Freitag, 14. Juni 2013

FÜHLENDES ERKENNEN. (HELIODA1)

Fühlendes Erkennen im Allltag – Innere Ruhe finden und halten


meditation-zen

von Sélepathos

Ich saß gestern auf einer Wiese, inmitten von Johannisbeerbüschen, Apfelbäumen und zwitschernden Blaumeisen, die sich vergnügten. Dabei ließ ich meiner Wahrnehmung und den Gedanken freien Lauf. Ohne zu kommentieren, ohne zu werten, nur pure Konzentration auf mein innerstes Gefühl.

Seit vielen Wochen verstärkt sich in mir das Gefühl der inneren Verbundenheit mit Allem, was ist. Sobald ich eine Person oder einen Gegenstand ansehe und ich mich gleichzeitig auf meine Gefühle konzentriere, entsteht dieses angenehme Wohlgefühl. Es durchströmt mich regelrecht und es fühlt sich so an, als ob sich meine Wahrnehmung in Wellen ausbreitet und wieder zurückzieht.

Es ist unbeschreiblich schön und manchmal so intensiv, wie ich es kurzzeitig bei der Quantenheilung kennengelernt hatte. Es ist der Punkt, wo der Verstand aussetzt und sich das Bewusstsein um ein Vielfaches erweitert. Gehe ich in meiner Konzentration zu weit, zieht sich der Verstand fast vollständig zurück und das Gefühl wird so intensiv, dass es vor Schönheit kaum auszuhalten ist. Irgendwann setzt der beobachtende Verstand wieder ein und versucht das gerade erlebte Glück logisch zu erfassen.

Es ist eine Gratwanderung in der Wahrnehmung, zwischen verstandesorientierter Beobachtung und der Erweiterung des Bewusstseins über das normal Sichtbare hinaus, was letztendlich darin gipfelt, dass sich das Beobachtete innerhalb meines Bewusstseins befindet und ich Zugang zu mir sonst verschlossenen Informationen erkenne. Ich nenne es “Fühlendes Erkennen”.

Dieser Zustand ist in seiner Intensivität unterschiedlich. Unterschwellig ist das Gefühl grundsätzlich immer wahrnehmbar. Es ist aber sehr entscheidend, wie viel meiner verfügbaren Konzentration von der äusseren Welt vereinnahmt wird und wie stark ich gleichzeitig bewusster Beobachter meiner eigenen Gefühle bin. Mit zunehmender Konzentration nimmt der Gedankenstrom ab und wird schließlich vollständig ausgeblendet.

Wie komme ich also im täglichen Leben in diesen Zustand, wie kann man das trainieren und halten?

Ich möchte meine Erfahrungen und Beobachtungen mit euch teilen. Jeder ist Lehrer und Lernender zugleich. Mit Freunden bilden wir oft Gesprächsgruppen, wobei wir uns in diesen Zustand begeben und die Konzentration der Gruppe auf den Sprechenden gelegt wird. So kommt man schnell zu wahrem Wissen.

Also, wie kann ich es euch erklären? Meine Beobachtung war folgende. Es kommt zuerst darauf an, wohin man seine Konzentation richtet. Um mit einem Baum zu kommunizieren habe ich früher immer versucht, mein Bewusstsein über angestrengte Konzentration in den Baum hinein auszudehnen. Ich wolle es mir visuell vorstellen, aber es kam zu keinem Ergebnis, was auch nur ansatzweise die Intensität des jetzigen Erlebens wiederspiegeln könnte. Also machte ich etwas falsch. Anstrengung ist ein Weg, der auch kurzzeitig funktionieren kann, aber es ist nicht dauerhaft praktizierbar, denn es kostet sehr viel Energie und man fühlt sich hinterher ausgelaugt. Ein Rebirthing-Kurs an einer Yoga-Schule brachte mir übrigens die gleiche Erkenntnis. Anstrengung bringt einen nur kurzzeitig in diesen Zustand und es ist bei weitem nicht so intensiv.

Also gab es da noch die entgegengesetzte Methode – nichts tun, gar nichts. Nicht denken, nicht bewegen, aber bewusste Präsenz. Und zwar nicht nach außen, sondern nach innen. Alles im Außen hat seinen Urspung im Innen. Also ging ich den Weg nach innen. Die nächste Frage war, worauf konzentriert man sich im Innen?

Anfangs habe ich mich auf mein Herz konzentriert, es mir bildlich vorgestellt, und dann bin ich auch visuell dort eingetaucht. Aber das Herz in seiner Form ist ein bereits manifestiertes Objekter. Objekte die wir uns vorstellen können, stellen für eine tiefere Wahrnehmung eine Begrenzung dar, da sich ein Teil unserer Konzentration auf die materielle Form legt. Was ich suchte, war ein Zugang zum Unmanifestierten, zu anderen Bereichen des Seins.

Es ist wie in der Quantenmechanik – Information und Energie kann als Teilchen oder als Welle auftreten. Beobachten wir sie als Teilchen, so hat sie einen definierten Ort, wo sie erscheint. Beobachten wir sie als Welle, kann der Ort nicht bestimmt werden. Und so ist es auch mit dem Zugang. Konzentrierst du dich auf einen Ort, so konzentrierst du dich auf den materiellen Ausdruck. Konzentrierst du dich auf die Wahrnehmung eines Gefühls, so kommst du an die Grenze zwischen der materiellen und der immateriellen Welt.

Diese Grenze, diese Gratwanderung wo das Gefühl in die Einheit des Erkennens übergeht, das ist genau der Bereich, wo Wissen, wo Weisheit und innere Verbundenheit in allen äußeren Erscheinungen erlebt werden kann. Gefühle sind die Tore zu Informationen anderer Seinsformen, zu anderen Dimensionen und zur Einheit mit dem Göttlichen. Gefühle findest du nur in deinem Inneren, niemals in der äußeren Illusion.

Was kannst du also tun, um auch währen des täglichen Lebens in diesen Bereich der Wahrnehmung zu kommen? Es ist gar nicht so schwer. Konzentration auf das Gefühl in deinem Inneren, reine Beobachtung im Außen, das ist der Schlüssel. Je höher die Konzentration auf Atmung, Herzschlag und vor Allem auf deinen Gefühlen liegt, umso schwächer ist die Identifikation des Bewusstseins mit der materiellen Darstellung der äußeren Welt der Formen und umso näher fühlst du dich mit der Einheit des Göttlichen verbunden.

Du wirst die Handlungsweisen deiner Mitmenschen über eine andere Wahrnehmung verstehen, bei manchen wirst du tiefes Mitgefühl in dir entdecken, denn du kannst jetzt die größere Wahrheit sehen. Du erkennst ihr wahres Wesen und ihre so oft versteckte Schönheit und Einzigartigkeit.

Versuche so oft wie möglich in diesen Zustand zu kommen und du wirst erkennen, welche Informationen in der äußeren Realität nur darauf warten von dir entdeckt zu werden.

Viele Dinge und Ansichten werden sich ändern, wenn du tieferen Einblick gewinnst. Letztendlich wirst du aufhören zu kämpfen, denn du erkennst den tieferen Sinn, die göttliche Schönheit und Intelligenz hinter den Dingen.

In Liebe, Sélepathos