Freitag, 10. September 2010

EINE REISE ZU DIR SELBST (HELIODA1)











Der gute Menschenkenner
nach Carl Huters Psycho-Physiognomik
© Mai 1941, Nr. 100

ZUR HUNDERTSTEN AUSGABE.
Stets ist die Physiognomische Psychologie Carl Huters die Grundlage für alle in dieser Zeitschrift gebrachten Arbeiten gewesen.


DAS EDLE DENKEN
UND EMPFINDEN

und die
äußere Formbildung


DER SCHAFFENDE LEBENSGEIST
baut und formt in allen Zellen und
Geweben an der inneren und äußeren
Organ- und Gestaltbildung
und bringt - von LIEBE getragen –
das EDLE STREBEN, das GUTE WOLLEN,
die HOHEIT DES GEISTES IN AUGEN
UND GESICHT zum Ausdruck

DIE PHYSIOGNOMIK SCHULT
DEN BLICK FÜR DIE BEDEUTUNG
DER LEBENSFORMEN

WAS IST SCHÖN? WAS GUT IST,
ECHT UND WAHR.


LEBEN, SEELE UND DASEINSZWECK
SPRICHT AUS DEN LEBENDIGEN FORMEN
ZU UNS. – LERNEN WIR DIE SPRACHE
DER NATUR RICHTIG VERSTEHEN!


WIE ERKENNT MAN DAS GUTE?
An der Harmonie und Symmetrie, am
Geistigen Ausdruck der Lebensformen.


Das Böse verzehrt sich,
Das Gute bleibt ewig,
Drum wähle das Beste,
Vermeide das Schlechte!


Das obige Bildwerk „Die Perlenfee“ ist eine Schöpfung der Phantasie und eine Darstellung der idealen Kunst. Die Perlenfee entnimmt aus einer Schale die schönsten in Schmuck und Fassung kunstvoll verarbeiteten Perlen, die sie auf ihre Schönheit prüft und mit denen drei Engelskinder um sie her in frohem Spiel beschäftigt sind. So etwas gibt es in Wirklichkeit nicht, aber der Künstler hat ein Recht zu idealisieren, weil er durch ideale und schöne Schöpfungen die Lust und Liebe, die Freude am Glücklichen und Schönen anregen will. Die Idee eilt ja stets den Werken des schaffenden Menschengeistes voraus.

Die Perlenfee von N. Diaz
Der Künstler will den Alltag vergolden und alle Sorgen vergessen machen, er will durch schöne und glückliche Darstellungen erheben und erfreuen, schöne Vorstellungen wachrufen, und so konnte er aus diesem Gefühl heraus das schöne Bildnis, „die Perlenfee“, hervorbringen.
Das Bild strahlt Glück aus und eine überirdisch ideale Stimmung liegt über den Gestalten, der Handlung und Landschaft. Der Künstler kann sich die Perlenfee und die Engelskinder offenbar nur in einer sehr schönen Umwelt denken, daher paßt er die Landschaft diesem frohen Spiel der Gestalten an.
Blumen umgeben die Fee, der Jugend frohe Fülle begleitet sie. Lebenswarm und Freude erweckend schön ist der Körperbau dieser Frauengestalt, die ewige Jugendkraft und Schönheit des sich erneuernden Lebens symbolisierend.

Die Körperformen der Perlenfee sind sehr weich und voll plastischer Lebenswärme, voll unergründlichem Lebensgeheimnis – wie die Perlen, - edel und schön. Es ist das harmonische Empfindungs-Naturell mit dem zarten Hals, dem kleinen Gesicht, den schönen Gesichtsorganen und großen Augenlidern.
Der Künstler hat sich aber auch wieder ganz an die Wirklichkeit gehalten. Die Perlenfee liebt Schmuck, sie hat den prüfenden Ausdruck im Gesicht, und bei aller Grazie und Gelassenheit in der Haltung und Bewegung und trotz der Perlen, die das Haar und Vorderhaupt schmücken, hebt der Künstler dennoch den hinteren Teil des oberen Kopfbaues hervor. Dort liegen die Gehirnzentren und Organe für den edlen Stolz und die Festigkeit der Persönlichkeit. Es ist also mit Absicht nicht das vordere und mittlere Oberhaupt am stärksten betont, wo der Sinn für die höchsten Ideale, die der Mensch haben kann, zu suchen ist.

Der Künstler verleiht aber der Fee einen ganz besonders weichen und eigenartig feinen, wie Perlen schimmernden Schmelz über der ganzen Haut, an Brust, Hals und Gesicht, und besonders im oberen Teil ist das breite Seitenhaupt schön betont; dort liegt der Sinn für Schmuck und die Liebe zu den allerschönsten Gegenständen.


Zweifellos hat der Künstler diese Formbildung bei Personen, die eine besondere Liebe für edlen Schmuck haben, im wirklichen Leben beobachtet und auch richtig wiedergegeben.
Der Künstler hat damit sagen wollen, daß das Weib das Glück und allen Schmuck und alles Schöne, auch die glücklichste Umwelt haben sollte. Er hat andeuten wollen, daß das in der Natur des Weibes begründet liegt. Gleich einer Fee möchte er ihr alles geben.
Und doch hat der Künstler gewußt, daß Diamanten und Perlen, alles, was das Herz nur begehrt, - der herrlichste Schmuck und die schönste Umwelt, das Weib noch nicht glücklich machen.
Dieses vollkommenere Glück sieht der Künstler in den Kindern, denn ohne die drei Engelkinder wäre das Bild leer und würde niemals das sagen, was es zum Ausdruck bringt. Der Maler weist damit auf die Zweckbestimmung des Lebens und die Gesetze der Liebe und des Lebens, auf die göttliche Schöpferkraft der Liebe hin. Diese kann aber nur ihre beste Erfüllung finden, wenn das Weib glücklich ist, der Schönheit und dem Glück in schönster Umwelt leben kann.

Helioda = Lebenslichtleitstrahlkraft

Welch großartige Harmonie und Symmetrie und glückliche Ruhe liegt in dem Körperbau, der Bewegung und Haltung und den Gesichtern der vier Gestalten unsers Bildes! Es ist klar, daß die bauenden und formenden Natur- und Lebenskräfte eine solche glückliche und schönste Formgestaltung nur hervorbringen können, wenn das Glück der Liebe und der Umgebung vorhanden ist.
Der Künstler hat damit sagen wollen, daß der Mann seine Aufgabe nicht übersehen soll, für das liebende und sich nach Glück, Liebe und Kindern sehnende Weib das Herrlichste, das Beste und Schönste zu schaffen.
Aber auch dann wäre das Glück des Weibes noch nicht vollkommen, denn wir sehen, daß das vordere und mittlere Oberhaupt der Fee wohl mit Perlen geschmückt, aber zweifellos unvollkommen entwickelt hat.
Was ist es nun, was zu einem vollkommenen Glück noch fehlen könnte? Die Antwort ist leicht gegeben. Es sollte noch alles das hinzukommen, was das vordere und mittlere Oberhaupt und selbst die Stirn des Menschen zur vollendeten Entfaltung bringt.
Das ist das höchste Ideal. Der Reichtum, der Schmuck, die schönste Umwelt, das Glück der Kinder, alles was das Herz begehrt, vollendet das Glück noch nicht; denn das Weib will mit ihren Kindern nicht nur sich selbst und dem Kinde, sondern auch noch dem Manne dienen, der nicht nur das Idealste und Schönste schafft und gibt, sondern der darüber hinaus das Weib zu den höchsten Menschheitsidealen mit hinaufzieht. Dann erst ist das Glück des Weibes vollkommen und alle Wünsche sind erfüllt. Das Glück der Fee wird Wirklichkeit, und das Weib vermag dann erst ihre ganze große herrliche Aufgabe zu erfüllen, Leben und Liebe zu spenden, mit zu schaffen und mit zu arbeiten und sich an allem Schönen zu erfreuen.


Das aber setzt voraus, daß der Mensch seine körperlichen und geistigen Anlagen nicht nur einseitig, sondern nach jeder Richtung hin abgerundet ohne Ecken und Kanten zur Entwicklung und Entfaltung zu bringen versucht.
Die Möglichkeit ist, wenn auch nicht von heut auf morgen, gegeben, denn die Natur hat sich auch aus den kleinsten Anfängen immer mehr zur Harmonie und Vollendung entwickelt. Wie in der ganzen Natur der schaffende Lebensgeist in den Formen, Farben und Gestalten, in Tönen, Gesten und Bewegungen zum Ausdruck kommt, so erst recht in der Form- und Lebensbildung beim Menschen, der Krone der Schöpfung dieser Erdenwelt.
So kann ein Bildwerk vieles lehren, selbst dann noch, wenn es nur eine ideale Schöpfung der Phantasie.


Wir bringen rechts oben – zur hundertsten Ausgabe dieser Zeitschrift – ein Bildnis Carl Huters, des Begünders der Psycho-Physiognomik [Physiognomische Psychologie], die ja die Grundlage für alle vorangegangenen hier veröffentlichten Arbeiten gewesen ist.

CARL HUTER (1861-1912)
IN DEN FORMEN
LEBT DER GEIST!
Das Bild zeigt die Lebenswirklichkeit, - es ist weder ein Kunstwerk, noch eine Idealisierung, sondern eine naturgetreue photographische Aufnahme. Und doch könnte man im ersten Augenblick und bei näherer Betrachtung des Bildes denken, es sei kunstvoll idealisiert. Da das nicht der Fall ist, so muß man diese Form- und Ausdrucksbildung als ein Kunstwerk der Natur ansprechen.


Der Goldene Schnitt

Man vergleiche nach allen Seiten die einzelnen Proportionen von Augen und Gesicht im Verhältnis zur Stirn- und Schädelbildung; - und wer gewohnt ist, die Maßverhältnisse nach dem goldenen Schnitt zu beobachten, - nach welchem die Natur arbeitet, - wird die seltene Erhabenheit derselben erkennen.
Dabei beachte man die sehr bestimmte Körperhaltung, den feierlichen festen Augen- und Gesichtsausdruck, dann wird man bei der Betrachtung des Bildes selbst ganz unwillkürlich feierlich gestimmt.

Die große Iris der Augen, - man versuche diese durchgeistigte Augensternbildung zu erkennen, - die Abgeklärtheit, die in und über allen Geweben liegt, ist so etwas Seltenes, daß man staunt, daß die Natur ein solches Form- und Lebenswerk hervorzubringen imstande ist.

Plan der Iris von Carl Huter in 33 jähriger Lebensarbeit [Hinzugefügt]
Huter hatte zu der Zeit der Aufnahme des Bildes seine Forschungen im Prinzip abgeschlossen, aber auch das aller schwerste Leid durchgemacht und noch zu überwinden, - sein Leben neigte sich dem Ende zu. Das alles ist in den Gesichtszügen ausgeprägt, ebenso wie das Bewußtsein, daß seine Forschungen die größte Wahrheit in der Natur erkennen lassen. Sein Idealismus, seine Treue und innerliche Festigkeit in der Erkenntnis der Wahrheit in der Natur ist ungebrochen. Daher der feierliche und erhabene Ernst. – Im tiefsten Leid noch spiegelt der Ausdruck die ganze Schönheit seiner Forschungen und Entdeckungen in ihrer Gesamtheit und die Zielrichtung derselben wieder. Lebendig ist in Nerven, Fleisch und Blut, Muskeln, Gewebe und Formbau sein schaffender Lebensgeist hier verkörpert.

Es ist der Lebensgeist, der alles Schöne in der Natur geschaffen hat, der die Materie organisiert und formt, den Huter zuerst in der Empfindungsenergie der Materie nachwies und dann als eine besondere Lebensstrahlenergie erkannte. Er stützte sich dabei auf die zu seiner Zeit neuen Zellzentrosomaforschungen. -
Huter hatte den Organisator im Lebendigen in dem anatomischen Strahlengebilde der Zelle gefunden und als allüberall in der ganzen Natur wirkend und gestaltend nachgewiesen.

Entdeckungen
Es war Huter völlig klar und geistesgegenwärtig, daß diese Lebensstrahlenergie mit Zeugungs-, Liebes-, Glückes-, Freudes- und geistiger Schöpferkraft identisch ist. Daher das Glück der Wahrheitserkenntnis, das der Ausdruck spiegelt, das wie ein verborgenes Licht in seine Augen, in allen lebendigen Geweben, in der Formbildung und der Haltung glimmt.

Die herrlichste Schönheit in allen Lebensdingen sieht Huter durch seine Forschungen zur praktischen Lebenswirklichkeit werden. Das Bild und die Entdeckungen Huters sind Zeugen für dem lebendigen Parallelismus zwischen dem Schöpfer und seinem Werk, zwischen Innen- und Außenwelt, der geistigen Schaffenskraft und den in der Natur liegenden Prinzipien der Lebensentwicklung zu immer größerer Vollkommenheit und Schönheit.


VOLKSTÜMLICHE DARLEGUNGEN
ÜBER DIE WELT- UND LEBENSRÄTSEL.
Vorlesungen im einstigen Huter-Museum, 1910. (Fortsetzung)

DIE ZELLENLEHRE.
(Mit der Zelle nimmt das Leben seinen Anfang und der Organismus baut sich aus Zellen auf.)
Das lebende Eiweiß sucht sich in der Lebenszelle zu organisieren. Der Urschleim oder der Protoplasmaschleim besteht aus Kernen und aus einer Zellmasse. Der Zellkern ist der Beweis für die Attraktionserscheinung. Der Zellkern zieht die Teile zusammen.
Jede organisierte Zelle besitzt aber außer dem Kern noch ein Strahlkörperchen (ZENTROSOMA). Wenn die materialistische Weltanschauung sagt, daß vom Zellkern alles abhänge, so ist das ein Irrtum.

Dogma
Das Leben, die Helioda, die im Zellstrahlkörperchen gesammelte geistige Strahlkraft, IST DAS OBERSTE PRINZIP, nicht das materielle Prinzip im Zellkern, denn dieses ist dem ersteren untergeordnet. Demnach gibt es drei Elemente in den ersten Lebensgebilden,
1. Zellmasse,
2. Zellkern,
3. Zellstrahlkörperchen.

RECHTSSEITIG IN DER ZELLE sammelt sich im Kern die harte Materie, LINKSSEITIG das geistige Element in der Strahlung. Bei der Zellteilung (Wachstum), wenn das Liebesleben in die Erscheinung tritt und das Lebenslicht im Zentrosoma zentral zu wachsen beginnt, teilt sich das Strahlkörperchen und die zwei so entstandenen Zentrosomen wandern in die magnetische Achse hinein und spannen damit die magnetischen Lebensenergien in ihren Dienst.


Der Zellkern wird auseinandergezogen, und es bilden sich aus dem Zellkern Schleifen. Diese Kernschleifen wachsen und folgen den nach den Polen abgewanderten Zentrosomen, unter deren Richtkraft sie sich zu neuen Kernen ordnen. Huter hat den Beweis erbracht, daß die seelische Materie unter normalen Umständen die lebenskräftigere ist und stärker wirkt wie die chemische Energie. Diese zarten, feinen Strahlen ziehen also, sobald die magnetische Energie unter ihrer Botmäßigkeit steht, die sehr festen Bestandteile des Kerns auseinander; die geistigen Strahlen ziehen das Materielle auseinander, es bilden sich NEUE FORMEN. (ES IST DER SIEG DES GEISTIGEN ÜBER DAS MATERIELLE ELEMENT.) DAS PRIMÄRE, DAS ERSTE, WAS SICH TRENNTE, UM NEU ZU SCHAFFEN, WAR DAS GEISTIG ZENTRALE; ES TEILT SICH IN ZWEI FORMEN, - DAS IST DER ERSTE WACHSTUMSVORGANG. DAS GEISTIGE ELEMENT TEILT ODER SPALTET SICH, WENN ES ÜBERGLÜCKLICH IST UND VERMEHRT SICH IN ZWEI TEILE. (HUTER BENANNTE DIE IN DEN ZELLSTRAHLKÖRPERCHEN WIRKENDE ENERGIE, DA ER DIESE ALS GEISTESSTRAHLKRAFT ERKANNTE, HELIODA, D. I. LEBENSLICHT.)

HELIODA = LEBENSLICHT

WARUM BAUTE ICH MEINE GANZE LEBENSFORMKUNDE UND PHYSIOGNOMIK [PHYSIOGNOMISCHE PSYCHOLOGIE] IN DIESER WEISE AUF?
DAS ZENTROSOMA IST DER BEGINN DES LEBENS! DIE ZELLE STIRBT AB, WENN DAS GEISTIGE, DIE LEBENSSTRAHLUNG, DIE KRAFT DER HELIODA, NICHT EINWIRKT.

Der Vorgang der Zellteilung unter Mitwirkung des Zentrosomas wurde u.a. von Prof Stöhr, Würzburg, dargestellt. (Wir können den Histologen, Zell- und Gewebsforschern für ihre mühsamste Arbeit nicht genug dankbar sein. Huter hatte die Lebensstrahlung auf anderem Wege gefunden, und er sah sie durch die Zellzentrosomastrahlung bestätigt.)

Prof. Stöhr

DIE NATURELLEHRE.
Beim Manne ist das Geistige und die Naturellanlage stärker entwickelt wie beim Weibe. Das Weib hat nicht so viel strahlende positive Kraft, sondern mehr negatives, weiches Empfinden. Das ist im Durchschnitt der Unterschied zwischen den Geschlechtern in Form, Inhalt und Wesen.

Kräfte am Beispiel der Frau
Im Weibe ist die Empfindungskraft mehr verteilt, es hat mehr abgerundete weiche Formen. Der Mann ist härter, eckiger und extremer. Es gibt drei Grundtypen in der Natur.
1. das EMPFINDUNGS-NATURELL mit zarten Formen,
2. das ERNÄHRUNGS-NATURELL, das die runden Formen hat,
3.das BEWEGUNGS-NATURELL, das die stärkste Form und Masse besitzt, den stärksten Lebensmagnetismus, aber auch die Neigung zur Disharmonie. Wir haben drei primäre und zwei polare Naturellformen.

Die untenstehenden DREI BILDER gehören noch zu den ersten Naturellaufnahmen, die Huter vor 1900 anfertigen ließ.

ZUR NATURELLEHRE



Das Bilde links oben zeigt das PRIMÄRE CHEMISCHE RUH- UND ERNÄHRUNGS-NATURELL, den vollen, runden und dicken Körperbautypus. Es ist das wirtschaftliche Talent mit der Neigung zu Seßhaftigkeit, Ruhe und Bequemlichkeit, zu reichlich gutem Essen und Trinken.

Das zweite Bild zeigt das PSYCHISCHE, IDEALE DENK- UND EMPFINDUNGS-NATURELL, den zarten Körperbautypus. Es ist, auf sich allein angewiesen, dem harten Dasteinskampf nicht gewachsen. Es neigt zu einer verfeinerten Lebensart mit entsprechender Betätigung.


Das nebenstehende Bild zeigt das PHYSIKALISCHE TAT- UND BEWEGUNGS-NATURELL mit dem fast athletischen Körperbau, dem bevorzugten Knochen- und Muskelsystem. Es neigt zu harter Arbeit, Kraft- und Energieentfaltung, Ertragung von Strapazen, zu Überhebung und harter Herrschaft über andere. Es kann sehr unökonomisch sein.
Sie stellen die von ihm entdeckten DREI PRIMÄREN KÖRPERBAUTYPEN dar. Anläßlich der 100. Ausgabe dieser Zeitschrift sollen uns diese alten Originalbilder nochmals an jene Zeit erinnern; denn gerade diese Entdeckung Huters ist weitgehendst bekannt geworden und hat praktische Auswertung gefunden. –

Carl Huter = Original; Kretschmer = Plagiat
Ursprünglich, im ersten Anfangsstadium der jungen Frucht im Mutterleib, bilden sich nach einer kleinen Anhäufung von Zellen DREI KEIMBLÄTTER.




Das obere und äußere Keimblatt enthält das stärkste EMPFINDUNGSLEBEN, und daraus entsteht das NEVENSYSTEM.
Durch Spaltung entstehen aus dem äußeren Keimblatt die ÄUSSERE HAUT und die EMPFINDUNGSORGANE. Haut und Nervensubstanz stehen im Zusammenhang. Daher ist es durchaus verständlich, wenn Huter lehrt: an der feinen Haut erkennt man den feinen Menschen. Aus dem feinfühlenden Menschen hat sich der GEISTIGE MENSCH entwickelt, der Künstler, Dichter, Gelehrte, Musiker usw.
Das INNERE KEIMBLATT enthält das ERNÄHRUNGSLEBEN, und daraus entstehen die ERNÄHRUNGSORGANE. Durch die Ernährung wird das Leben stärker.



Unter diesem Keimblatt wächst die Substanz für die BEWEGUNGSORGANE hervor, das MITTLERE KEIMBLATT, und aus diesem entsteht das BEWEGUNGSSYSTEM. (Es liegt das durch die ganze Natur gegebene DREITEILUNGSPRINZIP auch dem Aufbau unseres Körpers zugrund.)
Die Naturellanlage wir durch die Vererbung fortgepflanzt, wenn der männliche Same das POLARE, STARKE, die GEISTESKRAFT, das LEBEN, in das WEIBLICHE, NEGATIVE ELEMENT hineinbringt.
In dem äußeren Keimblatt ist das darin liegende Empfinden stärker betont, - das geistig starke Gefühl bei der Befruchtung kommt in dem inneren Keimblatt zum Ausdruck, - während in dem mittleren Keimblatt die Bewegungskraft sich äußert.
Wenn die Kraft des männlichen Elements stärker ist als die des weiblichen, - dann wird die Frucht männlich.
Ist die weibliche Kraft stärker als die männliche, dann entsteht eine weibliche Frucht.



Die Zeugung kann aber auch SEELISCH BEEINFLUSST WERDEN, - denn die primäre seelische Energie im Zellzentrosoma zieht wie an feinen Fäden die dichte Kernsubstanz auseinander und ermöglicht die Bildung neuer Geschlechts- und aller weiteren Körperzellen. (DIE LEIB-SEELE-EINHEIT ist heute ZUM LEITPRINZIP ALLER FORTSCHREITENDEN ERKENNTNIS GEWORDEN, und der seelische Einfluß bei der Schöpfung und Zeugung ist von ähnlicher Bedeutung für das Zentrosoma, - den ORGANISATOR IM LEBENDIGEN, - wie der chemische und physikalische Einfluß für die Schleifenbildung der Chromosomen.)
Wenn in der Liebe eine zarte Frau einen Mann sehr stark liebt, dann werden Knaben erzeugt. Denn was man liebt, wird erzeugt, d.h. durch das GLÜCK DER LIEBE wird die Nerven- und ZENTROSOMASTRAHLUNG stärkstens angeregt, der Samenfaden mit dem männlichen Geschlechtselement stärker angezogen, daß er das Ei befruchtet. Im Übermaß des Glückes erscheinen durch Spaltung die Strahlengebilde der beiden Zentrosomen, wie sie von allen Zellforschern übereinstimmend beobachtet sind.













Der gute Menschenkenner 1932-1941
Huter starb im Jahre 1912, und nach der kurzen Zeitspanne unseres Lebens bemessen ist das nun schon lange her. Viele Leser werden nur das eine oder andere Werk Huters kennen oder noch keines gelesen haben. Da kann es vorkommen, daß die Meinung entsteht, daß die hier behandelten Forschungen und Entdeckungen dem Herausgeber dieser Zeitschrift, also mir [Amandus Kupfer (1879-1952)], zugeschrieben werden.
Daher möchte ich betonen, daß ich weder Neuforschungen, noch irgendwelche Entdeckungen gemacht habe und die Folgerungen, welche ich aus den Forschungen Huter gezogen habe, liegen durchaus im Rahmen derselben.
Ein Beispiel kann das noch deutlicher machen: Ein Meister, der etwas ersann und etwas Besonderes geleistet hat, bleibt darin original. Wenn nun Lehrlinge und Gesellen etwas von diesem Meister gelernt haben, so bleibt doch die ursprüngliche Arbeit des Meisters einmalig und wohl kaum in derselben Weise wiederkehrend. Daher sagt auch der Volksmund mit Recht: „Den Meister soll man ehren“, und das ist es, was ich mit diesen Worten sagen wollte.
Die Freude aber, das Glück, der Wahrheit in der Natur näher zu kommen, um auch den praktischen Lebensnutzen daraus ziehen zu können, die verbleibt uns allemal und macht am Ende alle Mühe und Arbeit gering.




So kann ich nur den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß der Leser mehr und mehr die Naturwahrheit der Lebensausdruckskunde mit eigenem Sehen und Denken erkennen möge, seelische und geistige Befriedigung finden möge und recht großen praktischen Lebensnutzen davontrage, „daß Segen der Mühe Preis sei!“ Mag dann die Zeit vergehen, die große Natur ist ewig und alles Geschehen drängt zu einem großen Ziel, DER WAHREN UND ECHTEN SCHÖNHEIT IN ALLEN DINGEN DES LEBENS.








STÖHR UND Helioda in der lebenden Zelle

Ich wies wiederholt durch Hellfühlexperimente das Gedächtnis der anorganischen Materie für psychische Eindrücke und Begebenheiten auf Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende nach. Damit war die Theorie, daß solche Eindrücke durch Atom- und Ätherschwingungen ihre Erklärung fänden, hinfällig geworden. Denn alle nachfolgenden stärkeren physikalischen Eindrücke auf einen bestimmten Gegenstand müssen die vorhergehenden nach den Gesetzen der Mechanik infolge durchkreuzender Wellenbewegungen aufheben.
Das Gedächtnis der anorganischen Materie ist daher nicht auf mechanische Ätherschwingungen, sondern auf eine besondere selbständige Empfindungsenergie zurückzuführen.


ICH NANNTE DIESE ENERGIE DER MATERIE DIE DRITTE WELTENERGIE.

Daß diese Annahme richtig war, haben alle weiteren Nachforschungen und Prüfungen ergeben.

Masaru Emoto, Japan, hat dies mit der Visualisierung und dem Nachweis der Gedächtniskraft von Wasser voll bestätigt.
Das gab natürlich der rohen, materialistischen Weltanschauung einen gewaltigen Stoß und die Anhänger derselben, denen ihr Dogma von der unbeseelten und geistlosen Materie eine einsuggerierte Lieblingsidee geworden war, hatte ich plötzlich zu einem großen Teile als Gegner.




Ich aber sage: IDEALLIEBE, IDEALKRAFT, IDEALKULTUS, kurz RELIGIÖSES, VON DOGMEN FREIES, HEILIGES INNENLEBEN IM STREBEN NACH BESSEREM UND VOLLKOMMENEREM IST DIE LETZTE URSACHE ALLER HÖHERENTWICKLUNG.

Veredelung durch Studium der Original-Menschenkenntnis.
Wer erfahren hat, wie wahr das Sprichwort ist „Friede ernährt, Unfriede verzehrt“, der wird die Nützlichkeit dieser Studie für das Leben nicht mehr verkennen und vielleicht wünschen, daß sie auch gelehrt werden, - denn auch der Friede auf Erden kann durch ein naturwissenschaftliche und praktische Grundlage Stärkung und Sicherung erfahren.

Die Wahrheit ist eine unbesiegbare Macht, sie läßt sich nicht aus der Welt schaffen.
Die Vervielfältigung und Vergrößerung der Original-Zeichnungen und Bilder ist nicht gestattet. Man wende sich an den Verlag.



Kampf um Macht
Die eifersüchtige Bewachung und die Verharrung auf alten Irrtümern ist kein Beweis von hervorragender Intelligenz. Die Wissenschaftlichkeit hängt in letzter Linie nicht vom Beibehalten irriger Anschauungen ab, sondern vom Fortschreiten in der Erkenntnis der Wahrheit. Jede echte Wissenschaft und ihre Anhänger sind verpflichtet, neue Tatsachen zu prüfen und den Wahrheitsbringer zu fördern und zu schützen. Solche tüchtigen Vertreter echter Naturforschung fand ich viele, aber die Fanatiker der Gegenpartei ereiferten sich darüber um so mehr, und so kam ich ohne Schuld in den Kampf wissenschaftlicher Meinungen und Irrungen und damit in den Kampf um die Weltanschauung – nur weil ich einige Tatsachen nachgewiesen hatte.

Der Wahrheit und der Schönheit das ganze Sein
Die Annahme der Materialisten, ich würde den Vertretern der Kirche ein willkommener Naturforscher sein, weil meine Entdeckungen verschiedene Dogmen der Kirche als Stützpunkt diesen könnten, ist eine unnötige Besorgnis, denn ich gehe vollständig unabhängig und unbeeinflußt von der Kirche meine eigenen Wege.
Wohl habe ich erkannt, daß in dem alten Glauben gottesfürchtiger, guter und frommer Menschen vieles vorhanden ist, was mir erhaltungs- und verehrungswürdig gilt, wie beispielsweise der Glaube an die Liebe, die Übung der Tugend und die Verabscheuung des Lasters, - so erkenne ich damit noch nicht die mancherlei Widersprüche in den Dogmen der alten Religions-Anschauungen dieser Gläubigen an.


Dieser Kampf Huters ist ein Beispiel dafür, daß es zwischen dem harmonisch guten und dem bösen Prinzip keine Versöhnung gibt. Es gibt nur einen Kampf für das Gute, die Wahrheit und Schönheit bis zur völligen Überwindung alles Häßlichen und Bösen.

Daher wird auch der gute Mensch lernen müssen aus seiner Reserve und Tatenlosigkeit herauszutreten, d.h. er wird durch immer neues Ungemach und Unglück dazu veranlaßt, er wird zum Kämpfer für Wahrheit, Recht und Schönheit werden müssen, weil es keinen andern Weg der Höherentwicklung und zur endlichen Erreichung des Menschenglückes gibt.