Montag, 5. August 2013

POLITISCHE PSYCHOLOGIE: MEDIENKRITIK - VERSAGEN BEI DER KRITISCHEN PRÄSENTATION DER GLOBALISIERUNG. (HELIODA1)


Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie

Abteilung Politische Psychologie - Wochenkommentar - Präambel - Sprache
IP-GIPT DAS=15.06.2002 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung tmj
Impressum: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Kommunikation:  Stubenlohstr. 20    D-91052 ErlangenMail:_sekretariat@sgipt.org_

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Willkommen in der Abteilung Allgemeine und Integrative Politische Psychologie, hier zum Thema:

Politischer Wochen Kommentar PWK 2002-24

von Rudolf Sponsel, Erlangen

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Geldwäsche und organisierte Kriminalität in Europa: Verfilzte Mafiokratie ?

Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (Freiburg) hat einen Kriminologischen Forschungsbericht zur Geldwäsche und Organisierten Kriminalität und wie sie von den Regierungen und Behörden nicht bekämpft wird, vorgelegt. 

Ein schreckliches Dokument, das einen ziemlich verwahrlosten und inkompetenten Nachtwächterstaat zeigt, der hauptsächlich nur in der Lage ist, Kleinkriminelle zu verfolgen, während er die Wirtschaftskriminalität mit Zig-Milliardenschäden hinten und vorne so wenig in den Griff bekommt wie die Staatsausbeutung und Selbstbedienung durch BeamtInnen und PolitikerInnen - die sich ja dauernd selbst anzeigen müßten -, weil er selbst an einigen Stellen mit dem internationalen Gangstertum hoffnungslos verfilzt ist. 

So ist unsere Wirtschaft nicht nur subventionsmorbide und wirtschaftskriminell verfilzt und sondern auch noch hochgradig leistungsangefault. Kein Wunder, daß Spitzen-Mißwirtschaftler wie Ron Sommer (T-Online) noch schnell versuchen, ihre unverdienten Gagen ins Trockene zu bringen, unterstützt von einem Kanzler, dessen Mißwirtschaft sich ebenfalls sehen lassen kann - und so paßt es dann wieder. Denn in diesem Land der schwarzrotgelbgrünbraunen Antipädagogik gilt das eiserne Führungsprinzip: Wer Mist macht, wird belohnt.
 
T-Online Vorstände erhöhten bis 2002 ihre Gagen um 85 % zum Tiefststand der Aktie. Vorstandsgehälter der DAX-Firmen stiegen zwischen 1998 und 2000 im Schnitt um 64 % (1,64 Millionen Euro Jahresgage im Schnitt). In Deutschland gilt für alle Spitzenkräfte: Wer Mist macht, wird belohnt. Korruption, Sub- ventions- u. Leistungserschleichung, Bestechung, Vorteilsnahme, Preisab- sprachen, Auftragsabsprachen und jede Form von Wirtschaftskriminalität bestimmen die Politik in Europa:

Wirtschaftskriminelle Banken


Korruption, Selbstbedienungsmentalität, Subventions- und Wirtschaftskriminalität haben Hochkonjunktur und schuld daran ist die Politik und eine unfähige Justiz.


Quelle ZDF: EU verhängt Geldbußen  gegen österreichische Banken. EU-Kommissar Monti: Schockierendes Kartell aufgedeckt. Die EU-Kommission hat gegen acht österreichische Banken Geldbußen in Höhe von insgesamt 124,26 Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen verhängt. Die Kommission teilte am Dienstag in Brüssel mit, die Banken hätten bis zum Sommer 1998 Zinssätze zum Schaden der VerbraucherInnen für ganz Österreich abgesprochen. 11.06.2002
http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/0,1251,WIRT-0-185776,00.html

Die Fische stinken vom Kopf her. Der Saustall Deutschland kommt  nicht von seinen Arbeitslosen, FrührentnerInnen und Mobbingopfern her, er ist das Produkt einer verfaulten Führung. Und in den Schulen sind es weniger die LehrerInnen als vielmehr windelweichkonturlose AlleswindlerInnen: die RektorInnen und DirektorInnen und die Ministerialen- Unter- den- TeppichkehrerInnen. 

16 KultusministerInnen: 16 SchwätzerInnen ? Dieses Land muß wirklich verrückt geworden sein: sie verderben nicht den Brei, diese 16 KöchInnen, sie sind das Verderbnis wie der gesamte Blockade- und Pseudo- Föderalismus.



Medienkritik:
Versagen bei der kritischen Präsentation der Globalisierung

 
Definition: Globalisierung heißt weltweiter Abbau der Handels- Beschränkungen und zunehmend einheitlicher und freier Welthandel nach dem Vorbild der kapitalistischen westlichen Welt. [Ausführlichere Beschreibung]

Zu dem Thema ist das sehr fundierte und ausgezeichnete Schwarzbuch Globalisierung erschienen, das das Versagen der Medien, insbesondere der blinden oder einseitig- parteiischen Wirtschaftsredaktionen, aufzeigt.



Gott ist Amerikaner

Natürlich ist Gott Amerikaner. Und daher ist es nur logisch und konsequent, daß es zweierlei Rechte auf dieser Welt gibt: das Kriegsrecht des Verteidigungsministers und Präsidenten für Untermenschen oder Nichtamerikaner und ein Recht für auserwählte US- BürgerInnen. So gesehen ist es wohl auch ganz klar, daß die US- Streitkräfte in Den Haag und in die Niederlande einmarschieren müßten, falls ein US- Krimineller oder US- Kriegsverbrecher in Den Haag vor den Internationalen Strafgerichtshof ICC gestellt würde.

Hierzu: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0%2c1518%2c200430%2c00.html

Der 11. September hat inzwischen dazu geführt, daß die politische Führungsschicht der USA völlig ungeschminkt ihr wahres Gesicht zeigt. Sollte der kriegerische Terroranschlag durch dieses Verhalten der USA im Nachhinein die Einstellung der radikal- islamistischen Krieger bestätigen? Droht hier eine Rechnung aufzugehen an der einst die Rote Armee Fraktion (RAF) scheiterte?

In memoriam: Am 17. Juni, wird der Watergateskandal 30 Jahre alt: 1972 wurden im Watergate Hotel fünf als Klempner verkleidete Männer verhaftet, die - letztlich im Auftrag von US-Präsident Nixon - Abhörgeräte anbringen wollen.



Haben die deutschen Medien gänzlich den Verstand verloren, wenn sie die Kriegspropaganda der US-Regierung, von CIA und FBI unkritisch verbreiten ?

Die USA, selbst durch ihren CIA ( 1- 2 - 3 - 4 - 5 ) ein staatsterroristisches Land, befinden sich nach eigenen Angaben im Krieg gegen den internationalen Terrorismus und seine Verbündeten. 

Damit folgt die Informationspolitik der Regierung natürlich den Regeln und Gesetzen der Kriegsberichterstattung, also der Propaganda im Lichte der Kriegsziele. Das scheinen Deutschlands JournalistInnen allerdings entweder nicht zu begreifen oder sie machen, wissend, was sie da tun, im vollen Bewußtsein bei der Propaganda- Berichterstattung mit. 

Dabei müßte sich doch inzwischen herumgesprochen haben, daß die Geheimdienste vor allem zwei zentrale Aufgaben nicht können: (1) aufklären und (2) die Spreu vom Weizen trennen. 

Sie sind wohl zu sehr damit beschäftigt, ihr Terrain zu sichern, ihre internen Spiele zu spielen und ihren niederträchtigen Aufgaben nachzugehen: Unfrieden stiften, sabotieren, denunzieren, Komplotte anzetteln und Kriege vorbereiten, kurz, das Regieren vorbei am Recht und Menschenrechten ermöglichen.
 


Was die US- Regierung, ihr Geheimdienst CIA oder das FBI von sich gibt, ist grundsätzlich nicht vertrauenswürdig und ist in erster Linie als US- Kriegspropaganda zu verstehen. Auch die jüngste Propaganda um eine angeblich schmutzige Bombe ist hier einzuordnen. 

Leider kann hier auch nicht ausgeschlossen werden, daß staatsterroristische Geheimdienstgangster sogar selbst - wie wahrscheinlich bei den Milzbrand- Anschlägen - eine solche schmutzige Bombe zur Auslösung bringen. Sicher wären dann wohl die jetzt zurückhaltenden und abwehrenden Verbündeten erneut bereit, den schmutzigen Krieg gegen die 'Achsen des Bösen' der US- Regierung uneingeschränkt solidarisch zu unterstützen. 

Spätestens an dieser Stelle drängt sich die Frage auf: Welcher Unterschied besteht eigentlich zwischen kriegerischen CIA- Staatsterroristen und radikal- fundamentalistischen islamistischen kriegerischen Terroristen?



Lichtblick der Woche: Tierversuche ab 2004 für Kosmetik verboten

Der Mensch scheint sich zu besinnen, einen Minimal- Respekt vor dem Geschöpf, vor der Schöpfung und einen Minimal- Respekt gegenüber jenem Wesen zu entwickeln, das ihn am Leben erhält: das Tier. Es soll nicht länger gequält und gefoltert werden dürfen, damit die Wäsche noch weißer, das Deo noch frischer und die Haut noch glatter wird.

Kultur-Lichtblick der Woche: Walser Lesung köstlich, einfach köstlich.

Glückwunsch an die ARD (Mi 12.6.2, 0.40 - 1.25 Uhr) für die köstliche Lesung Martin Walser aus Tod eines Kritikers, eine überaus geißelnd- köstliche Persiflage auf den aufgeblasenen Marcel Reich-Ranicki und seine blinden Claqueure im doitschen Kulturbetrieb. 

Und sehr positiv ist auch die Entscheidung (5.6.) des Suhrkamp- Verlages noch einmal hervorzuheben, Martin Walsers Tod eines Kritikers herauszubringen und damit dem ebenso unverschämten wie plumpen Holocaust- Konditionierungs- Ansinnen Reich-Ranickis und seiner Amigos zu widerstehen. Die Holocaust Konditionierung der deutschen Intelligenz hat dieses Mal nicht funktioniert.


Lokaler Lichtblick der Woche:

Die Nacht der Sinne zur 1000 Jahrfeier in Erlangen zog ca. 40.000 BesucherInnen an und fand überwiegend großen Anklang bei den BürgerInnen und Gästen, die aus aller Welt in die kleine Großstadt strömten. Eine gelungene und kreative Idee, wenn auch Organisation und Eintrittsgelder auf Kritik stießen.



Sexskandal: Katholische Kirche will durchgreifen

Wie es scheint, macht die Katholische Kirche Ernst mit ihren Sexualverbrechern im Priestergewand (die auch nicht "pädophil", wie es so oft heißt: denn wer Kinder liebt, der schändet und mißbraucht sie nicht, daher sind diese Priester weniger ein Fall für die PsychopathologIn als für StaatsanwaltIn und Justiz). Und so muß es auch sein. Wir wollen den Vorgang daher nicht zu sehr loben. Jetzt fehlt nur noch, daß ihre Sexuallehre, die aus dem Kapitel Perversionen eines Psychopathologiebuches entsprungen sein könnte, dem Stand der Wissenschaft, der Natur und Menschlichkeit angepasst wird. 

Es ist ja einfach unglaublich was für ein psychopathologischer Unsinn z.B. zur Selbstbefriedigung oder zur Akzeptanz sexueller Lust verfaßt wird - ganz zu schweigen vom dem widernatürlichen Zwangszölibat (wir haben nichts dagegen, wenn eine solche Haltung freiwillig eingenommen wird, sofern sie innerlich und äußerlich wirklich getragen werden kann).



Zentralrat der Juden: Friedman entlassen

In Deutschland waren im Jahr 2000 von den 82 Millionen Menschen ca. 7,3 Millionen AusländerInnen registriert (ca. 2 Mill. TürkInnen, 740.000 JugoslawInnen, 600.000 ItalienerInnen, 365.000 GriechInnen, 300.000 PolInnen, 200.000 KroatInnen, 185.000 ÖsterreicherInnen, 165.000 BosnierInnen und jeweils 130.000 PortugiesInnen und SpanierInnen. Nicht ganz 100.000 SpätaussiedlerInnen wurden aufgenommen (rückläufig).

Der Zentralrat der Juden vertritt ca. 100.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland. Gemessen an dem politischen Wind, den er entfacht, könnte man meinen, es lebten 10 Millionen Jüdinnen und Juden in Deutschland, also 100 mal so viel. 

Hier erhebt sich die Frage, wie es denn kommt, daß eine solche Minderheit diese Aufmerksamkeit und Bedeutung beansprucht, so weit und so sehr, daß sie sogar in grenzenloser Vermessenheit wichtige Ämter und Funktionen, in die BürgerInnen dieses Landes gewählt worden sind, bestimmen möchten? 

Hat derZentralrat der Juden völlig die Bodenhaftung verloren? Ja glaubt er denn tatsächlich im Ernst (hier im entfesselten Friedman), er könne bestimmen, welche demokratisch gewählten FunktionsträgerInnen welche Ämter zu bekleiden oder nicht zu bekleiden hätten? 

Doch wie kommt es, daß die FDP so buhlt und suhlt, um die Möllemann- Absolution zu erhalten, die Friedman und Co. natürlich weder erteilen können noch wollen, noch dazu, wenn die FDP so entwürdigend winselt.

    Wer die demokratischen Entscheidungen - hier die in der FDP - so mißachtet wie der Zentralrat der Juden mit der treibenden Kraft Friedman, den sollte man wegen antidemokratischer Umtriebe entlassen. Es wäre der FDP dringend zu empfehlen, wenigstens auf der Entlassung Friedmans zu bestehen bevor wieder ein Gespräch stattfinden kann. Ihr Buhlen, Winden und Winseln wird sie eher in die Nähe der 1,8 denn an die 18 bringen.



Was sind Antisemitismus und Antigermanismus ?

Anti (X) * Antideutsch (Antigermanismus) * Anti-Nonsemitismus * Antisemitismus * Antisemitische Keule * Jüdische Vorurteile  *Prosemitisch * Pro-(X) * Vorurteile



Fußball WM: Die Besseren und Sportlicheren mögen gewinnen

Schrecklich zu welcher Häme die Medien fähig sind gegen große Fußballnationen (z.B. Frankreich, Argentinien), die vorzeitig die Heimreise  antreten mußten. Da schämt man sich tatsächlich des öfteren ein Deutscher zu sein. Die Überheblichkeit und Dummheit dieser NiederinstinktlerInnen ist wirklich zum Reich-Ranicki. Das 1:0 gegen Paraguay war zwar verdient, aber gewiß nicht berauschend und kaum ein Achtel- Final / Weltmeisterschaftsniveau. 

Schon die Vorrunde gestaltete sich trotz 8:0 gegen die Saudis als partielle Zitterpartie. Wer in der 92. Minute ein Tor kassiert, wie gegen Irland, dem stünde ein bißchen Zurückhaltung nicht schlecht an - nicht nur bewegungsmäßig, wie heute die deutsche Mannschaft gegen Paraguay demonstrierte.



Zivilcourage:

Was kann und muß für Menschen mit Zivilcourage getan werden?



Die Woche vor X Jahren
14.6.
  • 1800: Maria Stuart von Schiller im Hoftheater in Weimar uraufgeführt
  • 1866: Auf Antrag Österreichs ordnet der Deutsche Bund die Mobilmachung gegen Preußen an.
  • 1940: Deutsche Truppen besetzen Paris kampflos.
  • 1970: Viertelfinale Fußball WM in Mexiko: Deutschland gewinnt nach Rückstand 0:2 gegen England in der Verlängerung noch 3:2 mit Toren von Beckenbauer, Seeler und Müller.
  • Großbritannien gewinnt den Falkland-Krieg (Port Stanley fällt)
15.6.
  • 1215: Die Magna Charta libertatum wird proklamiert
  • 1775 wird George Washington zum Oberkommandierenden im Unabhängigkeitskrieg ernannt.
  • 1846 Im Oregon Vertrag (USA-Großbritannien) wird der 49. Breitengrad als Grenze zwischen den USA und Kanada festgelegt.
  • 1883 billigt der Reichstag das Gesetz zur Krankenversicherung.
  • Vor 70 Jahren, 1932, begann in Lausanne eine Konferenz über die abschließenden Reparationszahlungen gegenüber den Alliierten Siegermächten aus dem ersten Weltkrieg. Drei Milliarden in Goldmark wurden vereinbart (und nie gezahlt), heutiger Geldwert etwa 50 Milliarden Euro (grob geschätzt).
  • 1977 finden in Spanien erstmals seit 1936 wieder freie Parlamentswahlen statt.
16.6.
  • Windischgrätz schlägt 1848 den national- tschechischen Aufstand nieder.
  • 1890 Jahren wurde der Komiker Stan Laurel geboren.
  • Der Katholikenführer Ngo Dinh Diem wird 1954 zum Minister- Präsidenten von Süd-Vietnam berufen.
  • 1976, vor 26 Jahren, kam es in der Arbeitervorstadt von Soweto in Südafrika zu blutigen Unruhen. 176 Menschen starben.
17.6.
  • 1789 erklärt sich der dritte Stand auf Antrag Abbé Sieyès zur Nationalversammlung.
  • Das Lützow'sche Freikorps wird 1813 bei Leipzig von den Franzosen geschlagen.
  • 1953 kommt es ausgelöst von Bauarbeiterstreiks in der DDR zu einem Aufstand.




Politik der Verantwortung und Zukunft
 
Die Demokratie ist nicht unbedingt die zweitbeste Staatsform, wobei es, wie Churchill anmerkte, die beste nicht gibt. Schaut man sich die Machtverhältnisse, Brot und Spiele der Gegenwart an, ist kein großer Unterschied zu Adel und Aristokratie festzustellen: der Adel der modernen Mediendemokratie heißt nur Geldadel und Geldadeliger ist, wer genügend davon hat. Der Schein ist alles.
Arnim, Hans Herbert von (2002). Vom schönen Schein der Demokratie. Politik ohne Verantwortung - am Volk vorbei. München: Knaur.
 (von Arnim Bibliographie hier):

Man vergegenwärtige sich: PolitikerInnen sind im Grunde, wenn sie sich auf den Weg machen, Menschen wir Du und ich, vermutlich auch nicht besser oder schlechter als wir alle - bis sie das System einholt. Sie sind daher vor allem auch ein Opfer der strukturellen Bedingungen. 

Es hat also keinen Sinn, nach besseren Menschen zu suchen, man muß die strukturellen Bedingungen so verbessern, daß das Gute in uns allen mehr zum Vorschein kommt, gefördert wird und das Böse, das in uns allen steckt, besser kontrolliert wird. Wir können unseren Egoismus nicht abschaffen, wir können ihn nur besser kontrollieren. Hierzu brauchen wir grundlegend andere Transparenz- Bedingungen als dieser Staat, sein Rechts- und Kontrollsystem bisher zur Verfügung stellt, erlaubt und fördert.

Am wichtigsten und nötigsten ist eine Staats- und Grundgesetzreform

Das Grundgesetz ist schlecht und dringend revisionsbedürftig. Wie schlecht es eigentlich ist, hat sich erst die letzten 35 Jahre herausgestellt, seit die Republik zunehmend unaufhaltsam abwirtschaftet, Staatsverschuldung, Filz, Korruption, Mißmanagement, Inkompetenz und Versagen ein gigantisches Ausmaß erreicht haben. PolitikerInnen müssen an die Wahlen denken und daran, wie sie an der Macht bleiben. Entschieden wird vom großen Haufen und den ihn manipulierenden Interessengruppen, wobei der große Haufen bekanntlich nur kurzfristig und oberflächlich denken mag oder kann. 

Dies nennt man dann plebiszitäre Demokratie. Damit sind die strukturellen Bedingungen so gewählt, daß das geschieht, was der große Haufen hören will oder wozu er sich manipulieren läßt. Damit ist klar, daß sparen, umsichtig wirtschaften, vorsorgen sehr unwahrscheinlich werden. 

Konstruktive Veränderungen innerhalb des Systems sind unwahrscheinlich. Hier kann nur eine Staats- und Verfassungsreform helfen, die bessere Rahmenbedingungen für alle politischen Parteien und PolitikerInnen, unabhängig von ihren Charakteren über die Wahlperioden hinaus dauerhaft und sicher zur Verfügung stellt:
 

Ein neues Grundgesetz muß her unter dem Primat von Transparenz und Kontrolle, das den Erkenntnissen der Wissenschaften vom Menschen Rechnung trägt, das die idealistische Verlogenheit und vielfältige Widersprüchlichkeit zugunsten des Realitätsprinzips aufgibt. 

Hierzu auch: Roman Herzog fordert Staatsreform
 

Deutschlands Hauptproblem ist nicht die Armen ärmer zu machen, sondern eine Erneuerung der maroden Führungsstrukturen

Die Politik braucht zur Entwicklung der Demokratie vor allem - und wenigstens - fünf neue strukturelle Impulse: (1) Transparenz: Abschaffung des Geldtabus (Bankgeheimnis, Steuergeheimnis) und keine falsche Vorschiebung und Zweckentfremdung von Datenschutz; (2)Verantwortung: Abschaffung des Idiotenprinzips: Wer Mist macht wird belohnt; (3) eine Reform des Grundgesetzes zur Staatsverschuldung;(4) eine Zurückführung der Blockademöglichkeiten der Bundesländer sowie (5) Schaffung wirkungsvoller Kontrollsysteme.


Einführung und Neufassung des Verantwortungsprinzips

Schluß mit dem Idiotenprinzip: Wer Mist macht wird belohnt. Es müssen dringend die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen bzw. erleichtert werden, daß diejengien, die in verantwortlicher Stellung (PolitikerInnen, MinisterInnen, Abgeordnete, BeamtInnen u.a. VerantwortungsträgerInnen) Mist machen, nicht durch Abfindungen, vorzeitigen Ruhestand (Pension) und neue Möglichkeiten des Doppelt- und Dreifachverdienens belohnt werden. 

Wer Mist macht, muß es spüren, Mist machen darf sich nicht länger lohnen.
 

Jede Oma, jede PädagogIn, jede PsychologIn, jeder, der bis drei zählen kann und gesunden Menschenverstand hat, weiß: werden Fehlverhaltensweisen belohnt, verfestigen und vertiefen sie sich. Jeder weiß das. Nur die Politik und ihre potemkinschen "Kontrollsysteme" scheren sich nicht darum, wissen es offenbar nicht oder wollen es nicht wissen. Wer Mist macht, darf nicht länger mit Abfindungen, Frühpensionen, Doppeleinkünften und anderem Geldsegen belohnt werden. 


Novellierung Kartellgesetz

Nicht minder wichtig ist es, dem Wirtschafts- und Geldadel die Möglichkeiten zum hemmungslosen Ausbeuten - wie es beispielweise zu allen Ferienzeiten vom Benzinkartell demonstriert wird - empfindlich zu beschneiden:
 

Das Bundeskartellamt kann Firmen verpflichten, gewünschte Preiserhöhungen anzumelden. Das Bundeskartellamt kann gewünschte Preiserhöhungen untersagen, wenn es von den Begründungen nicht überzeugt ist.


Nächster Politischer Wochen Kommentar 22.6.2 (gegen Abend)


Querverweise

Zitierung
    Sponsel, Rudolf (DAS). Politischer Wochen Kommentar 2002-24. Globalisierung, Geldwäsche, Medien-, US-Kritik u.v.a. IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/politpsy/aktuell/pwk/pwk02-24.htm
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Ende_PWK-02-24ServiceÜberblickRelativ Aktuelles _Rel. Beständiges TitelblattKonzeptArchivRegion_Mail:_sekretariat@sgipt.org_Kommunikation:  Post: SGIPT Stubenlohstr. 20 D-91052 Erlangen  _
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Querverweis: http://www.attac.de/



end-korrigiert:irs 15.06.02