Sonntag, 16. Juni 2013

16. JUNI 1933: VERHAFTUNG DES HAMBURGER SPD-VORSTAND. ES FOLGTE DAS PARTEIVERBOT. (HELIODA1

Wer hat die Sozialdemokraten verraten?

Am 16. Juni 1933 wurde der Hamburger SPD-Vorstand bei einem Geheimtreffen verhaftet. Kurz danach folgte das ParteiverbotVon 

Rund 120.000 Menschen haben sich an diesem frühen Abend auf dem früheren Zoogelände am Dammtorbahnhof eingefunden, um Joseph Goebbels zu hören. Auch die Norag, der spätere Reichssender Hamburg, überträgt am 16. Juni 1933 die Rede des Propagandaministers. Hitlers Chefideologe verhöhnt die politischen Gegner aus der Zeit der Weimarer Republik: "Wo sind die Kommunisten und Sozialdemokraten geblieben? Ihre Uhr ist abgelaufen!" Beifall brandet auf, als er hinzusetzt: "Wir eroberten die Macht, und gebrauchen werden wir sie!"


Was das konkret zu bedeuten hat, erfahren an diesem Abend 27 Männer und vier Frauen - der erweiterte Landesvorstand der SPD, der sich im Verlagsgebäude des SPD-Organs "Hamburger Echo" in der Fehlandtstraße in einem Konferenzraum im zweiten Stock versammelt hat. Das Blatt ist seit dem 3. März verboten. Thema der abgeschirmten Runde ist die schon am Tag zuvor ohne Ergebnis diskutierte Frage, ob es irgendwie weitergehen kann mit der SPD, und wenn ja, wie. Niemand ahnt, dass die neuen Machthaber noch an diesem Abend darauf eine Antwort geben werden, indem sie brutal ihre Macht gebrauchen.


Gegen 22 Uhr biegt ein Mannschaftswagen der Polizei in die Fehlandtstraße ein und hält vor dem Haupteingang des "Echo"-Gebäudes. Polizisten und Angehörige der Marine-SA unter Führung des Oberwachtmeisters Heinrich Tüxen drängen in das Haus und klingeln den Pförtner Paul Hartlein heraus, der sich an seine Anweisungen hält und den Zutritt verweigert. 

Aber natürlich kann er nicht verhindern, dass die Polizisten und SA-Männer im Gebäude ausschwärmen. Minuten später stürmen sie mit gezogenen Pistolen in den Konferenzraum: "Hände hoch! Alle an die Wand!" 

Es kommt zu beschämenden Szenen. Als seien sie eine Bande von Berufsverbrechern, müssen sich die Politiker nach Waffen abtasten lassen. Sie müssen sämtliche Taschen leeren, Namen und Adressen angeben, und die Demütigungen von jungen SA-Leuten erdulden, die es nun "den Roten endlich einmal zeigen wollten", wie sich Adolph Schönfelder, Hamburgs späterer Ehrenbürger, nach 1945 erinnern wird. 

Ihm setzt einer der SA-Jünglinge einen Polizeihelm auf, und die anderen schlagen so lange darauf, bis er "passt". Dann drücken sie ihm einen Besenstil in die Hand und zwingen ihn, Präsentiergriffe zu zeigen. 

Der SPD-Reichstagsabgeordnete Hans Staudinger muss nach Nackenschlägen, bis er blutet, einen Tisch besteigen und auf einem Stuhl Platz nehmen. Dann wird er mit SPD-Wimpeln behängt. Seinen Genossen, die ihn mit roten Fahnen umringen, soll er den Hitler-Gruß beibringen. Als er sich weigert, den rechten Arm zu heben, wird er erneut geschlagen. 

Die Versammlung wird schließlich durch das Treppenhaus vor den Haupteingang getrieben, muss dort Lastwagen besteigen und wird zum nahe gelegenen Sitz des berüchtigten Kommandos z.b.V transportiert. 

Diese am 24. März 1933 auf Veranlassung des Gauleiters Karl Kaufmann aufgestellte Hilfspolizei, ausgerüstet mit Pistole und Gummiknüppel, rund 300 Mann unter der Führung des Polizeioberleutnants Franz Kosa, soll zur Entlastung der Ordnungspolizei in Begleitung von regulären Polizeibeamten auf Wache gehen. 

Es sind junge Arbeitslose, denen man in dreitägigen Schnellkursen den Umgang mit der Waffe und ein paar Grundregeln des Polizeidienstes beigebracht hat.


Noch in der Nacht beginnen die Einzelverhöre, zu denen bald auch Gauleiter Karl Kaufmann erscheint. Die Festgenommenen haben für den Fall ihrer Entdeckung vereinbart, es sei bei ihrer Zusammenkunft um die Zukunft der Parteizeitung gegangen. 

Aber diese Version wird ihnen nicht geglaubt, weil die Aussagen widersprüchlich sind. Überdies hat man in der Fehlandtstraße mehrere Exemplare einer vierseitigen Denkschrift zur Lage und Zukunft der gesamten SPD gefunden, die Parteichef Karl Meitmann gemeinsam mit dem Kieler Wirtschaftsprofessor Paul Hermberg verfasst hat. Meitmann streitet seine Beteiligung ab. 

Staudinger übernimmt die Verantwortung und behauptet, die Denkschrift habe er von einem ihm unbekannten Genossen bekommen, der sie vervielfältigt habe. Meitmann beschwert sich bei Gauleiter Kaufmann über die Misshandlungen und muss sich vorhalten lassen, dass Polizeipräsident Hugo Campe (SPD) 1930 rund 30 nationalsozialistische Polizeibeamte unter Rückgriff auf ein Gesetz aus der Kaiserzeit für eine ganze Woche inhaftiert hatte. 

Die Beamten verklagten den Senat und erhielten Entschädigungszahlungen. Der Gauleiter telefoniert noch in der Nacht mit Hitler, berichtet von dem "Geheimtreffen", das man ausgehoben habe. 

Für das NS-Regime ist es ein willkommener Vorwand für eine Entscheidung, die nur eine Woche später ergeht: Am 21. Juni 1933 wird die SPD im gesamten Reich verboten.

Die in der Fehlandtstraße Festgenommenen werden entlassen, nachdem sie sich von ihrer Partei losgesagt haben. Wer sie an die Polizei verraten hat, ist bis heute ungeklärt.


[STEMPEL VIOLETT]
EINSTELLUNG DER ZEITSCHRIFT
Die Kriegswirtschaft erfordert Konzentration aller Kräfte. Diese macht es notwendig, daß unsere Zeitschrift bis auf weiteres ihr Erscheinen einstellt, um Menschen und Material für andere kriegswichtige Zwecke freizumachen.









Comment by Medical-Manager Wolfgang Timm: Die 101 Ausgaben von „Der gute Menschenkenner“ in den Jahren August 1932 bis Juni 1941 durch den bedeutsamsten persönlichen Schüler von unserem Großmeister Carl Huter (1861-1912) in der Tradition von Albrecht Dürer, nämlich Amandus Kupfer (1879-1952) mußte diplomatisch formuliert publizieren.
Seit 1937 agitierte das Hausblatt „Der Angriff“ vom damaligen Reichslügenminister Goebbels, (für den Kenner der gefährlichste Raubtier-Menschen-Typ, „Ha-Typ“), publizistisch gegen Amandus Kupfer:

Amandus Kupfer sollte schweigen („Schweig“ = analog Schwaig, als Anspielung auf den Wohnort vom Herausgeber der Menschenkenner 1 bis 101 bei Nürnberg.

In dem wissenschaftshistorischen sehr bedeutsamen Werk von Amandus Kupfer, in akuter Lebensgefahr und heimlich vor der GESTAPO geschrieben und vergraben, nämlich „Das Buch von 1941“, wird das NAZI-DEUTSCHLAND-SYSTEM UND SEINE GRAUSAMEN REPRÄSENTANTEN, INSBESONDERE GOEBBELS & ADOLF HITLER, sowie die Gegenspieler CHURCHILL und ROOSEVELT undiplomatisch und direkt geschildert. Vollständige Digitale-Neuherausgabe by Herrn Medical-Manager Wolfgang Timm im Auftrag von Carl-Huter-Zentral-Archiv in Kooperation mit der Physiognomischen Gesellschaft Schweiz, PGS, in Zürich unter folgendem LINK: