Samstag, 14. April 2012

TITANIC - 100 JAHRE DANACH: GIGANTOMANIE KREUZFAHRTSCHIFFE. (HELIODA1)

100 JAHRE NACH TITANIC
Der neue Größenwahn der Kreuzfahrtbranche

QUELLE: HANDELSBLATT

14.04.2012, 13:23 Uhr
Die Kreuzfahrt-Branche hat ein Rekordjahr hinter sich. Doch die Katastrophe der COSTA CONCORDIA ließ zuletzt die Zahl der Buchungen sinken.

Trotzdem setzt die Branche weiter auf RIESENSCHIFFE.


Paris. HUNDERT JAHRE NACH DEM UNTERGANG DER „TITANIC“ schwankt die Kreuzfahrtbranche zwischen Euphorie und Pessimusmus:

Rund 16 Millionen Passagiere zählten die Unternehmen der Branche im vergangenen Jahr weltweit - ein Rekord.

Doch die Sorge der Veranstalter wächst, weil es nach dem Unglück der „Costa Concordia“ im Januar vor der italienischen Küste die Buchungen einbrechne.

„Die Auswirkungen des Unfalls werden wir noch den Rest des Jahres spüren“, erklärt Howard Frank, Vorstand der Reederei Carnival.

Bei Costa selbst seien die Buchungen kurz nach dem Unglück um 75 bis 80 Prozent eingebrochen, sagte Frank.

Dennoch setzt die Kreuzfahrt-Branche weiter auf Zuwachs und baut gigantische Schiffe, die schwimmende Urlaubsstädte sind.


Immerhin 13 neue Riesen-Schiffe vergrößerten die weltweite Kreuzfahrt-Flotte im vergangenen Jahr, vier von ihnen mit einer Kapazität von mindestens 2500 Passagieren. Etwa 15 weitere sollen in diesem Jahr dazukommen.

Mitte März gab das Unternehmen MSC die Bestellung eines Schiffes von 333 Metern Länge bekannt, das Platz für 5700 Menschen bieten soll.

Nur wenige Tage später kündigte Royal Caribbean International eine Bestellung für ein Schiff für 4200 Passagiere an.


KREUZFAHRT


Diese „GIGANTOMANIE“ beunruhigt diejenigen, die im Falle eines Unglücks den Kreuzfahrt-Passagieren zu Hilfe eilen sollen, also die Küstenwachen und auch die Kapitäne.

Der Vorsitzende der französischen Kapitänsvereinigung Afcan, Jacques Loiseau, kritisierte unlängst, dass „bei einer solchen Größe selbst bei besten Bedingungen nie alle gerettet werden“ könnten. Die „Costa Concordia“, das Prunkstück der Reederei Costa Crociere, bot Platz für 4900 Menschen.

Als sie auf einen Felsen auflief und kenterte, starben 32 Menschen.


Nach dem Unglück startete die Branche eine Image-Kampagne. Nachdrücklich versichern die Reedereien, dass ein solcher Unfall äußerst selten sei und dass es bei Kreuzfahrten im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln wie Flugzeug oder Auto weit weniger Unfälle gebe. „Vor allem die Erst-Kreuzfahrturlauber“ - also diejenigen, die sich zum ersten Mal auf ein solches Schiff wagen - „müssen bei den Sicherheitsthemen beruhigt werden“, sagt der Frankreich-Chef von MSC Kreuzfahrten, Erminio Eschena.


Völlig risikofrei ist eine Kreuzfahrt aber auch dann nicht, wenn an Bord alles nach Plan läuft und die Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Denn auch heute noch ist etwa die Kollision eines Schiffes mit einem EISBERG, wie dies bei der „TITANIC“ der Fall war, keineswegs ausgeschlossen.

Trotz technischen Fortschritts, trotz Radar und Satellit, bleibt das menschliche Auge laut Wissenschaftlern das wichtigste Hilfsmittel, um die eisigen Hindernisse zu entdecken.


Der neue Größenwahn der Kreuzfahrtbranche
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„ES GIBT IMMER NOCH EISBERGE“

„Eisberge sind sehr gefährliche Objekte, denn sie bleiben nicht an einem Ort; wenn das Meer sehr aufgewühlt ist, können sie verdeckt sein und so den Radargeräten entgehen“, warnt Michael Hicks von der internationalen Eisberg-Wacht IIP.

Die Wahrscheinlichkeit für ein Schiff, auf einen EISBERG aufzulaufen, liegt heute noch bei immerhin eins zu 2000. Jedes Jahr werden zwei Kollisionen mit Eisbergen registriert.

Vor hundert Jahren allerdings, als die „TITANIC“ mit 2200 Menschen an Bord einen Eisberg rammte, lag das Risiko einer solchen Kollision noch doppelt so hoch.

Nur 700 Menschen überlebten das Unglück des eigentlich als unsinkbar geltenden Luxusliners im Nordatlantik.


TITANIC
100 JAHRE TITANIC
Das Geschäft mit dem Untergang
„TITANIC“


Das Eis-Kontrollzentrum IIP wurde 1913 gegründet und versucht seither alles, um Eisberge ungefährlicher zu machen. Mit roter Farbe wurden einst die tückischen Hindernisse bemalt, doch hielt die Farbe auf dem Eis nicht.

Radiopeilsender sollten vom Flugzeug aus angebracht werden und 1959 wurde sogar versucht, einen Eisberg wegzubomben - „nur ein paar kleine Stücken wurden zerstört“, sagt Hicks.
Heute setzt das IIP auf Vorsorge und rechtzeitige Warnungen:

Die Daten von Radar-Flugzeugen, Satelliten und die Beobachtungen von Schiffen werden zu einer Risiko-Analyse zusammengefügt.

Aber Hicks hält ein Unglück wie bei der „Titanic“ keineswegs für ausgeschlossen:

„Es gibt immer noch Eisberge und es gibt immer noch Schiffe.
afp


BELFAST BAUT MUSEUM zum 100-Jahr-Jubiläum

Die Titanic kehrt zurück
VON ULRICH NAGEL - zuletzt aktualisiert: 14.04.2012 - 09:57

QUELLE: RP-Online.

Düsseldorf (RPO). Die nordirische Hauptstadt BELFAST hat ihrer bekanntesten Tochter ein Denkmal gesetzt.

Mit dem NEUEN TITANIC-MUSEUM ist ein Museum der Superlative entstanden – inklusive zahlreicher Parallelen zum originalen Schiffbau.


DAS TITANIC-MUSEUM IN BELFAST

Bereits die äußere Gestalt des Prestigeobjekts verheißt den Anspruch der Urheber, einen Touristenmagneten in der an Sehenswürdigkeiten armen Kapitale geschaffen zu haben.

Vier trapezförmige Aluminiumkuben gruppieren sich um den mit 25 Metern höchsten frei stehenden Aufzug der irischen Insel.

Im Inneren erwarten den Besucher auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern Schautafeln, Nachbauten und zahlreiche Stimmen von Augenzeugen.

Kurzum, in moderner audiovisueller Präsentation erzählt „TITANIC BELFASZ“ die gesamte Geschichte des Liners, angefangen mit dem Baubeginn 1909 auf dem Areal der Belfaster Werft Harland & Wolff bis zur Katastrophe im Atlantik am 14. April 1912.


Kanada erinnert an die "Titanic"
Detailtreue zum Original

Jenes Gelände der noch heute existierenden Werft ist zugleich Heimatstätte des Luxusliner-Denkmals.

Viele andere historische Reminiszenzen beweisen die immer noch starke Zuneigung der Belfaster zum Unglücksschiff:

So entstand der Museumskomplex in derselben Bauzeit wie die Titanic innerhalb von drei Jahren, wie auf der Titanic gibt es eine maximale Besucherkapazität von exakt 3547 Personen, die jeweiligen Fassadenseiten entsprechen der genauen Titanicgröße vom Kiel bis zum Deck.

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene rund 16 Euro, für Kinder fallen die Hälfte an. Bereits jetzt konnten 80.000 Tickets abgesetzt werden, die Kalkulationen belaufen sich auf 425.000 Besucher im ersten Jahr.

Rund um das Museum entsteht mit dem „TITANIC QUARTER“ ein neues Hafenviertel mit Hotels, Büros und Restaurants.


Eines der neu entstandenen Gebäude ist die „Paint Hall“, Drehstätte der HBO-Erfolgsserie „Game of Thrones“.


Mit dem Großprojekt verbindet BELFAST hehre Ambitionen – schon jetzt zählt das „National Geographic Traveller“-Magazin die knapp 270.000 Einwohner zählende Stadt zu den Top-Reisezielen im Jahr 2012.


100 JAHRE TITANIC – Impressionen

Queen Mary 2: Reisen auf den Spuren der "TITANIC"

So sieht das neue "Titanic"-Museum aus
Quelle: chk/sap