Donnerstag, 20. Juni 2013

"INTERNET IST NEULAND" - MERKEL-ZITAT. (HELIODA1)


merkel-neulandBundeskanzlerin Angela Merkel hat während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama für große Erheiterung in diversen Internetforen und auf den Social-Media-Plattformen gesorgt. 

Grund ist eine Äußerung der Kanzlerin, die sie im Zusammenhang mit dem Spionageprogramm des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA verlauten ließ. 

Das Internet sei “für uns alle Neuland”, so der verhängnisvolle Satz Merkels, der in kürzester Zeit eine Welle von Hohn und Spott auslöste. 

Unzählige Tweets mit dem Schlagwort #Neuland haben dafür gesorgt, dass sich der Faux pas der Bundeskanzlerin mit rasender Geschwindigkeit verbreitete, und die Zahl der Facebook-Nutzer, die entsprechende Inhalte teilten, hatte bereits wenig später eine vierstellige Größenordnung erreicht.


Steilvorlage für Spötter im Netz

Ironische Pseudo-Zitate erinnern erinnern an Kaiser Wilhelm II., der öffentlich bekannt hatte, er glaube an das Pferd, und das Automobil sei nur eine vorübergehende Erscheinung. So wird ein Bild von Merkel mit der bissigen Bildunterschrift versehen “Ach, dieses Internet…”, – das werde sich nicht durchsetzen. Eine andere Stimme gibt den “hilfreichen” Hinweis, das sei “mit Computer”. Und ein dritter meint, das gebe es ja erst seit vorgestern. Es sei noch ganz frisch, und das müsse man noch gar nicht so genau kennen.

Denkwürdiger Tag: Neuland entdeckt

Bei Twitter wird indessen öffentlich überlegt, “demnächst auf EDV umzusteigen”, weil sich dort die Typenhebel beim schnellen Tippe nicht so leicht verhaken würden. Jemand anders meint, so ähnlich müssten sich die Indianer gefühlt haben, als Kolumbus bei ihnen Neuland entdeckt habe. Auch dass der 19. Juni wegen Merkels “Neuland-Entdeckung” in die Geschichte eingehen werde, ist in einem Tweet zu lesen.

Merkels Neuland sieht wie folgt aus:

Die Bundeskanzlerin ist im Gegensatz zu US-Präsident Barack Obama selbst nicht (!) auf Twitter vertreten, sondern überlässt das Twittern ihrem @RegSprecher Steffen Seibert. Merkel veröffentlicht aber seit Sommer 2006 regelmäßig Video-Podcasts im Web und veranstaltete im April einen Google-Hangout zum Thema Integration.

Die Kanzlerin spielte bei der Pressekonferenz mit dem US-Präsidenten Barack Obama die kokette Ahnungslose, als es um die Überwachungsmethoden der Supermacht ging. Der Verharmlosung willen. Dass sie ihren Gast nicht mit deutlicher Kritik vor den Kopf stoßen würde, war erwartet worden. Doch das Prism-Projekt derart mit vorgeblicher Naivität ins Arglose und Unschuldige biegen, das ist dann doch mehr als Nettigkeit gegenüber dem Staatsgast, das ist Irreführung der Öffentlichkeit. Immerhin geht es um Grundrechtsverletzungen. Die mussten heruntergespielt werden.

Für Merkel hat die Häme über dieses eine dämliche Wort immerhin etwas Gutes. Im Meer der Neuland-Witzeleien geht völlig unter, was sie anschließend sagte: Das Internet „ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen“.

Das war ihre Antwort auf die Frage nach dem NSA-Überwachungsprogramm Prism – und es klingt wie eine Verharmlosung, eine Rechtfertigung dieser gigantischen Ausspähung durch die US-Behörden.

Merkel kuschte vor Obama – und kaum einer hat’s gemerkt.

Video

Quellen: PRAVDA-TV/claro.de/heise.de/taz.de vom 20.06.2013

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