Mittwoch, 28. Dezember 2011

DAS DOOMSDAY-PROJEKT. MEPHISTO-NATURELL. (HELIODA1)



KOMMENTAR DIPLOM PSYCHOLOGE WOLFGANG TIMM, HUSUM&MADRID: VORWEG DER DREI TEILE DES AUF KOPP-VERLAG PUBLIZIERTEN ARTIKELS, WIE MACHTELITEN NACH IHREM SATANISTISCHEN PLAN (WIRD SCHEITERN) EIN GLOBALES WELTUNTERGANGSMONSTER MIT VERNICHTUNG VON 80 BIS 90% DER WELTBEVÖLKERUNG ZU KREIEREN VERSUCHEN, BEDEUTSAME HINTERGRUNDINFORMATIONEN, STICHWORTE JFK IN DALLAS, "9-11", VERWEISE ICH AUF FOLGENDES YOU TUBE VIDEO "MEPHISTO-NATUERELL". 

KREATOR "GESICHTSLESER" HAT INSBESONDERE MEINE SEIT 5. FEBRUAR 2010 FERTIG GESTELLTEN DIGITALE NEUHERAUSGABE ALLER 101 DAMALIGEN GROSSFORMATIGEN ZEITUNGEN "DER GUTE MENSCHENKENNER" NUMMER EINS BIS 101, HRSG. AMANDUS KUPFER (1879-1952) AUGUST 1932 BIS JUNI 1941 ZUR KENNTNIS GENOMMEN UND WEIST AUF MEINEN DIESBEZUEGLICHEN LINK.

WIR LEBEN HALT JETZT UND HIER AUF DER ERDE IN EINER POLAREN WELT UND MUESSEN UNS DAHER MIT DEN POLEN MENSCHENLIEBE (es heißt eben "Der GUTE Menschenkenner" von und nach CARL HUTER, 1861-1912) VS. MENSCHENFEIND, MENSCHENVERÄCHTER ZENTRAL PSYCHOPHYSIOGNOMISCH AUSEINANDER SETZEN UND JEDER IN DIESER POLAREN WELT VON GUT UND BOESE INDIVIDUELL EINE ENTSCHEIDUNG TREFFEN: FUER DAS GUTE UND IDEALE SICH AKTIV, TATKRÄFTIG AUFGRUND VON TIEFENWISSEN ZU POSITIONIEREN, ALSO SEINE "HELIODA" ZU STÄRKEN ODER PASSIV SICH VON BOESEN HINTERHÄLTIGE SEHR GEFAEHRLICHEN MEPHISTO-NATURELLE INS VERDERBEN STÜRZEN LASSEN.

HIER DER LINK ZU YT-VIDEO VON "GESICHTSLESER" IN BEZUG ZUM MEPHISTONATURELL:
http://www.youtube.com/watch?v=Q94Tr3kI3wo&sns=em
Video Mephistotyp END TIMM.



24.12.2011
Geheimkommando Weltuntergang: Wie Machteliten uns vernichten (1)
Peter Dale Scott
Ich möchte hier auf vier größere und häufig missverstandene Ereignisse – die Ermordung John F. Kennedys, Watergate, der Iran-Contra-Skandal und die Geschehnisse des 11. September – eingehen. Dabei will ich sie als Teile eines tiefergehenden politischen Prozesses analysieren, der sie miteinander verbindet, und der dazu beigetragen hat, in Amerika repressive Kräfte freizusetzen, die die Demokratie einschränken.

In den vergangenen Jahren bin ich immer wieder auf eine dunkle Machtgruppe eingegangen, die hinter diesen Ereignisse steckt – eine Machtgruppe, die ich in Ermangelung eines besseren Begriffs etwas unbeholfen als »Tiefenstaat« bezeichnete, der sowohl innerhalb als auch außerhalb staatlicher Organe arbeitet. Heute möchte ich einen Teil dieser im Verborgenen operierenden Machtgruppe offenlegen, der seit 50 Jahren oder länger im Schatten der öffentlichen Einrichtungen tätig ist. Dieser Teil dieser Machtgruppe trägt einen Namen, der nicht von mir stammt: das Doomsday-Projekt. Diese Bezeichnung wählte das Pentagon für die Notstandsmaßnahmen, mit denen »die Handlungsfähigkeit des Weißen Hauses und des Pentagons während und nach einen Nuklearkrieg oder anderen schweren Krisen sichergestellt werden« sollte. [1]

Ich möchte auf etwas Einfaches, aber Wichtiges hinaus: Ich möchte aufzeigen, dass das Doomsday-Projekt [»Weltuntergangs«-Projekt] der 1980er-Jahre und die früheren Notstandsplanungen, die darin einmündeten, bei allen diesen tiefgreifenden Ereignisse, die ich behandeln werde, im Hintergrund eine wichtige Rolle spielten. Wichtiger noch ist aber, dass dieses Projekt auch ein treibendes Moment hinter jedem der drei beunruhigenden Entwicklungen war, die heute die amerikanische Demokratie bedrohen.

Die erste der drei Entwicklungen betrifft die sogenannte Umwandlung unserer Wirtschaft in eine »Reichenwirtschaft« [eine Wirtschaft, die von den Reichen beherrscht wird, die auch am meisten von ihr profitieren], die Amerika immer
unerbittlicher in zwei Schichten spaltet, in die Besitzenden und die Habenichtse, das eine Prozent und die anderen 99 Prozent. 

Die zweite Entwicklung ist die fortschreitende Militarisierung Amerikas. Am schwersten wiegt aber die immer mehr zur Gewohnheit und damit vorhersehbar werdende Neigung, Krieg in weit von Amerika entfernten Regionen der Welt zu provozieren oder zu führen. Offensichtlich hat von diesen Aktionen der amerikanischen Kriegsmaschinerie das eine Prozent am meisten profitiert. [2]

Die dritte Entwicklung – die auch mein heutiges Thema bildet – betrifft die wichtigen und immer zerstörerischeren Auswirkungen struktureller Tiefenereignisse auf die amerikanische Geschichte: geheimnisumwitterte und verstörende Ereignisse wie die Ermordung John F. Kennedys, der Watergate-Einbruch und die Ereignisse des 11. September. Ereignisse, die die sozialen Strukturen Amerikas erschüttern und die amerikanische Gesellschaft in hohem Maße beeinflussen, sind oft mit dem Verstoß gegen Gesetze oder mit Gewalt verbunden und werden in vielen Fällen von einer unbekannten dunklen Macht ausgelöst.

Die derzeitige Zerfallskrise Amerikas in Bezug auf die Einkommen und die Ungleichverteilung des Wohlstandes, aber auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Militarisierung und dem Kriegszustand des Landes ist schon oft analysiert worden. 

Ich will heute einen meiner Ansicht nach neuen Ansatz verfolgen: Ich möchte darlegen, dass sowohl die ungleiche Einkommensverteilung – die man auch als »Reichenwirtschaft« bezeichnet – als auch der Kriegszustand massiv durch Tiefenereignisse befördert wurden.

Die extreme Ungleichverteilung des Einkommens in der heutigen amerikanischen Wirtschaft war nicht die Folge von Marktkräften, die sich unabhängig von politischen Interventionen entfalteten. Zum großen Teil wurde sie durch einen systematischen und bewusst herbeigeführten politischen Prozess hervorgerufen, der von den Befürchtungen extrem reicher Schichten in den 1960er- und 1970er-Jahren genährt wurde, die Macht über das Land könnte ihnen aus den Händen gleiten.

Damals (1971) warnte der Richter des Obersten Gerichtshofes Lewis Powell in einer Denkschrift, das Überleben des Freihandelssystems hänge von der »sorgfältigen und langfristigen Planung und Umsetzung« einer mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestatteten Antwort auf die Bedrohung von links ab. [3]

Auf diese Warnung wurde mit einer lang andauernden rechtsgerichteten Offensive reagiert, die von Denkfabriken koordiniert und von einer kleinen Gruppe von Familienstiftungen freigiebig finanziert wurde. [4] 

Wir dürfen nicht vergessen, dass alle diese Anstrengungen auch eine Reaktion auf ernste Unruhen in Newark, Detroit und anderswo darstellten, und dass von den Linken (in Europa ebenso wie in den USA) immer häufiger und stärker Rufe nach einer Revolution laut wurden. Ich will mich hier auf die Reaktion der Rechten auf diese Herausforderung und die Bedeutung jener Tiefenereignisse bei der Verstärkung ihrer Reaktion konzentrieren.

An der Denkschrift Powells war weniger das Dokument selbst als die Tatsache wichtig, dass sie von der Amerikanischen Handelskammer, einer der einflussreichsten, aber am wenigsten diskutierten Lobbygruppen in Amerika, in Auftrag gegeben worden war. Zudem war die Denkschrift nur eines von vielen Anzeichen für diesen sich entwickelnden Klassenkrieg, eines umfassenden Prozesses, der sich sowohl in als auch außerhalb der Regierung vollzog (darunter auch eine »intellektuelle Gegenrevolution«, wie Irving Kristol es nannte) und dann direkt in die sogenannte »Reagan-Revolution« mündete. [5]

Dieser umfassende Prozess dauert mehr als 50 Jahre an und pumpte Milliarden Dollar aus rechten Kreisen in den amerikanischen politischen Prozess. Ich möchte heute aufzeigen, dass Tiefenereignisse integraler Bestandteil dieser rechtsgerichteten Bestrebungen waren – von der Ermordung John F. Kennedys bis hin zu den Ereignissen des 11. September. Der 11. September führte zur Anwendung der sogenannten »Planungen zur Gewährleistung der Kontinuität der Regierungsarbeit« (COG) [im Falle eines Atomkriegs oder anderer schwerer Krisen] (die bei den Anhörungen im Iran-Contra-Ausschuss 1987 noch als »Planungen für die Aussetzung der Amerikanischen Verfassung« bezeichnet wurden). 

Diese COG-Pläne, die auf früheren COG-Plänen aufbauten, waren seit 1982 im Rahmen des sogenannten Doomsday-Projektes, einer von Reagan ernannten Geheimgruppe, ausgearbeitet worden. Diese Gruppe setzte sich aus aktiven und früheren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammen. Zu ihr gehörten auch Donald Rumsfeld und Dick Cheney.

Ich werde versuchen herauszuarbeiten, dass die Ereignisse vom 11. September in dieser Hinsicht nur den Höhepunkt einer Reihe von Tiefenereignissen bildeten, die bis zur Ermordung Kennedys, wenn nicht sogar noch weiter zurückreichen, und dass die Ursprünge des Doomsday-Projektes hinter ihnen allen erkennbar sind.

Insbesondere werde ich versuchen, aufzuzeigen, dass
vorangegangenes Fehlverhalten seitens Behörden wie der CIA und anderer mit zur Ermordung Kennedys und dem 11. September beigetragen haben;
zu den Konsequenzen jedes dieser tiefgreifenden Ereignisse eine Zunahme an Unterdrückungsmöglichkeiten gehörte, die genau den gleichen Behörden zukam und die Überzeugungskraft und das Vorbild der Demokratie beeinträchtigte [6];
es eine typische personelle Kontinuität der Urheber und derjenigen Personen gibt, die aktiv an der Herbeiführung jedes einzelnen und der aufeinanderfolgenden Tiefenereignisse beteiligt waren;
man in jedem dieser Ereignisse auf Beteiligte stößt, die dem internationalen Rauschgiftgeschäft zuzurechnen sind – was daraufhin deutet, dass unsere derzeitige Reichenwirtschaft in gewissem Maße auch eine Rauschgiftwirtschaft ist;
man im Hintergrund jedes dieser Ereignisse (und zwar in steigendem Maße) das Doomsday-Projekt erkennt – jene parallele Notfallplanungsstruktur mit ihren eigenen Kommunikationsnetzwerken, die als Schattennetzwerk außerhalb der normalen Regierungskanäle tätig ist.
 
Behördliches Fehlverhalten als ein Faktor, der sowohl zur Ermordung Kennedys als auch zu den Ereignissen des 11. September beigetragen hat
Sowohl die Ermordung Kennedys, als auch die Ereignisse des 11. September wurden auf eine Weise inszeniert, die der Art entspricht, wie die CIA und das FBI ihre Akten über die angeblichen Haupttäter dieser Ereignisse handhabt (Lee Harvey Oswald im Falle der Ermordung Kennedys und die angeblichen Flugzeugentführer Kahlid al-Mihdhar und Nawaf al-Hazmi  im Falle der Ereignisse des 11. September). Zu dieser Inszenierung und Manipulation gehört auch die Entscheidung des FBI-Agenten Marvin Gheesling vom 9. Oktober 1963, Oswald von der Liste der Personen zu nehmen, die vom FBI überwacht wurden. 

Diese Entscheidung wurde kurz nach Oswalds Verhaftung in New Orleans im August 1963 und Berichten über seine Reise nach Mexiko im September des gleichen Jahres getroffen. Nach normalem Ermessen hätten diese Ereignisse (die Verhaftung und seine Reise) zu einer Verschärfung der Überwachung führen müssen. [7]

Dieses Fehlverhalten steht beispielhaft auch für andere Behörden, insbesondere der CIA, im Zusammenhang mit der Ermordung Kennedys und dem 11. September. Gheeslings Verhalten passt nahtlos zu der sträflichen Zurückhaltung von Informationen seitens der CIA gegenüber dem FBI, denen zufolge sich Oswald in Mexiko-Stadt angeblich mit dem mutmaßlichen KGB-Agenten Walerij Kostikow getroffen habe. [8]

Indem diese Information nicht weitergegeben wurde, konnte man sichergehen, dass Oswald nicht länger überwacht wurde. Und tatsächlich beklagte der frühere FBI-Direktor Clarence Kelley in seinen Memoiren später, diese Nichtweitergabe der Informationen sei der wesentliche Grund dafür gewesen, dass Oswald am 22. November 1963 nicht überwacht worden se. [9]

Eine noch bedenklichere Provokation im Jahre 1963 stellt das Verhalten des Militärgeheimdienstes dar. Eine seiner Einheiten hielt nicht nur Informationen über Lee Harvey Oswald zurück, sondern fabrizierte falsche Informationen, die offenbar darauf abzielten, einen Vergeltungsschlag gegen Kuba zu provozieren. Ich bezeichne solche Provokationen als »Geschichten der Phase 1«, das heißt als Bemühungen, Oswald als kommunistischen, konspirativ vorgehenden Menschen zu charakterisieren (im Gegensatz zu den späteren »Geschichten der Phase 2«, die zwar auch falsch waren, ihn aber als aufgebrachten Eigenbrötler darstellten). Ein typisches Beispiel für »Geschichten der Phase 1« ist eine Depesche des Vierten Armeekommandos in Texas, in dem über die Information eines Polizisten aus Dallas berichtete wurde, der zugleich in einer Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes tätig war: »Stellvertretender Leiter Don Stringfellow, Geheimdienstabteilung, Polizeibehörde Dallas, teilte der 112. INTC [Geheimdienst-]Gruppe mit, dieses Hauptquartier habe Informationen von Oswald erhalten, aus denen hervorgeht, dass er 1959 nach Kuba desertierte und eingetragenes Mitglied der Kommunistischen Partei ist.« [10] 

Diese Nachricht wurde am 22. November direkt an das US-Einsatzkommando in Fort MacDill in Florida weitergegeben. Dieser Stützpunkt bereitete sich auf einen möglichen Vergeltungsschlag gegen Kuba vor. [11] Diese Depesche war keineswegs ein vereinzelter »Fehler«. Ihr Inhalt wurde von anderen manipulierten »Phase 1«-Geschichten aus Dallas über Oswalds angebliches Gewehr und insbesondere durch zusammengeschusterte falsche Übersetzungen der Aussage Marina Oswalds unterstützt, um dadurch den Eindruck zu erwecken, bei dem Gewehr Oswalds in Dallas handele es sich um dasjenige, das er in Russland besessen habe. [12]

Diese falschen, scheinbar zusammenhanglosen Berichte lassen sich ebenfalls auf die 448. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes, der auch Don Stringfellow angehörte, zurückverfolgen. [13] Der Dolmetscher, der als Erster die falschen Übersetzung der Äußerungen Marina Oswalds lieferte, ein gewisser Ilja Mamantov, wurde vom Erdölunternehmer Jack Crichton aus Dallas und dem stellvertretenden Polizeichef von Dallas, George Lumpkin, ausgewählt. [14] Crichton und Lumpkin waren zugleich Chef beziehungsweise Stellvertreter der 448. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes. [15] Crichton wurde dem rechtsextremen Lager unter den Erdölunternehmern in Dallas zugerechnet: Er war Treuhänder der H.-L.-Hunt-Stiftung und Mitglied der Amerikanischen Freunde der Katanga-Freiheitskämpfer, die gegründet worden waren, um Kennedys Politik im Kongo Widerstand zu leisten.

Zugleich müssen wir im Kopf behalten, dass einige der Stabschefs der US-Armee über den Verlauf der Kuba-Krise sehr verärgert waren. Sie hatten gehofft, sie würde zu einer Invasion Kubas führen. Unter seinem neuen Vorsitzenden General Maxwell Taylor war der Vereinigte Generalstab (JCS) noch immer der festen Überzeugung, dass »eine militärische Intervention in Kuba notwendig ist«. [16] Diese Haltung herrschte vor, obwohl Kennedy vor gerade einmal sechs Monaten Nikita Chruschtschow im Rahmen der Lösung der Kuba-Krise ausdrücklich (wenn auch sehr eingeschränkt) zugesichert hatte, dass die USA nicht in Kuba einmarschieren würden. [17] Aber dies hielt die Abteilung J-5 des Vereinigten Generalstabes (die Abteilung für Planungen und Politik) nicht davon ab, eine ganze Reihe inszenierter und manipulierter Provokationen vorzuschlagen, um ein militärisches Eingreifen zu rechtfertigen. [18] (Ein Vorschlag für eine solche inszenierte Provokation sah beispielsweise vor, »ein Kampfflugzeug vom Typ MIG, das von amerikanischen Piloten geflogen wird, greift amerikanische Schiffe oder amerikanisches Militär an«.) [19]

Die Täuschungsmanöver im Zusammenhang mit Oswald, die ihren Ursprung in Dallas hatten, setzten unmittelbar nach der Ermordung Kennedys ein. Das bedeutet aber nicht, dass es sich bei der Ermordung selbst um eine Verschwörung nach dem Muster Provokation-Täuschung handelt. Aber sie vermitteln einen ausreichenden Eindruck von der fanatischen Anti-Castro-Geisteshaltung der 488. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes in Dallas, um zu bestätigen, dass er eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Geisteshaltung der J-5 in der Zeit vor dem Mai aufweist, der dazu führte, eine ganze Reihe inszenierter und manipulierter Provokationen vorzuschlagen, um Kuba anzugreifen. (Nach Angaben von Crichton gehörten »etwa 100 Personen zur [488. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes] und etwa 40 oder 50 von ihnen arbeiteten in der Polizeibehörde von Dallas«.) [20]

Dieses behördliche Versagen von FBI, CIA und dem Militär – genau den drei Behörden, mit denen Kennedy im Rahmen seiner verkürzten Präsidentschaft in ernste Konflikte geraten war – kann kaum Zufall sein. [21] An einer späteren Stelle dieses Artikels werde ich auf die Verbindungen des Erdölunternehmers Jack Crichton aus Dallas zu den Notfallplanungen 1963 eingehen, die dann zum Doomsday-Projekt wurden.
 
Anmerkungen/Endnoten:
 
* Unter »deep events« (hier als »tiefgreifende Ereignisse« oder »Tiefenereignisse« übersetzt) versteht Peter Dale Scott nach eigenen Angaben »die traumatischen und unerwarteten Episoden, die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verändern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ›tiefgreifenden Ereignisse‹ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens führt.« (»The Assassinations of the 1960s as ›Deep Events‹«, 17. Oktober 2008)
 
[1] Tim Weiner, »The Pentagon’s Secret Stash«, in: Mother Jones Magazine, März/April 1992, S. 26.
[2] J. A. Myerson, »War Is a Force That Pays the 1 Percent: Occupying American Foreign Policy«, in: Truthout, 14. November 2001, siehe auch: Peter Dale Scott, The Road to 9/11, Berkeley, 2007, S. 6, etc.
[3] Scott, The Road to 9/11, S. 22, 29, 98.
[4] Scott, The Road to 9/11, S. 22, 97.
[5] Scott, The Road to 9/11, S. 21 und S. 51–52; Kristol wird zitiert nach: Lewis H. Lapham, »Tentacles of Rage: The Republican Propaganda Mill, a Brief History«, in: Harper’s Magazine, September 2004, S. 36.
[6] So zum Beispiel Peter Dale Scott, American War Machine, 2010, S 204–205.
[7] Peter Dale Scott, The War Conspiracy, S. 354.
[8] Peter Dale Scott, Deep Politics II, S. 30–33; Scott, The War Conspiracy, S. 387; Scott, American War Machine, S. 152.
[9] Clarence M. Kelley, Kelley: The Story of an FBI Director, Kansas City, 1987, S. 268, zitiert nach: Scott, The War Conspiracy (2008), S. 389.
[10] Scott, Deep Politics, S. 275; Scott, Deep Politics II, S. 80 und 129; HSCA Critics Conference vom 17. September 1977, S. 181. Stringfellow arbeitete unter Jack Revill in dem »Vice Squad« des Special Services Bureau der Polizei in Dallas. In dieser Funktion erstattete er regelmäßig dem FBI Bericht über enge Vertraute Jack Rubys wie Herbert Dolan, einem »bekannten Gangster und Schläger«, der in der FBI-Liste der führenden Kriminellen von Dallas aufgeführt war. (Siehe dazu: Robert M. Barrett, FBI-Bericht vom 2. Februar 1963, NARA#124-90038-10026, 12 [Stringfellow]; cf. NARA#124-10212-10012, 4 [Gangster], NARA#124-10195-10305, 9 [führender Krimineller]). Siehe auch WH 601-02 [Ruby und Dolan]. Robert Barrett, der die Berichte Stringfellows an das FBI erhielt, ließ Rubys Freund Dolan engmaschig überwachen und war auch bei Oswalds Verhaftung im Texas-Theater anwesend und behauptete, den Polizeibeamten aus Dallas Westbrook mit Oswalds Brieftasche am Ort der Ermordung Tippits gesehen zu haben. [Dale K. Myers, With Malice: Lee Harvey Oswald and the Murder of Officer J. D. Tippit , Milford, 1998, S. 287–290]).
[11] Es wurde zu Informationszwecken nach Washington gesandt, wo es drei Tage später eintraf. (Siehe dazu: Scott, Deep Politics, S. 275; Scott, Deep Politics II, S. 80, S.129 f.; Scott, War Conspiracy, S. 382).
[12] Warren Commission Exhibit 1778, 23 WH 383. (Die tatsächlichen Worte Marinas vor der falschen Übersetzung waren recht unverfänglich: »Ich kann [das Gewehr] nicht beschreiben, weil für mich alle Gewehre gleich aussehen.« (Warren Commission Exhibit 1778, 23 WH 383; diskutiert in: Scott, Deep Politics, S. 168–172).
[13] Auf Stringfellow selbst geht auch eine andere gefälschte Information vom 22. November zurück, nach der Oswald sowohl den Mord am Präsidenten als auch am Polizeibeamten Tippit gestanden habe. (Dallas FBI File DL 89-43-2381C; Paul L. Hoch, »The Final Investigation? The HSCA and Army Intelligence«, in: The Third Decade, 1,5 [Juli 1985], S. 3).
[14] 9 WH 106; Scott, Deep Politics, S. 275–276; Russ Baker, Family of Secrets, S. 119–122.
[15] Rodney P. Carlisle und Dominic J. Monetta, Brandy: Our Man in Acapulco, Denton, 1999, S. 128.
[16] Joint Chiefs of Staff, Courses of Action Related to Cuba (Case II), Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1. Mai 1963, NARA #202-10002-10018, 12. Vergleiche dazu: S. 15–16: »Die USA sollten militärisch in Kuba intervenieren und könnten (a) provozierende Zwischenfälle inszenieren, die angeblich vom Castro-Regime begangen wurden, um so als Vorwand für eine Invasion zu dienen …«
[17] Robert Dallek, An Unfinished Life, S.; James A. Nathan, The Cuban missile crisis revisited, S. 283; Waldron and Hartmann, Legacy of Secrecy, S. 9.
[18] Joint Chiefs of Staff, Courses of Action Related to Cuba (Case II), Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1. Mai 1963, NARA #202-10002-10018, S. 12.
[19] Courses of Action Related to Cuba (Case II), NARA #202-10002-10018, 20. Ich kann in diesem Dokument nichts erkennen, das darauf hindeutet, dass der Präsident darüber informiert werden sollte, dass es sich hierbei um »inszenierte Provokationen« handelt. In dem Dokument wird im Gegenteil gefordert, »die Beteiligten voneinander zu trennen und abzusondern«, um sicherzustellen, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt. (Courses of Action Related to Cuba (Case II), NARA #202-10002-10018, S. 19).
[20] Zitiert nach: Baker, Family of Secrets, S. 122. Bei einer dieser Personen handelte es sich um den Polizeibeamten John Adamcik, der zu der Gruppe gehörte, die eine Decke fanden, in der sich Oswalds Gewehr befunden haben soll, und die die Warren-Kommission dazu benutzte, eine Verbindung zwischen dem berüchtigten Gewehr vom Typ Mannlicher Carcano herzustellen. Adamcik war später auch bei Mamatovs Verhör mit Marina im Zusammenhang mit dem Gewehr anwesend und bestätigte Mamantovs Aussage dazu gegenüber der Warren-Kommission. Es gibt Grund zu der Annahme, dass Mamatovs Übersetzung der Aussage Marinas ungenau war. (Siehe dazu: Scott, Deep Politics, S. 268–270)


 
Fortsetzung des Artikels...
 
Vergleichbare Fälle behördlichen »Versagens« im Zusammenhang mit dem 11. September
Vor den Anschlägen vom 11. September hielt die CIA im Zeitraum 2000–2001 wiederum schamlos entscheidende Hinweise gegenüber dem FBI zurück. Diese Informationen hätten, wenn sie weitergegeben worden wären, das FBI dazu veranlasst, zwei der mutmaßlichen Entführer – Khalid al-Mihdhar und Nawaz al-Hazmi – zu überwachen. Dieses anhaltende Zurückhalten von Informationen veranlasste einen FBI-Agenten im August 2001 zu der zutreffenden Prognose: »Eines Tages wird [deswegen] jemand sterben.« [22]

Nach den Anschlägen erklärte ein anderer FBI-Agent zur Rolle der CIA: »Sie [die CIA] wollte nicht, dass sich das FBI in ihre Angelegenheiten einmischt – deshalb haben sie keine Informationen an das FBI weitergegeben … Und aus diesem Grund konnte es zu den Anschlägen vom 11. September kommen. Genau deshalb konnte es passieren … Es klebt Blut an ihren Händen …, das Blut von 3000 Menschen.« [23]

Auch die NSA hatte wie die CIA relevante Informationen vor dem 11. September nicht weitergegeben (obwohl die Weitergabe solcher Informationen ihren eigenen Regeln entsprechend zu ihren Aufgaben gehört). [24]

Mit anderen Worten hätten weder die Ermordung Kennedys, noch die Anschläge vom 11. September ohne diese Nichtweitergabe von Informationen so stattgefunden, wie sie sich dann ereignet haben. In meinem Buch American War Machine schrieb ich, es hätte den Anschein, als ob Oswald (und später al-Mihdhar) zu einem bestimmten Zeitpunkt als Hauptakteure einer Operation ausgewählt worden seien. Dabei sei es anfangs nicht um die Begehung einer Straftat gegen das amerikanische Gemeinwesen gegangen; wahrscheinlich habe man im Gegenteil Oswald wahrscheinlich auf eine Aktion im Zusammenhang mit einer Operation gegen Kuba und im Falle von al-Mihdhar [wie ich annehme] auf eine Operation gegen al-Qaida vorbereiten wollen. Aber als sich diese [gut nutzbaren] Legenden hinsichtlich der beiden Personen im weiteren Verlauf immer mehr zu entwickeln begannen, waren einige gerissene Personen offenbar in der Lage, die genehmigten Operationen in einen Attentatsplan umzumünzen, der später dann vertuscht werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt war Oswald (und entsprechend al-Mihdhar) nicht nur dazu ausersehen, an einer Operation beteiligt zu sein, sondern auch als »Täter« vorgesehen.

In seinem ausführlichen Buch Disconnecting the Dots kommt Kevin Fenton im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September zur gleichen Schlussfolgerung: »… im Sommer 2001 stand hinter dem Zurückhalten von Informationen die Absicht, die Anschläge möglich zu machen«. [26] Und er nennt auch die Person beim Namen, die maßgeblich für dieses Fehlverhalten verantwortlich ist: der CIA-Mitarbeiter Richard Blee, Leiter der Bin-Laden-Arbeitsgruppe der CIA. Bereits unter Präsident Clinton gehörte Blee einer Fraktion der CIA an, die sich für ein offensiveres und aggressiveres Vorgehen der Agency in Afghanistan im Verbund mit der afghanischen Nordallianz einsetzte. [27] So geschah es dann auch unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September, und Blee wurde zum neuen Stationschef in Kabul ernannt. [28]
 
Wie CIA und NSA Informationen im zweiten Zwischenfall im Golf von Tonkin zurückhielten und damit zum Ausbruch des Krieges mit Nordvietnam beitrugen.

Ich will Ihnen die Einzelheiten dieser Machenschaften ersparen, Sie können sie aber in meinem Buch American War Machine auf den Seiten 200 bis 202 nachlesen. Die Vorgehensweise im Falle des Zwischenfalls im Golf von Tonkin ist, was die Manipulation von Beweisen angeht, dahingehend mit der Kennedy-Ermordung und den Anschlägen vom 11. September vergleichbar, dass auch sie dazu beitrug, Amerika – in diesem Fall relativ schnell – in einen Krieg hineinzuziehen.
Historiker wie Fredrik Logavall stimmten mit der Einschätzung des früheren Staatssekretär George Ball überein, nach der die Mission des amerikanischen Zerstörers im Golf von Tonkin, die dann zu den bekannten Zwischenfällen im Golf führte, »vorrangig in der Provokation bestand«. [29] Die Planungen zu dieser provokativen Mission oblagen der Abteilung J-5 des Vereinigten Generalstabes, derselben Abteilung, die 1963 in Bezug auf Kuba berichtet hatte: »… die Inszenierung einer Reihe von Provokationen zur Rechtfertigung eines militärischen Eingreifens ist machbar«. [30]

Die Unterdrückung der Wahrheit durch NSA und CIA am 4. August erfolgte im Einklang mit einer auf hoher Ebene vorhandenen (aber umstrittenen) Entschlossenheit, Nordvietnam anzugreifen. In dieser Hinsicht weist der Zwischenfall im Golf von Tonkin eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Unterdrückung der Wahrheit auf, die dann zu den Anschlägen am 11. September führte – auch damals existierte auf hoher Ebene eine  (allerdings umstrittene) Entschlossenheit, Krieg zu führen.
 
Zunahme der Unterdrückung nach tiefgreifenden Ereignissen
Die oben diskutierten Tiefenereignisse haben alle dazu beigetragen, die Unterdrückungsmacht Washingtons zu verstärken und auszubauen. Es ist offensichtlich, dass die Warren-Kommission die Ermordung Kennedys dazu nutzte, die Überwachung der amerikanischen Bevölkerung durch die CIA auszubauen. In meinem Buch Deep Politics schrieb ich dazu, dies sei die Folge »der umstrittenen Empfehlungen der Warren-Kommission, dem Geheimdienst müsse eine Ausweitung der Überwachungstätigkeit im Inland erlaubt werden. (WR 25-26).

Nicht ganz folgerichtig schlussfolgerte der Warren-Bericht, dass Oswald als Einzeltäter gehandelt habe (WR 22), aber gleichzeitig auch, dass der Geheimdienst, das FBI und die CIA ihre Überwachung organisierter Gruppen enger koordinieren sollen (WR 463). Insbesondere wird empfohlen, der Geheimdienst solle eine computergestützte Datenbank einrichten, die mit der kompatibel sei, die die CIA bereits entwickelt habe.« [31]

Das gleiche Muster wiederholte sich vier Jahre später im Zusammenhang mit der Ermordung Robert Kennedys. In den 24 Stunden, die nach dem Attentat auf Robert Kennedy und dessen Tod verstrichen, verabschiedete der Kongress in aller Eile ein Gesetz – das offensichtlich schon gut vorbereitet war (ähnlich wie im Falle der Resolution zu den Ereignissen im Gold von Tonkin 1964 und beim PATRIOT-Gesetz 2001) –, das die geheimen Befugnisse des Geheimdienstes angeblich zur Verbesserung des Personenschutzes der Präsidentschaftskandidaten noch einmal erweiterte. [32] Auch hier ging es nicht um eine banale oder wohlmeinende Veränderung: Auf der Grundlage dieses unter Präsident Johnson rasch verabschiedeten Gesetzes kam es zu einigen der schlimmsten Exzesse der Präsidentschaft Richard Nixons. [33]
Diese Änderung trug auch zu dem Chaos und der Gewalt auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten 1968 in Chicago bei. Agenten des Militärgeheimdienstes, die mit der Überwachung beauftragt und zum Geheimdienst abgeordnet waren, hielten sich sowohl im Parteitagssaal als auch außerhalb auf. Einige von ihnen rüsteten die Schläger der sogenannten »Legion der Gerechtigkeit« aus, die dann von [der berüchtigten nachrichtendienstlichen Abteilung der Chicagoer Polizei,] den Red Squads, gegen örtliche Friedensgruppen aufgehetzt wurden. [34]

Auf diese Weise trugen die geheimen Sonderbefugnisse, die sie nach der Ermordung Robert Kennedys erhalten hatten, zu den schrecklichen Unruhen in Chicago bei, die die alte Demokratische Partei, die sich als Repräsentant der Gewerkschaften verstand, zerstörten: Alle drei folgenden demokratischen Präsidenten waren seitdem deutlich konservativer eingestellt.

Watergate und der Iran-Contra-Skandal brachten in gewisser Weise Rückschläge und keine Ausweitung der repressiven Befugnisse, derer sich Richard Nixon und das Weiße Haus unter Ronald Reagan bedienten. Oberflächlich betrachtet trifft dies zu: Auf der gesetzgeberischen Ebene führten beide Ereignisse zu »Reformen«, die meiner Behauptung, die repressiven Befugnisse seien erweitert worden, scheinbar widersprechen.

Aber wir müssen hier zwischen den zwei Jahren der Watergate-Krise und dem sie auslösenden Einbruch in das Watergate-Gebäude unterscheiden. Die Watergate-Krise zeigte einen Präsidenten, der durch zahlreiche Kräfte, zu denen die Liberalen und auch Konservative zählten, zum Rücktritt gezwungen wurde. Aber die Schlüsselfiguren des ursprünglichen Watergate-Einbruches – Howard Hunt, James W. McCord, G. Gordon Liddy und ihre kubanischen Verbündeten – standen alle weit rechts von Nixon und Kissinger. Und das Ziel ihrer Machenschaften wurde erst mit dem sogenannten »Halloween-Massaker« 1975 endgültig erreicht, als Kissinger als Nationaler Sicherheitsberater entlassen wurde und Vizepräsident Nelson Rockefeller mitgeteilt wurde, er werde 1976 nicht als Präsidentschaftskandidat aufgestellt werden. Diese größere Umbesetzung wurde hinter den Kulissen von zwei anderen Rechten organisiert: Donald Rumsfeld und Dick Cheney, die im Weißen Haus unter Gerald Ford arbeiteten. [35]

An jenem Tag 1975 wurde der endgültige Untergang der sogenannten »Rockefeller«- oder liberalen Fraktion innerhalb der Republikanischen Partei besiegelt, die durch die konservative Fraktion um Goldwater und Casey ersetzt wurde, die bald darauf dafür sorgte, dass Ronald Reagan die Nominierung gewann und anschließend zum Präsidenten gewählt wurde. [36] Diese wenig beachtete Palastrevolte Mitte der 1970er-Jahre trug zur Umwandlung Amerikas von einer dem Gemeinwohl verpflichteten kapitalistischen Ökonomie mit einer schrittweisen Verringerung der Unterschiede in der Einkommens- und Wohlstandsverteilung zu einer zunehmend finanzialisierten Reichenwirtschaft, in der die Trends der vorangegangenen Epoche umgekehrt wurden. [37]

Auch in der Iran-Contra-Affäre werden wir Zeuge einer weiteren Ausweitung der repressiven Befugnisse, die sich unter der Oberfläche liberaler Reformen verbirgt. Damals feierten nicht nur die Medien, sondern auch Akademiker wie ich selbst die Einstellung der Unterstützung für die nicaraguanischen Contras und die Durchsetzung des Contadora-Friedensprozesses. Dabei ging die Tatsache etwas unter, dass Oliver North zwar aus seiner Funktion im Doomsday-Projekt ausschied, die Planungen der Projektgruppe zu Überwachung, Inhaftierung und Militarisierung der USA auch nach seinem Ausscheiden aber weiterverfolgt und sogar erweitert wurden. [38]

Ebenso unbemerkt blieb, dass der Kongress zwar die Hilfsgelder für eine kleine, mit Drogengeldern finanzierte Stellvertreterarmee verringerte, aber gleichzeitig die amerikanische Unterstützung einer weitaus größeren Koalition aus mit Drogengeldern finanzierten Stellvertreterarmeen in Afghanistan ausweitete. [39] Im Verlauf der Untersuchung des Iran-Contra-Skandals kam zwar heraus, dass Saudi-Arabien auf Drängen des damaligen CIA-Direktors William Casey 32 Millionen Dollar an die Contras übergeben hatte, aber niemand verlor ein Wort über die 500 oder mehr Millionen Dollar, die die Saudis wiederum auf Drängen Caseys im gleichen Zeitraum an die afghanischen Mudschaheddin gezahlt hatten. [40] So gesehen könnte man die Iran-Contra-Untersuchung des amerikanischen Kongresses als den Versuch werten, die öffentliche Aufmerksamkeit von dem viel stärkeren Engagement der Amerikaner in Afghanistan abzulenken – eine verdeckte Politik, die sich seither zum längsten Krieg entwickelt hat, den Amerika jemals führte.

Wir sollten unser Verständnis der Iran-Contra-Affäre erweitern und sie als Iran-Afghanistan-Contra-Affäre betrachten. Denn dann müssen wir anerkennen, dass die CIA in diesem komplexen und vielfach missverstandenen Tiefenereignis in Afghanistan wiederum auf seine paramilitärischen Kapazitäten zurückgriff, die Stansfield Turner zu zerschlagen versuchte, als er unter Präsident Jimmy Carter CIA-Direktor war. Dies war ein rascher Sieg für die Fraktion um Richard Blee, den Beschützer von al-Mihdhar sowie den vehementen Befürworter einer Ausweitung der paramilitärischen Aktivitäten in Afghanistan im Jahr 2000. [41]
 
Personelle Überschneidungen bei aufeinanderfolgenden Tiefenereignissen
Ich werde die Titelgeschichte der New York Times vom 18. Juni 1972, dem Tag nach dem Watergate-Einbruch, niemals vergessen. Es waren Fotografien der Watergate-Einbrecher zu sehen, unter denen sich auch ein Bild von Frank Sturgis alias Fiorini befand, über den ich bereits zwei Jahre zuvor in meinem bisher unveröffentlichtem Buchmanuskript The Dallas Conspiracy im Zusammenhang mit der Ermordung John F. Kennedys geschrieben hatte.
Sturgis war keine unbedeutende Figur: Er war früher freiberuflicher Mitarbeiter der CIA und verfügte auch über gute Verbindungen zu den früheren Kasinobesitzern in Havanna, die mit dem Organisierten Verbrechen zusammenhingen. [42] Meine frühen Arbeiten zur Kennedy-Ermordung konzentrierten sich auf die Verbindungen zwischen Frank Sturgis und einem Ausbildungslager von Castro-Gegnern in der Nähe von New Orleans, für die sich Oswald interessiert hatte, aber auch auf die Verwicklung von Sturgis in die gefälschten »Phase 1«-Geschichten, die Oswald als Teil einer kommunistischen kubanischen Verschwörung darstellten. [43]

Bei der Verbreitung dieser »Phase 1«-Geschichten 1963 wurde Sturgis durch eine Reihe von Kubanern unterstützt, die der von der CIA unterstützten Streitmacht Manuel Artimes in Mitteamerika angehörten. Artimes Hauptquartier in Costa Rica war 1965 angeblich wegen seiner Verwicklung ins Drogengeschäft geschlossen worden. [44] In den 1980er-Jahren waren einige dieser im Exil lebenden Kubaner an mit Drogengeldern finanzierten Aktivitäten der Contras beteiligt. [45]

Der politische Mentor der MRR-Bewegung von Artimes war der frühere Watergate-Verschwörer Howard Hunt; und Artime sollte 1972 die Kaution für die kubanischen Watergate-Einbrecher bezahlen. Der Geldwäscher der Drogengelder, Ramón Milián Rodríguez, hat behauptet, er habe 200.000 Dollar von Artime erhalten, um einige der kubanischstämmigen Watergate-Einbrecher zu bezahlen; später leitete er als Unterstützung für die Contras zwei Unternehmen für Krustentiere in Coata Rica, Frigorificos und Ocean Hunter, die Drogengelder wuschen. [46]

Es wird behauptet, sowohl Hunt, als auch McCord seien in die Invasionspläne von Artime 1963 verwickelt gewesen. [47] Es war meiner Ansicht nach kein Zufall, dass die Organisation von Hunts Protégé Artime später im Drogenhandel aktiv war. Hunt hatte, wie ich an anderer Stelle erläuterte, seit seiner Funktion als Leiter des Büros für politische Koordination in Mexiko-Stadt mit einer amerikanischen Drogenverbindung zu tun. [48]

Aber McCord verfügte 1963 nicht nur über Erfahrungen in gegen Castro gerichtete Aktivitäten, er gehörte auch zum nationalen Notfallplanungsstab, der später eine wichtige Rolle im Hintergrund der Iran-Contra-Affäre und des 11. September spielen sollte. McCord war Angehöriger einer kleinen  Reservisteneinheit der Luftwaffe in Washington, die dem Büro für Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr (OEP) angeschlossen war und »Listen von Radikalen erstellen und Notfallpläne für eine Zensur der Nachrichtenmedien und der amerikanischen Post in Kriegszeiten« ausarbeiten sollte. [49] Seine Einheit gehörte zum Programm für Informationssicherheit in Kriegszeiten (WISP), das für die Aktivierung von »Notfallplänen für die Errichtung einer Zensur der Presse, des Postverkehrs und der gesamten Telekommunikation (einschließlich der Kommunikation der Regierung) in Kriegszeiten [und] für die Sicherungsverwahrung von zivilen ›Sicherheitsrisiken‹, die gegebenenfalls in Militär-›Lagern‹ untergebracht werden sollten« verantwortlich war. [50] Diese Pläne wurden mit anderen Worten in den1980er-Jahren als das Doomsday-Projekt, den Planungen zur »Gewährleistung der Handlungsfähigkeit der Regierung« (COG), bekannt, an denen Dick Cheney und Donald Rumsfeld 20 Jahre lang vor den Ereignissen des 11. September gemeinsam arbeiteten.

 
Anmerkungen/Endnoten:
 
* Unter »deep events« (hier als »tiefgreifende Ereignisse« oder »Tiefenereignisse« übersetzt) versteht Peter Dale Scott nach eigenen Angaben »die traumatischen und unerwarteten Episoden, die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verändern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ›tiefgreifenden Ereignisse‹ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens führt.« (»The Assassinations of the 1960s as ›Deep Events‹«, 17. Oktober 2008)
 
[22] 9/11 Commission Report, S. 259, 271; Lawrence Wright, The Looming Tower: Al-Qaeda and the Road to 9/11, New York, 2006, S. 352–354 (FBI-Mitarbeiter).
[23] James Bamford, A Pretext for War: 9/11, Iraq, and the Abuse of America’s Intelligence Agencies, New York, 2004, S. 224. Zu einer ausführlicheren Darstellung der Zurückhaltung von Hinweisen durch die CIA vor dem 11. September siehe: Fenton, Disconnecting the Dots; Rory O’Connor und Ray Nowosielski, »Insiders Voice Doubts about CIA’s 9/11 Story«, in: Salon, 14, Oktober 2011.
[24] Fenton, Disconnecting the Dots, S. 7–12, 142–147 ff.
[25] Scott, American War Machine, S. 203.
[26] Fenton, Disconnecting the Dots, S. 371, siehe auch: S. 95. Unabhängig davon erhob der frühere Leiter der Antiterrorabteilung des Weißen Hauses, Richard Clarke, den Vorwurf, »in der CIA war auf hoher Ebene die Entscheidung getroffen worden, die Mitarbeitern anzuweisen, keine Informationen weiterzugeben«. (Rory O’Connor und Ray Nowosielski, »Insiders Voice Doubts about CIA’s 9/11 Story«, in: Salon, 14, Oktober 2011).
[27] Coll, a. a. O., S. 67–69.
[28] Fenton, Disconnecting the Dots, S. 107–108.
[29] James Bamford, Body of Secrets, S. 201; siehe dazu auch: Fredrik Logevall, Choosing War: The Lost Chance for Peace and the Escalation of War in Vietnam, Berkele, 1999, S. 200, dort Zitat aus: John Prados, The Hidden History of the Vietnam War, Chicago, 1995, S. 51.
[30] Courses of Action Related to Cuba (Case II), Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1. Mai  1963, JCS 2304/189, NARA #202-10002-10018.
[31] Peter Dale Scott, Deep Politics and the Death of JFK, S. 280.
[32] Public Law 90-331 (18 U.S.C. 3056); Erörterungen dazu in: Peter Dale Scott, Paul L. Hoch und Russell Stetler, The Assassinations: Dallas and Beyond, New York, 1976, S. 443–446.
[33] Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes wurden dem Geheimdienst zugeteilt, und zu dieser Zeit wurde ihre Zahl erheblich aufgestockt. Die Zeitung Washington Star erklärte später dazu, der »massive Ausbau der Informationssammlung [durch die Armee] … erfolgte erst nach der Ermordung von Pfarrer Martin Luther King«. (Washington Star, 6. Dezember 1970; nachgedruckt in: Federal Data Banks Hearings, S. 1728).
[34] George O’Toole, The Private Sector, New York, 1978, S. 145, zitiert nach: Scott, Deep Politics and the Death of JFK, S. 278–279.
[35] Scott, Road to 9/11, S. 52–53.
[36] Scott, The Road to 9/11, S. 53–54.
[37] Scott, The Road to 9/11, S. 50–64.
[38] Peter Dale Scott, »Northwards without North«, in: Social Justice, Sommer 1989. Überarbeitete Veröffentlichung als »North, Iran-Contra, and the Doomsday Project: The Original Congressional Cover Up of Continuity-of-Government Planning«, in: Asia-Pacific Journal: Japan Focus, 21. Februar 2011.
[39] Scott, The Road to 9/11, S. 132.
[40] Jonathan Marshall, Peter Dale Scott und Jane Hunter, The Iran-Contra Connection, 13 (Contras); Richard Coll, Ghost Wars, S. 93–102 (Mudschaheddin).
[41] Richard Coll, Ghost Wars, S. 457–459 und S. 534–536.
[42] Nach Aussage des früheren stellvertretenden CIA-Direktors Vernon Walters waren nur »Hunt und McCord jemals CIA-Vollzeitbeschäftigte. Die anderen [darunter auch Sturgis] waren für einen kürzeren oder längeren Zeitraum als freiberufliche Mitarbeiter beschäftigt«. (Watergate-Hearings, S. 3427), vergleiche dazu auch: Marshall, Scott und Hunter, The Iran-Contra Connection, 45 (Kasino-Besitzer).
[43] Peter Dale Scott, »From Dallas to Watergate«, in: Ramparts, Dezember 1973; nachgedruckt in: Peter Dale Scott, Paul L. Hoch und Russell Stetler, The Assassinations: Dallas and Beyond, S. 356 und 363.
[44] Peter Dale Scott, Crime and Cover-Up, S. 20.
[45] Peter Dale Scott und Jonathan Marshall, Cocaine Politics, S. 25–32.
[46] Alexander Cockburn und Jeffrey St. Clair, Whiteout: The CIA, Drugs, and the Press, London, 1998, S. 308–309; Martha Honey, Hostile Acts: U.S. Policy in Costa Rica in the 1980s, Gainesville, 1994, S. 368 (Frigorificos).
[47] Tad Szulc, Compulsive Spy: The Strange Career of E. Howard Hunt, New York, 1974, S. 96–97.
[48] Scott, American War Machine, S. 51–54. Hunt war am Aufbau der später mit dem Drogenhandel verbundenen World Anti-Communist League (WACL) beteiligt. Artimes Hauptquartier in Costa Rica befand sich auf Grund und Boden, dessen Eigentümer der WACL-Ortsgruppe angehörten. (Scott und Marshall, Cocaine Politics, S. 87, 220)
[49] Woodward und Bernstein, All the President’s Men, New York, 1974, S. 23.
[50] Jim Hougan, Secret Agenda, New York, 1984, auf Seite 16 wird die Direktive 5230 vom 25. Juni 1965 des Verteidigungsministeriums zitiert, die am 21. Mai 1971 geändert wurde.