Samstag, 29. Juni 2013

SPITZENKANDIDAT DER PIRATENPARTEI BAYERN ZUM ESM, etc. (HELIODA1)

BLOG von Piratenpartei Mitglied

QUELLE:
http://matthiasgarscha.wordpress.com/


Spitzenkandidat Emanuel Kotzian (Bayern) zum ESM

Heute präsentiere ich  ein Youtube Video des bayrischen Spitzenkandidaten zur Landtagswahl (Bayern) “Emanuel Kotzian” über den ESM. Es ist schön zu wissen, daß es in der Piratenpartei Kandidaten gibt, die sich kenntnisreich zu dem derzeit schwierigsten Thema in Europa äußern. Kotzian spricht zurecht von einem gordischen Knoten und empfiehlt einen European New Deal (welcher auf drei Säulen beruht).

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Der Zahltag für den Euro – Helmut Schmidt (Bundeskanzler a.D.) 23.06.2013

Im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung für den BASF Aufsichtsratsvorsitzenden Eggert Voscherau sprach Helmut Schmidt einige für die derzeitige Regierung unbeqeme Wahrheiten aus.

In einer illustren Runde (wo Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit auch in der Zukunft im Zentrum der Diskussion stand), fand alleine Altkanzler Schmidt den richtigen TON!

Wer die gesamte Veranstaltung sehen möchte : (hier der Link zur Mediathek von Phoenix). Der Titel: “Deutschlands Herausforderungen in einer globalisierten Welt”

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/707470

 

 

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Meine bisherige Tätigkeit in der Piratenpartei Deutschland

Auf meiner persöhnlichen Wikiseite könnt ihr euch über meine bisherige Tätigkeit in der Piratenpartei Deutschland informieren.

 

http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Matthias.garscha

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Kritik findet seinen Ausdruck in einem Lied

Mit dem Post seines  Songs ” Ziel der Lieder” möchte ich Georg Nägle (meinen Freund und Mitstreiter) einen Ehrenplatz auf meinem BLOG einräumen. Es hat uns letztes Jahr bei unserer Arbeit in der AG Geldordnung und Finanzpolitik (Piratenpartei Deutschland) inspiriert und sorgt immer wieder für gute Stimmung in unserem virtuellen Mumble-Raum “zum rollenden Taler”.

Viel Spaß beim hören

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Aktuell: Sinn und Unsinn der Geldpolitik

Wie ist die Geldpolitik der letzten Jahre zu bewerten?

Ben Bernankes Auftritt vor dem Offenmarktausschuss hat die Finanzmärkte weltweit aufgeschreckt. Viele Kommentatoren haben sich mit dem Marktverhalten beschäftigt.

Paul Krugman, The Economist etc. Im BLOG “Never Mind” hat sich jetzt Markus Diem Meier deshalb nochmal der Geldpolitik der vergangenen Jahre gewidmet und stellt fest:

Zitat:

Mit der Sorge über ein Ende der ultralockeren Geldpolitik stellt sich auch erneut die Frage, ob sie die Risiken wert war. Die Antwort ist ein klares Ja.

Allein erste zaghafte Hinweise, dass die Geldpolitik künftig weniger expansiv sein könnte, haben an den Märkten zu Unruhen geführt, am deutlichsten hat sich das bei den Anleihen weltweit gezeigt.

Wie letzte Woche festgehalten, zeigt die Marktreaktion, dass der Ausstieg aus der Geldpolitik mit bedeutenden Risiken verbunden ist, was auch Ben Bernanke noch einmaldeutlich gemacht hat. Das bedeutet aber nicht, dass auf die Geldpolitik hätte verzichtet werden können bzw. dass sie ein Fehler war.

Das führt uns einmal mehr zu den hier schon oft debattierten Kernfragen der seit Jahren anhaltenden Makrodebatte, die sich darum dreht, welches die richtige wirtschaftspolitische Antwort auf eine Krise dieses Ausmasses ist.

Diem bezieht klar Stellung für den eingeschlagenen geldpolitischen Weg und fragt zurecht nach einer Alternative und fährt fort:

Die Frage nach dem Nutzen der Geldpolitik. Tatsächlich ist sie die schlechtere Wahl: In einer Welt, wo die Vorgeschichte keine Rolle spielt (mehr dazu unten), und im Nachgang der Jahrhundertkrise mit Liquiditätsfalle«Balance Sheet Recession», Deflationsgefahr und einem angeschlagenen Finanzsystem wäre eine expansive Fiskalpolitik (eine Ankurbelung mit Steuersenkungen und Mehrinvestitionen per Staatsbudget) das bessere Instrument, um aus der Krise zu finden.

Dann erläutert Diem die Grenzen der Geldpolitik in einem Umfeld wie dem beschriebenen Krisenszenario. Dann kommt er zur Fiskalpolitik und Ihre Vorgeschichte.

Wegen ihrer beschränkten Wirkung auf die Wirtschaft lehnen daher einige prominente Ökonomen wie etwa Richard Koo die aktive Geldpolitik der letzten Jahre als völlig wirkungslos ab. Koo setzt daher einzig auf die Fiskalpolitik.

Nun spielt aber die Vorgeschichte eine Rolle. Sie hat zur Folge, dass die Fiskalpolitik einen weit schlechteren Ruf hat als die Geldpolitik. Warum?

Ein hinderliches historisches Erbe für die Fiskalpolitik hat damit zu tun, dass in gewöhnlichen Zeiten – wie in den vergangenen Jahrzehnten – genau die umgekehrten Prioritäten gelten: Dann ist Fiskalpolitik das schlechtere Instrument und die Geldpolitik das bessere zur Stabilisierung der Konjunktur.

Die hohe Staatsverschuldung beschränkt (aktuell weniger aus ökonomischen als vielmehr aus politischen Gründen) die Möglichkeiten für die Fiskalpolitik und macht sie besonders unbeliebt.

Nach dieser Erklärung kehrt Diem dann wieder zur Geldpolitik zurück und stellt fest:

Womit wir wieder zurück bei der Geldpolitik sind. Da der gewöhnliche Wirkungskanal – der Leitzins – weitgehend ausgeschossen ist, bleibt als einziger Kanal zur Verbesserung der Lage das Schüren von Erwartungen:

a) Die grösste Bedeutung hat hier das glaubhafte Schüren von höheren Inflationserwartungen

b) In die gleiche Kategorie gehört die Idee, dass sich Notenbanken statt an einem Inflationsziel am nominalen Bruttoinlandprodukt (BIP) ausrichten sollen.

c) Die US-Zentralbank Fed kommt dieser Erwartungspolitik am nächsten. Das erklärt ihre Politik, den Leitzins selbst dann noch bei null Prozent zu belassen, wenn die Wirtschaftslage bereits erkennbar auf dem Weg der Besserung ist und mindestens eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent nach unten durchbrochen hat.

Kurz: Über die Beeinflussung von Erwartungen behält die Geldpolitik realen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung. Wie viel Erwartungsänderungen zu bewirken vermögen, zeigt sich ohnehin momentan besonders deutlich am Verhalten der Marktteilnehmer.

Diems Fazit betont dann auch die Unsicherheit und die Schwierigkeiten die mit einem Ausstieg verbunden sind.

Fazit: Der Ausstieg bleibt schwierig – allein die Wahl des richtigen Augenblicks und die Kommunikation dazu haben eine gewaltige Wirkung. Machen die Notenbanker hier grobe Fehler, drohen konjunkturelle Rückschläge bis hin zu einer erneuten Rezession im einen Fall oder Übertreibungen mit Preisblasen in Anlagemärkten und Inflation im anderen Fall. Dennoch wäre eine deutlich zurückhaltendere Geldpolitik in den Jahren nach der Krise keine Alternative gewesen.

Meiner Meinung nach keine Überraschung, wenn man in unbekannte Gefilde vorstößt. So weiss bis heute keiner was letzendlich passieren wird. Dennoch sind Artikel wie der von Never Mind hilfreich den Überblick zu bewahren.

Quelle:

http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/13434/sinn-und-unsinn-der-geldpolitik/

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EXTRA: Volker Hellmeyer “Food for thought”

“Das Mass ist mehr als voll! – Freiheit ist ein hohes Gut”
Ich poste hier den ganzen Artikel – er hat es in sich!

Wenn die Kräfte, die lautstark an jeder Ecke der Welt Freiheit einfordern, gleichzeitig die Grundlagen der Freiheit (Rechtsstaatlichkeit, Freiheit der Privatsphäre) in ihren Ländern, aber auch in fremden Ländern verletzten, ist das kein Kavaliersdelikt.

Mehr noch wirft diese Abschöpfung Fragen auf. Kann diese Informationsgewinnung nicht viel weiter gehen, beispielsweise zur politischen und ökonomischen Vorteilnahme. Dieses Thema wurde bisher noch gar nicht von der Politik und den Medien thematisiert. Besteht hier nicht das Risiko massiver ökonomischer Verluste hinsichtlich der illegalen Abschöpfung geistigen Eigentums (z.B. Forschungsergebnisse)? Oder werden derartige sensible Daten in tugendhafter und rechtlich einwandfreier Manier ignoriert?

Das aktuelle Verhalten Londons und New Yorks ist vor diesen Hintergründen nicht nur nicht akzeptabel, sondern skandalös und erfordert massive Interventionen, die derartiges Verhalten nicht nur leise zu kritisieren, sondern definitiv nicht mehr zulassen.

Die aus London und Washington gelebten Umgangsformen sind Interventionen in fremden Rechtsräumen in Breite und Tiefe, die illegal sind, da sie nationale Souveränitätsrechte in Breite und Tiefe brechen. Wenn wir so ein Verhalten auch nur in Ansätzen tolerieren, kommt unsere Regierung nicht mehr der Forderung nach, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Dabei kommt es nicht auf die Verbalakrobatik an, dass diese Maßnahmen lediglich in der Frage der Terrorismusbekämpfung genutzt werden. Das ist ein scheinbares moralisches Schutzschild, das Rechtsbrüchen Charme verleihen kann und voraussichtlich auch soll.

Das aktuelle Verhalten Londons und New Yorks ist vor diesen Hintergründen nicht nur nicht akzeptabel, sondern skandalös und erfordert massive Interventionen, die derartiges Verhalten nicht nur leise zu kritisieren, sondern definitiv nicht mehr zulassen.

Die aus London und Washington gelebten Umgangsformen sind Interventionen in fremden Rechtsräumen in Breite und Tiefe, die illegal sind, da sie nationale Souveränitätsrechte in Breite und Tiefe brechen. Wenn wir so ein Verhalten auch nur in Ansätzen tolerieren, kommt unsere Regierung nicht mehr der Forderung nach, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Dabei kommt es nicht auf die Verbalakrobatik an, dass diese Maßnahmen lediglich in der Frage der Terrorismusbekämpfung genutzt werden. Das ist ein scheinbares moralisches Schutzschild, das Rechtsbrüchen Charme verleihen kann und voraussichtlich auch soll.


Kommen wir auf den Punkt:
Die vollständige Überwachung des Internets liefert Zugriffsmöglichkeiten auf sensible politische und ökonomische Daten. Dabei geht es um wirtschaftliche und politische Vorteilnahme.

In unseren Reports geht es um Wirtschaft und Finanzen. Deswegen fokussieren wir uns auf den Sektor Banken und Finanzen.

Während wir in der Eurozone unsere Banken strenger Regulierung und daraus resultierender Berechenbarkeit hinsichtlich begrenzter Risikotragfähigkeit und prozyklischer Bilanzierung unterwerfen, ist in den USA im Jahr 2006 eine administrative Regelung (5. Mai 2006, Amendement des Security Exchange Act) still und leise umgesetzt worden ,die Banken aus nationalem Interesse von Bilanzierungspflichten freistellen kann (= unbegrenzte Feuerkraft).

Bedenkt man dann zusätzlich die Zusammenarbeit der US-Bankenaristokratie mit der USTreasury, der Fed und den Aufsichtsbehörden in der „Working Group on Financial Markets“ oder umgangssprachlich dem „Plunge Protection Team“ ist ein hohes Maß an Gleichschaltung dieser Kräfte für finanzielle, wirtschaftliche und politische Ziele „spieltheoretisch“ gegeben.

Gleichzeitig ist Basel II (Einschränkungen wegen höher Eigenkapitalunterlegung) in den USA im Gegensatz zu Europa nicht umgesetzt worden, nachdem es von US-Seite vorgeschlagen und eingefordert war.


Ist das „spieltheoretische Skript“ erkennbar?

„Spieltheoretisch“ ergibt sich damit auf der einen Seite eine Bankenherde in Europa und im Rest der Welt (gleichgeschaltete Kraft gegen heterogene unkonsolidierte Struktur), die sehr einfach vor sich hergetrieben werden kann, die hinsichtlich prozyklischer Bilanzierung und geringerer Risikotragfähigkeit zum Handlanger dritter Interessen degradiert werden kann.

Gekoppelt mit den fraglos nur „theoretischen“ Möglichkeiten der Informationsabschöpfung (Positionierungsdaten, Interna) erscheint die potentielle Machtposition, die wenige politisch elitäre Institutionen an den Finanzplätzen in New York und London gegeben sein könnten, dramatisch hoch. Vor diesem Hintergrund wäre die Entwicklung der Eigenhandelsergebnisse in den letzten Quartalen als impliziter Beleg der Spieltheorie unter Umständen hilfreich …


An Märkten geht es um Geld. – Geld ist das Transaktionsmittel der Macht.

Ist diese „spieltheoretische“ Unterordnung akzeptabel. Wie viel „spieltheoretische“ Unterordnung und „spieltheoretische Naivität“ will man sich in der Eurozone noch leisten? Sind nicht viele sachlich unfundierte Bewegungen an den Finanzmärkten unter Umständen vor diesem Hintergrund smart erklärbar?

„Food for thought!“

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Hat die Unabhängigkeit einer Zentralbank überhaupt noch einen Sinn?

2. Hat die Unabhängigkeit einer Zentralbank überhaupt noch einen Sinn?

In der aktuellen Krise sind viele Zentralbanken näher an die Regierung gerückt. Otmar Issing spricht von einem “verlorenen Paradies”. Auf der AEA-Tagung in San Diego diskutierten bekannte Ökononomen über Sinn sowie Vor-und Nachteile unabhängiger Währungshüter. Der Mythos, der sich um die Unabhängigkeit der Zentralbanken gebildet hat bröckelt.

a) Position (Gerald Braunberger, FAZ): gibt teilweise Otmar Issing wieder!

1. Die Ansprüche an Geldpolitik sind zu hoch. Dies gilt für Ökonomen, die der Ansicht sind, die Geldpolitik könne die Konjunktur steuern. Dies gilt auch für Ökonomen, die meinen, Geldpolitik sei eine angewandte Wissenschaft, die sich langfristig als Geldwertsicherer in Reinform umsetzen lasse. Gelegentlich wurde die Zentralbank als eine über den Partikularinteressen der Politiker stehende elitäre Institution mit unbestechlichem Wissen verklärt.

2. Die juristische Unabhängigkeit ist prinzipiell eine gute Idee. Aber Geldpolitik wird von Menschen gemacht. Diese Menschen sitzen nicht in einem vom Rest der Welt abgeschiedenen (Elfenbein-)Turm, sie sind nicht allwissend und sie sind keine Maschinen. Die vor der Krise verbreitete Vorstellung, eine Zentralbank sei in der Lage, eine langfristige Politik ohne Fehler und ohne äußere Einflüsse zu betreiben, ist eine Idealisierung durch akademische Ökonomen gewesen. Auch Geldpolitiker bewegen sich in einer unsicheren Welt, und es gibt derzeit nicht “die” allgemein akzeptierte Theorie, an der sich eine Zentralbank zuverlässig ausrichten könnte.

3. Auch die Debatte um Regelbindung oder diskretionäres Handeln ist nicht beendet.Issing schreibt: “Wheras following a strict rule would eliminate any influence of individual preferences of central bankers, pure discretion would give the widest latitude for decision makers. The practice of monetary policy remaining somewhere in between implies that the traditional debate ‘rules versus authority’ continues.” Überdies: An welche geldpolitische Regel hat sich die Fed unter Greenspan eigentlich gehalten? Taylor hat gezeigt, dass man die Geldpolitik bis 2003 mit einer Taylor-Regel simulieren kann, aber in der Praxis hatte sich Greenspan als “Magier” inszeniert, der in der Badewanne Statistiken las und am liebsten in seiner Entscheidungsfindung unverstanden blieb. Ist es völlig abwegig, die Politik Greenspans als eine Abfolge diskretionärer Entscheidungen wahrzunehmen?

4. Es gibt gute Gründe, das duale Mandat der Fed abzulehnen und die Geldpolitik nur auf Preisniveaustabilität zu verpflichten. Aber deswegen ist eine Zentralbank nicht blind für die Konjunkturentwicklung. Wiederum Issing: “No central bank will ignore the situation of the real economy and the impact of monetary policy in the short to medium term. A medium-term oriented monetary policy will take this into account on the basis of a single mandate.” Ein von Parkin angesprochenes Thema sind die internationalen Wirkungen von Geldpolitik in einer globalisierten Welt. Muss eine Zentralbank darauf Rücksicht nehmen? Bedarf es einer internationalen Kooperation, die manche Ökonomen befürworten, die Issing aber ablehnt?

5. Auch wenn überzeugende Gründe für eine Regelbindung existieren, gilt: Es existiert keine in der Fachwelt unumstrittene Regel, ob es sich um das Inflation Targeting, eine Taylor-Regel, eine Geldmengenregel (die ihr Schöpfer Friedman schon in den achtziger Jahren aufgab), eine Warenbindung (Euckens Präferenz) oder die Steuerung des nominalen BIP (ein Thema, das an Schwung gewinnt) handelt. Meines Erachtens ist die eklektische Zwei-Säulen-Strategie der EZB in der Praxis das derzeit beste Pferd im Stall, aber sie beruht nicht auf einer einheitlichen Theorie und verlangt daher Entscheidungsspielraum für die Zentralbanker. Aber ist nicht das ganze Leben eine Abfolge von Entscheidungen?


b) Position (Joseph Stiglitz): USA, Nobelpreisträger

Die Tatsache, dass es denjenigen, die für unabhängige Zentralbanken plädieren, offenkundig an Vertrauen in demokratische Verantwortlichkeit fehlt, sollte uns zutiefst beunruhigen. Wo zieht man die Grenze bei der Übertragung zentraler Regierungsbefugnisse auf unabhängige Behörden?

In einer Demokratie muss jede öffentliche Institution in einem gewissenUmfang rechenschaftspflichtig sein. Es bedarf effizienter Aufsichtstrukturen, um Fehverhalten zu verhindern und sicherzustellen, dass sich die Zentralbank an ihren gesetzlichen Auftrag hält und das dieses Mandat im Einklang mit dem öffentlichen Interesse steht.

Wie werden die Entscheidungsträger ausgewählt? Wie werden Entscheidungen getroffen? Ist der Entscheidungsprozess so transparent, dass er einer sachgerechten öffentlichen Überprüfung unterzogen werden kann?

Das Leitungs- und Aufsichtsystem der US Zentralbank sollte uns im Grunde peinlich sein. Obwohl Ben Bernanke in seinen Veröffentlichungen die große Bedeutung von Transparenz betonte, scheint er seine Meinung geändert zu haben, als die Aufgabe, den Banken heimlich unter die Arme zu greifen, ins Zentrum der Notenbank-Agenda rückte. Als die Medien unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz Auskunft verlangten, behauptete die FED, das Gesetz gelte nicht für Sie! 2 Gerichte entschieden gegen die Notenbank. Dem Vernehmen nach wollte der Bankvorstand beim Obersten Gerichtshof in Revision gehen und wurde nur die unmissverständliche Belehrung des Weissen Hauses, die Notenbank sei Teil der Regierung und an die für alle Bundesbehörden geltenden Gesetze gebunden , von diesem Schritt abgehalten.

Schlesslich beugte sich die FED dem Druck der Gerichte und des Kongresses und als die Auskünfte schließlich erteilt wurden, verstanden die Bürger besser, weshalb der Vorstand die Informationen nicht hatte preisgeben wollen.

Es wurden Interessenkonflikte deutlich, als bekannt wurde, wer die eigentlichen Nutznießer der AIG Rettungsmaßnahmen waren. Zu den Hauptnutznießern gehörten Goldman Sachs (u.a. Großbanken). Besonders merkwürdig mutete an, das die USA ausländischen Großbanken finanziell beisprangen. Ganz offensichtlich fungierte die FED nicht nur für US-Banken, sondern auch für ausländische Banken als letztinstanzliche Kreditgeberin.

Waren USBanken gegenüber ausländischen Banken so komplexe und riskante Engagements eingegangen, dass amerikanische Banken bei deren Zusammenbruch. ebenfalls in ihrer Existenz bedroht gewesen wären?

Nichts davon sollte uns überraschen: Eine unabhängige Zentralbank die vom Finanzsektor vereinahmt worden ist, trifft Entscheidungen, die den Überzeugungen und Interessen des Finanzsektors entsprechen. Wir sollten uns klarmachen, dass die Entscheidungen einer Zentralbank weitgehend politischer Natur sind; daher sollten sie nicht Technokraten übertragen und erst recht nicht Leuten überlassen werden, die eine der mächtigen Interessengruppen repräsentieren.

Quellen:

Jahrestagung der American Economic Association in San Diego

http://blogs.faz.net/fazit/2013/01/04/geldpolitik-regeln-sind-wichtiger-als-unabhaengigkeit-869/

Aktualisierung 6. Januar 2013: Der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat anlässlich eines Vortrags in Indien deutliche Kritik am Konzept unabhängiger Zentralbanken geübt.
Aktualisierung 8. Januar 2013: McCulley/Poszar analysieren das Verhältnis von Regierung und Zentralbank über einen langen Kreditzyklus. Eine Zusammenfassung ist hier.
Aktualisierung 11. Januar 2013: Der Chef-Volkswirt der britischen Großbank HSBC, Stephen King, betrachtet das Zeitalter unabhängiger Zentralbanken als beendet.

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Der neue EZB Tower in Frankfurt/Main

Bankenskyline-von-Frankfurt-am-Main

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Der tiefere Sinn der Unabhängigkeit der Zentralbank

1. Der tiefere (theoretische) Sinn der Unabhängigkeit der Zentralbank

Der «wissenschaftliche» Grund für die Unabhängigkeit ist die so genannte «Zeit-Inkonsistenz».Was das meint, haben die beiden Ökonomen und späteren Nobelpreisträger Edward Prescott und Finn Kydland in diesem mit Formeln angereicherten Artikel im Jahr 1977 formuliert. Hier der Kern der Überlegung: Wenn die Zentralbank durch ihre Geldpolitik eine angestrebte und von den Leuten auch erwartete tiefe Inflationsrate erreicht, hat sie einen Anreiz, danach die Geldmenge doch übermäßig auszuweiten. Zwar erhöht sich dadurch die Inflation, aber weil die Leute das anfänglich nicht erwarten, sinkt die konjunkturelle Arbeitslosigkeit. Doch – so das Argument der «Zeitinkonsistenz» – diesen Anreiz der Zentralbank berücksichtigen die Leute, wenn sie wissen, dass diese aus politischen Gründen auch die Arbeitslosigkeit bekämpfen will. Deshalb trauen sie ihr nicht und passen die Inflationserwartungen rasch nach oben an. Damit verpufft aber die Wirkung der Geldpolitik auf die Arbeitslosigkeit. Am Ende bleibt bloß eine höhere Inflation.

Das Problem kann bei Gültigkeit dieser Umstände nur gelöst werden, wenn sich die Zentralbank glaubhaft an eine Regel bindet, die es ihr verunmöglicht, bei der erreichten erwarteten tiefen Inflationsrate weiter aufs Geld-Gaspedal zu drücken, um die konjunkturelle Arbeitslosigkeit auf Kosten einer höheren Inflation zu senken. Dafür ist die Unabhängigkeit von der Politik eine Voraussetzung. Denn wenn die Zentralbanken dem Diktat der Politik unterstehen, können sie gezwungen werden, stets mit Geldspritzen gegen die Arbeitslosigkeit vorzugehen – trotz der letztlich einzig steigenden Inflation. Um das Ziel einer tiefen Inflationsrate zu erreichen, brauchte sie nur ein Instrument: den Leitzins. Nach diesen Regeln richten sich bisher viele Notenbanken aus, so auch jene der Schweiz und die Europäische Zentralbank. Beide setzen sich zum wichtigsten Ziel, dass die Inflation nicht über 2 Prozent steigen darf.

Gegenüber unabhängigen Zentralbanken äußerst skeptisch eingestellt: Milton Friedman

Die Unabhängigkeit der Zentralbanken war bis zur Finanzkrise eines der heiligen Prinzipien der modernen Volkswirtschaftslehre. Seither und mit all den Notmaßnahmen, die die Notenbanker überall eingeleitet haben, scheint dieses Prinzip seinen Sonderstatus zunehmend zu verlieren. Grund genug, sich mit den Hintergründen dazu auseinander.

Milton Friedman, der 2006 verstorbene Nobelpreisträger der Ökonomie, der sich besonders intensiv mit Geldpolitik auseinandergesetzt hat und dabei einen wesentlichen Anteil an der Begründung des so genannten Monetarismus hatte, zeigte sich grundsätzlich skeptisch zur Unabhängigkeit der Notenbanken, wie diese Passagen aus seinem berühmten Buch «Capitalism and Freedom» zeigen:

Any system which gives so much power and so much discretion to a few men that mistakes — excusable or not — can have such far reaching effects is a bad system. It is a bad system to believers in freedom just because it gives a few men such power without any effective check by the body politic — this is the key political argument against an «independent» central bank. But it is a bad system even to those who set security higher than freedom. Mistakes, excusable or not, cannot be avoided in a system which disperses responsibility yet gives a few men great power, and which thereby makes important policy actions highly dependent on accidents of personality. This is the key technical argument against an «independent» bank. To paraphrase Clemenceau, money is much too serious a matter to be left to the Central Bankers.

Eine unabhängige Geldpolitik gibt den dazu auserwählten Notenbankern laut Friedman eine viel zu große uneingeschränkte Macht. Das muss jedem Liberalen ein Gräuel sein und es ist zudem auch gefährlich, da zentrale wirtschaftspolitische Entscheidungen von den zufälligen Charakterzügen dieser Zentralbanker abhängen können.

Von einer demokratische Kontrolle hält auch er nichts – die wechselnden Stimmungen da würden auch nach Friedman die Stabilität der Währung gefährden. Darum fordert auch er, dass die Notenbanker an eine strikte Regel gebunden werden. Doch Friedman hält nichts von der heute gängigen Regel, die Preisstabilität zu gewährleisten:

Friedman hält die Regel für schlecht, weil die Notenbanker das Ziel der Preisstabilität nur indirekt erreichen können. Damit ist ihr Einschätzungsvermögen gefragt, was heißt, sie haben Entscheidungsmacht – und genau das sollten sie nicht haben. Friedman hat daher eine andere Regel vorgeschlagen:

My choice at the moment would be a legislated rule instructing the monetary authority to achieve a specified rate of growth in the stock of money…  The precise definition of money adopted, or the precise rate of growth chosen, makes far less difference than the definite choice of a particular definition and a particular rate of growth.

Das ist die Kernaussage des Monetarismus: Die Geldpolitik soll nichts weiter tun, als das Wachstum der Geldmenge entsprechend dem langfristigen Wirtschaftswachstum konstant zu halten. Wir wissen, dass dieser Vorschlag in der Praxis in entscheidenden Momenten nicht funktioniert. Ganz einfach deshalb nicht, weil die Geldmengen nicht nur von der Politik der Zentralbank abhängen, sondern auch von den Finanzmärkten – ob die Banken mehr oder weniger Kredite vergeben und ob die Unternehmen und Haushalte auf mehr oder weniger Geld horten, beeinflusst die Geldmengen ebenfalls. Wie wir in der Krise gesehen haben, kann es sogar geschehen, dass die Geldmengen gleichzeitig abnehmen, während eine Notenbank die Banken mit mehr Geld versehen.

Das Fazit: Keine einfache Regel funktioniert. Wir kommen nicht darum herum, den Zentralbankern Entscheidungsmacht zuzugestehen – und das tun wir bereits. Und wir wollen Ihnen sogar noch mehr davon zuschanzen: Neu erdings sollen Sie sogar auch noch für die Finanzmarktstabilität zuständig sein. Das macht zwar Sinn- den Sie haben den besten Überblick über die Finanzbranche und die Mittel um sie zu retten oder sie zu disziplinieren

Doch wenn wir ihnen eine solche umfassende Macht zuschanzen, entfallen die genannten Rechtfertigungen für ihre Unabhängigkeit. Denn die Zentralbanker müssen zunehmend wichtige wirtschaftspolitische Entscheide fällen – ohne dass sie demokratisch gewählt sind oder von politisch gewählten Instanzen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Ich denke, darin liegt ein wichtiger Grund für die Kritik, denen die Notenbanker seit der Krise zunehmend ausgesetzt sind.

Quellen:

http://blogs.faz.net/fazit/2013/01/04/geldpolitik-regeln-sind-wichtiger-als-unabhaengigkeit-869/

http://www.imf.org/external/np/seminars/eng/2011/res/index1.htm

http://www.imf.org/external/pubs/ft/spn/2010/spn1003.pdf

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Geldpolitik

Ich beginne mit einer Serie von Artikeln zur Theorie von  Geldpolitik, zur Frage des Sinns einer unabhängigen Notenbank und zur Bewertrung der aktuellen Situation . Hier das vorläufige Inhaltsverzeichnis.

 

Piraten reden übers Geld – Fragen an die Politik und die EZB

 

Inhalt

1. Der tiefere (theoretische) Sinn der Unabhängigkeit der Zentralbank

2. Hat die Unabhängigkeit der Zentralbank überhaupt noch einen Sinn?

3. Über den Zusammenhang von Geldbasis und Inflation

3.1. Deutschland: Die Erhöhung der Geldbasis führt zwingend zur (Hyper)- Inflation

3.2. Droht uns Inflation? Ein Blick auf die einschlägigen Theorien

3.3. USA: “Die Fiskaltheorie des Preisniveaus”

4. Der Streit über die Makropolitik

4.1. Wann macht welche Geldpolitik und welches Zusammenspiel mit Staatlicher Fiskalpolitik einen Sinn?

4.2 Setzt Europa auf die richtige Strategie? Die politischen Langzeitfolgen.

5. Was nun EZB?

5.1.  Die Geldpolitik der EZB vor dem BuVerfG – Zeit für grundsätzliche Fragen!

5.2. Es zeigt sich das der Euro auf einem Betriebssystem läuft, das überhaupt nicht zu einer Gemeinschaftswährung passt.

 

 

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Willkommen beim neuen Blog von matthias garscha

welcome und willkommen

bei meinem ersten persöhnlichen BLOG. Großer Dank geht an eine sehr liebe freundin für Ihre großartige Unterstützung und Hilfe.

zu meiner Person:

seit 12.06. bin ich jetzt 50 Jahre alt. Genau das richtige Alter um meinen  Blog zu beginnen.Beruf: Betriebswirt(FH), Mitglied der Piratenpartei Deutschland, Vater einer 2 jährigen Tochter, Wanderer zwischen Wissenschaft, Medien und Politik

In loser Folge werde ich in Artikel Kommentare über mir wichtige Entwicklungen und Ereignisse posten. Verweisen möchte ich auf meine bisherige Tätigkeit als Redakteur des Blogs Geldsystempiraten und mein Tun als Koordinator der AG Geldordnung und Finanzpolitik (meine Amtszeit endete dort am 11.06.13). Zum Sprecher der AG wurde ich im Feb 2013 neu gewählt und ich übe dieses Amt weiter aus.

 

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Otto Brenner Studie über die Piraten

Piratenstudie_Otto_Brenner

Hier steht Deine Meinung zur Studie von Matthias Garscha

http://www.piraten-studie.de/

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