Montag, 24. Oktober 2011

FRANZ LISZT 200. GEBURTSTAG. (HELIODA1)

LISZT-JAHR 2011

Franz Liszt 1811 - 1886. Ein Europäer in Thüringen.

Liszts 200. Geburtstag wird das Land Thüringen mit seinem kulturellen Themenjahr 2011 "Franz Liszt. Ein Europäer in Thüringen" und etwa 200 Konzerten, Wettbewerben, Ausstellungen und Installationen feiern.

Der neben Johann Sebastian Bach herausragende Musiker dieser zentralen deutschen Kulturregion kam im Jahr 1848 nach über zehnjähriger Reisetätigkeit als in ganz Europa umjubelter Starvirtuose zu konzentrierter Arbeit hierher. Als phänomenaler Pianist, als Komponist und Dirigent, als Lehrer und Musikorganisator, als grandiose Persönlichkeit strahlte Liszt geografisch wie zeitlich weithin aus. Anknüpfend an das Erbe Beethovens, wie Goethes, Schillers und Herders, ließ er Weimar - das Zentrum seines Wirkens - in den 1850er Jahren zu einem Musikzentrum von europäischem Rang werden.

Das Thüringer Themenjahr 2011 möchte Liszts außerordentliche und höchste Maßstäbe setzende Leistungen aus heutiger Sicht angemessen würdigen und dadurch unsere Gegewart vielfältig bereichern.
Liszt hat uns viel zu sagen - hören wir ihm zu!

Das Themenjahr "Liszt 2011 in Thüringen" steht unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen, Frau Christine Lieberknecht, und des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Herrn Professor Dr. Jerzy Buzek.

Die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar nimmt federführende Aufgaben in der Organisation und Konzeption des Themenjahres wahr.
Die besondere internationale Bedeutung des Themenjahres symbolisiert darüber hinaus das Ehrenkomitee.


200. Liszt-Geburtstag: Gedenkfeier mit Ur-Urenkelin Nike Wagner
Auch Ur-Urenkelin Nike Wagner ehrte ihren berühmten Vorfahren mit einem Blumenbukett. Zum Auftakt des 200. Geburtstages von Franz Liszt hatte sich die Festgemeinde zu einer kleinen Gedenkfeier am Liszt-Denkmal im Ilmpark versammelt. Foto: Maik Schuck
Selbst Google huldigte dem großen Komponisten am Samstag in der tagesaktuellen Suchmaske: Der seinerzeit berühmteste Klaviervirtuose griff dort beherzt in die Tasten seines Flügels. "Weimar strahlt aus", durfte Kultusminister Christoph Matschie beim Gedenken am Liszt-Denkmal im Park an der Ilm konstatieren.
Weimar. Zu seinem 200. Geburtstag lag Franz Liszt die ganze Welt zu Füßen, vor allem in Weimar. Trotz frostiger Frühtemperaturen hatte sich eine überraschend große Zahl an Lisztianern am Liszt-Denkmal versammelt. Einen Strauß dunkelroter langstieliger Rosen und weißer Lilien legte Ur-Urenkelin Nike Wagner zu Füßen des marmornen Standbildes nieder. Ein Hornquartett der Musikhochschule Franz Liszt musizierte den "Pilgerchor" aus Wagners "Tannhäuser" und "Weimars Volkslied" von Franz Liszt.
"Liszt lebt mit seiner Musik, vielleicht stärker als je zuvor in vielen Konzerten", hat das zu Ende gehende Liszt-Jahr mit seinen vielen Veranstaltungen nach Meinung von Kultusminister Christoph Matschie dem Interesse an Liszt neuen Schwung gegeben. Das stellte im Anschluss beim Festakt des Landes Thüringen im DNT auch Bundespräsident Christian Wulff fest. Liszt sei gewissermaßen ein Popstar gewesen, ein Europäer par exzellence kraft seiner Geburt und seiner Lebensstationen, lange bevor der Begriff zum Schlagwort wurde. Liszt war zumindest am Samstag in Weimar in aller Munde. Und das auch beim Jubiläumsdiner der Staatskanzlei mit einem bestens aufgelegten Bundespräsidenten Christian Wulff und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Grand Hotel Russischer Hof.
Dort wurde den Gästen, darunter auch Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach, Oberbürgermeister Stefan Wolf und alle Mitglieder des Kuratoriums, ein historisch belegtes Menü nach Originalrezepten serviert, wie es einst auch Liszt selbst gern gegessen hat: Als Vorspeise gab es Essenz von der Wachtel mit getrüffelten Grießklößchen, als Hauptspeise rosa gebratenen Kalbstafelspitz mit sautierten Steinpilzen, Wurzelgemüse und Kartoffelblini, zum Dessert wurde Geeistes vom Champagner mit Zwetschgenröster und Gelee vom Aromatique gereicht.


Festakt zum 200. Geburtstag von Franz Liszt in WeimarKleiner Wermutstropfen in der Feierstimmung: Maestro Kurt Masur konnte den Franz-Liszt-Ehrenpreis Weimar-Bayreuth am Samstagnachmittag im Stadtschloss leider nicht persönlich entgegennehmen. Den Ausklang des Liszt-Geburtstages gab ein fulminantes Festkonzert in der Weimarhalle. Pultstar Christian Thielemann dirigierte ein eigens zu diesem Anlass zusammengestelltes Projektorchester. Noch bis zum 31. Oktober rundet eine Vielzahl von Veranstaltungen das Thüringer Themenjahr ab.

Liszts "Fliegende Partituren" werden nach dem Jubiläumsjahr auch in Weimarer Gärten "flattern" (unsere Zeitung berichtete): Bis auf zwei Exemplare haben sämtliche Notenblätter, die seit März in einer Installation vor dem Liszt-Haus im Park für Aufsehen sorgten, bei der "Bestellung vom Baum" am Samstag neue Besitzer gefunden. Die Interessenten waren gleich zu Beginn der Aktion vor Ort und suchten sich ein Notenblatt ihrer Wahl aus. Verkauft wurden insgesamt sieben der angebotenen Blätterskulpturen an Weimarer Bürger, wobei die kleineren Größen besonders gefragt waren. Zwei der Käufer erwarben sogar jeweils zwei Skulpturen für den eigenen "Dekorationsbedarf", teilte Projektleiterin Maxie Götze vom Bauhaus Transferzentrum Design mit.
Natürlich war auch für jegliche Fragen und Informationen zur Installation selbst noch Platz eingeräumt, und Florence von der Weth erteilte gern Auskunft. "Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Aktion und freuen uns, dass eine Vielzahl der charakteristischen Notenblätter ein neues Zuhause gefunden hat", betont Maxie Götze. Wer am Samstag aus Zeitgründen nicht an der Aktion teilnehmen konnte, muss nicht traurig sein: Zwei Blätter sind noch zu erwerben, die allerdings sind mit 1,35 x 1,75 Meter beziehungsweise 1,73 x 2,25 Meter von stattlicher Größe. Interessenten können sich per E-Mail wenden an: goetze@btd-weimar.de.