Montag, 15. Juli 2013

WARUM DIE DEUTSCHEN SO OBRIGKEITSGLÄUBIG SIND. (HELIODA1)

Warum die Deutschen so obrigkeitsgläubig sind


Erstens durch das Christentum, das als monotheistische Religion die Unterwerfung von frühester Kindheit an einprogrammiert.

Zweitens durch den 30jährigen Krieg, der ein unbeschreibliches Trauma für die deutschen Völker, insbesondere für die späteren Preußen, war. Im verzweifelten Wunsch, irgendwie zu überleben, unterwarfen sich z.B. die letzten freien Bauern einem Grundherrn, weil der Status des Leibeigenen damals sehr viel mehr Überlebenschancen versprach als der eines Freien. Widersinnigerweise mußten die Freien als Soldaten dienen, die Leibeigenen nicht.

Der preußische Staat hat das dringende Unterwerfungsbedürfnis seiner Bevölkerung dann besonders großzügig bedient. Maximale “Zucht und Ordnung” gegen maximale “Sicherheit”. Je trügerischer dieser Deal sich erwies, desto mehr verfestigte sich das Trauma. Und die Erfahrungen der beiden offiziellen Weltkriege des 20. Jahrhunderts hieben nur wieder in dieselbe Kerbe, während der Nationalismus das typisch extreme Gegenstück zur extremen Unterwerfung war.

Sicherheit geht der Mehrheit der Deutschen vor Freiheit – seit vielen Generationen und immer wieder als Überlebensstrategie bestätigt. Hätten die Deutschen 1945 noch irgendwie aufzubegehren gewagt, gäbe es sie heute nur noch in Geschichtsbüchern – wenn überhaupt.

Nur meine persönliche These.

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Rechtssicherheit für wen?

Ziel des römisch geprägten “deutschen Rechts” ist nicht Gerechtigkeit zugunsten der Menschen, sondern Berechenbarkeit zugunsten der Finanzwirtschaft. Wo “Rechtssicherheit” herrscht, wird investiert und winken damit Profite. Wo die Interessen der Menschen den Interessen der Finanzwirtschaft jederzeit “überraschend” in die Quere kommen können, wird nicht investiert und Profit entgeht.

“Wie kann man denn nur was gegen Rechtssicherheit haben?!” kommt jetzt sicher die entsetzte Frage.

Ich hab ja gar nichts gegen Rechtssicherheit an sich. Aber es kommt schon auch darauf an, was man unter Rechtssicherheit versteht.

Wenn es Rechtssicherheit für Kapital ist, hab ich was dagegen. Wir sehen ja gerade, wohin das führt.

Wenn es Rechtssicherheit für die menschlichen Gemeinschaften ist, bin voll und ganz dafür. Das hatten wir schon über tausend Jahre nicht mehr.

Rechtssicherheit bestünde z.B. auch mit einfach formulierten, für jeden verständlichen Rechtsgrundsätzen, die nach “Recht und Billigkeit”, also nach streng angewandten Regeln und natürlichem Rechtsempfinden innerhalb der jeweils betroffenen Gemeinschaft durchgesetzt werden.

Klassisches Beispiel für einfach,  leicht verständliche Rechtsgrundsätze wären die 10 Gebote der Bibel.

Traditionelle, sich aus dem germanischen Recht ableitende Rechtsprinzipien findet man heute noch im angelsächsischen Common Law. Nicht umsonst sagt man schon ziemlich lange, das englische Recht sei germanischer als das deutsche. Dazu gehört z.B. die Nichtexistenz des öffentlichen Rechts. Es gibt nur Privatrecht. Die Staatsbeamten haften privat für im Staatsdienst begangenes Unrecht an einem “Privatmenschen” (Aus gutem Grund weiß das heute kaum ein Brite …). Und das Personalitätsprinzip, das die Grundlage des Fehlens von öffentlichem Recht ist. Wer nicht persönlich unterworfen war, der war auch nicht persönlich verpflichtet. Wenn das keine Rechtssicherheit für den einzelnen Menschen und seine Gemeinschaft, was dann?