Freitag, 21. Juni 2013

CSU-URGESTEIN GLOS GIFTETE GEGEN JÜRGEN TRITTIN - "KOTZBROCKEN". (HELIODA1)

CSU-URGESTEIN GLOS„Kotzbrocken“-Attacke auf Trittin erzürnt Grüne

exklusivMichael Glos kehrt der Politik den Rücken, allerdings nicht ohne den Grünen noch die Meinung zu sagen. In gewohnt scharfzüngiger Manier giftet der CSU-Mann gegen Jürgen Trittin. Dessen Parteifreunde reagieren prompt.


Für Michael Glos ist Joschka Fischer top und Jürgen Trittin ein Flop. Quelle: Reuters
Für Michael Glos ist Joschka Fischer top und Jürgen Trittin ein Flop.
Quelle: Reuters

Berlin Der ehemalige CSU-Landesgruppenchef und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos ist nicht unbedingt der geborene Diplomat. Glos gilt eher als Rauhbein der deutschen Politik. Vornehmlich beim politischen Gegner setzte er genüsslich seine Fouls an – ohne Rücksicht auf Verluste.  So beleidigte er einst Außenminister Joschka Fischer im Zusammenhang mit der "Visa-Affäre" als "Zuhälter." Später tat ihm das sogar leid und er entschuldigte sich - zähneknirschend.

Jahre später scheint Glos endgültig seinen Frieden mit seinem politischen Intimfeind Fischer zu machen. Dafür hat er sich ein neues Feindbild bei den Grünen auserkoren. "Menschlich ist mir der Fischer lieber als dieser Jürgen Trittin. Das ist der größte Kotzbrocken, den die Grünen haben", sagte Glos der "Leipziger Volkszeitung". Dieser sei bekanntlich ein "Öko-Stalinist" und habe kein Benehmen.


HANDELSBLATT DOSSIER ZUM DOWNLOADDer neue Feind der Wirtschaft

Unter dem Spitzenkandidaten Jürgen Trittin schwenken die Grünen nach links und planen radikale Steuererhöhungen - besonders für den Mittelstand. Unternehmer reagieren entsetzt, und auch in der Partei regt sich Widerstand.

Handelsblatt Dossier zum Download: Der neue Feind der Wirtschaft

Trittin wollte die Äußerungen des CSU-Politikers auf Anfrage nicht kommentieren. Anders der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck. „Herr Glos hat nicht das Zeug zum Beauftragten für Benimm und bürgerliche Umgangsformen. Herr Glos beweist mit seinen beleidigenden Äußerungen, dass er kein Kotzbrocken ist, sondern nur, dass er keine Manieren hat“, sagte Beck Handelsblatt Online. „Und wenn niemand in seiner Partei ihn darauf hinweist, zeigt dies nur, dass die bürgerlichen Umgangsformen in der CSU auf den Hund gekommen sind.“

Glos scheidet im Herbst aus dem Bundestag aus. In der kommenden Woche wird er von der CSU mit einem großen Empfang in Berlin geehrt, bei dem unter anderem auch Helmut Kohl anwesend sein wird.


STEUERERHÖHUNGS-PLÄNEWer die Grünen nach links rückt


  • Steuererhöhungs-Pläne: Wer die Grünen nach links rückt
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Glos hatte maßgeblich dafür gesorgt, dass im Bundestag der Visa-Untersuchungsausschuss gegen den damaligen Bundesaußenminister Fischer eingesetzt wurde. Mittlerweile setze er sich mit Fischer wieder zusammen, sagte er.



„Kotzbrocken“-Attacke auf Trittin erzürnt Grüne

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Trittin - auch bei der Wirtschaft unbeliebt

In der deutschen Wirtschaft hat Trittin auch keinen guten Stand. Im Jahr 2009 sollte noch ein grüner New Deal den "deutschen Wirtschaftsstandort wieder zu einem internationalen Leuchtturm" machen.

Heute hat die Partei den New Deal aufgekündigt. Das Wahlprogramm der Spitzenkandidaten Trittin und Katrin Göring-Eckardt liest sich wie ein Generalangriff auf den Mittelstand: höherer Spitzensteuersatz, Vermögensabgabe, steigende Erbschaftsteuern.


Die Wirtschaft ist entsetzt. "Familienunternehmen sind offenbar das neue Feindbild der Grünen", hatte Brun-Hagen Hennerkes, der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, jüngst im Handelsblatt gesagt. Die Pläne bedeuteten eine Steuerbelastung von bis zu 80 Prozent für Erträge von Mittelständlern. Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften wären Familienunternehmen, in Deutschland meist als Personengesellschaften organisiert, besonders betroffen.


Wen die grünen Steuerpläne belasten


Für viele Betriebe stiege der Spitzensteuersatz auf 49 Prozent. Zusätzlich müssten sie jährlich 1,5 Prozent ihres Gesamtvermögens als Abgabe zahlen. Eine solche "Umverteilung auf Kosten der Wirtschaft und der Leistungsträger ist schädlich", kritisiert Ulrich Dietz, Gründer der IT-Firma GFT. Gerade Mittelständler, die Eigenkapital gebildet haben, werden geschwächt, weil "im Zusammenspiel von Vermögensabgabe und höherer Einkommensteuer auf jeden Fall weniger für Investitionen bleibt", sagt die frühere grüne Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses, Christine Scheel.

Scheel gehört wie Oswald Metzger zu ehemaligen Spitzengrünen, die die wirtschaftliche Vernunft verkörperten und den aktuellen Linkskurs kritisieren. Auch Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte noch versucht, das Schlimmste zu verhindern, doch ein Parteitag folgte dem Realo nicht. Metzger, der die Partei 2007 im Streit um die wirtschaftspolitische Ausrichtung verlassen hatte und heute Vize-Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT ist, kritisiert, der Partei fehle die wirtschaftliche Erfahrung: "Es dominieren heute Staatsangestellte, die schon immer monatlich ein festes Einkommen hatten und nicht marktwirtschaftlich fühlen - bis hin zu Trittin."


30 JAHRE GRÜNE IM BUNDESTAG„Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“


  • 30 Jahre Grüne im Bundestag: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“
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Trittin verteidigte den Schwenk in der grünen Politik. Familienunternehmern schlug er vor, ihre Personengesellschaft in eine GmbH umzuwandeln, um der Vermögensabgabe zu entgehen. Doch gerade dies zeige, wie wenig Gespür Trittin für die Anliegen der Wirtschaft habe, sagt Christine Scheel. "Es ist Teil unserer Wirtschaftskultur, dass Zigtausende mit ihrem Namen und Privatvermögen für ihr Geschäft einstehen - und darauf auch stolz sind."

EDITED BY W. TIMM / CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV / KOMMISSION 146. http://www.chza.de / http://www.staatenlos.info