der Seele verständlich machen und bietet so eine wirkliche Lebenshilfe und Diagnosemöglichkeit. 

Mit Hilfe dieses Systems ist es uns möglich, aus den genetisch geprägten und stets weiterentwickelten Formen und Ausdrucksarealen eines Menschen seine Persönlichkeit in ihrer Ganzheit zu erfassen.

Die Physiognomik schließlich ist die Lehre von der äußeren Erscheinung und Einordnung des Menschen und jeder lebendigen Gestalt.


Die Psycho-Physiognomik ist die Lehre von der Beurteilung der äußeren Gestalt eines Menschen, der Projektion der Psyche durch die lebendige Gestalt, die besonders aus den Gesichtsausdruckformen und der Mimik abzulesen ist.


Sie ist die Kenntnis der Seelen-Ausdrucks-Leistung, die sich im Wechselspiel von Reizaufnahme, Reizverarbeitung und Reizerkenntnis ereignet. Eine Ausdrucksleistung, die sich nachempfinden, ablesen, erkennen und einordnen lässt.


Die Psycho-Physiognomik ermittelt über die Ausdruckszonen der Haut Verbindungen zu den Organen, die sich entsprechend über Veränderungen der Zonen orten lässt.


[PATHO-PHYSIONOMIK]


Die Patho-Physiognomik wiederum interpretiert veränderte Zeichen als Hinweis auf mögliche organische Störungen oder Erkrankungen. 

Sie diagnostiziert an den Hautausdruckszonen den Zustand der Organe, ob sie gesund oder unstimmig sind.


Dabei geben Verfärbungen, Spannungen, Modellierungen und Strukturen Hinweise.
Verfärbungen und Schwellungen, die über das Proportionsmaß des Gesichtsareals hinausgehen sind - im Vergleich zu den übrigen Zonen -pathogen.

Dabei ist es interessant, die psychosomatischen Zusammenhänge zu entdecken und mit der "Organsprache" in Kombination zu sehen.



Ziele der Psycho-Physiognomik

Wir versuchen, mit Hilfe der Psycho-Physiognomik zu verstehen, was uns die verschiedenen Ausdrucksformen, durch die sich alles Lebendige gestaltet, sagen wollen und welche seelischen Bedürfnisse sich dahinter verbergen.


Die Psycho-Physiognomik hilft uns z. B., Kommunikationsprobleme zu vermeiden.


- Wenn uns jemand eine Information verbal übermittelt, müssen wir häufig im Nachhinein feststellen, dass wir ihn missverstanden haben.

- Das Tun eines Menschen ist eine sichtbare Reaktion auf einen inneren Entschluss, und wir interpretieren ihn, ohne zu wissen, ob unsere Annahme seiner Motivation entspricht.

- Wenn ein Mensch etwas denkt oder fühlt, haben wir als Außenstehender wenig Information darüber, wie sich ein innerer Dialog vollzieht.

- Wir nehmen unzählige unterschiedliche Signale entgegen, reagieren auf sie, senden selbst Signale aus und wissen nichts um die Wirkung auf unser Gegenüber.

Neben diesen Verständigungshilfen für bewusste wie unbewusste Äußerungen bietet die Psycho-Physiognomik aber auch Hilfen zur Selbsterkenntnis, zur Partner- und Berufswahl, zur Allgemeinen Menschenkenntnis usw. und ist damit hilfreich in der Beratung sowie ein effizientes Diagnosemittel für die Therapie. 


Sie hilft, Fragen zu beantworten wie z. B.:

- Warum ist mir ein Mensch sympathisch oder unsympathisch?

- Wie kann ich meine Schwächen/Stärken akzeptieren? Wo liegen meine Blockaden? Wo meine Begabungen und Talente?

- Welche Eigenschaften bringt mein Gegenüber mit sich?

- technische Fähigkeiten

- Durchsetzungsfähigkeiten

- Abgrenzungsfähigkeiten

- Entfaltung der eigenen Triebe

- wirtschaftliche Fähigkeiten

- Wahrnehmungsfähigkeit

- Selbständigkeit

- Selbstbehauptung

- Genussfähigkeit

- Absicherungsbedürfnis

- Beobachtungsfähigkeit

- Kritikfähigkeit


Mit den Antworten auf diese Fragen werden wir klarer und toleranter in der Erkenntnis unseres eigenen Wesens und das unserer Mitmenschen.

F. Dostojewski, dem das Psychologische ein tiefes menschliches und künstlerisches Anliegen war, sagte dazu:
"Ich halte es nicht für das größte Glück, einen Menschen enträtselt zu haben. Ein größeres Glück ist es noch, bei dem, den wir lieben immer neue Tiefen zu entdecken, die uns immer mehr die Unergründlichkeit seiner Natur in ihrer ewigen Tiefe offenbart."

 

Wege der Psycho-Physiognomik

Die Psycho-Physiognomik konzentriert sich zunächst auf die Einzelheiten einer ganzen Gestalt, analysiert sie auf ihren Ausdrucksgehalt hin und verbindet sie dann durch konzentrierte Betrachtung mit dem seelisch-geistigen Impuls, um somit zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu finden.



Grundsätzlich gibt es verschiedene Ansätze der Psycho-Physiognomik. 

Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf ein Ausdrucksareal, z.B. Hände, Augen, Stirn oder Ohren. Letztlich fließen die Beobachtungsergebnisse immer zusammen.

Dabei können die einzelnen Körperformen und Aussagen zwar verschieden bewertet werden, das Ergebnis sollte jedoch immer dasselbe sein.



Persönliche Vorraussetzungen:

Auf jeden Fall ist es wesentlich, dass der Analysierende sich selbst aus der Betrachtung herausnimmt und nur von dem ausgeht, was er sieht.


Ein essentielles Bedürfnis der Menschen ist es, "erkannt zu werden", damit sind aber auch gleichzeitig Ängste verbunden, wie das Gegenüber mit diesen Erkenntnissen umgehen wird. Die große Verantwortung mit dieser tiefen Unsicherheit fordert eine ebenso große Behutsamkeit.




Nach Carl Huter gibt es grundsätzlich drei Menschentypen, die er die drei "primären Naturelle" nannte:

- Ernährungs-Naturell
- Bewegungs-Naturell
- Empfindungs-Naturell


Die Anlagen für die Ausprägung eines Naturells wird bereits in der embryonalen Entwicklung, in der Keimblattentwicklung, festgelegt.


Die Ausprägung der Naturelle wird jedoch auch durch sekundäre Prägung, z.B. durch Umwelteinflüsse beeinflusst.


Jedes Naturell hat ein "typisches" Aussehen und ein primäres seelisches Bedürfnis, das zur Verwirklichung strebt. 


Die einzelnen Charakteristika sind in Merkmalsprotokollen zusammengefasst.


In allen Menschen sind die Grundinformationen der drei primären Naturelle angelegt, die Vielfalt der Erscheinungsbilder, der Körpermaße und individuellen Vitalität entsteht aus der jeweiligen Mischung dieser Grundinformationen. 


Geht der Entwicklungsimpuls in zwei Keimblätter zugleich, entstehen de "sekundären Naturelle", auch "Dual-Typen" genannt.



Das zuerst genannte Naturell ist dabei das vorrangige.

-Ernährungs-Empfindungs-Naturell
-Bewegungs-Empfindungs-Naturell
-Bewegungs-Ernährungs-Naturell

Durch das Wissen um die Naturelle, lässt sich u. a. berechnen, welche privaten oder beruflichen Konstellationen im menschlichen Miteinander von Symphatie oder Antipathie bestimmt sein werden.



Neben den Grundtypen und ihren Modifikationen gibt es noch zwei weitere Typenbenennungen, die über allen Naturellen stehen: 

die "polaren-Naturelle".


Polar deswegen, weil sie die Pole Harmonie und Disharmonie bezeichnen. 

Je nach Lebensgrundform kann ein Naturell sich in einen harmonischen Typ (=integratives-Naturell) oder einen disharmonischen Typ (=desintegratives-Naturell) entwickeln




Die drei grundlegenden Formenprinzipien:

1. Rund

2. eckig, lang

3. fein

 

 

 


Die primären Naturelle:

Carl Huter benannte seine Naturelle nach dem Organsystem, aus dem sie sich entwickelt haben.

1) Geht der Hauptentwicklungsimpuls in das innere Keimblatt, so bildet dich das Ernährungssystem, vorrangig vor den anderen Systemen aus, und es entsteht das Ernährungs-Naturell.

2) Geht der Hauptentwicklungsimpuls in das mittlere Keimblatt, entwickelt sich das Bewegungs-Naturell.

3) Aus der Information des äußeren Keimblatts entwickelt sich das Empfindungs-Naturell.

Nasenformen nach Huter


Das Ergebnis NICHT entsprechender Anlagen ist seelische Unausgeglichenheit, innere Spannung und Unzufriedenheit, die Basis für die Krankheit.

 

 

Kurze Übersicht über die drei primären Naturelle:

 

Ernährungs-Naturell

Bewegungs-Naturell

Empfindungs-Naturell

Keimblatt

Endoderm

Mesoderm

Ektoderm

Organsystem

Verdauungsorgane
Magendarmepithel, Lungengewebe

Knochen, Knorpel, Muskulatur, Bänder
Sehnen, Gefäße, Herz, Nieren

Nervensystem, Haut,
Sinnesorgane

"Typisches Aussehen"



Runde, massige Gestalt mit kurzen, stämmigen Extremitäten, alles gut abgepolstert. Der Kopf ist rund, apfelförmig mit vollem Mund, betonter, breiter Unterstirn. Die Nase ist im unteren Teil betont. Die Haut ist weich und verhältnismäßig grob mit reichlichen Fettpolstern. Wangenpartie ist füllig mit möglichem Doppelkinn.


Große, kräftige Gestalt mit langen Extremitäten und starken Muskelpaketen. Der Kopf hat Kastenform mit betonter Unterstirn, kräftigem Kiefer und großer Nase. Die Haut ist straff und fest.

Kleine, feine zarte Gestalt, mit proportional großem Kopf und kleinen, feinen Gliedmaßen. Der Kopf hat die Form eines auf den Kopf gestellten Eis mit hoher Stirn, großen Augen und kleinen, feinem Kinn.

Ausstrahlung

Ruhe

Tat, Spannung

Denken, Vibration

 


Die seelisch-geistige Veranlagung der drei primären Natruelle

Das Naturell repräsentiert die psycho-physiologische Einheit und Ganzheit eines Menschen.

Wer im Einklang mit sich leben möchte, fühlt sich erst dazu in der Lage, wenn er seinen, durch Prägung der Umwelt und Vererbung gegebenen, körperlichen und geistigen Anlagen die notwendigen Bedürfnisse erfüllt.

Ein sensibilisiertes Reizverarbeitungssystem fordert Informationen, sonst verkümmert es, ein kräftiger, muskulöser Körper sucht die Bewegung, sonst werden die Muskeln schwach und verlieren an Spannkraft und Leistungsfähigkeit. Der runde Körper des Ernährungs-Naturells braucht Ruhe.

S.12+ Abbildung S.13
S.16+17 Nasenabbild S. 142 Lehrbuch

Das Ergebnis nicht entsprochener Anlagen ist seelische Unausgeglichenheit, innere Spannung und Unzufriedenheit, die Basis für Krankheit--



Ernährungs-Naturell

Im seelischen Bedürfnis eines Ernährungs-Naturells liegen die Ökonomie und die realen Lebensbeziehungen. Für seine seelische Ausgewogenheit braucht es Ruhe, Behaglichkeit sowie körperliche Genüsse.

Es liebt eine beschauliche, praktische Lebensweise, die sachlich ausgerichtet ist (pflanzt im Garten z.B. eher Nutz- als Zierpflanzen), legt gerne Vorräte an und bevorzugt große, runde massige Formen sowie die Farbe "Blau".

Die zur Ruhe strebenden (formbildenden) Energien geben ihm die ihm eigene Geduld, Annahmefähigkeit, "Verdauungsfähigkeit" und abblockende Schutzverhaltensweisen. Die Vibrationsfähigkeit ist im Hintergrund, die Dynamik auch.

Das schwache Bewegungsbedürfnis lässt ein Ernährungs-Naturell bei der Berufswahl sich eher für sitzende Tätigkeiten entscheiden, wie z.B. Büro- und Verwaltungstätigkeit, Handel und Nahrungsherstellung, oder vielleicht in beruflicher Selbständigkeit mit Angestellten als Kleinunternehmer.

Seine Willenspannkraft und Tatkraft ist nicht stark ausgeprägt, auch sein Wagemut und seine Risikobereitschaft halten sich in Grenzen. Überhaupt ist das Ernährungs-Naturell schwer zu beeinflussen und hält lieber an alten Traditionen fest, will erhalten und bewahren und ist eher indifferent gegenüber Neuem. Daher hat es auch keine großen Ambitionen zu expandieren.

Die Abneigung gegen körperliche Kraftanstrengung schließt auch das Reisen ein, bedingt damit einen eher kleinen räumlichen Aktionsradius und macht es sesshaft.

Sein zweckmäßiges Denken und sein Lebensbezug lassen es das Naheliegende wahrnehmen. Gesprächsthemen sind daher auch gerne praktische Themen z.B. Wirtschaft und Ökonomie, Realität in Familie und Gesellschaft.

Sein Sammeltrieb bezieht sich u. a. auf das Materielle, wobei es alles auch den anderen gönnt und sich speziell um leibliches Wohl sorgt.

Seine Devise "Leben und leben lassen" birgt Toleranz und schwachen Veränderungswillen in sich, nach dem Motto "Es ist wie es ist".




Bewegungs-Naturell

Das Bewegungs-Naturell hat wenig Vibrationsenergie, wenig Ruhe, aber viel Dynamik im Anspruch seiner Persönlichkeit.
Das seelische Bedürfnis des Bewegungs-Naturells bildet eine starke Willens- und Tatkraft mit starken Antrieben zur motorischen Aktivität aus.
Bei ihm ist, wie beim Ernährungs-Naturell, die realistische Denkweise im Vordergrund, nur ist nicht die Ökonomie seine Triebfelder, sondern die Effektivität in der Leistung.

Es hat die Kraft und Energie, Pläne voranzutreiben und Ideen zum Durchbruch zu bringen, macht statt theoretische, praktisch-dynamische Lösungsversuche und setzt mit Wagemut seine festgesetzten Ziele in die Tat um, ohne vor Strapazen und körperlichen Grenzen zurückzuscheuen.

Es hat einfache und strenge Grundsätze und tendiert zu einer harten, strengen und gesetzlichen Lebens- und Gottvorstellung. Für das Bewegungs-Naturell sind "Law and Order", nicht Gefühl und Glauben, Grundsätze die es mit intensiver Angriffs-, Überwindungs- und Widerstandskraft auch auf andere überträgt, wobei es zugleich eine ausgeprägte Freiheitsliebe aufweist.
Die Abneigung gegen enge Räume und seine Bewegungswille verschaffen ihm einen weiteren Aktionsradius.
So steht auch bei der Berufswahl die Dynamik im Vordergrund und nicht das Ökonomische (Besitz wird für Neigungen gerne aufgegeben).

Verkehr, Bau- und Forstwesen, Landwirtschaft, Straßenbau, Polizei, Armee und Grenzschutz
wären z.B. Berufe, die nicht nur dem Bewegungsdrang, sondern auch der Zielverbundenheit und Richtlinientreue des Bewegungs-Naturells entsprechen könnten.

Beobachtung und Naturverbundenheit sind im Vordergrund. Es bevorzugt lange, große Formen, seine Farbe ist "Rot".

Ruhe, Genuss, Zartgefühl und Feinheit werden von diesem Naturell nicht erstrebt; es lebt nach dem Motto "was uns nicht umbringt, macht uns härter".

Die vorherrschende Energie ist der Magnetismus, der es bestimmt, selbstsicher und suggestiv wirken lässt.




Empfindungs-Naturell

Mit seiner ausgeprägten Wahrnehmungsfähigkeit ist das Empfindungs-Naturell ein Vertreter des psychischen und innerweltlichen Prozesses. Es folgt der Wahrnehmung sowie der Beobachtung, den geistigen Abläufen, mit denen es in Resonanz geht und mit seinem reizempfindlichen Nervensystem mitfühlt.

Diese Resonanzfähigkeit ist zum Wohl oder Übel tätig. Das Empfindungs-Naturell kann sich ihr nicht entziehen und wird somit je nach Informationsflut mehr oder weniger schnell überfordert.

Weder Tat- und Überzeugungskraft, Lebenspraktisches oder Ökonomisches sind für das Naturell maßgebend, sondern die Auseinandersetzung mit dem Menschen und den kosmischen Fragen, ist ihm ein seelisches Bedürfnis.

Die "realen" Naturellle behaupten sich im realen Kampf ums Dasein. Das Empfindungs-Naturell tendiert in diesem Kampf zu Apathie und Tatenlosigkeit. Da ihm die Durchsetzungskraft fehlt, ergibt es sich, ohne aber seine Ideale aufgeben zu können.

Dadurch entsteht die größte Tragik. Durch die starken inneren Konflikte (Feinfühligkeit, Sensibilität im Konsens mit Gewissen und Vibrationsfähigkeit) findet es keine Abgrenzungsmöglichkeiten

Das Empfindungs-Naturell entwickelt Ideen für Zukunft und Fortschritt (theoretisch), die die anderen Naturelle in Durchführbarkeit umsetzen (praktisch). Als Gefühls- und Ideenmensch begeistert es sich schnell für Neues. In seinen Unterhaltungen sind psychologische und ethische Themen vorherrschend.

Sein feiner lebhafter Impuls und seine Vibrationsfähigkeit geben ihm ein besonderes Einfühlungsvermögen. Die Übereinstimmung mit dem Inneren ist ihm ein Bedürfnis. Es braucht Bedenkzeit.

Beruflich hat es das Empfindungs-Naturell überall dort leicht, wo es nicht auf Durchsetzungskraft und Ökonomie ankommt. Seine Dynamik spielt sich in geistigen Prozessen ab, was allerdings keine Aussage über Qualität und Intelligenz gibt.

Berufe mit sozialem Hintergrund, sowie Aufgabenbereiche, die Ideenreichtum Innovation oder theoretische Problemlösungen erfordern, liegen dem Empfindungs-Naturell mehr als den anderen Naturellen.



[Bemerkung zu HEILUNG:

Alle Menschen, die sich selbst heilen konnten, haben eines gemeinsam:
Sie haben irgendwann aufgehört vor sich selbst davonzulaufen.

In dem Augenblick, indem sie aufgehört haben, sich abzulenken, sind sie sich selbst begegnet, mit allem was sie sind.
Solange du vor dieser Begegnung Angst hast, kannst du nicht geheilt werden.

Copyright Nina Konitzer]

[Vergleiche HEILWISSEN 1898 von und nach Privatgelehrten Carl Huter (1861-1912), Begründer ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS]


Edited by Dipl. Wolfgang Timm / Kommission146 / Carl-Huter-Zentral-Archiv: Gesamtschau-Digital CARL HUTERs ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS & Kallisophie. www.chza.de & www.folksvalue.de !