Dienstag, 27. August 2013

BILD-ZEITUNG WILL KRIEG. ÜBER DEN HIRNTOD DEUTSCHER REDAKTEURE. (HELIODA1)

BILD WILL KRIEG

Über den Hirntod deutscher Redakteure

Autor: U. Gellermann
Datum: 26. August 2013

Quellehttp://www.rationalgalerie.de/archiv/index_1_720.html

Als Ende Mai dieses Jahres türkische Zeitungen über den Fund von Giftgas in den Provinzen Adan und Mersia berichteten, konnte man in den deutschen Medien darüber nichts erfahren. Die türkische Polizei hatte bei Razzien gegen Anhänger der Al-Nusra Front - dem syrischen Zweig der Al-Quaida - zwei Kilo Sarin gefunden. Das ist genau jene Sorte von Giftgas, das in den letzten Tagen in den deutschen Medien eine Riesenrolle spielt. 

Auch die Erkenntnis, dass dieses Gift aus den Beständen des "befreiten" Libyen stammen und dort eigentlich unter der Kontrolle der US-Armee lagern sollte, war den deutschen Medien keine Meldung wert. Wie viel libysch-amerikanisches Giftgas verschwunden ist und wo es jetzt lagert, dazu wollen sich auch die britischen und französischen Geheimdienste nicht äußern. 

Statt dessen versorgen sie ihre Regierungen zur Zeit mit der unbewiesenen Behauptung, die Assad-Truppen setzten Giftgas gegen die eigene Bevölkerung ein. Prompt haben die englische und französische Regierungsvertreter - wie schon in Vorbereitung des mörderischen Libyenkrieges - Militäreinsätze gegen Syrien gefordert. Man will den Regime-Wechsel. Der Preis - noch mehr Tote, noch mehr Flüchtlinge - ist den westlichen Regierungen, wie schon in Libyen, völlig gleichgültig.


Die deutschen Medien sind, gewarnt durch den Giftgas-Reinfall im Irak-Krieg, ein wenig vorsichtiger geworden. Direkt mag man die Schuld Assads am Giftgas-Anschlag in der Nähe von Damaskus zumeist nicht behaupten. 

Aber man zitiert unkommentiert ein "Spionagenetzwerk" (DIE ZEIT) der Franzosen und Briten in Syrien, das "Beweise" für die Assad-Täterschaft gesammelt habe. Oder berichtet, wie die ARD, natürlich ohne zu hinterfragen, über ein Gespräch zwischen Obama und dem britischen Premier Cameron: "Beide sind sehr besorgt über den Angriff, der am Mittwoch in Damaskus stattfand und über die wachsenden Anzeichen dafür, dass dies ein bedeutender Einsatz chemischer Waffen durch das syrische Regime gegen das eigene Volk war". 

Diese "wachsenden Anzeichen" - durch nichts bewiesen - reichen auch für eine kindliche Begeisterung über den vierten Zerstörer der US-Marine nahe Syrien, der "mit Raketen bestückt ist". Was soll er tun der Zerstörer? Die Giftgaslager der syrischen Armee zerstören? Jede Menge Sarin freisetzen und die Bevölkerung in der Nähe der Lager damit umbringen? Solche Fragen stellt der tapfere deutsche Journalist nicht. Da ist er lieber für den totalen Krieg gegen Assad.


An der Spitze dieses totalen Kriegs steht, wie auch anders, die BILD-ZEITUNG. Deren entfesselter Kommentator Julian Reichelt kennt sich vorgeblich aus: "Vor den Augen der Welt setzt Syriens Diktator Assad offenkundig Giftgas gegen sein eigenes Volk ein" 

Und weiter weiß er: "Dass Assads Truppen ganz offenkundig mit Chemiewaffen morden, während UN-Inspektoren im Land sind, um zu untersuchen, ob das Assad-Regime überhaupt Giftgas einsetzt, zeigt die Kaltblütigkeit des syrischen Diktators." Dass es, wäre es wirklich wie Reichelt behauptet, eher die ganze Blödheit Assads zeigen würde wenn er ausgerechnet in diesem Moment Giftgas einsetzte, darauf kommt der Mann mit dem Schaum vor dem Mund nicht. 

Assistiert wird Reichelt von einem anderen BILD-Kommentator. Rafael Seligmann, Herausgeber der "Jewish Voice from Germany", droht im syrischen Zusammenhang: "Vor 70 Jahren weigerten sich die Alliierten Auschwitz zu bombardieren. So konnten die Nazis ungestört die Juden ermorden." Wahrscheinlich wird der ungehörige Ausschwitz-Vergleich durch den gern in Deutschland zitierten israelischen Minister für strategische Angelegenheiten Juval Steinitz gestützt, der im Rundfunk verbreitete: "Es wurden chemische Waffen benutzt, und dies natürlich nicht zum ersten Mal." Natürlich verzichtet auch er auf Beweise. Und über die israelischen Bomben-Angriffe auf Syrien schweigt der strategische Minister ganz.

Auch die medial gern verbreitete Forderung, das Assad-Regime solle nun gefälligst die UN-Beobachter an den Ort des jüngsten Giftgas-Anschlags lassen, wird nicht ergänzt um die Information, dass sich in dieser Gegend die Rebellen bewegen und die Sicherheit der UN-Beobachter kaum garantiert sein dürfte. Wenn die Beobachter allerdings bei ihrer Arbeit umkämen, dann wüsste der deutsche Redakteur jetzt schon, wer´s gewesen wäre: Assad. 

Dieser bedingte Reflex bringt einen "K. F." in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN dazu, die USA in der Syrien-Frage dringlich zu ermahnen: "Immerhin hat das Land sich einmal für weltpolitisch unentbehrlich gehalten." Er hätte auch `USA fass!´ schreiben können, aber so direkt mag es die feinsinnige FAZ nicht. 

Was keiner dieser Kriegsfreiwilligen schreiben mag: Wer oder was soll denn nach Assad kommen? Die Al-Nusra-Leute, die schon jetzt mit Sarin hantieren als sei es Fleischbrühe? Irgendein Muslim-Bruderschafts-Derivat, jene Brüder, die von den USA mit Hilfe der ägyptischen Armee gerade wieder an die Leine gelegt werden sollen? Oder hätte man gern ein neues Jemen-Desaster an der Grenze zu Israel, ein Land voll durchgeknallter War-Lords, immer gut für einen Terroranschlag und ausgezeichnete Trainingsziele für US-Drohnen.

Es gab und gibt in Syrien eine nichtmilitärische Opposition. Mit der will und wollte der Westen nie reden. Stattdessen ließ man seine Verbündeten in Saudi Arabien und Kuwait die islamistischen Hardliner bewaffnen. Stattdessen befeuerte man ungerührt und kaltblütig einen Krieg, dessen Folgen man öffentlich lautstark bedauerte, um heimlich, still und leise die Logistik der islamistischen Aufständischen zu organisieren. 

Und dieser irrwitzigen Politik applaudieren deutsche Medien gern und ausdauernd. Normalen Menschen bleibt angesichts des Elends in Syrien das Herz stehen. Dem deutschen Redakteur steht der Verstand still und die Kriegsgeilheit setzt stattdessen ein.



Putins Antwort an Cameron: Russland liegen keine Beweise für einen Chemiewaffenangriff in Syrien vor

Redaktion

Wie auf David Camerons offizieller Internetseite zu lesen ist, machte der russische Präsident Wladimir Putin in einem Telefongespräch mit dem britischen Premierminister am Montag deutlich, Russland lägen keine Beweise für einen Chemiewaffenangriff in Syrien vor. Die beiden Politiker hatten die Krise in Syrien erörtert, nachdem außerhalb von Damaskus Scharfschützen auf die UN-Inspektoren geschossen hatten.

Nach dem Gespräch erklärte ein britischer Regierungssprecher: »Präsident Putin sagte, ihnen lägen keine Beweise dazu vor, ob ein Chemiewaffenangriff stattgefunden habe oder wer dafür die Verantwortung trage.« Cameron machte demgegenüber deutlich, er sei sicher, dass die

Streitkräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hinter dem mutmaßlichen Angriff stünden, da die Opposition nicht über die dazu notwendigen Kapazitäten verfüge. »Das Regime hat den Vereinten Nationen unmittelbar nach dem Angriff den Zugang verweigert. Das deutet darauf hin, dass sie etwas zu verbergen haben«, meinte er gegenüber Putin, wie auf der Internetseite der britischen Regierung zu lesen war.

 

Beide Staatsmänner bekräftigten die Position, auf die sich die Teilnehmer des G-8-Treffens im Juni verständigt hatten: »Niemand sollte Chemiewaffen einsetzen, und jeder Einsatz würde schwerwiegende Konsequenzen seitens der internationalen Gemeinschaft nach sich ziehen.«

 

Ebenfalls am Montag stellten die UN-Inspekteure fest, es sei für die Experten trotz der bereits verstrichenen Zeit immer noch möglich, die notwendigen Beweismittel zu sichern. Der mutmaßliche Angriff fand am vergangenen Mittwoch in einem Außenbezirk der syrischen Hauptstadt Damaskus statt. 

Die Opferzahlen schwanken widersprüchlichen Berichten zufolge stark zwischen »einigen Dutzend« bis zu 1300 Menschen. 

Nichtregierungs- und Hilfsorganisationen wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Gruppe »Ärzte ohne Grenzen« (MSF) gehen von 322 bzw. 355 Todesopfern aus.

 

Am Montag hatten sich sowohl der russische Außenminister Sergei Lawrow sowie sein britischer Amtskollege William Hague öffentlich zu dem mutmaßlichen Anschlag geäußert. »Der Premierminister und Präsident Obama… stimmen überein, dass die internationale Gemeinschaft massiv reagieren müsse«, erklärte Hague in der Sendung Today des Radiosenders BBC 4. 

Auf die Frage nach einem militärischen Eingreifen entgegnete er, möglicherweise laufe es darauf hinaus. 

Cameron brach seinen Urlaub ab und kehrte nach London zurück, um den Vorsitz einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates zu übernehmen, hieß es am Montag in London.

 

Lawrow wiederum sagte, eine der politischen Folgen des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs sei die Sabotage der Friedensgespräche in Genf. 

Gleichzeitig greife der Westen den Ergebnissen derUN-Inspekteure durch eigene Stellungnahmen und Festlegungen vor. »Die an dem Angriff Beteiligten wollen die kommenden Genfer Friedensgespräche sabotieren. Vielleicht war das auch das Motiv derjenigen, die diese Geschichten verbreiten. Die syrische Opposition ihrerseits hat offensichtlich kein Interesse, friedlich zu verhandeln«, erklärte er auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, offenbar »haben sie ihre Entscheidung bereits getroffen«, fuhr er unter Hinweis auf die jüngsten Drohungen aus England und den USA fort. 

Auch der Zeitpunkt des Angriffs spiele eigentlich nur der Opposition in die Hände. »Wenn sich Chemiewaffenexperten im Land befinden, wenn sich die militärische Lage zum Vorteil der Regierung entwickelt, wenn jeden Moment das russisch-amerikanische Treffen zur Vorbereitung der Genfer Konferenz stattfinden soll – ist das etwa eine Situation, in der man Chemiewaffen einsetzt?«, zitiert ihn die Süddeutsche Zeitung.


Seit Mittwoch vergangener Woche hält sich eine UN-Inspektorengruppe im Land auf. Sie sammelt Spuren des Angriffs und spricht mit den Opfern des Angriffs, der angeblich mit neurotoxischen Substanzen durchgeführt wurde. 

Sie werden ihre Untersuchung am heutigen Dienstag fortsetzen, obwohl ihr Fahrzeug gestern »mit voller Absicht von unbekannten Scharfschützen in der Pufferzone mehrfach beschossen wurde«, wie der Sprecher desUN-Generalsekretärs, Martin Nesirky, erklärte.

 

Im staatlichen syrischen Fernsehen wurde eine Erklärung verlesen, in der die aufständischen Kämpfer unter Berufung auf Quellen des Innenministeriums beschuldigt wurden, hinter den Scharfschützenangriffen zu stehen. Die syrische Opposition machte im Gegenzug die Regierung verantwortlich.

 

 http://staatenlos.info/index.php/2013-01-07-06-54-05/handlungsanleitung-heimatpaket


EDITED BY WOLFGANG TIMM / CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV. www.chza.de !