Donnerstag, 27. Juni 2013

HUSUM: "HUSUM WIND 2015". (HELIODA1)

Blick nach vorn: Auf zu neuen Messe-Ufern

2015 findet  auf dem Husumer Messegelände und im Nordsee-Congress-Centrum  die "Husum Wind"  statt.  Foto: vb

2015 findet auf dem Husumer Messegelände und im Nordsee-Congress-Centrum die "Husum Wind" statt. Foto: vb

Gesellschafter stehen geschlossen hinter "Husum Wind 2015" / Ausgewiesene Experten feilen mit am Zukunftskonzept / Infoveranstaltung Mitte August im Nordsee-Congress-Centrum

Husum. Er benutzte das Bild zweier aufeinander zurasender Züge, um das Szenario vor dem Windmesse-Kompromiss mit den Hamburgern zu beschreiben. Damals steuerten die Windmessen auf einen Frontalzusammenstoß zu, da beide gleichzeitig für September 2014 angesetzt waren, erklärte Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress, vor der Gesellschafterversammlung der Husumer Wirtschaftsgesellschaft, der Betreiberin der Messe Husum & Congress.

Die Einigung mit Hamburg, dass bereits 2014 nicht mehr in Husum, sondern in der Hansestadt die internationale Leitmesse "WindEnergy" stattfindet und dafür von 2015 an in ungeraden Jahren eine nationale Windmesse in Nordfrieslands Kreisstadt, war bei der nicht öffentlichen Zusammenkunft Gegenstand einer ausführlichen Fragerunde - ebenso die Zukunft einer Windmesse am Standort Husum.

Mit der Einigung sei es der Messegesellschaft in Husum gelungen, die Kontrolle über ihren Zug zurückzugewinnen und großen Schaden abzuwenden, betonten Peter Becker und Aufsichtsratsvorsitzender Peter Cohrs gestern auch in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Denn die Mehrheit der führenden Hersteller hatte inzwischen ein klares Votum für Hamburg abgegeben. "Sie haben uns ihre Wahl diktiert", so Peter Cohrs. 

"Die 'Husum Wind' ist eine Plattform für die Windbranche. Als Selbstzweck, also ohne die aktive Beteiligung der führenden Hersteller, kann keine Messe funktionieren", hielt Becker fest. Dennoch bleibe die "Husum Wind" weiterhin eine Messe des Mittelstandes. Peter Cohrs ergänzte: "Der Kompromiss mit Hamburg ist uns nicht leicht gefallen. Dennoch verschaffen wir uns durch die Einigung eine langfristige Perspektive und Planungssicherheit", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. Denn von Hersteller-Seite sei schriftlich bestätigt worden, dass die Messen 2015, 2017 und 2019 in Husum gebucht werden.


Im Juli/August soll der Vertrag zwischen Hamburg und Husum unterschrieben sein. Für beide Windmessen gründen die Partner eine gemeinsame Gesellschaft, an der sie jeweils mit 50 Prozent beteiligt sind. Peter Becker werde einer der Geschäftsführer sein, merkte Cohrs an. Die Windallianz mit Hannover haben die Nordfriesen gekündigt.


Für die "Husum Wind" erwarten Becker und Cohrs 500 bis 600 Aussteller, die vorrangig den deutschen Markt bedienen. 145 verbindliche Anmeldungen würden vorliegen. Themen wie Service, Wartung und Projekte sollen in Seminaren und Foren behandelt werden - und auch der Stellenmarkt bekommt bei der "Husum Wind 2015" genügend Raum.

Am Ende der Diskussion entlasteten die Gesellschafter einstimmig Aufsichtsrat und Geschäftsführung und bekundeten damit, dass sie geschlossen hinter diesen und der "Husum Wind 2015" stehen.

Der Antrag auf Auflösung der Gesellschaft, der im Vorfeld der Versammlung von der Kommanditistin Katharina Knox gestellt worden war, ist dann sowohl von ihr selbst als auch von allen übrigen Gesellschaftern abgelehnt worden.

Katharina Knox, Chefin einer Versicherungsagentur, gehört zur Initiative "WindEnergy 2014 in Husum". Diese hatte öffentlich überlegt, eine eigene Windmesse-Gesellschaft für Husum zu gründen. Dies werde nicht passieren, gab Knox gestern auf Anfrage bekannt. Sie wird nun in einem von der Messegesellschaft initiierten "Husum Wind"-Lenkungsausschuss am Zukunftskonzept mit Windkraft-Experten mitarbeiten.


"Wir mussten uns lange Zeit hauptsächlich auf die Windindustrie konzentrieren und konnten leider die Menschen in der Region noch nicht so einbinden", zeigte Peter Becker durchaus Verständnis für Kritik. Nun kann alles transparenter werden - und das ganz zügig: 

Das erste Treffen des Lenkungsausschusses ist bereits für Anfang Juli geplant. Ihre Zusage, am Projekt "Husum Wind 2015" mitzuwirken, haben neben Katharina Knox nach Aussagen der Messegesellschaft abgegeben: 

Nicole Knudsen, Leiterin des Landesbüros Schleswig-Holstein des Bundesverbandes Windenergie, Martin Schmidt von der Netzwerk-Agentur "windcomm schleswig-holstein" mit Sitz in Husum, Dr. Martin Grundmann von der Arge Netz GmbH, einem landesweiten Zusammenschluss von mehr als 220 Erzeugern regenerativer Energien, Catrin Petersen von der Windkraft Nord AG, Andreas Eichler von der Vestas AG sowie Dr. Klaus Rave als Fachmann für die globale Windbranche.


Nicht-Experten, aber am Thema Interessierte können per E-Mail mitdiskutieren. Unter der Mailadresse input@husumwind.com erreichen alle, die es möchten mit ihren Fragen und Anregungen die Projektleitung. Außerdem soll für den 15. August zu einem Informationsabend in das Nordsee-Congress-Centrum eingeladen werden.

Durch eine Ausgleichszahlung der Hamburger für die "WindEnergy 2014" - denn die Planungen der Husumer waren schon fortgeschritten - und einen erfolgreichen Geschäftsabschluss für 2012 sei es möglich, Neues zu entwickeln, erläuterte Peter Cohrs. "Wir denken an Küstenschutz, nachhaltigen Tourismus oder auch Fun-Sport. Unser Team ist dabei, die entsprechenden Märkte zu analysieren und passende Kongress- und Messeangebote zu entwickeln", berichtete Peter Becker.