Samstag, 9. Oktober 2010

ZUM GEBURTSTAG VON CARL HUTER SEIN ORIGINAL-MANUSKRIPT: HEILWISSEN - ZUR SCHULMEDIZIN. DAS PSYCHO-PHYSIOGNOMISCHE GRUNDGESETZ (HELIODA1)






Comment by Medical-Manager W. Timm, Husum: VON KIEL STARTETE DIE VORTRAGSTÄTIGKEIT VOM PRIVATGELEHRTEN UND GROSSMEISTER IN TRADITION VON ALBRECHT DUERER (VIER BUECHER DER MENSCHLICHEN PROPORTION) UNSEREM BEGRÜNDER DER ORIGINAL-MENSCHENKENNTNIS & KALLISOPHIE, CARL HUTER - HEUTE SEIN GEBURTSTAG. HEUTE STARTETE AUCH EINE FÄHRE VON KIEL UND GERIET IN BRAND IN DER OSTSEE. ALLE GERETTET! MORGEN IST DER TODESTAG VOM ERMORDETEN MINISTERPRÄSIDENTEN UWE BARSCHEL, LANDESREGIERUNG SCHLESWIG-HOLSTEIN. KEIN INTERESSE AN AUFKLÄRUNG DES FALLES BARSCHELs - DER GRÖSSTE POLITIK-SKANDAL IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND!




Meine
Stellung zur Schulmedizin,

Homöopathie,
Bio-Chemie und Naturheilkunde
und die festen

Gesichtspunkte
einer neuen Heilwissenschaft

von
Dir. Carl Huter
Besitzer des Sanatoriums für psycho-physiologisches Naturheilverfahren
zu Detmold,
ehemals Leiter erster Kur- und Heilanstalten in Hannover


Erste Auflage.


Verlag von Wilh. Besser.
Leipzig 1898

Bearbeitung by Medical-Manager Wolfgang Timm, Husum-Schobuell, Oktober 2010.

Meine Stellung zur Schulmedizin, Homöopathie, Bio-Chemie und Naturheilmethode und die Gesichtspunkte einer neuen Heilwissenschaft ist das Thema, worüber ich heute Abend sprechen will.

Verehrte Damen und Herren!
Das Thema des heutigen Abends ist so wichtiger Natur, daß ein Jeder, ob Reich oder Arm, Hoch oder Niedrig, Männer wie Frauen, Jung und Alt, ein nahes Interesse daran hat, gilt es doch über Dinge zu sprechen, wobei Leben und Gesundheit eines Jeden in Frage kommen. Leben und Gesundheit sind aber die höchsten irdischen Güter.
Wer lebt und gesund ist, ist reich, denn was nützt dem Reichen sein Reichtum, wenn er siech ist, was nützt dem Mächtigen ein Weltreich, wenn er sein Leben aushaucht. Was nützt uns Stand und Ehre, wenn wir elend und krank sind. Müssen wir daher nicht in erster Linie dafür sorgen, wie wir unser Leben erhalten und unsere Gesundheit stählen? - Viele glauben dies zu thun indem sie viel essen oder trinken, oder doch sehr gut, wie z.B. Weine, Braten, fette Gerichte u.s.w. genießen. Dies ist ein arger Irrthum, denn nicht das, was wir essen und trinken, stärkt und erhält, sondern das, was wir verdauen. Hierbei kommt es aber nicht allein auf das Was, sondern auch auf das Wie an. Es ist wichtig erstens zu wissen, welche Nährstoffe unser Körper braucht und zweitens in welchem Zustande, in welcher Zubereitung diese Nahrungsmittel genommen werden, kurz, die Freude, die Luft und der Geschmack wirken, vorausgesetzt daß sie unverdorben sind, sehr auf Gesundheit und Wohlbefinden ein. Daher kommt es, daß sogenannte Genußmittel, welche scheinbar gar keinen oder doch sehr wenig Nährgehalt enthalten, doch einen hohen gesundheitlichen Werth für uns haben können, wie z.B. Limonaden, Früchte, Thees, Liquere, Gewürze u.s.w.

Suchen wir nun zuerst den menschlichen Körper nach seiner stofflichen Beschaffenheit kennen zu lernen und dann die Stoffe, die er zu seiner Erhaltung gebraucht.
Nach PROFESSOR BOCK besteht der menschliche Körper aus 15 verschiedenen Grundelementen, als: Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Chlor, Fluor, Kiesel, Kalium, Natrium, Kalcium, Magnesium, Eisen und Mangan. Diese Grundstoffe geben das Material, woraus unser Körper, wenigstens nach seinen chemischen Bestandtheilen hin, aufgebaut ist.
Jeder dieser Stoffbestandteile befindet sich nur in einem gewissen Procentsatze in unserem Körper vor, sie sind also nicht gleichmäßig, sondern in sehr verschiedener Menge vorhanden.
So ist z.B. Sauerstoff zum weitaus größten Theile in uns vertreten, dann Wasserstoff, Stickstoff, Phosphor, Kalcium, Natrium, Kiesel u.s.w. Eisen und Schwefel ist nur in einen sehr geringen Maße in den Körperorganen vertheilt.
Wir bestehen, so unglaublich es klingen mag, in Thatsache viel mehr aus Luft und Wasser, wie aus erdigen Bestandtheilen. Nehmen wir z.B. einen Menschen an, der 150 Pfd. wiegt, so besteht er aus über 3/4 Theilen Wasser, also Wasserstoff und Sauerstoff, er würde demnach weit über 100 Pfd. Wasser enthalten. Da nun Wasser ein Gemisch ist von Wasserstoff und Sauerstoff, das sobald diese beiden Stoffe, die sich magnetisch zusammen halten, getrennt werden, in gasartigem Zustande auftreten, also zu Luft werden, so kann man behaupten, daß wir, da auch noch andere Stoffe in uns gasartiger Natur sind, wie z.B. Stickstoff, Chlor, Fluor zu 5/6 aus Luft bestehen, ja ich behaupte annähernd bis 6/7. Das dies so ist, beweist die Thatsache, daß, wenn der Körper verbrannt wird, wie bei der Feuerbestattung, von 150 Pfd. Körpergewicht kann 8 Pfd. zurückbleiben. Nehmen wir nun an, daß auch viele feste Stoffe in Rauch aufgegangen sind, so können wir höchstens bis zu 1/7 der Festtheile, also von 150 circa 21 Pfd. Festtheile rechnen.

Hieraus ergiebt sich aber die Lehre, daß wir erstens gar nicht so viel zu essen brauchen, als wie man gewöhnlich annimmt, und zweitens, daß es viel wichtiger ist, beim Essen auf die rechte Nahrung, als wie auf die Masse zu sehen, kurz, wenig und gut ist besser als viel und schlecht.
Das Gute ist nun aber nicht, wie oft angenommen wird, in den Materialien der Lebensmittel enthalten, die sich durch hohe Preise auszeichnen, nein, das Gute ist gewöhnlich in dem Einfachen, was meist auch das billigste ist, zu suchen. Daß die Menschen heutzutage wähnen, das billige, einfache Essen sei schlecht und greifen mit förmlicher Sucht nach den theuersten Lebensmitteln, das ist ein Irrwahn, der von der medizinischen Wissenschaft großgezogen ist, die im Vereine mit allerlei Machenschaften in Industrie und Handel den gesunden Sinn der Masse bethört hat, um ihr auf die feinste Weise das Geld aus der Tasche zu locken. Die Schulmedizin ist es, die die Menschen irregeführt hat in Bezug auf Auswahl der Lebensmittel bei Krankheiten. Raffinierte Intelligenz und wucherndes Kapital geht Hand in Hand, die Menschheit irre zu führen und auszubeuten, nicht zum Wohle, sondern zum Verderben von Gesundheit und Wohlstand, Glück und Frieden der Völker.
Dies klingt zwar hart, ändert aber nichts an den Thatsachen.
Sehen wir uns nun die Sache einmal näher an und greifen zunächst auf das Gebiet der Heilkunde über.
Die allgütige Mutter Natur hat dafür gesorgt, daß wir Organe mit bekommen haben, wodurch wir die Lebensmittel, wie wir sie brauchen, in der richtigen Weise aufnehmen und verdauen, oder richtig gesagt, für unsere Kraft und Gesundheit verwerthen.

Hand in Hand damit geht zugleich die Thätigkeit der Ausscheidungsorgane, welche alles Ueberflüssige und Unbrauchbare, was im Körper seine Aufgabe erfüllt hat, wieder zur Ausscheidung bringen. So ist z.B. die Lunge ein Aufnahmeorgan für das Lebensmittel, gute Luft ein Ausathmungsorgan für schlechte Gase.
Aehnlich verhält es sich mit der Haut, sie nimmt aus Luft und Wasser, ja selbst aus anderen Stoffen, eine gewisse Art von Erden, Kiesel, Salze, Sand, Moorschlamm u.s.w. werthvolle Nährstoffe in sich auf und scheidet durch stetige Ausdünstung oder Schweiß, schlechte Gase, Flüssigkeiten und andere Substanzen wieder aus.
Der Unterschied zwischen Lunge und Haut ist der, daß die Lunge mehr ein Aufnahme- oder Ernährungsorgan ist, die Haut mehr ein Abgabe- oder Ausscheidungsorgan. Die Organe, welche nun die eigentliche feste und flüssige Nahrung zu verarbeiten haben, sind anders geartet, wie Haut und Lunge, so ist z.B. der Magen das Aufnahmeorgan, denn für die flüssige Nahrung ist die Niere das Filtrier- und Verdauungs- und zugleich auch Ausscheidungsgefäß für Flüssigkeiten, diese giebt sie weiter an die Blase, von wo aus sie dann ihren Ausweg aus dem Körper nehmen.
Für die Verdauung der festen Nahrung ist besonders der Darm thätig, welcher von der Galle in Thätigkeit erhalten wird, die Galle wird in der Leber zubereitet. Für die Darmthätigkeit spielt also die Leber eine große Rolle. Der Darm ist dann aber auch weiter das Ausscheidungsorgan aller überflüssigen festeren Massen, die naturgemäß tagtäglich 1 bis 2 mal abgeschoben werden müssen.
Diesen ganzen Vorgang der Aufnahme von Lebensmitteln und der Ausscheidung von Ausscheidungsstoffen nennt man den Stoffwechsel.

Während des Stoffwechsels regeneriert und verjüngt sich der Körper mit jedem Tage neu; ja, mit jedem Lufthauch, mit jedem Schluck frischem Quellwasser, erquicken wir Leib und Seele, erfrischen wir unsere Glieder. Am Stoffwechsel nehmen alle Organe theil, aber nicht in gleichem Maße und in gleicher Schnelligkeit, - so regenerieren sich die Knochen bei einem Erwachsenen erst in ungefähr sieben Jahren; also alle sieben Jahre bauen sich die Knochen völlig neu auf und ist das Alte völlig verschwunden durch die stetige Ernährung und Ausscheidung, wie dies beim Stoffwechsel vor sich geht. Das Muskelfleisch baut sich schneller auf und zwar in ebenso viel Monaten, die Fettsubstanz kann oft schon in Tagen und Wochen völlig neu regeneriert, also ausgeschieden und aufgebaut werden und Blut und Nervenmaterial können innerhalb weniger Stunden verändert werden, mitunter, wie z.B. bei einer Vergiftung, gehören oft nur Minuten und Sekunden dazu.
Wie alles nun in der Natur in größter Ordnung vor sich geht, wie z.B. alle 24 Stunden der Tag verläuft, alle 365 Tage und sechs Stunden die Erde um die Sonne kreist, alle 28 Tage der Mond seinen Lauf um die Erde vollendet, - so ist in noch viel höherem Maße eine gleiche Ordnungsmäßigkeit im menschlichen Körper zu finden, und diese Ordnungsmäßigkeit, wodurch sich der Körper selbst zu regeln und zu erhalten sucht, das ist ein Theil seiner Lebenskraft oder seine selbstthätige Energie. Die Energie ist es also und zwar die ordnende und magnetische Energie, zwischen dem der Stoffwechsel steht, und wodurch, trotz der stetigen Verjüngung und Veränderung, wobei fortlaufend wichtige Materialien verloren gehen, dennoch das Leben erhalten bleibt. Wenn sonst im Leben das Gesetz gilt, erst muß etwas zerstört werden, bevor man an dessen Stelle neu wieder aufbauen kann, so trifft dies, soweit es auf das körperliche Material ankommt, allerdings auch zu, aber es ist etwas in dem Körper vorhanden, was bleibt, - was also nicht zerstört wird, nämlich die individuelle Lebensenergie, diese ist es, woran das Leben gebunden ist und diese ist es, welche auch nach dem Verfall des Körpers und des Stoffwechsels also mit dem scheinbaren Tode, fortlebt und nicht verfällt und stirbt, es ist ungefähr das, was die alten Weltweisen mit dem Namen Geist bezeichneten.

Der Geist ist also das stabile Etwas im Dasein der Dinge, er ist der Träger des Stoffwechsels, er ist die Quelle des Lebens.
Die andere Seite dieser Lebensenergie ist das ordnende Agens, oder das mit dem Stoffwechsel arbeitende Etwas, was wir Gesetzmäßigkeit und Ordnung nennen, dieses ist die Helioda oder die von der stabilen Lebensenergie ausstrahlende und an die Körperorgane und seine Stoffe abgebende Lebensunterhaltungs- und Heilkraft. Die Helioda ist das, was bei dem Stoffwechsel die Materie so zu sagen erst weiht für die Aufnahme und Einverleibung in den Gesamtorganismus im Dienste der Lebensenergie oder des individuellen Geistes. Die Helioda ist also ungefähr das, was die alten Weltweisen sich unter Seele dachten. Sie ist das fühlende, heilende, ordnende, aufbauende und zur Ausscheidung bringende Element, was zwischen Körper und Geist, oder besser gesagt, zwischen Stoffmaterial und Lebensenergie wie ein Schwungrad eingreift und alles in Betrieb und Thätigkeit setzt. Wie sehen hieran, daß also das, was die Alten sich unter Geist und Seele so mysteriös dachten, doch eine große Wahrheit enthält, die heute näher in meinen Werken aufgeklärt wird.

Viele Jahre Arbeit und anstrengende Forschungen hat es allerdings gekostet, aber der Preis dieser neuen Entdeckung war auch das Streben eines Menschenlebens werth. Heute weiß man, daß der Materialismus, den die medizinischen Wissenschaft als ausschließliche Weltlehre eingeführt und huldigt, eine Irrlehre ist, gerade, so wie viele andere ihrer Dogmen.
Wie Helioda oder Seele und Geist oder stabile Lebensenergie an sich geartet sind, wollen wir heute Abend nicht näher untersuchen, auch nicht über Fortleben nach dem Tode und die Bedingungen, unter denen Geist und Körper mit dem Stoffwechsel arbeiten; - heute wollen wir zu dem Stoffwechsel wieder zurückkehren.

Wir haben eben gesehen, daß das ordnende Etwas, die eigentliche selbstheilde Kraft im Körper ist, sie muß wohl in Folge dessen auch ihre den Körper vor Krankheit und Zerstörung schützenden Organe haben. Solche Organe sind z.B. die weißen Blutkörperchen, die Drüsen, die Schleimhäute und die Milz.
Die weißen Blugkörperchen, nicht zu vergleichen mit dem Blutserum, kreisen zwischen dem Blutserum und den rothen Blutkörperchen und sind bestrebt, alle schädlichen Substanzen, welche sich im Blute bilden, aufzusaugen und unschädlich zu machen. Die Drüsen der Haut sind ebenfalls die Wachtposten der Gesundheit; wird der Körper krank, so schwellen die Hausdrüsen an*) Die Haut spannt sich z.B. wie beim Fieber. , weil sie die mannigfachsten Krankheitsstoffe in sich aufnehmen, ähnlich wie ein Schwamm das Schmutzwasser. Bekommt Jemand z.B. eine Blutvergiftung an der Hand, so schwellen diese Drüsen ebenfalls an, dann weiter die des Armes und schließlich, bevor das Gift in den Körper dringt, findet es nochmals einen Widerstand in der starken Drüsengruppe, die in der Achselhöhle unter dem Oberarm liegen, erst wenn das Gift nicht mehr von den Drüsen absorbiert werden kann, beginnt es seine zerstörende Wirkung, und erst dann, wenn auch die meisten Blutkörperchen versagen sollten.
Die Schleimhäute, womit alle unsere Innenorgane ausgestattet sind, Lunge, Magen, Sinnesorgane, Geschlechtsorgane u.s.w. enthalten eine Einrichtung, wodurch jedes schädliche Material, was von außen eindringt, unschädlich gemacht wird, entweder durch eine absondernde Säure, wie es beim Magen der Fall ist, oder durch talgartige, klebrige Massen, die den Staub, Rauch, Ruß und sonstige üble Luftbeigemenge auffangen, zerkleinern oder verändern, wie es bei der Nase, dem Einlaufsweg der Athmungsorgane der Fall ist. Eine gesunde, normale Nase schützt vor Lungenerkrankungen und gesunder Speichel, Zähne und Magensäure schützen vor Magenleiden und Verdauungsstörungen. Es ist sogar vorgekommen, daß ein gesunder Professor Cholerabazillen geschluckt hat und gesund blieb. Ja, man kann den Magen bis zu einem gewissen Grade selbst an Gifte gewöhnen, wie das z.B. bei Arsenikessern der Fall ist.

Alles hat natürlich eine Grenze und auch diese Schutzvorrichtungen, darum hält nicht jedes Kind der Impfvergiftung stand und nicht jeder Patient der Medizinvergiftung. Wenn nun die Natur schon dafür sorgte, alle Giftige und Schädliche in den Schutzorganen zuerst fest zu halten, unschädlich zu machen, um es nachher wieder auszuscheiden, so erscheint es geradezu als ein Verbrechen, wenn man, statt die Natur auf diesem Wege zu unterstützen, also statt Naturheilkunde zu pflegen, mit künstlicher Blutvergiftung (Medizin), oder Eiter-Lymphe und künstliche Magen- und Gewebsvergiftung (giftige Salben), ganz unnatürlich auf den Körper losarbeitet und alle seine Schutzvorrichtungen zerstört, das Leben schließlich in Gefahr bringt, wie dies bei der medizinischen Heilmethode der Fall ist.
Ich habe vorhin noch die Milz angeführt, worüber die medizinische Wissenschaft bis auf den heutigen Tag (wie über so vieles Andere) noch nichts aufgefunden und erklärt hat. In meiner Physiologie habe ich den Zweck der Milz nachgewiesen. Sie ist das eigentliche Kraftreservoir des Lebens. Die Milz speichert zwei der wichtigsten Stoffe in sich auf, nämlich Sauerstoff und Eisen und giebt diese bei entsprechendem Bedarf dem Körper ab. Dies kann geschehen bei Krankheiten, Ueberanstrengungen, Entbehrungen, Kummer, Aerger, Schreck u.s.w. Menschen mit kräftiger Milz erholen sich schneller von einer Krankheit oder Erschlaffung, wie solche mit schwacher Milz. Es ist schon vorgekommen, daß z.B. Jemand durch Schreck gelähmt wurde und starb, das kommt daher, weil durch plötzlichen Schreck eine Masse der rothen Blutkörperchen, die als Hauptmitträger des Magnetismus und der Lebenskraft gelten, vernichtet werden und sich in Berliner Blau umwandeln. daher die aschfahle, blaugraue Verfärbung bei dem Erschreckten, ist nun Lunge stark und Herz gesund, so daß die Funktionsstörung nur vorübergehend ist, dann erholt sich der Erschreckte dadurch sehr schnell, als die Milz sofort zu Hilfe eilt und Eisen und Sauerstoff an Nerven und Blut abgiebt, und in wenigen Minuten, Tagen oder Wochen sind die normalen Massen der rothen Blutkörperchen wieder voll und ganz ersetzt.

Schreck, Kummer oder anderes Herzeleid wird erst da gefährlich, wo die Milz versagt, wo sie selbst schwach und krank ist. Ein äußeres Zeichen für eine schwache Milz ist eine gleichmäßige, ernste Verstimmung, ein Zeichen für eine gesunde Milz ist leichte Neigung zum Lachen. Das Lachen ist also etwas, was man üben und pflegen soll, es kräftigt die Milz, diese sammelt dafür Lebensstoffe und Kräfte und so wird das Lachen zum Lebenserhalter, vorausgesetzt, daß es nicht übertrieben wird.
Dasselbe gilt von der Freude überhaupt. Der ganze Körper ist durch seine Organe, durch seine Bauart und durch seine innere Stoffbeschaffenheit und Struktur ein Wunderbild von Selbsterhaltung, Selbstschutz und Selbstheilung. Wir sehen, die Heilkräfte und Heilsäfte liegen zum nicht geringen Theile schon in der Körperkonstitution begründet. Daher läßt sich auch aus der Körperkonstitution von außen von einem geübten Kenner schon die Art der Heilkraft, die Ausdauer derselben, ja sogar die Lebenskraft und die Lebensdauer nach ungefährem Durchschnitt berechnen. Ein Schweizer Arzt, der Chefarzt der Baseler Lebensversicherungs-Gesellschaft hat diesbezüglich interessante Beobachtungen und Versuche angestellt. Näheres darüber in seinem Werke: UEBER DIE FAKTOREN DER WIDERSTANDSKRAFT UND DIE VORHERSAGE DER LEBENSDAUER BEIM GESUNDEN MENSCHEN. VERLAG VON B. SCHWABE, BASEL. Noch eingehender mit dieser Frage habe ich mich selbst seit vielen Jahren beschäftigt.

Diese, dem Körper nun selbst innewohnende Heilkraft beruht auf seiner Lebensenergie, liegt also in seiner eigenen Natur. Die Methode, welche den Körper in seiner Selbsterhaltung und bei Krankheiten in seiner Selbstheilung unterstützt, heißt Naturheilmethode. Die Naturheilmethode hat es in erster Linie damit zu thun, den Körper zu kräftigen und die ihm innewohnenden Krankheitsstoffe zur Ausscheidung zu bringen. Eine Krankheit kann nun verschiedene Ursachen haben, sie beruht entweder in seelischer Störung, in Funktionstörung der körperlichen Organe, in Verlust der Lebensenergie, die gewöhnlich mit dem Zerfall der Organe einhergeht, oder auch, was meist der Fall ist, in Belastung und Anhäufung von Krankheitsstoffen.
Bei einem gesunden Menschen geht nun der Stoffwechsel normal von statten, Krankheitsstoffe lagern sich nicht ab, weil die Ausscheidungsorgane jeden unnötigen Ballast aus dem Körper ausscheiden. Bei dem Kranken ist dies gewöhnlich nicht der Fall, die Lunge athmet nicht genügend die schlechten Gase aus, die Nieren scheiden ungenügend die schlechten Flüssigkeiten aus, die Haut dünstet mangelhaft aus und der Darm thut ebenfall seine Schuldigkeit nicht, was sich durch hartnäckige Verstopfungen zu erkennen giebt. In solchen Fällen ist es die Aufgabe des wahren Arztes, die Thätigkeit der Ausscheidungsorgane anzuregen. Das geschieht dadurch, daß die Lunge zu Athemübungen behandelt wird, wobei alle beengenden Kleider leichter und lockerer gemacht werden. Die Nieren werden durch Temperaturreize und milde Wasserkuren zur besseren Ausscheidung faulender Flüssigkeitsmassen angeregt. Dies geschieht einestheils durch heilsame Kräuterthees und anderntheils durch Rumpfwechselbäder. Die Thätigkeit der Leber, des Magens, Darms u.s.w. wird durch geeignete Obst-Diät, Leibumschläge und Sitzbäder bewerkstelligt und schließlich wird die Hautausdünstung, die giftige, verdorbene Gase aus dem Körper führt, durch Extraktbäder, Güsse, Waschungen, Packungen, Dampfbäder u.s.w. bewirkt und durch reine, leichte, warme durchlässige Kleidung, Zimmerlüftung, poröse Betten u.s.w. erhalten.

Was thut nun die medizinische Wissenschaft? - Sie verordnet Gifte, - bringt also zu den Selbstgiften, die im Körper hausen, noch neue Gifte hinzu und läßt dabei die Ausscheidungsorgane in ihrer Unthätigkeit verharren, - wie kann durch solche Methode nun ein Kranker gesund werden? Jeder vernünftig Denkende wird sich fragen, das ist doch eine ganz verkehrte Anwendung, der Kranke muß ja darnach noch kranker werden, wie er schon ist - und thatsächlich ist das auch der Fall, wie die Erfahrung uns tagtäglich lehrt.
Die Naturheilkunde ist daher auf dem einzig richtigen Wege der Heilpraxis und die medizinische Praxis ist auf Abwege gerathen.
Wenn ein Mensch mit Krankheitsstoffen belastet ist, so fühlt er sich unbehaglich, oft frostig, ängstlich oder niedergeschlagen, werden diese Stoffe aber angeregt, so neigt ein solcher Mensch zu Leidenschaft, Jähzorn, Gewaltthätigkeit, oder es tritt Fieber, Mattigkeit und nervöse Reizbarkeit ein. Die Naturheilkunde ist daher nicht nur im Stande, die Gesundheit wieder herzustellen, sondern auch ein erhöhtes Wohlbefinden und mitunter auch das moralische Gleichgewicht. -
Ein belasteter Mensch hat gewöhnlich keinen oder doch nur schwachen Appetit, weil alles im Körper staut, auch die Arbeitslust fehlt, daher ist Ruhe und Nahrungsenthaltung geboten; sobald durch eine richtige Ausscheidungskur die Krankheitsstoffe fortgeschafft sind, steigt wieder die Arbeits- und Lebenslust und besonders auch der Appetit zum Essen und Trinken. Bei einer derartigen Krankenbehandlung unterscheide ich also erstens Ausscheidungs- und zweitens Stärkungskur.

In der ersten Kurperiode, wo auf Enthaltsamkeit, Ruhe und Wasseranwendungen gesehen wird, wird der Kranke naturgemäß magerer und nimmt an Körpergewicht ab, das ist unumgänglich nothwendig. Sobald aber die Belastungsstoffe ausgeschieden sind, beginnt die Kräftigungskur, welche besonders zu zweckentsprechender Diät, Heilgymnastik, Massage und Bewegung besteht. Da bei allen Belastungen die krankmachenden Stoffe mit den gesunden Stoffen, woraus die Organe aufgebaut sind, mehr oder weniger eine chemische Verbindung eingehen, so ist es unvermeidlich, daß bei der Ausscheidung der Krankheitsstoffe auch normale Gewebsstoffe mit verloren gehen. Durch eine richtige Nahrungszufuhr wird nun neues gesundes Gewebe wieder aufgebaut.

Verehrte Anwesende, was den Medizinarzt anbetrifft, so wollen wir den ganz aus dem Spiele lassen, er hat seine Heilmethode eben nicht besser gelernt und ist in dem Wahne befangen, das, was er gelernt hat, sei das Beste und dieser Wahn hindert oft selbst nachzudenken, oder sich um eine bessere Heilmethode zu kümmern, im Gegentheil, der Schulmediziner ist in dem meisten Fällen noch arrogant und ganz unnahbar, wenn man ihn auf seine fehlerhafte Methode aufmerksam macht, er will alles besser wissen und meint, wenn er Doktor ist, könne ihm keiner mehr was sagen. Dies erinnert mich an einen Missionar, der einen Kannibalenhäuptling belehren wollte, als der gerade im Begriff stand, einige Gefangene zu braten. "Das ist eine Sünde", sagte der Missionar, "ach was Sünde" erwiderte der Menschenfresser, "das verstehst du nicht, ihr Europäer habt das nicht gelernt. Der Missionar: "Wir erleuchteten Christen kommen und wollen euch zu besseren Menschen erziehen, eure kannibalischen Sitten sind große Verirrungen." Der Häuptling: "Hast du schon mal Menschenfleisch gegessen?" "Nein", erwiderte der Missionar, "na", meinte der Kannibale, "dann kannst du auch gar nicht mit reden - übrigens, mit meinen Gefangenen kann ich machen, was ich will und bist du jetzt nicht ruhig, wirst du auch mit gefressen." Was versteht so ein dummer Laie von Menschenfresserei? - Wer hat Recht?! Scheinbar unter den Kannibalen, der Kannibale, unter höher Gesitteten, aber der Missionar. Welche Ironie auf unsere Hochschulwissenschaft mit ihrem spanischen Stolze auf ihre wahnsinnigen Ideen, die mehr zur Verrohung und Verblödung wie zu vernünftiger Einsicht und Gesittung führt. Man sagt: "HOCHMUTH KOMMT VOR DEM FALL", und thatsächlich wird der allopathische Medizin-Arzt vom Publikum immer mehr gemieden. Das Volk wendet sich schon seit Jahren den besseren Heilmethoden zu, recht hat daher die Naturheilmethode und der Volksinstinkt.

WIE NUN ABER DIE GELEHRTEN DER HOCHSCHULE, BEI DENEN DIE MEDIZINPRAKTIKER GLAUBEN IHRE WEISHEIT GEHOLT ZU HABEN, SOLCHE IRRTHÜMER UND LEHREN IN DIE WELT SETZEN KÖNNEN, DIESE FRAGE ZU BEANTWORTEN, DAZU BEDARF ES WOHL EINER GANZ UMFASSENDEN UNTERSUCHUNG. - Genug, wir können uns in diesem Falle mit der Geschichte trösten, die so reich ist an Irrthümern der Schriftgelehrten und sonstigen gelehrten Herren. Schon vor 2000 Jahren schalt ein JOHANNES DER TÄUFER die Gelehrten seiner Zeit als Otterngezüchte, der größte und edelste Religionsstifter der Welt, CHRISTUS, wurde von den Gelehrten seiner Zeit verfolgt und zum Kreuzestode verurtheilt, der größte griechische Philosoph SOKRATES, wurde von den Schulgelehrten seiner Behörde gerichtet. Der Entdecker der Dampfmaschine, JAMES WATT, wurde für verrückt erklärt und die Wahrheitsforscher und Begründer der Astronomie, KOPERNIKUS und GALILÄI auf die Folter gespannt. Die größten Forscher, Finder, Entdecker, Dichter, Denker und Künstler, denen die Menschheit alles Gute verdankt, sie wurden von den Schulgelehrten bekämpft und verfolgt. -*) Näheres in meinem Werke: Was ist das Schlechteste und was das Beste in der Welt. Wir sehen, alles dies ist Grund genug, auch gegen die Schulgelehrten heutiger Zeit mit unserem Vertrauen vorsichtig zu sein, denn auch unter den heutigen Schulgelehrten giebt es verlehrte, verbildete und was noch schlimmer ist, moralisch verderbliche Naturen, die alle möglichen Irrthümer lehren und alles Gute, was von anderer Seite kommt, nicht achten, sondern ignorieren.
Wie wäre es sonst möglich, daß man die Mediziner dahin belehrte, einem schwachen Kranken Gifte zu geben; Medizingifte, die kein Gesunder vertragen kann und kein Hund frißt? - Der Hund frißt eher den Koth der Menschen, wie die Apothekerpillen, die zum Einnehmen verschrieben werden. Wer`s nicht glaubt, der mag es probieren, ich habe nicht einmal, sondern wiederholte Male dies Exempel bestätigt gefunden. Der Instinkt eines Hundes urtheilt klüger, wie der Verstand desjenigen Kulturmenschen, der Medizingifte schluckt in dem trügerischen Glauben, es möge helfen. O heilige Einfalt, kann man da ausrufen, seht euch doch mal die Aerzte und Gelehrten selber an, die solches verschreiben, sie selbst nehmen, wenn sie krank sind, solche Medizingifte nicht ein. *) Von PROF. BOCK bestätigt.

Die Klugen unter ihnen behandeln sich heimlich mit Naturheilmethode und die Unklugen, die es nicht thun, die fallen ihrem Medizinkram eben so zum Opfer, wie der laienhafte Patient.
Der Medizinarzt verschreibt den Kranken, außer seinen Giften, gewöhnlich starke Spirituosen und Fleischnahrung, auch dieses ist falsch, denn der geschwächte Körper kann keine Spirituosen vertragen mit Ausnahme in sehr geringen und verdünnten Mengen.
Auch Fleisch ist für den Kranken selten dienlich, weil Fleisch beim Fiebernden Selbstgifte, also neue Krankheitsstoffe erzeugt. Beides zusammen, Alkohol und Fleisch, entzieht dem Körper viel Sauerstoff und schwächt dadurch seine Lebenskraft. Fleisch und Alkohol ist also nur vorsichtig zu genießen und nur bei vorgeschrittener Heilung heilsam.
Die medizinische Wissenschaft meint ferner, Fleisch und Eiweiß müsse die Hauptnahrung sein, sie vergißt dabei, wenn sie wirklich Fette und Brennstoffe zuläßt, den hohen Werth der Salze, Metalle und Säuren, die wir so nothwendiger Weise für unseren Körper gebrauchen.
Da ist der Vegetarismus sicher auf besseren Wegen, der lehrt Alkohol und Fleisch auszuschließen und sich ausschließlich an Milch, Eier, Butter, Käse und Pflanzenkost zu halten, also Oele, Brot, Gemüse, Früchte u.s.w.
Wie wir im Anfange gesehen haben, besteht der Mensch stofflich aus 15 chemischen Grundsubstanzen, diese sind nun thatsächlich in Pflanzenfrüchten vorhanden. Die Kunst der ganzen Pflanzen-Diät beruht nun hauptsächlich darin, die richtigen Nährpflanzen und Früchte zusammen zu stellen und richtig zuzubereiten. Wir sehen ja die stärksten Thiere, Elefanten, Büffel, Ochsen und die milchproduzierenden Kühe, sich ausschließlich von Pflanzen ernähren. Alle diese Thiere meiden aber mit klugen Instinkten jegliche Giftpflanzen, die allweise Natur legte diese Sinnesschärfe den minderbegabten Naturgeschöpfen in ihre Geruchs- und Geschmacksorgane. Nun aber kommt eine Professor der Medizin und will die Natur meistern, indem er die Giftpflanzen sammelt und lehrt, Heilkräfte darin gefunden zu haben. Heißt das nicht, die Natur auf den Kopf stellen, sich selbst und andere betrügen und dem gesunden Menschenverstand ins Gesicht schlagen?

Die Plantagengärtnereien, welche Giftpflanzen für die Medizinfabriken liefern, suchen sich gewöhnlich die Gunst einiger Professoren durch einige Hundert- oder Tausendmarkscheine zu erwerben und dann arbeiten Kapitalausbeutung und Afterwissenschaft Hand in Hand. Der Gelehrte empfiehlt ein Fabrikat einer Fabrik, was die sich patentieren ließ, gewöhnlich nicht umsonst, und beide, der Giftprediger und der Giftindustrielle werden reich. Mir ist ein Professor bekannt, der erhielt von einem Düngerfabrikanten, der ein neues Düngemittel einführen wollte, 10.000 Mark für eine ganz kleine Broschüre, die er zu dessen Gunsten geschrieben hatte. Der Düngerfabrikant wurde darauf mehrfacher Millionär. Bald darauf wies ein wirklich genialer Naturforscher auf viel billigere und weit bessere Düngemittel hin, darauf wurde die Lehre jenes wahrhaften Naturforschers mit einer Broschüre jenes Professors bekämpft, was er dafür bekommen hat von dem Düngerfabrikanten, entzieht sich diesmal meiner Kenntnis.
Nun war diese Sache mit dem Kunstdünger weit weniger gefährlich, denn jener von dem Hochschulprofessor so warm empfohlene Kunstdünger hatte thatsächlich einige gute Seiten. Die deutschen Landwirthe wurden nun von dem besseren, billigeren Dünger abgelenkt und kauften den, den der Professor empfohlen hatte, für sehr hohe Preise. Der schlaue Düngerfabrikant hatte seine Werke an ein Konsortium abgegeben, diese bildeten einen Ring zur Preisbestimmung und die Düngerabnehmer halfen, in ihrem Glauben an die Weisheit jenes Professors, dessen und der Düngerkapitalisten Geldsäckel zu füllen. In wie weit hier ein Vergleich gezogen werden kann, von jener Düngergeschichte zu vielen Medizingeschichten, die sich hinter den Kulissen abspielen, läßt sich nicht genau bestimmen, jedenfalls erklärt sich aber Manches von ganz anderen Gesichtspunkten aus, wenn wir den Tollheiten der Medizinheilkunst näher auf den Grund gehen.

Was nun den Vegetarismus anbetrifft, so ist er sicher 10 mal werthvoller, wie die ganze Medizinheilkunst. Ich selbst pflichte jedoch dem Vegetarismus nicht in allen Stücken bei, sondern lasse auch Wein und Fleisch unter gewissen Umständen in beschränktem Maße als Nähr- und Genußmittel gelten und schränke oft die Mehlspeisen ein.*) Näheres in meiner Broschüre: Medizin, Wasserkur, Diät und Diagnose in der Heilwissenschaft der Zukunft und meine Stellung zur vegetarischen Frage.
Ich schließe mich daher häufig der Densmore`schen Fleisch-Obstdiät an und habe damit gute Resultate erzielt. kann jedoch nicht die ausschließliche Fleisch-Obstdiät für gut heißen.
Die Hensel`sche Biochemie lehrt uns die Metalle und Nährsalze, die solche wichtige Rolle in unserem Lebenshaushalte spielen, schätzen und in geeigneten Präparaten und Diätmitteln einnehmen. HENSEL tritt sonst für gemischte Diät ein. HENSEL darf als der Vater der Nährsalztheorie und der Biochemie gelten, doch scheint er die Anregung zu seinen theils genialen Ideen von dem amerikanischen Spiritisten und Hellseher JACKSON DAVIS erhalten zu haben.

Auf Grund der Hensel`schen Lehren baute der Homöopath DR. SCHÜßLER in Oldenburg eine ähnliche Biochemie auf, welche von der Hensel`schen nur insofern abweicht, als die gesamten festen Substanzen, die der menschliche Körper braucht, in höchst verfeinerter, potenzierter Form noch leichter verdaulich gemacht worden sind, kurz, was HENSEL durch die Masse, will SCHÜßLER mehr durch geringe Quantitäten erzielen. Vorzügliche Erfolge haben beide Methoden, überall wo es auf Ernährung geschwächter Organe ankommt, nicht da, wo noch auf Ausscheidung von Krankheitsstoffen abgesehen werden muß. Ich sah einen Lungenleidenden durch die Hensel`schen Präparate sich Jahre lang am Leben erhalten, eine Ausheilung wurde nicht erzielt. Wenn der Patient zu bewegen gewesen wäre, vorerst eine Ausscheidungskur vorzunehmen dann wäre der Lungenkranke ebenso geheilt, wie viele Kranke, die meine Ratherteilung richtig befolgt hatten.

Dasselbe gilt von der Schüßler`schen Methode. Der Erfinder, den ich circa 4 Jahre vor seinem Tode kennen lernte, litt an starker Belastung, hatte aber eine ausgezeichnete Lebenskraft und konnte voraussichtlich 80 bis 90 Jahre alt werden, hätte er damals eine Ausscheidungskur in eine Naturheilanstalt vorgenommen und sich dann mit seinen biochemischen Mitteln weiter regeneriert, er lebte jedenfalls heute noch.
Eine dritte Art von Biochemie ist die Lahmann`sche. DR. LAHMANN weicht von seinen Vorgängern insofern ab, als er nur Nährsalze aus Pflanzen präparieren läßt und alle anorganische Nährpräparate verwirft. In den Vegetarier- und Naturheilvereinen ist die Lahmann`sche Methode aufgenommen, wird jedoch neuerdings auch vielfach bekämpft.

Alle drei diätetische Heilmethoden haben unverkennbar Vorzüge und sind jede in ihrer Art wertvoll und oft unentbehrlich zur Heilung von Schwächezuständen und Leiden der verschiedensten Art. Diese drei Arten biochemische Heilmethoden zusammen, mit einer sonst guten naturgemäßen Diät, ergeben die vernünftige Reformation der Medizin, weil sie Nährmittel geben statt Gifte. Ich stehe allen drei Methoden gleich sympathisch gegenüber.
Bei allen diätetischen Verordnungen kommt es eben darauf an, was einem Patienten am besten zusagt, nur auf Vegetarismus herumzureiten, oder nur auf Lahmann`schen oder Schüßler`schen Diätmitteln, lediglich aus Prinzip für die Methode, hat sich nach meiner Erfahrung nicht bewährt. Der eine kann dies, der andere das besser vertragen, aus diesem Grunde vertrete ich die kombinierte Diät und die kombinierte Biochemie und habe gefunden, daß man hierbei am weitesten kommt, der Arzt hat größere Auswahl in seinen Mitteln und dadurch oft weit schnellere Erfolge, und der Kranke kommt gründlicher und schneller zu seiner Gesundheit.
Die Hauptsache ist, daß der Arzt fähig ist, das Richtige zu verordnen und nicht Krankheiten, sondern kranke Menschen behandelt. Es ist verkehrt, nur nach den Krankheitssymptomen zu suchen, den Namen der Krankheit festzustellen, ohne die körperliche Gesammtkonstitution und ohne die geistigen Eigenheiten des Patienten zu berücksichtigen. Der Arzt soll daher nicht nur ein Krankheits-Diagnostiker, sondern auch ein Psycho-Physiologe und ganzer Menschenkenner sein und individuell zu behandeln verstehen.

Durch richtige Diät, Arbeit, Ruhe und Abwechselung läßt sich die Gesundheit erhalten und für den Kranken, der eine Ausscheidungs- oder Wasserkur durchgemacht hat, die völlige Gesundheit wieder herstellen. Es läßt sich zur Kräftigung aber auch ganz besonders das Sonnenlicht, das farbige Licht (Chromopathie), die Helioda, der Magnetismus, die Erdbäder, selbst Luft und Wasser und Klimakuren verwenden. Wie, das eben ist die Kunst des Arztes. Da nun Stoffwechselstörungen bei allen Krankheiten mehr oder weniger eintreten, auch bei Funktionsleiden, Kräfteverfall, organisch-chemischer Veränderung, seelischen Leiden u.s.w., so beruht alle Krankenbehandlung mehr oder weniger auf den Prinzipien, wie ich sie hier vorgeschrieben habe, nur muß bei eine Funktionsstörung anders eingegriffen werden, und oft, statt mit Wasserkur, mit Massage, Ruhe und Bewegungsfaktoren begonnen werden. Bei seelischen Leiden läßt sich durch Chromopathie, Helioda, Hypnose und Suggestion allein schon Vieles, oft Alles erreichen und kann das das eine oder andere der Wasserkuren und biochemischen Mittel in Wegfall kommen. Bei organischen Störungen, z.B. Beinbruch, Verwundung u.s.w. thun mitunter operative Eingriffe, Verbände und orthopädische Eingriffe gute Dienste. Bei chemischen Veränderungen der Organe wirkt oft Licht, Luft, Obstdiät und hier auch besonders die Biochemie oft ohne Wasserkur. Das wichtigste Heilmittel von allem aber ist und bleibt die Helioda oder der Heilmagnetismus.*) Eine besonders empfehlenswethe Broschüre über Heilmagnetismus ist diejenige von Phil MALBURG, KRAMER. Siehe Verzeichnis Seite 31.
Von manchen bisherigen Methoden der Naturheilkunde unterscheide ich mich dadurch, daß ich nicht, wie einige derselben, die Diagnose für überflüssig halte, sondern nicht nur die Diagnose, sondern auch noch die ganze psycho-physiologische Beurteilung und Untersuchung eines Kranken sehr für nothwendig erachte, denn wie kann ein Arzt richtig eingreifen, der einen Körper nicht richtig beurteilen kann. Von der Schulmedizin unterscheide ich mich ferner dadurch, daß ich giftige Medikamente vermeide, mit Ausnahme von der Nothilfe der Schmerzstillung.
Um das Gesagte nochmals kurz zusammen zu fassen: Ich lasse also die Hensel`sche Biochemie voll und ganz gelten, sowie die Helioda, die Suggestion, den Magnetismus und schließlich alle natürlichen physikalischen Heilmittel. Von der Schüßler`schen und Lahmann`schen Biochemie weiche ich insofern ab, als ich sie mehr zur Nachkur und weniger zur Vorkur verwerthe, mitunter auch ganz meide, wenn ich mit den natürlichen Diätmitteln, als Trockenkost, Obst, Gemüse u.s.w. auskomme.

Mit der Homöopathie habe ich das Gemeinsame, die Diät und die Vorsicht bei der Mittelanwendung, halte aber die Homöopathie sonst ziemlich für überflüssig, mit Ausnahme bei einigen inneren Leiden der Muskelgewebe, Hautausschlag, Leberkrankheit, wo sie sich oft vortrefflich bewährt hat. Im Ganzen halte ich von der Homöopathie insofern viel, als sie die erste Bahnbrecherin geworden ist für die Reform der Schulmedizin. Von den bisherigen Naturheilmethoden weiche ich darin ab, als ich nicht nur physikalische, sondern auch seelische Heilfaktoren neben biochemischen Mitteln anerkenne und verordne.
In den Richtungen, die sich heute Naturheilkunde nennen, steckt überall ein guter Kern, wenig aber ist reif daran, es sind die Anfänge der Heilwissenschaft der Zukunft. Aus allen diesen Gründen nenne ich meine Methode die psycho-physiologische Naturheilkunde und neueste Heilwissenschaft, weil die individuelle Beurtheilung und Behandlung des Patienten mir als Grundlage gilt. Menschenkenntnis ist das Fundament meiner neuen Heilwissenschaft. Aber nicht nur Krankheitskunde und innere Anatomie wie bei der Schulmedizin, sondern praktische Menschenkenntnis, wie sie der Kunstmaler und Bildhauer studieren muß, nämlich aus den äußeren Formen, Gesichtszügen u.s.w., denn die Krankheitskunde allein ist nutzlos, wenn der Arzt keine Gesundheit kennt, die Gesundheitskunde muß seine Richtschnur sein. Auch die innere Anatomie ist ein völlig unbrauchbares Wissen, wenn die äußere Formkunde, die Physiognomik nicht dazu kommt, gerade die äußere Beurtheilung des Innern ist das Wesentliche, weil der Arzt nicht in den lebenden Kranken hineinsehen kann. Leichenanatomie ist noch lange keine Lebensanatomie und ohne Lebensanatomie oder psycho-physiologische Physiognomik ist alle Diagnostik der Schulmedizin mangelhaft. In dieser Beziehung steht eine bekannter Schäfer thurmhoch über der medizinischen Schulweisheit, der, ohne Anatomie studiert zu haben, manche Krankheitsvorgänge schon aus den Haaren erkennt, was ihm bis jetzt noch kein Mediziner nachgemacht hat, aus dem einfachen Grunde, weil es keiner kann. Solche Unkenntnis aber als Weisheit zu verschreien und neue Entdeckungen zu verleumden, ist weder nachahmenswerth noch gebildet zu nennen.

Das aber das Innere aus dem Aeußern thatsächlich beurteilt werden kann und daß dieses gerade der Endzweck aller anatomischen Studien sein muß, das erkannte schon einer der größten Anatomen, der geniale PROFESSOR DR. HYRTL, von der k.k. Universität in Wien, an, in seinem ausgezeichneten Werke schreibt er auf Seite 19 wörtlich: "Ich kann nicht umhin, noch eines besondern Vortheiles zu erwähnen, den die Chirurgie aus einem bei uns vielleicht zu wenig gewürdigten Zweige der Anatomie schöpfen kann, - ich meine das Studium der äußern Form des menschlichen Leibes. Da die äußere Form nur das Ergebnis der inneren Zusammensetzung ist und wir von gewissen äußeren Anhaltspunkten auf den Zustand innerer Organe schließen, so wird die praktische Bedeutung dieses Zweiges der Anatomie seiner besondern Empfehlung bedürfen. Richtig und schön bemerkt ROß in seinem Versuche einer chirurgischen Anatomie: Das Studium der äußeren Körperform bietet dem Chirurgen eine reiche, noch lange nicht erschöpfte Fundgrube dar; - die allgemeinen Bedeckungen werden für ihn zu einem Schleier, der weit mehr durchsehen läßt, als mancher vielleicht glaubt." -
Ja nicht nur für den Chirurgen, auch für die innere Medizin läßt sich aus dem physiognomischen Studium das Beste gewinnen, weil alle innern physiologischen Vorgänge ihre Merkmale an der äußern Körperperipherie zurücklassen. Ja selbst das Seelenleben läßt sich aus dem Aeußern beurtheilen und berechnen, singt doch Myrza Schaffn:

"In jedes Menschen Gesichte
Steht seine Geschichte,
Sein Hassen und Lieben
Deutlich geschrieben.
Sein innerstes Wesen
Es tritt hier ans Licht -
Doch nicht Jeder kanns lesen,
Verstehn Jeder nicht!"

Und der weise SALOMO sagte schon vor 4000 Jahren in seinen Sprüchen Kap.15, V.13:
Ein frohes Herz erheitert das Antlitz; aber bei Kummer des Herzens ist der Geist zerschlagen.
Ich behaupte daher: Bevor die medizinische Wissenschaft nicht diese einfachsten Wahrheiten erkannt hat und ihr Hauptaugenmerk auf eine praktisch brauchbare physiognomische Menschenkenntnis legt, ist sie keine Wissenschaft im wahren Sinne des Wortes zu nennen, sondern bleibt ein Monstrum von Aberglauben und Spielerei, ein Sammelplatz für Barbarenthum und Halbwissen, auf dem sich mit Vorliebe viel arrogante Rüpel tummeln.
Soll aber dies wissenschaftliche Gigerlthum ein Ende nehmen, dann kehre man zur Vernunft und Natur zurück. Man sehe natürlich, man denke natürlich und man heile natürlich. Die Grundlage für alles dieses bleibt aber die Lebensausdruckskunde oder psycho-physiologische Physiognomik, wie ich sie näher in meinen nachfolgenden Werken begründet habe und damit möge die Aera einer neuen Heilwissenschaft der Zukunft aufblühen und ihren Siegeslauf über die Erde nehmen.
Wie nun aus dem Aeußern die innern Lebensvorgänge und besonders Krankheiten erkannt werden, darüber mehr in meinen Vorträgen über die Diagnose aus der Körper-Konstitution, Augen, Haut, Haar und Gesichtszügen und in meinem Werke:

Die neueste Heilwissenschaft,
oder:
psycho-physiologische Naturheilkunde.
____

Individuum und Universum
und
Die neue Welt und der neue Mensch!

Hiermit wurde erstmals überhaupt in der INTERNET-MATRIX das ORIGINAL-MANUSKRIP vom Großmeister der Original-Menschenkenntnis in Tradition vom größten Deutschen Künslter aller Zeiten, nämlich ALBRECHT DUERER (1471-1528) im Aufgrag von CARL-HUTER-ZENTRAL-ARCHIV in Kooperation mit PHYSIOGNOMISCHE GESELLSCHAFT SCHWEIZ, PGS, in Zürich, durch Herrn Medical-Manager Wolfgang Timm, Husum-Schobuell publiziert, als sozusagen Digitales-Faksimile.

DAS PSYCHO-PHYSOGNOMISCHE GRUNDGESETZ
Aus dem Hauptwerk CARL HUTERs von 1904


CARL HUTERs ENTDECKUNG des psycho-physiognomischen Grundgesetzes, dass die Peripherie des organischen Lebens, das innere körperlich seelische und geistige Leben offenbart.

Bei allen organischen Lebewesen, von der ersten Zelle angefangen durch das ganze Pflanzen- und Tierreich bis hinauf zu dem vollendeten Menschen müssen alle Reize, welche das lebende Individuum von außen her berühren, zuerst das Äußere, die Haut und Peripherie-Organe treffen, bevor sie in das Innere des Körpers dringen, daraus folgt, dass sich in der äußeren Erscheinung des Individuums die umgebende Außenwelt spiegelt.

Von diesen Einflüssen kann sich kein Lebewesen freimachen, es ist Gesetz, die umgebende Natur drückt jedem Lebewesen einen physiognomischen Stempel auf.

So erklärt sich der besondere Farben- und Formtypus der verschiedenen Pflanzen, Tiere und Menschen in den verschiedenen Zonen, Längen- und Breitengraden der Erde.

Da an solchen angeborenen Rasseneigentümlichkeit jeder Mensch, wie jedes Tier gleich unschuldig ist, so erfordert es das sittliche Gefühl, dass man niemand wegen seiner Rasseneigentümlichkeit verdammen soll. Die RASSE wird aber auch weiter mitbedingt durch angeborene, von den Erzeugern vererbte körperliche und geistige Veranlagungen, die ebenfalls außer dem Bereich des Willens des Individuums liegen, denn jedes Lebensindividuum ist ein Produkt seiner Erzeuger. Die Eigenümlichkeit des Lebensmagnetismus und des Lebensodes werden zum größten Teil angeboren und von der AUSSENWELT beeinflußt.

Daraus ergibt sich, dass wenn auch LEBENSWILLE mit dem INDIVIDUUM geboren wurde, es doch kein voller ganzer freier Wille war.

Nur das Streben des Willens zielt auf FREIHEIT hin und das ist dann die SCHÖPFERISCHE HELIODA, welche diese WILLENSFREIHEIT in sich trägt.

Der Mensch ist also nur zu einem Drittel frei, nämlich in seiner HELIODAKRAFT, in zwei Drittel ist er unfrei und zwar durch LEBENSMAGNETISMUS und LEBENSOD. Diese beiden KRÄFTE sind schon vorgeburtlich mitgestimmende für seine körperliche GESTALT und ERSCHEINUNG, wie auch für SEELISCHES LEBEN, denn sie wurden durch die ZEUGUNG DER ELTERN und durch die UMGEBUNG und EINLÜSSE, die auf diese vor und während der ZEUGUNG wirkten, wie ein VORHERBESTIMMTES FAKTUM ÜBERTRAGEN.

Der LEBENSMAGNETISMUS und das LEBENSOD sind wohl nach und nach etwas umzubilden und zwar mit Hilfe der dritten Kraft, der HELIODA, die als letztes Drittel im KÖRPERLICHEN und GEISTIGE LEBEN die FREIHEIT DES WILLENS, die SCHÖPFERISCHE FORTENTWICKLUNGS- und GESTALTUNGSKRAFT von innen heraus darstellt.

Diese erklärt sich so:
Nehmen wir wieder das erste Lebensanfangsorgan, die ZELLE, zum Gegenstand der Betrachtung

A
Der KREIS A stellt die umgebende AUSSENWELT dar, welche mit allen möglichen Reizen auf B, das ZELLINDIVIDUUM, einwirkt.

B
Das ZELLINDIVIDUUM. Auf jedes einzellige Individuum sowohl auf Pflanzen, Tiere, Menschen wirkt die AUSSENWELT mit LICHT, WÄRME, MAGNETISMUS, ELEKTRIZITÄT, CHEMISCHEN, MECHANISCHEN REIZ, PSYCHOLOGISCHEM REIZ usw. ein.

So müssen alle REIZE stets die PERIPHERIE DES KÖRPERLICH ORGANISCHEN LEBENS berühren, also

1. die HAUT des ZELLINDIVIDUUMS treffen, von da pflanzen sie sich zum Teil auf das INNERE fort, auf das
2. ZELLFLEISCH oder das PROTOPLASMA, bis sie
3. den ZELLKERN erreicht haben.

Hier werden die REIZE vollends UMGEWANDELT und dem LEBENDIGEN ORGANISMUS dienstbar gemacht, der ZELLKERN VERSTÄRKT dadurch SEINE EIGENE LEBENSENERGIE, den LEBENSMAGNETISMUS.

Hier im KERN tritt nun seine SPALTUNG DER KRAFT selber auf, indem eine NEUE SPANNKRAFT IM KERNKÖRPERCHEN gebildet wird, es ist das LEBENSLICHT HELIODA (s. Fig. III); diese STRAHLT NACH ALLEN SEITEN DER PERIPHERIE ZU und ERNÄHRT mit den VON MAGNETISMUS AUFGESOGENEN STOFFEN und KRÄFTEN, soweit sie in der HELIODA umbildungsfähig sind, GEISTIG und PHYSISCH den GANZEN ZELLEIB, bis zur PERIPHERIE hindurch aus, und so bildet sich in der HAUT und in den PERIPHERIEORGANEN eine besondere ART FEINGEISTIGE PHYSIOGNOMIE.


SELBSTVEREDELUNG DURCH AUFRICHTIGES SELBSTUDIUM DER ORIGINAL-MENSCHENENNTNIS

Die FORMBILDENDE HELIODA trägt dadurch VON INNEN NACH AUSSEN den CHARAKTER DES INNEREN CHEMISCHEN, MECHANISCHEN, PHYSISCHEN und GEISTIGEN LEBENS (s. Fig. III).

Der SCHWARZE RING enthält die MAGNETISCHE KERNLEBENSKRAFT, die INNEREST HELLE ZENTRALE, die HELIODA oder die SPANNKRAFT, die entgegengesetzt von innen nach außen wirkt.

Es werden demnach die HAUT, sowie alle PERIPHERIEORGANE zweimal von den Wechselwirkenden REIZEN zwischen INDIVIDUUM und UNIVERSUM getroffen, einmal VON AUSSEN NACH INNEN (s. Fig. I) und zweitens VON INNEN NACH AUSSEN (s. Fig. II und Fig. III).



Die KREUZUNGSPUNKTE aller LEBENSANREGENDEN und LEBENSBILDENDEN, wie auch FORMBILDENDEN REIZE, KRÄFTE und STOFFE liegen an der PERIPHERIE DES INDIVIDUUMS und daher SPIEGELT SICH IN DER PERIPHERIE JEDES ORGANISCHEN LEBEWESENS NICHT NUR DIE ÄUSSERE UMGEBUNG UND RASSENEIGENTÜMLICHKEIT, SONDERN AUCH DAS FREISTREBENDE, SCHÖPFERISCH GEISTIGE INNENLEBEN WIDER.

DIE PERIPHERIE OFFENBART IN IHRER EIGENARTIGEN FARBE, FORM UND BEWEGUNG DEN CHARAKTER, DAS GRUNDWESEN UND DIE BEANLAGUNG, JA ALLE PHYSIOLOGISCHEN UND GEISTIGEN INNENVORGÄNGE UND SO ERKLÄRT ES SICH, DASS IN DER PHYSIOGNOMIE DER ZELLE, DES TIERES, DES MENSCHEN GESUNDHEIT, KRANKHEIT, DEGENERATION, TOD, VERFALL, ADEL UND ENTWICKLUNG, WILLE UND BEWUSSTSEIN IN ALLEN VARIATIONEN NATURGESETZLICH ZUM AUSDRUCK KOMMEN MUSS.

Das trifft jedoch nicht zu bei TOTEN GEGENSTÄNDEN, niemals ist aus dem Äußeren eines verschlossenen Holzkastens der Inhalt desselben physiognomisch zu erkennen.

Alle anorganischen und toten Gegenstände spiegeln äußerlich ganz allein die äußeren Einflüsse wider, NIEMALS DAS VERBORGENE, WAS SIE IN SICH SCHLIESSEN.

Wohl SPIEGELN ABER ANORGANISCHE FREILIEGENDE GEGENSTÄNDE NACKT IHRE EIGENART FARBIG WIDER, Z.B. HABEN EISEN, KUPOFER, SILBER STETS IHRE BESONDEREN FARBEN, ABER DIE FORM IST NUR STRUKTIV NICHT ORGANISCH CHARAKTERISTISCH.

ANDERS MIT DEM ORGANISCHEN LEBEN, HIER OFFENBART SICH ALLES EIGENE UND VERBORGENE IM KÖRPERLICHEN UND GEISTIGEN ÄUßERLICH IN DER PHYSIOGNOMIE, DENN ALLE EINGEFÜHRTEN FREMDEN REIZE UND STOFFE VERWACHSEN MIT DEM EINHEITLICHEN LEBENSPROZESS UND DAS GANZE INDIVIDUUM IST EINE EINHEIT VIELER KRÄFTE, STOFFE UND EIGENSCHAFTEN, DIE SICH ALLE ÄUSSERLICH OFFENBAREN.


„IN DER FORM LEBT DIE GESTALT“

Dies ist das wichtigste NATURGESETZ IN DER ORGANISCHEN WELT, das wir erkennen können und hierauf stützt sich die ganze NEUE LEBENS-, KÖRPER- UND SEELENAUSDRUCKSKUNDER, DIE PSYCHO-PHYSIOGNOMIK.

Es ist nun wichtig den UNTERSCHIED ZWISCHEN PHYSIOGNOMIK UND PSYCHO-PHYSIOGNOMIK festzuhalten.

Eine PHYSIOGNOMIE hat jedes anorganische Ding auch, das heißt, einen gewissen typischen äußeren Ausdruck (Farbe und Gestalt), aber KEINE PSYCHO-PHYSIOGNOMIE. Die Psycho-Physiognomik ist streng genommen EINE WISSENSCHAFT VOM ORGANISCHEN LEBEN UND DESSEN INNEWOHNENDEN KÖRPERLICHEN UND SEELISCHEN KRÄFTEN.

DIE PSYCHO-PHYSIOGNOMIK IST DIE NEUE NATURWISSENSCHAFTLICH OFFENBARUNGSLEHRE UND ZWAR FÜR DEN NATURWISSENSCHAFTLICH GEBILDETEN. SIE IST DAHER DIE GRUNDLEGENDE LEHRE FÜR EINE HÖHERE HARMONISCHE WELTANSCHAUUNG, NÄMLICH DER KALLISOPHIE [Schönheits-Lehre].

Der ZWEITE BEWEIS, DASS SICH IM ÄUSSEREN DAS INNENLEBEN SPIEGELT, IST DAS LEBEN AN SICH SELBST.


LEBEN heißt SICH BETÄTIGEN -; wenn nun die nächste Betätigung in der Aufsaugung der KRÄFTE und STOFFE von außen nach innen geschieht, so ist damit nur die erste Hälfte der aktiven LEBENSEIGENSCHAFT erfüllt; die zweite Hälfte oder der volle LEBENSZWECK wird erst erreicht, durch DIE BETÄTIGUNG VON INNEN NACH AUSSEN.

Alle ERNÄHRUNG hat nur den ZWECK, SPANNKRÄFTE ZU SAMMELN, UM SICH NACH AUSSEN HIN ZU BETÄTIGEN, FORTZUBEWEGEN, FORTZUPFLANZEN, FORTZUBILDEN. Daher wachsen von innen nach außen auch alle Sinnesorgane, Glieder usw. und alle Kräfte und alle Stoffe treten in den Dienst der Betätigung, die sich von innen nach außen vollzieht.

Aus diesen Grunde muß sich weiter DAS INNERE IM ÄUSSEREN BEKUNDEN.

Der DRITTE BEWEIS für die Tatsache, DASS SICH DAS INNERE IN DER ÄUSSEREN PERIPHERIE OFFENBART, ist:

Die BEFRUCHTETE MUTTER- ODER STAMMZELLE überträgt bei der NEUBILDUNG EINER TOCHTERZELLE ALLE EIGENSCHAFTEN UND KRÄFTE, ALLE STOFFMISCHUNGSEIGENTÜMLICHKEITEN UND GEISTIGEN GRUNDLAGEN. Die TOCHTERZELLE vollzieht bei der REIFE sobald sie wieder eine ZELLE NEU BILDET, denselben Vorgang und so erklärt es sich, dass durch den ganzen vollendeten Körper eines NEUGEBORENEN KINDES oder eines ausgewachsenen Menschen EIN EINHEITLICHES GEISTIGES UND MATERIELLES INDIVIDUELLES ETWAS VERWOBEN IST, DAS INNERLICH SO WIE ÄUSSERLICH, UND ÄUSSERLICH SO WIE INNERLICH EINEN EINHEITLICHEN INDIVIDUELLEN CHARAKTER TRÄGT UND ZWAR MATERIELL UND GEISTIG.

UND DAHER IST AUCH AUS DIESEM GRUNDE IM ÄUSSEREN DAS INNERE ERKENNTLICH.

Damit eröffnen sich dem FORSCHER und BEOBACHTER ganz NEUE GESICHTSPUNKTE ÜBER DAS LEBEN und seine Gesetze und der WEG ZUR WAHRHEIT auch im GEISTIGEN LEBEN ist uns damit klar vorgezeichnet.

JEDES INDIVIDUUM HAT DREI GRUNDWESENHEITEN, EINMAL DAS NEGATIVE, BILDSAME LEBENSELEMENT, WORAUF DAS POSITIV IMPULSIVE WIRKT. DAS NEGATIVE IST GOBSTOFFLICH, ES IST DAS LEBENDIGE PROTOPLASMA, DAS SEELISCH DIE MEDIOMA DURCHWEBT, AUF DIESES WIRKT DAS ERSTE AKTIVE WESENSELEMENT DIE MAGNETISCHE LEBENSENERGIE UND DANEBEN DAS ZWEITE AKTIVE LEBENSELEMENT, DIE HELIODA.


Die innere Wesenheit besteht also außer dem negativen Element aus zwei positiven Impulskräften, die eine schafft das OBJEKTIVE, die andere das SUBJEKTIVE SEIN.

Das objektive Sein ist durch LEBENSMAGNETISMUS, das subjektive durch die HELIODA geschaffen. Das UNBEWUSSTE SEIN liegt in der MEDIOMA ODER DEM OD.

Die HELIODA schafft die GEDANKENBILDER und sucht alle Maßbestimmungen am objektiven Sein in sich selbst, im magnetischen ICH. Jeder hat zunächst für sich das Maß womit er die Dinge erkennt und geistig mißt, in sich tragend.

Das SUBJEKTIVE ICH, die HELIODA, bildet aus der MEDIOMA nicht nur innere ORGANE, sondern auch MATERIELLE ÄTHERISCHE WESEN IN DEN GEDANKEN und VORSTELLUNGSBILDERN und so erklärt sich mancher rätselhafter Vorgang auf dem GEBIET DES OKKULTISMUS wo reale Kräfte und Gestalten objektiv gesehen worden sind. Die HELIODA MIT IHREN GEDANKEN- UND WILLENSIMPULSEN KANN AUS DEM SELISCHEN BIEGSAMEN UND SCHMIEGSAMEN NEGATIVEN FEINMATERIELLEN OD, SUBJEKTIVE SCHÖPFERISCHE GESTALTEN UND ZWAR SUBJEKTIVE VISIONEN UND OBJEKTIVE WIRKLICHKEITSFORMEN UND WESEN WENN AUCH NUR VORÜBERGEHEND SCHAFFEN.

Für den ARZT ergibt sich die Aussicht, dass er künftighin KRANKHEITSDISPOSITIONEN, vielmehr im ÄUSSEREN, ihm nach bisher noch unbekannten KÖREPERLICHEN MERKMALEN weit sicherer erkennen kann, als durch manche bisher umständliche und mangelhafte Untersuchungsmethoden, PSYCHO-PHYSIOGNOMISCHE DIAGNOSEN.


Für ELTERN, LEHRER und ERZIEHER eröffnet sich die Aussicht, dass sie die Kinder nach ihrer äußeren körperlichen Gestalt besser beurteilen lernen und mit der ERZIEHUNG INDIVIDUELL vorgehen und die NATÜRLICHE BEANLAGUNG beobachten; für den DICHTER und BILDENDEN KÜNSTLER ergeben sich ganz NEUE MOTIVE und für den JURISTEN wird manches menschlich erklärt und aufgehellt, was ihn gerechter und HUMANER denken läßt.

Der GESETZGEBER, der STAATSMANN wird nach diesen NEUEN LEBENSGESETZEN nun WEISER UND EDLER beobachten, denken und handeln lernen und manches besser machen, als es ihm bisher möglich war.

Die RELIGION erhält ganz NEUE BELEBUNGSELEMENTE, wodurch sie alles Unbrauchtbare ausscheidet und sich völlig umgestaltet und IM EINKLANG MIT DER WISSENSCHAFT MEHR GLÜCK UND HARMONIE UNTER DIE MENSCHEN bringen kann. EINE GANZ NEUE KUNST-, GESELLSCHAFTS- UND SITTENLEHRE wird hieraus gezogen werden müssen, was in den ZWÖLF KALLISOPHISCHEN BÜCHERN „DER NEUE MENSCH UND DIE NEUE WELT“ bereits von mir geschehen ist. Das Werk erscheint nach diesen Lehrbriefen.

Carl Huter Freundinnen WILMA CASTRIAN und ANGELIKA NACHBARGAUER weisen in ihrer ERSTAUSGABE im Jahr 2008, „PPP – PRKATISCHE PSYCHO-PHYSIOGNOMIK nach CARL HUTER“ s.13 daraufhin, „DIESE SCHRIFTEN [„DER NEUE MENSCH UND DIE NEUE WELT“] SIND VERSCHOLLEN, WAHRSCHEINLICH IN AUSTRALIEN.



WAS IST DER SINN UND ZWECK DES LEBENS UND ALLEN DASEINS?
DER SINN DES LEBENS ist es, VOLLKOMMENHEIT zu erreichen. Sie ist der Zustand des absolut GOTTÄHNLICHEN und das ENDZIEL DER EVOLUTION. Der Sinn und Zweck allen Daseins ist es, LIEBE, SCHÖNHEIT und GLÜCK im UNIVERSUM zu MEHREN.


Daher wird auch der gute Mensch lernen müssen aus seiner Reserve und Tatenlosigkeit herauszutreten, d.h. er wird durch immer neues Ungemach und Unglück dazu veranlaßt, er wird zum Kämpfer für Wahrheit, Recht und Schönheit werden müssen, weil es keinen andern Weg der Höherentwicklung und zur endlichen Erreichung des Menschenglückes gibt.