Sonntag, 19. Juli 2009

ALBRECHT DUERER & CARL HUTER: CFR & U.S. DEPARTMENT OF STATE

Der Einfluss des elitären »Council of Foreign Relations« (CFR) auf die amerikanische Politik ist groß. Dass auch die US-Außenministerin viele Ratschläge bekommt, gab sie jetzt in einer Rede zu.

Für viele Kritiker stellt der Council of Foreign Relations (zu Deutsch: Rat für auswärtige Beziehungen) eine »geheime Weltregierung« dar, die ohne öffentliche Kontrolle, Politiker in allen Ländern der Welt beeinflusst. Offiziell ist der CFR ein amerikanisches »Studienzentrum« zu außenpolitischen Themen mit Sitz in New York. Die Gesellschaft, die 1921 gegründet wurde, hat aber unbestritten eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien.
»WIR BEKOMMEN VIELE RATSCHLÄGE«
Deshalb ist es umso spannender, wenn die amtierende US-Außenministerin vor dem CFR eine Rede hält, wie geschehen am 15. Juli. Sie skizzierte darin ihre Vision einer »weltweiten Agenda« und wie ein »internationaler Konsens« aussehen müsste, um eine »globale Architektur« zu formen. In ihren Einleitungssätzen sagte Clinton, sie sei froh, dass der CFR nun eine Außenstelle in Washington D.C. eröffnet habe: »Ich freue mich, hier zu sein in dieser neuen Hauptniederlassung. Ich denke oft an die Zentrale in New York City, aber es ist schön, jetzt eine Außenstelle des Council unten an der Straße des State Departments zu haben.«
Natürlich weiß die Außenministerin um die Kritik in der Öffentlichkeit in Bezug auf die Verflechtungen des CFR mit der Politik. Um dieser entgegenzutreten, verklausuliert und relativiert sie in ihrer Rede den Einfluss des Council: »Wir bekommen zwar viele Ratschläge vom Council, was aber nicht heißen soll, dass ich mir sagen lasse, was wir machen sollen und wie wir über die Zukunft nachzudenken haben.« Da mag sich jeder Leser sein eigenes Urteil bilden. Fakt ist jedoch, dass der Einfluss des CFR auf die amerikanische Politik nicht zu unterschätzen ist.

So war Hillary Clintons erste Amtshandlung als Außenministerin, George Mitchell als Sonderbeauftragten für den Nahen Osten zu ernennen. Dieser war nicht nur ein Mitglied des CFR, sondern auch ein ehemaliger Direktor der globalen Organisation. Mitchell begann seine politische Laufbahn mithilfe eines anderen CFR-Mitglieds, des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter. Und auch Obamas erste Gespräche und Termine fanden mit CFR-Mitgliedern.

DAS WEISSE HAUS, EINE ZWEIGNIEDERLASSUNG DES CFR?
Kritiker behaupteten schon damals, dass es so aussähe, als sei das Weiße Haus eine Zweigniederlassung des CFR und der Bilderberger. Denn seit vielen Jahren haben der CFR und die mit ihm verbundenen internationalen Organisationen, wie die Trilaterale Kommission, der Club of Rome und die Bilderberger, nicht nur das Weiße Haus »verseucht«, sondern auch das State Department, das Pentagon und viele andere Stellen der Bundesregierung.

Auch viele deutsche Spitzenpolitiker und Manager haben in den vergangenen Jahrzehnten vor dem Council on Foreign Relations gesprochen: Helmut Kohl, Klaus Kinkel, Willy Brandt, Fritz Erler, Heinrich von Brentano, Hermann Josef Abs, Fritz Berg, Theodor Heuss, Erich Ollenhauer, Joschka Fischer.