Donnerstag, 17. Oktober 2013

VOLKSWIRTSCHAFT: DIE ERLÖSUNG VON DER SOZIALEN FRAGE. SILVIO GESELL "FREIWIRTSCHAFT". (HELIODA1)

“Maschinen kaufen keine Autos”

Geschrieben von Maria Lourdes - 17/10/2013

Erster Teil einer Antwort auf fundierte Kritik an der Freiwirtschaft. (hier und hier) -verfasst von Kommentarschreiber nemo vult, mein Dank sagt Maria Lourdes!

Die Erlösung von der sozialen Frage

Silvio GesellDas Thema heißt Volkswirtschaft. Im Moment habe ich nur die Wahl zwischen: entweder ich lebe auf Kosten anderer oder andere leben auf meine Kosten; die Wahl Parasit oder Wirtsorganismus zu sein. 

Die halbwegs zivilisierte Menschheit verhält sich wirtschaftlich wie eine Bakterienkultur statt wie ein vielzelliger Organismus. 


Die drei Ursachen, warum sich aktuell nur diese beiden Möglichkeiten ergeben, sind:

1. In der Annahme das Bargeld Arbeit speichert
2. In der Fähigkeit des Bargeldes Ur-Zins zu erpressen
3. Im Eigentumsrecht an Naturgütern.


Nein, es muss einen Ausweg geben. Ich kann nur frei sein wenn auch alle anderen frei sind! Es kann mir nur gut gehen, wenn es auch allen anderen gut geht! Die Biosphäre ist doch auch ein Netz aus symbiotischen Beziehungen und Wettbewerb.

Im letzten Artikel versuchte ich einen ersten Einblick zu geben, wo die Ursachen zu suchen sind, das die soziale Frage immer noch nicht gelöst ist. In den Kommentaren tauchte dann das Wort Freiwirtschaft auf. 


[VOLKSWIRTSCHAFTLICHE THEORIE VON SILVIO GESELL]

Diese volkswirtschaftliche Theorie von Silvio Gesell ist soweit mir bekannt noch nie widerlegt, sondern immer nur totgeschwiegen worden und ist, denke ich, die einzige, die in der Lage ist die soziale Frage befriedigend zu lösen. Es wurde die berechtigte Frage nach den Problemen durch nicht geldbezogene Machtkonzentrationsprozesse, wie z.B.:

  • der Produktivitätssteigerung durch Erfahrung,
  • die Nachteile des Automatisierungsprozesses,
  • der Stückkostendegression,
  • Rentabilitätsschwellen, u.v.a.

gestellt und ob diese aus der Theorie heraus dargestellt und gelöst werden können. Die Antwort lautet: das kann sie in ihrer heutigen Form nicht, aber es lässt sich zeigen das durch ihre Anwendung, diese Probleme erstmalig zu bewältigen sind. 

Die Darstellung der logistischen Funktion der Freiwirtschaft wird Thema des nächsten Artikels sein.

Ich war erstaunt festzustellen, das keine großen Berechnungen notwendig sind um die Annahme des zwangsläufigen Zusammenbruch der Verteilungsgerechtigkeit zu widerlegen. 


[SILVIO GESELL "FREIWIRTSCHAFT"]

Die Aussage von Silvio Gesell “Freiwirtschaft ist die Aneinanderreihung einfachster Zusammenhänge” hat sich wiedereinmal bestätigt. Ich werde mich so knapp wie möglich fassen und nicht die gesamte Freiwirtschaftstheorie hier aufrollen. Sondern den Extremfall der aufgeworfenen Fragestellung darstellen. Bei Unkenntnis oder Unklarheiten ist als erstes die Linkliste rechts und diese Seite zu empfehlen.


Stellen wir uns also einmal vor wir würden bereits Jahrzehnte in einer vom Kapitalismus befreiten Marktwirtschaft leben. Die Natur ist nicht mehr Quelle von Ressourcen und Senke für Müll, sondern es gibt nur noch geschlossene Stoffkreisläufe. Kapitaleinkommen aus natürlichen Monopolen werden staatlich auf einkommenslose Menschen verteilt, alle Finanzkapitaleinkommen haben sich auf Null geregelt. 

Es gibt weder Proletarier, noch Kapitalisten mehr. Das Währungsamt beobachtet den Preisindex aller Waren und passt die Bargeldmenge dem Bedarf an. 


Es gilt grob:

Bargeld x Umlaufgeschwindigkeit = Summe aller Arbeitseinkommen

Jemand hat eine innovative Idee. Er baut den wartungsfreien Androiden. Er ist jetzt in der Lage alle Arbeit die ihm in den Sinn kommt zu programmieren. Die Androiden können sich auch selbst vervielfältigen.(die Asimov-Problematik, die Simulation von Bewußtsein, dieRobotergesetze blende ich hier mal aus) Das verschafft ihm die Möglichkeit, nachdem die Herstellungskosten der Maschine abgeschrieben sind, jeden Preis am Markt zu unterbieten, weil keine Arbeit mehr zu bezahlen ist.


Wenn dieser jemand also die vollständige Kontrolle über seine Technik hat, würde er sehr schnell alle anderen zu Einkommenslosen machen können. Sie müssten sich neue Beschäftigungsbereiche suchen um die Waren des einen, der seine Androiden schaffen lässt, zu erwerben. Das Währungsamt wäre nicht mehr in der Lage die Preise konstant zu halten. 

Je mehr Bargeld ausgegeben wird umso schneller werden Androiden gebaut und gleichzeitig verrotten immer mehr Waren weil immer weniger Leute Einkommen erwirtschaften dürfen. Nein, so kann das nicht gut sein, das wäre Kapitalismus reloaded.


Das Währungsamt kann sich also nicht nur auf den Preisindex verlassen, sondern muss den Herstellungsprozess jeder Ware im Blick haben und entscheidet in diesem Fall:

1. Das arbeitslose Einkommen des Erfinders wird wie Kapitaleinkommen aus einem natürlichem Monopol verteilt.

2. Die Preise werden fallen gelassen, alle Preise tendieren damit exponentiell gegen Null

3. Terminfindung zur Beendigung der Freiwirtschaft und Beginn des Zeitalters in dem Volkswirtschaft nicht mehr wichtig ist.


In dieser überspitzten Darstellung ist die Sache sehr vereinfacht, aber, denke ich, anschaulich und zeigt auf wo die Reise hingehen sollte. Ein Warenpreis enthält anteilig alle Aufwendungen für: Arbeit, Rohstoff, Wissen, Energie (enthält wieder Arbeit, Rohstoff, Wissen), Maschinen (enthalten wieder Arbeit, Rohstoff, Wissen, Energie), Transport (enthält Maschinen)…


Es ist unmöglich im Bereich Wissen Kapital- von Arbeitseinkommen genau zu trennen. Es würde die volkswirtschaftliche Entwicklung auch ausbremsen wenn man es versuchen würde und von ihrem Endziel, der Erlösung vom wirtschaften, ablenken!

Das Währungsamt muss Statistiken anlegen und auswerten, Patente vor ihrem Ablauf freigeben dürfen, Kartelle auflösen dürfen, usw…Wird ja teilweise heute auch schon alles gemacht, aber im Moment regiert noch Kapital. Die ganzen Wirtschaftswissenschaftler könnten hier mal endlich ehrlich zeigen was sie drauf haben.


Wer soll noch seinen Kopf anstrengen wenn Ideen verstaatlicht werden. Nein, das Patentrecht ist im Kern richtig, es funktioniert heute nur nicht gut (gemeinnützig, zum Vorteil aller), weil Machtinteressen regieren. 

Die technischen Schwierigkeiten des Geldstreik- und Bodenmonopols lassen sich durch Freiwirtschaft beheben, quasi unterbewußt regeln. Ganz ohne bewußtes Handeln geht es natürlicherweise nicht. Erst mit Freiwirtschaft gibt es eine Chance bewußt zu regeln was bewußt geregelt werden muß, ohne das das Unterbewußtsein dazwischenfunkt.


Die Sorge für die Verteilungsgerechtigkeit ist auch in der Freiwirtschaft eine Kunst, aber bedeutend leichter als heute, weil die Behinderung durch das volkswirtschaftlichen Unterbewußtseins aufgehoben ist. 

Eine Machtkonzentration, wie sie sich auch immer zeigt, bedeutet Kapital und gehört unschädlich gemacht. Das wirkliche Problem, warum zur Freiwirtschaft zu gelangen, sich so schwer darstellt, ist der Schritt ins bewußte Handeln. Zu erkennen: reich werden ist gut, auf Macht verzichten ist gut. Wenn es allen auch so gut geht wie mir, das ist glückliches Leben.


[GEISTIGE ENTWICKLUNG]

Ohne Kapitaleinkommen könnten wir uns endlich geistig entwickeln. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, das die Begründung für die Tatsache, das die geistige Entwicklung hinter der technischen soweit zurück ist, genau hier zu finden ist. Es führt, denke ich, kein Weg am bewußten Handeln, staatlicher Organisation und kompetenter Führung vorbei, um zur Akratie zu gelangen.


Linkverweise Maria Lourdes:

Der eingefleischte Kapitalist wird aufschreien: “Das ist eine Kriegserklärung!” Die ruhige Antwort wird sein: “Nein, es ist die Wahrheit. Es ist diese wirtschaftliche Wahrheit, die diesen Krieg endgültig beendet.” Zinswender: Von der strukturellen Integrität des ROTHSCHILD-Kapitalismus. Ein Plagiat über die alltägliche Sklaverei, gestern – heute – morgen. hier weiter

BEVOR ES ZU SPÄT IST! Nur ein Mensch – Nur ein Agent – Nur eine Erinnerung - Seid achtsam! Achte darauf, was Du produzierst und Achte darauf, was du konsumierst. Die meisten Menschen, die über dass Wunder des Lebens nachdenken und sich auf die Reise zur Wahrheit begeben, und sich ernsthaft nach der Wahrheit sehnen, diese werden sie früher oder später auch erkennen. Alles natürliche, wie die materielle Natur oder auch die Natur des Menschen, ist eine Brücke zur Wahrheit. hier weiter

Das Experiment von Wörgl - Silvio Gesells Freiwirtschaftslehre - Bereits 1932/33 wurde in einem einzigartigen praktischen Versuch, dem »Experiment von Wörgl«, die Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell umgesetzt. In dieser Zeit erlebte die Gemeinde Wörgl in Österreich einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung inmitten der Weltwirtschaftskrise. Trotz des durchschlagenden Erfolgs wurde das Experiment von staatlicher Seite aus verboten. Alle weiteren Bestrebungen, bis in die heutige Zeit hinein wurden vom Großkapital mit allen Mitteln unterbunden. hier weiter

Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise - Die Aktienmärkte jagten von Rekord zu Rekord. Es entstand der Eindruck, dass jeder spielend ohne Arbeit reich werden kann. Wir stehen vor der größten Weltwirtschaftskrise, die die Erde je gesehen hat. Unser Geldsystem wird an seinen inneren Widersprüchen zerbrechen. Weil die Politiker und die Hochfinanz mit ihren internationalen Machtkartellen alles daran setzen, die Stunde der Wahrheit so lange wie möglich hinauszuzögern, bläht sich das System immer mehr auf. Die Umverteilung des Kapitals von Arm nach Reich geschieht immer schneller. Doch die Finanzblase wird platzen. Eine Weltwirtschaftskrise von ungeahntem Ausmaß wir die Folge sein. Sie wird für die meisten zu unbeschreiblicher Armut und Elend führen, am Ende sogar zu einem neuen Weltkrieg. hier weiter

Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat“ Gesell, Silvio - Am 17. März 2012 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des Kaufmanns und Sozialreformers Silvio Gesell, der wegen seiner grundlegenden Vorschläge für die Verwirklichung einer freiheitlichen und gerechten, den Frieden fördernden Gesellschaftsordnung mehr Beachtung verdient, als ihm bisher im allgemeinen und in der Wissenschaft im besonderen zuteil wurde. Aus diesem Anlass soll das vorliegende Buch die Persönlichkeit Silvio Gesells vorstellen und anhand einer Auswahl von Textpassagen aus seinen Werken einen Einblick in seine sozialreformerische Gedankenwelt vermitteln. hier weiter

Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft - Feder, Gottfried. Diese Schrift erschien 1919, als sich die erste Ernüchterung unter der Arbeiterschaft nach der Revolution einstellte. Ein Klassiker der modernen Zinskritik. hier weiter

Geld ohne Zinsen und Inflation »Es gibt keinen heimtückischeren und sichereren Weg, das Fundament der Gesellschaft zu zerstören, als ihre Währungen zu entwerten«, schreibt George Orwell in »1984«, und genau das ist es, was unser modernes Geldsystem durch Zinsen und Inflation bewirkt. Margrit Kennedy räumt auf mit unseren Missverständnissen in Bezug auf das Geld. Sie beschreibt die Funktionsweise des Geldes und des Zinses und erklärt, warum das Geldsystem die Welt nicht nur in »Schwung hält«, sondern dabei immer wieder zerstörerische Krisen und Kriege verursacht. hier weiter

Bartern wird Trumpf - Wir werden Kaffee, Zucker, Zigaretten, Schnaps, Mehl, Bienenhonig als Zahlmittel benötigen. Zusätzlich werden reichlich handwerkliche Fertigkeiten gefragt sein – Dienstleistungen, für die sich Dinge des täglichen Bedarfs eintauschen lassen. Bartern ist die älteste Form des Handels.Nehmen wir unser Schicksal in die Hand. hier weiter