Donnerstag, 22. September 2011

DgM-001 VON 101. (HELIODA1)


D Crash Titel


MENSCHENKENNTNIS


CARL HUTER (1861-1912)


durch Körper-, Kopf- und Gesichtsausdruckskunde


PGS Link www.chza.de


CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV


Medical-Manager Wolfgang Timm


www.chza.de


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The “German Empire”



The documents of capitulation of the German War Might of the 7th of May in 1945 and of the 9th of May in 1945 finished indeed the struggles, but not the existence of the German Empire. The government of the empire became arrested on the 23rd of May in 1945. A peace treaty was not signed, neither with the FRG nor with the former GDR, and is lacking until today.


The Federal Constitution Court in Karlsruhe (President Prof. Dr. Jutta Limbach) decided on 31st of July in 1973 [BVerfGE Bd. 36, 1-37 (LT1-9) BGBl I 1973, 1058] and on the 21st of October in 1987 [Bd.77, S.137,150,154,160,167] unanimous and how intended, that the German Empire in 1945 not perished but continued.


Page 15 to 16: … “The Grundgesetz (Basic Law) — not only a thesis of the International Law and of the State Law sees that the German Empire outlasted the breakdown of 1945 and neither perished by the capitulation nor by the exertion of foreign state power in Germany by the allied occupation mights nor perished later; this is to recognize from the preamble, from article 16,article 23, article 116 and article 146 of the Basic Law. This corresponds to the jurisdiction of the Federal Constitution Court in which the senat persists. …


The German Empire (see e.g. BVerfG, 1956-08-17, 1 BvB 2/51, BVerfGE 2, 266 (277); 3,288 (319f); 5,85 (126); 6,309, 336, 363) owns still competence in law, but is as whole state not able to act by itself because of lacking organization, especially because of lacking institutionalized organs … the responsibility for „Germany as whole thing” (= German Empire) have — even — the four mights. The Federal Republic of Germany is in this way not “successor in law” of the German Empire, but identical as state with the state of the “German Empire”, — under reference to its territorial expanse only “partially identical”, so that insofar the identity demands no exclusivity. The Federal Republic of Germany includes in this way, concerning its state people and its state territory, not the whole Germany regardless of that it recognizes a consistent state people of the subject of the International Law “Germany” (German Empire) … and a consistent state territory „Germany” (German Empire) … It (= Federal Republic of Germany) limits its sovereignty in legal terms of state to the field of application of the Basic Law.


“The Federal Republic of Germany agrees the statement of the four mights and emphasizes that the in this statement mentioned incidents and circumstances will not occure, what means, that a peace treaty or a peace regulation is not intended“. Protocol of the Bureau of the Federal Chancellor in negotiations of the 17th of July on 1990 in Paris, appendix No. 354 B.


(furthermore dissertation of Dr. Michael Rensmann, occupation law in the re-united Germany)


Form Geist




EXTRA LIFE INTELLIGENCE TRANS ENERGY


PSYCHOLOGIE UND MEDIZIN DER ZUKUNFT


HARMONIE MENSCHEN


Der Menschenkenner und die neue Zeit


nach Carl Huters Psycho-Physiognomik


© 1932 Nr. 1


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Die neue Staatsform!


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Wir leben in einer sehr unruhigen Zeit. Alle Welt sehnt sich heraus und jeder möchte wieder in ruhige, gute und glückliche Lebensverhältnisse.


HARMONIE MENSCHEN


Vor jeder Wahl, wenn das Beste versprochen wird, schöpft man neue Hoffnung - und nach der Wahl ist man enttäuscht, es bleibt meist alles beim Alten oder wird noch schlechter.


Wie ist das zu ändern, - und wann kann man mit Bestimmtheit damit rechnen, daß es nach einer Wahl besser wird?


Naturelle Rangordnung (DgM 12)


Wenn man endlich lernt, eine naturgemäße und vernünftige Ordnung im Staate walten zu lassen.


Welches ist die vernünftige Ordnung? Wer soll Führer sein?


Als einst im alten römischen Staat das Volk, die Plebejer sich empörten, da sandten die Patrizier den Volksfreund


Menenius Agrippa


zu ihnen. Er führte sie auf einen Berg und legte ihnen folgendes Gleichnis dar:


"Die Glieder des Leibes wollten den Magen nicht mehr dienen,


die Beine wollten nicht mehr laufen,


die Hände nicht mehr arbeiten,


der Kopf nicht mehr denken usw.,


weil sie glaubten, nur der Magen lasse es sich auf ihre Kosten wohl sein.


Aber siehe da, - als sie ihren Dienst einstellten, wurde nicht nur der Magen welk und schlaff, sondern auch sie selbst, der ganze Körper wurde kraft-, saftlos und lebensunfähig".


Die Plebejer erkannten, daß sie, um selbst leben zu können, wie die Glieder dem Magen, den höheren Ständen dienen mußten und kehrten in die Stadt und an ihre Arbeit zurück. -


Nun ist freilich heute keine Rede mehr von diesem halben oder ganzen Sklaventum, sondern die Frage muß heute so gestellt werden:


"Welche Führer hat eine Partei und ein Volk nötig, damit trotz vieler Parteien alle Menschen im Staate Arbeit haben und gut leben können?"


Wir werden sehen, daß dieses uralte Gleichnis noch einen tieferen naturwissenschftlichen Sinn hat, von dem allerdings Menenius Agrippa und die Menschen vergangener Zeiten noch nichts wußten.


Wie die Einzelteile des Leibes nach höchster Naturweisheit organisiert sind, daß sie sich gegenseitig ergänzen und einer ohne den anderen nicht lebensfähig ist, ähnlich so bildet auch die menschliche Gesellschaft eine innige Lebensgemeinschaft, deren Einzelglieder grundverschieden sind und die sich doch zur höchsten Harmonie zusammenschließen können, wenn sie die natürlichen Gesetze der Volks- und Gesellschaftsordnung erkennen und danach die Verhältnisse gestalten.


Naturelle Primär (DgM 12)


Die Hauptteile unseres Leibes, die sich so wunderbar ergänzen, daß alle wohl dabei fahren, sind der Kopf, der Rumpf und die Glieder, - ein Staatswesen im Kleinen.


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Was wollten die Glieder ohne die leitende Kraft des Geistes, die im Kopf ihr Organ hat?


Was wollte der Rumpf, wenn die von ihm bereiteten Lebensstoffe nicht von Kopf und Gliedern in lebendige Werte umgesetzt würden? -


Die Glieder des Staates, die Menschen um uns her können wir nun tatsächlich auch in Kopf-, Rumpf- und Gliedertypen scheiden, und - wenn das geschehen ist - zu einer großartigen Arbeits- und Lebensgemeinschaft nach naturgemäßer Ordnung zusammenschließen.


Naturelle Primär


Carl Huter (gest. 1912) der bahnbrechende Natur- und Lebensforscher, hat uns diese im Grunde höchst einfache und doch so wichtige, weittragende klare Erkenntnis dieser Haupttypen unter den Menschen vermittelt. Er unterscheidet:ku1935neueheilmeth31anaterna-kopie.jpg


1. das Ruh- und Ernährungs-Naturell (Bild 3), den Rumpftypus,


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2. das Tat- und Bewegungs-Naturell (Bild 4), den Gliedertypus, und


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3. das Denk- und Empfindungs-Naturell (Bild 5), den Kopftypus, Nerven- und Gehirnmenschen.


Jeder dieser Typen ist gemäß seiner bevorzugten Körperanlage auch stark einseitig in seiner Lebensbetätigung und seinen Neigungen.


Das Ruh- und Ernährungs-Naturell ist der dicke, volle, breite, runde, gewichtige und korpulente Typus. Es ist das wirtschaftliche Talent.


Unter seiner Leitung und Führung tritt Sparsamkeit, Ruhe und Vernunft im praktischen Wirtschaftsleben ein. Er sorgt zuerst für sich und dann für andere, aber er huldigt dem Grundsatz: "wer arbeitet, soll auch essen und ein halbwegs gutes Leben haben." Er ist seßhaft, konservativ und sucht das Bestehende zu erhalten.


Alle höheren Lebensfragen treten unter seiner Führung zurück. Er vermeidet Aufregung, - Krieg, Revolution und starke Veränderung, - er will seine Ruhe haben, alles muß beim Alten bleiben.


Das Tat- und Bewegungs-Naturell hat das lange, hagere Gesicht, den kräftigen, muskulösen Körperbau. Der Blick ist fest, real und nüchtern und bekundet die auf die Realitäten eingestellte Geistesrichtung und eine unbeugsame Willensanspannung. Es hat eine Natur wie von Eisen, die nicht biegt und nicht bricht.


Diese Tatmenschen neigen zu Freiheit und Unabhängigkeit, zu Entschlossenheit und kühler nüchterner Berechnung. Sie führen große Pläne und Ideen durch, gehen aktiv vor und verschaffen sich und ihrer Sache Geltung. Sie sind konservativ herrschend, aber fortschrittlich revolutionär.


Das Denk- und Empfindungs-Naturell, (Bild 5), gehört zu den idealen Menschennaturen. Es ist der verfeinerte, zarte Formtypus.


Es ist leistungsfähig in geistiger Arbeit, religiöser Hingabe oder verfeinerter gewerblicher Tätigkeit. Es ist schutzbedürftig, hat die schwache Tatkraft und den mangelnden praktischen Sinn. Es nimmt die materiellen Interessen zu wenig wahr.


Als Volksführer überwiegen bei ihm die Ideen zu stark, die sich oft nicht verwirklichen lassen. Aber er hat Mitleid und große Hilfsbereitschaft für alles was lebt. Er opfert sich auf für seine Ideale.


Naturelle Sekundär


Das Bewegungs- und Empfindungs-Naturell (Bild 6) ist ein sekundärer Zwischentypus. Die Organsysteme der Bewegung und Empfindung sind gleich stark entwickelt, die Ernährung tritt mit geschwächter Kraft und Neigungsanlage zurück.


NATURELL SEKUNDÄR Bewegung-Empfindung (DgM 69)


Es sind die großen und schlanken Menschen. Sie sind für Fortschritt und Wissenschaft, Technik und Verkehr, Heer, und Flugwesen, Kunst, Pädagogik, Theater, Film, Literatur usw.


In ihrem jeweiligen Fach sind sie äußerst tüchtig, sie sollen aber unter harmonischer Oberleitung stehen, - denn sie schwanken wie die beiden folgenden sekundären Mischtypen zwischen den Polen der Harmonie und Disharmonie.


Naturell Sekundär Berufe


Naturell sekundär Ernährung Empfindung (DgM 69)


Das Empfindungs- und Ernährungs-Naturell (Bild 7) ist ähnlich wie das Ernährungs-Naturell. Aber sein Dicksein ist anders als das des Grundtypus. Es hat die vollen, weichen Formen, aber das Gewebe ist zarter, heller, weicher, lichter, von Geist und Empfinden stärker durchstrahlt. Es verbindet das Sozial-Ethische mit dem Wirtschaftlich-Praktischen. Tüchtig in Büro und Verwaltung, dort, wo kommunale, fürsorgliche, kulturelle und staatliche Interessen vertreten werden. Auch dieser Typus soll unter harmonischer Leitung beratende Stimme im Staatswesen haben.


Das Bewegungs- und Ernährungs-Naturell (Bild 8) ist der erfolgreiche praktische Geschäftsmann, Handwerker, Unternehmer, Landwirt, Parteiführer, Fabrikant, erfolgreich in Genossenschaften, Aktien-Gesellschaften, Trusten, politischen, wirtschaftlichen und technischen Vereinigungen. Es ist der Typus unserer Zeit.


Naturelle Sekundär


Die Empfindungsanlage tritt geschwächt zurück; er macht sich darum wenig Skrupel, dreht die Fahne nach dem Wind, setzt seine Sonderinteressen durch, ohne Rücksicht darauf, wie es den andern Menschen, die er in seinen Dienst spannt, ergeht. Unter seiner Herrschaft nimmt die Staatsform leicht eine dem Menschenglück feindliche Richtung an.


Naturell disharmonisich und Naturell Verbrecher


Das disharmonische Naturell (Bild 9) hat die ungünstige organische Veranlagung, unschöne, eckige, plumpe, zu harte oder zu weiche oder unregelmäßige Körper-, Kopf-, Gesichtsformen und Proportionen.


Im Charakter und Seelenleben unausgeglichen, zerfahren, zu hart oder zu weich, die gute Harmonie störend, Zersplitterung (die Nationaltugend unserer Nation) herbeiführend.


Neigung zu Spott, ungerechter Kritik, Herabsetzung alles Guten.


Es ist überall zu finden, macht sich rücksichtslos mit beiden Ellenbogen Platz, verspricht goldene Berge... um Gottes willen - wählt nicht diesen Typus! Unter seiner Leitung wird das ganze Staatswesen disharmonisch.


Das Verbrecher-Naturell, Bild 10 kommt zeitweise zur Herrschaft. Erinnert sei an den grausamen Tyrannen Nero, dem Blutzaren Ivan den Schrecklichen, die Inquisitoren und Hexenrichter, den Vokstribun Marat, usw.


Kann wie ein Fürst und Heiliger, Wohltäter und Volksfreund auftreten. Bringt Not, Elend und Tragik ohne Ende. -


Nun betrachte der Leser auf der ersten Seite Bild 1 und 2. Es ist das


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ideale und das harmonische Naturell.


Das ideale Naturell hat eine wunderbare Körper-, Nerven-, Gehirn- und Geistes-Organisation.


In die Augen fällt der vollendete Gehirnbau, das kleine und doch außerordentlich fein proportionierte Gesicht.


Dieser Mensche kann nicht anders als weise, edel, groß, gerecht und gütig handeln.


In ihm sind alle menschlichen Tugenden lebendig verkörpert.


Es kann kein Unrecht tun.


Diese idealen Naturelle, die es im Volke gibt, wenn sie auch heute noch selten sind, zu obersten Führern der Völker erwählt, würden in kurzer Zeit die Erde zu einem freundlichen Arbeitsfeld für alle Menschen gestalten.


das polare harmonische Naturell trägt in sich die harmonische Vereinigung der unter 3, 4 und 5 beschriebenen drei primären Grundformen.


Dieser Mensch ist von vielseitiger Leistungsfähigkeit. Alle Körper-, Kopf- und Gesichtsformen sind sehr schön und wohl proportioniert.


Naturell Polar


Er hat das ausgeglichene Tat-, Geistes- und Gemütsleben.


Er ist der geborene Volksführer


der Typus.


in dessen Hände die Leitung


und Führung all überall zu legen ist.


NATURELL POLAR FRONTAL SEITLICH



Zufall, Schicksal oder Vorsehung.


Die Konferenz in Lausanne.


Betrachten wir das untenstehende Bildnis des Reichskanzlers, Herrn v. Papen, so haben wir den Eindruck, daß in der Grundanlage das


Tat- und Bewegungs-Naturell


vorherrscht. Das gibt die schlanke und doch kräftige, muskulöse, starke und doch sehnig, elastisch und leicht gebaute Körpergestalt zu erkennen. Der Leibumfang ist nur ganz mäßig stark, stärker jedoch ist der Brust- und Schulterumfang. Seiner Anlage nach hat daher der Reichskanzler die Neigung, die Ruhe und Bequemlichkeit, Essen und Trinken, die Lebensannehmlichkeit, die Wahrnehmung der materiellen, persönlichen Interessen zurückzustellen, und dafür die Tat- und Bewegung, die Arbeit, die Kraft- und Energieentfaltung in erster Linie zu betätigen.


Wie ein einfacher Mann, der gewohnt ist weite Wege zu machen, hat er den Stock über den Arm gehängt, ganz frei und ohne Zier sitzt der Hut bei schlichter, obwohl eleganter Kleidung.


Das sagt uns, daß der Reichskanzler wohl bestens die äußere Form wahrt, aber daneben mindestens ebenso stark die individuelle Freiheit der Persönlichkeit und die Entschlußfähigkeit nach eigener innerer Erkenntnis. Er ist seinem innern Wesen nach einfach und schlicht. Er ist elastisch und anpassungsfähig, er nimmt im Moment viel auf seine Schulter, - geistig symbolisch gedacht -, die Schulter ist leicht gebeugt.


Über seinen Grundtypus hinaus hat der Reichskanzler ein starkes und vertieftes Empfindungsleben, ein inneres Wahrheits- und Gerechtigkeitsstreben, das dem Bewegungs-Naturell sonst selten eigen ist.


Damit verbindet sich ein warmes, offenes und ehrliches Wesen, ein wunderbares Sprachgefühl, das die Sicherheit im Gebrauch fremder Sprachen gibt, was unbedingt bei jedem hochgebildeten Franzosen und Engländer die größe Sympathie im persönlichen Umgang ewecken muß.


Bei dieser objektiven Betrachtung scheidet alle Parteipolitik aus und nur die wissenschaftlichen Tatsachen haben das Wort.


Betrachten wir die Gestalt des französischen Ministerpräsidenten Herriot, so sehen wir, daß die Grundanlage die des


Ruh- und Ernährungs-Naturells


ist. Daher ist Herriot seiner Anlage nach durchaus bestrebt, das Bestehende zu erhalten, kurz gesagt ein Friedensfreund. Er ist in wirtschaftlichen Dingen ein Talent, mit einer in entsprechenden Entscheidungen angeborenen praktischen Vernunft.


Wir sehen recht deutlich, daß die Gestalt, der Körperbau, korpulent und gedrungen ist. Das Ruh- und Ernährungsleben ist also sehr stark betont, das Tat- und Bewegungsleben tritt demgegenüber zurück.


Daher ist auch der Leibumfang stark, größer wie der Brustumfang. Der Hals ist kurz und dick, die Arme, Beine, Hände und Finger sind kurz und dick, der Rumpf herrscht vor, das Gesicht zeigt volle, weiche, fleischige Formen.


Betrachten wir, wie Herriot ganz ungezwungen und bequem, leger steht, eine große Tasche in der rechten Hand hält und mit der linken die weichen Gewebe unter dem Kinn stützt, wo das Tat- und teils Ernährungsleben seine Pole hat, dabei nachdenklich und aufmerksam beobachtet, so haben wir ganz die charakteristischen Haltung des beschriebenen Typus.


Das Bild erinnert etwas an den guten Onkel Bräsig, der im Ernährungsnaturell lag, den der humorvolle Dichter Fritz Reuter, im gleichen Naturell liegend, so vorzüglich schilderte.


Ueber diese Grundanlage des Ruh- und Ernährungs-Naturells hinaus hat Herriot eine sehr gute Proportion in den Körper- und Gesichtsformen, ebenfalls den warmen Gewebs- und Formton.


Außerdem besitzt er einen ausgesprochenen Sinn für die Harmonie in der Sprache usw.


Die dritte Hauptperson der Konferenz war Mac Donald. Die Leser werden seine Gestalt kennen, er liegt ebenfalls dem Grundtypus nach im Bewegungs-Naturell.


Allerdings besteht daneben eine wiederum noch anders liegende Hauptrichtung. Davon abgesehen hat auch dieser hervorragende Staatsmann den warmen Gewebston. (Wie es scheint tritt jedoch das cholerische Temperament stärker hervor.)


Alle drei Staatsmänner sind im Prinzip neben ihrer Grundanlage warme menschliche Naturen.


Was aber am meisten verdutzt, ja geradezu fesselt und in Erstaunen setzt, das ist der Dreiklang, in welchem diese drei Personen nach der Naturell-Harmonielehre stehen, daß sie sich naturgesetzlich gegenseitig so beeinflussen, daß die Konferenz so enden mußte, wie sie endete. Daß durch sie der Grundstock gelegt ist, daß ein vernünftiger Wiederaufbau des Wirtschaftslebens der Völker danach tatsächlich erfolgen könnte.


Das wäre aller menschlichen Berechnung nach möglich, wenn diese drei Staatsmänner weiter im angefangenen Sinne zusammenarbeiten könnten.


Die ganze große Weltpresse hat das Ende der Konferenz im guten Sinne ausgelegt und als einen großen Erfolg Deutschlands und der Welt betrachtet.


Der Papast in Rom hat zum Ausdruck gebracht, daß sie der erste Sonnenstrahl sei, der durch dunkle Wolken bricht und das Morgenrot eines Wiederaufbaues ankündigen kann, wofür wir Gott danken sollen.


Selbst der "Vorwärts", Berlin, schrieb, daß er objektiv das Ergebnis der Konferenz würdigen wolle, d.h. gerecht, ohne Rücksicht auf den Parteistandpunkt.


Sehen wir also davon ab, wie im Streit der Meinungen das Ergebnis beurteilt wird, so bleibt die Tatsache bestehen, daß sowohl Herr v. Papen wie auch Herriot


erst kurz vor der Konferenz


ihre hohen Aemter erhielten.


Wären die vorhergehenden Staatsmänner noch am Ruder gewesen, Brüning und Laval, so wäre es aller menschlichen Berechnung nach eine Unmöglichkeit gewesen (unbeschadet der Tüchtigkeit der Personen), daß die Konferenz das gleiche Ende genommen hätte.


Ist nun die Zusammenstellung der Personen im rechten Augenblick ein Zufall gewesen? Dann braucht man weiter nicht mehr darüber zu reden und die Sache ist abgetan.


Stellt man sich aber auf den Standpunkt, es gibt keinen Zufall und alles spielt sich mehr oder weniger gesetzmäßig in der Natur ab, oder glaubt man an unbekannte Energien in der Natur, beispielsweise an eine göttliche Vorsehung, welche die Geschicke der Völker leitet, dann ergibt sich die


erstaunliche Tatsache,


daß nach uns bekannten Naturprinzipien, (d.h. nach den Gesetzen der Harmonie und Ergänzung unter den menschlichen Haupttypen) zur rechten Zeit die Personen an maßgeblichen Stellen erscheinen, daß das kommen konnte, was eingetreten ist.


Danach erscheint Lausanne wie ein


"Menetekel",


auf daß Vernunft nun mehr noch die Oberhand gewinnen könne. Entweder so oder so, -als würden sich hier die Wege trennen, von denen der eine bergauf führt zu sonnigen Höhen, der andere bergab durch ein finsteres Tal, d.h. durch Leid und Tragik hindurch, ehe er wieder aufwärtsstrebt.




Der Eisenbahnattentäter Matuschka.


Dieser Mensch hat den Juristen und Psychologen das größte Rätsel aufgegeben, und bis heute kann man sein Wesen noch nicht klar übersehen.


Das ist auch nur letzten Endes auf Grund der Menschenkenntnis möglich.


Die Tatsache steht fest, Matuschka ist ein furchtbarer Verbrecher, anderseits aber auch ein zärtlich besorgter Gatte und Vater, ein beliebter, freundlicher Mensch, der viel betet und kirchlich religiös ist, der heimlich sexuell ausschweifend lebt, der Erfindungen und Arbeiten machen möchte, die gute Zwecke erfüllen, usw.


Kein Wunder, diese Gegensätze einer menschlichen Natur sind nach den Grundsätzen der heute maßgebenden Kriminalistik und Psychologie nicht restlos zu erklären und zu verstehen.


Vom Standpunkt der Menschenkenntnis ist das Rätsel dieses Menschen gelöst und vollkommen klar zu übersehen. Das wäre dem Leser noch viel leichter zu zeigen, wenn wir technisch erstklassige Bilder zur Verfügung hätten. So müssen wir uns mit dem hier wiedergegebenen Bild behelfen. Aber trotzdem, an der Hand desselben erkennen wir den Menschen.


1. Betrachtet man die Entfernung des Schädels vom Ohrloch bis zum mittleren Oberhaupt, so sieht man sofort, daß der Schädel- und Gehirnbau sehr hoch ist, aber oben von der oberen Stirn zum oberen Hinterhaupt zu kurz und unten an der Gehirnbasis (die Horizontale von der Nasenwuzel zum mittleren Hinterhaupt) lang.


Das ist das sichere Merkmal, daß der Mensch sehr starke religiöse, gefühl- und moralbetonte Anlagen besitzt.


Diese Tatsache steht durch die Form des Kopfes fest und so versteht man, daß dieser Mensch die erwähnten guten menschlichen Eigenschaften äußert und betätigte.


2. Das Ohr (welches physiognomisch den innersten Adel der Seele zeigt) ist hier teils (im oberen Rand) gut geformt, teils im inneren Bau verformt, (wohl weich, daher war er freundlich) aber doch in der Gesamtform wie ein Verbrecherohr. Es ist zu groß und schräg dem Kinn zu, - also dem Tatleben zu - angesetzt.


Das gibt natürlich sofort zu denken und zeigt, daß im Untergrund ein abnormes Seelenleben vorliegt.


(Nun beachte man, die Frau des Matuschka ist hochstehend, sie ist eine gute Frau, sie hat in ihm jahrelang alles Gute geweckt. - Trotzdem kommt der Verbrecher zum Durchbruch, als den ihn das Bild auch vollständig zu erkennen gibt.)


3. Dort, etwas vor und oberhalb des Ohres, wo der Gelderwerbssinn liegt, ist eine schwere abnorme konvexe Plastik, und gleich darunter fällt die Schläfe konkav ein, ein Zeichen, daß die Gehirnsäfte teils eingetrocknet sind und nicht genügen, das große Gehirn richtig zu ernähren. Infolgedessen stockt die normale Gehirnstätigkeit und ist dem starken Wechsel unterworfen. Daher das halb wahnsinnige, kaum zu verstehende Gebahren dieses Menschen.


4. Die Kinnbackenpartie ist übergroß. Darin kommt eine furchtbare geheime Brutalität zum Ausdruck, die Eisen und Brücken zerreißt und keine größere Freude kennt, als die Stücke fliegen zu sehen.


5. Dabei hebt sich spitz etwas nach oben gehend die Nase hervor. Der unterste Teil derselben, wo das Geschlechtsleben sich zeigt, ist im Gewebe verschwollen, (Geschlechtskrankheit), die Entfernung von der Nasenspitze bis zum Kinn, das hart vorspringt, ist proportional zu groß, auf Härte und Kälte deutend und vielfach Verbrechern eigen, und dazwischen liegt ein hart geschnittener Mund, schauerlich im Ausdruck, wie gefühlsirre, idiotenhaft, teils an einen alten, verlebten Mann erinnernd. Das zeigt deutlich die sexuelle Entartung und schwerste Disharmonie. (Ein normal guter, weicher Mundschnitt zeigt normal gute menschliche Gefühle).


6. Der Zug des mittleren Nasendaches, wo das Empfinden sich zeigt, ist stark, fast schön, aber hart. Er lebt also bei schwerster Disharmonie und sexueller Entartung in schönen Gefühlen, hochfliegenden Ideen und Vorspiegelungen, die Welt zu erlösen, berühmt zu werden, Gutes zu tun usw. Das ist das Rätsel Matuschka.


7. Betrachtet man im Verhältnis zu den schweren Formen des Untergesichts das Auge und die Größe des Auges, so bleibt fast nur ein Punkt mit schwachen, halb verkümmerten Augenlidern. Dieses Merkmal gibt Aufschluß darüber, daß die Geisteskraft halb wie erloschen ist, moralisch verkümmert, sich aber eisenhart auf einen Punkt verlegen kann.


8. Für den Leser schwerer zu erkennen ist die Verhärtung des Seitenhalsgewebes und die schwere Belastung unter dem Kinn. Aehnliches zeigt der unschöne Nacken.


Diese ungünstige Veränderung des Halsgewebes deutet auf schwere Belastung im sympathischen Nervensystem, was in Verbindung mit allen anderen Merkmalen zu Wahnvorstellungen und Verbrechen treibt.


Auch die Umrißlinie des Hinterhauptes, die das Tatleben zeigt, (man muß das vollentwickelte, in allen Teilen normal gut gebaute Hinterhaupt vergleichsweise sich vorstellen, um die Mängel zu erkennen) deutet auf Anlage zu schwerer Disharmonie.


Der Dauereindruck des Gesichts und Kopfes ist schauerlich, der des moralisch irren Verbrechers.


So löst sich das Rätsel dieses Menschen, aus der Form lernt man ihn erkennen, sein Wesen und seine Handlungen verstehen.


Nun wäre ja das Drama im ersten Teil zu Ende, Matuschka ist festgelegt und zu Kerker verurteilt, obwohl die Irrenanstalt der bessere Ort für ihn wäre, denn dorthin gehört er und nicht ins Zuchthaus. -


Die Frau des Matuschka


hat von dern Verbrechen ihres Manes nichts gewußt. Sie versuchte, als sie davon erfuhr, sich das Leben zu nehmen.


Man sollte nun annehmen, da alle Welt Matuschka verurteilt, sie, die Frau würde dasselbe tun und sich ebenfalls von ihm abwenden.


Das ist nicht der Fall.


Obwohl der Mann über sie und ihr Kind das größte Leid gebracht hat, ist die Frau überzeugt, daß Matuschka im irren Wahn die Verbrechen beging, worin sie zweifellos, wie wir gesehen haben, recht hat und sie will alles tun und opfern, damit er aus dem Kerker heraus in die Irrenanstalt kommt.


Hier offenbart sich eine große Frauennatur.


Obwohl alle den Stab über Matuschka gebrochen haben und das erste Urteil besprochen ist, will sie, die Frau, ihm helfen, seine Lage verbessern und ihn womöglich vor einer späteren Hinrichtung bewahren.


Die Frau hat schwer gelitten und schweres durchgemacht. Die Tragik steht ihr im Gesicht geschrieben, - und doch ist ihr Erbarmen und ihr Mitleid mit dem Manne, der das alles verschuldet hat, riesengroß. Sie ist durch das Leid zu einer großen Selbstüberwindung gekommen und innerlich zu einer Heldin emporgewachsen.


Um ihretwillen wäre zu wünschen, daß Matuschka, der ja ein moralisch Irrer und im Nervensystem und Gehirn schwer belasteter Mensch ist, dauernd in einer Irrenanstalt Aufnahme fände. So liegen auch hier die schroffsten Gegensätze, die Höhen und Tiefen dicht beieinander.


DgM 002 MK Unterricht


Für den Inhalt verantwortlich: B. v. Thurn, Schwaig bei Nürnberg


Druck: Graphische Kunstanstalt Zerreiss & Co., Nürnberg


Schweizer Huterfreunde


Neu-Herausgeber: Medical-Manager Wolfgang Timm.


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