Freitag, 21. Juni 2013

REGIONAL: IHK FLENSBURG IM NORDSEE CONGRESS CENTRUM HUSUM - CHANCEN DER WINDKRAFT. (HELIODA1)

FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Sichere Planung für die Energiewende


Sie setzen auf die  Wertschöpfung für die Region aus der Windenergie:   SSW-Politikerin und Europaministerin Anke Spoorendonk,  IHK-Präsident Uwe Möser, Ingbert Liebing, CDU-Bundestagsabgeordneter für Nordfriesland und Dithmarschen Nord,  und  Dr. Eric Schweitzer, neuer Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (von links), auf dem Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Flensburg im NordseeCongressCentrum Husum.  Foto: Herbert Müllerchen (2)

Sie setzen auf die Wertschöpfung für die Region aus der Windenergie: SSW-Politikerin und Europaministerin Anke Spoorendonk, IHK-Präsident Uwe Möser, Ingbert Liebing, CDU-Bundestagsabgeordneter für Nordfriesland und Dithmarschen Nord, und Dr. Eric Schweitzer, neuer Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (von links), auf dem Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Flensburg im NordseeCongressCentrum Husum. Foto: Herbert Müllerchen (2)

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IHK Flensburg widmet Sommerempfang in Husum den Chancen der Windkraft / Torsten Albig fordert kreative Vermarktung der Zukunftsbranche

husum. Die Zukunft wirtschaftlich erfolgreich gestalten ist wichtiger als Öl in das Feuer vergangener Auseinandersetzungen zu gießen. Das betonten die Redner des Sommerempfangs, zu dem die IHK Flensburg gestern Abend 500 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in das Nordsee-Congress-Centrum nach Husum geladen hatte. Doch die Wahl des Standorts - seit 1989 Heimat der Windenergie-Leitmesse "Husum Wind"- verlangte auch den Blick zurück, auf den heftigen Wettstreit zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg um diese Schau.

Am Rande des Empfangs demonstrierten Mitglieder der regionalen Initiative "Windenergie 2014" gegen den Kompromiss, der Hamburg und Husum als Messestandorte vorsieht. Die Demonstranten - "die letzte Messe ist noch nicht gesungen" - sehen darin eine Benachteiligung Husums. Ursprünglich war ein Gespräch des Ministerpräsidenten mit den Mitgliedern der Initiative vorgesehen, als Torsten Albig jedoch kam, hatte sich die Gruppe aufgelöst.

"Trösten wir uns damit, dass unsere Windmesse unter ein gemeinsames Dach mit Hamburg zieht und nicht komplett jenseits der Elbe stattfinden wird", sagte IHK Präsident Uwe Möser beim Empfang. Künftig richtet Hamburg die internationale Leitmesse in allen geraden Jahren aus. Für Husum bleibt ab 2015 in den Jahren mit ungeraden Zahlen eine kleinere, nationale Windmesse. "Machen wir uns nichts vor, die Wertschöpfung der Region wird sinken, solange wir keine neuen Produkte oder neue Präsentations-Schwerpunkte schaffen", betonte Möser, der der Messegesellschaft und Landesregierung ausdrücklich für die Aushandlung des Kompromisses dankte.

"Schleswig-Holstein ist einer der privilegiertesten Standorte für erneuerbare Energien", sagte Ministerpräsident Torsten Albig. Die zusätzlichen Windeignungsflächen würden Milliardeninvestitionen ins Land holen, die Verdienste und Steuereinnahmen zur Folge hätten. Diese Gelder sollten in der Region freigesetzt werden, und nicht in Aktien oder Fonds verschwinden. Albig: Er könne gut verstehen, dass sich viele einen für Husum besseren Messe-Kompromiss gewünscht haben. "Die gefundene Lösung sichert aber langfristig den Messestandort Husum und ist aus Sicht der Politik tragfähig."

Für ein auch wirtschaftlich erfolgreiches Gelingen der Energiewende stellte die IHK gestern einen Forderungskatalog mit 50 Positionen vor. Uwe Möser: Politische Voraussetzungen seien eine fundierte Risikoabwägung und konkret formulierte Projekte. "Daraus muss ein realistischer Zeitplan entstehen."

Vor welchen Herausforderungen die Energiepolitik steht, unterstrich auch Festredner Dr. Klaus Rave, Präsident des Global Wind Energy Council. Energiewirtschaft müsse auf Basis von Wind- und Sonnenkraft politisch und rechtlich gestaltet werden. Gleichzeitig sollte die künftige Rolle konventioneller Energien definiert werden. Rave dankte der IHK Flensburg, die sich als erste und lange Zeit einzige IHK positiv zur Windkraft geäußert habe. "Die Windkraft-Branche ist das Rückgrat der Energieversorgung in ganz Norddeutschland", betonte Uwe Möser. Der neue Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Dr. Eric Schweitzer, sprach über weitere Aufgaben, die Wirtschaftspolitik zu lösen habe.

Uwe Möser forderte, die wichtigste Straße der Westküste - die Bundesstraße 5 - zügig in einen zukunftsfähigen Zustand zu versetzen. "Sie ist beispielhaft für einen immensen Investitionsstau im Straßenbau." Der IHK-Präsident hatte noch ein versöhnendes Argument mit Blick auf den beigelegten Messe-Streit parat: Ein großer Standortvorteil gegenüber Hamburg bleibe für immer auf Husumer Seite - die direkte Nähe zu den präsentierten Anlagen.

EDITED BY W. TIMM / CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV / KOMMISSION 146. http://www.chza.de / http://www.staatenlos.info