Dienstag, 11. Juni 2013

SCHLESWIG-HOLSTEIN: "HEIMAT" GESTRICHEN - KRITIK AN VERBILDUNGSMINISTERIN. (HELIODA1)

Streit um Heimat- und Sachkunde

"Heimat" gestrichen: Kritik an Bildungsministerin

11. Juni 2013 | 08:30 Uhr | 

Von Margret Kiosz


Bildungsministerin Waltraud Wende steht wegen ihres Plans, den Heimat- und Sachkundeunterricht umzubenennen, in der Kritik von Opposition und Verbänden. Foto: dpa

Bildungsministerin Waltraud Wende steht wegen ihres Plans, den Heimat- und Sachkundeunterricht umzubenennen, in der Kritik von Opposition und Verbänden. Foto: dpa

"Kinder brauchen Wurzeln", meint die CDU. Sie greift Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende an - dieses Mal wegen der Umbenennung des Heimat- und Sachkundeunterrichts.

Kiel. Der Protest gegen die Umbenennung des Schulfaches Heimat- und Sachkunde durch die parteilose Bildungsministerin Waltraud Wende reißt nicht ab. Nachdem schon die FDP und der Heimatbund ihr Unverständnis geäußert haben, kritisiert jetzt auch die CDU die Neuregelung, die zum 1. August in Kraft tritt.

"Kinder brauchen Wurzeln. Erst wenn sie ihre eigene Heimat verstehen, können sie auch die große Welt durchblicken", erklärte Unions-Fraktionschef Johannes Callsen. Der Heimatunterricht trage zur Identitätsbildung bei. Als Bildungsministerin des Landes müsse Wende dafür sorgen, dass Schüler die notwendigen Kenntnisse über ihre unmittelbare Lebenswelt erhalten.



"Linksideologische Symbolpolitik"

Die Ministerin verkenne dabei, dass ein gesundes Heimatbewusstsein auch die Voraussetzung dafür schaffe, dass Kinder später Verantwortung übernehmen, meint auch die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Heike Franzen: "Wer das Ehrenamt stärken will, sollte der Heimat nicht den Rücken kehren". Die Junge Union spricht gar von einer "linksideologischen Symbolpolitik".

Wie berichtet, soll das Fach künftig nur noch "Sachkunde" heißen. Als Grund führt Ministeriumssprecher Thomas Schunck an, der Unterricht in diesem Fach gehe längst "über das hinaus, was der Begriff Heimat meint. Mit der Umbenennung machen wir mit dieser Verengung Schluss". Letztlich handele es sich nur um eine Anpassung an die Unterrichtswirklichkeit, die ihren Fokus auf Europa und "die eine Welt" richte.